In meiner Beurteilung werde ich versuchen, besondere Details hervorzuheben und somit die Wiederholung der aus den zahlreichen Vorbewertungen bekannten Fakten zu vermeiden. Publikum: Offenbar nutzen Einheimische diese Anlage in ähnlicher Weise wie wir aus Deutschland die Nutzung von Center Parks kennen: Freitags bis sonntags steigt der Anteil der spanischen Gäste signifikant an - und damit auch der Lautstärkepegel im Restaurant und am Pool (sorry, ist einfach so). Wir haben daher immer samstags die Gelegenheit genutzt, im neuen italienischen Restaurant am kleineren Pool zu Abend zu essen. Details hierzu siehe weiter unten im Abschnitt "Gastronomie". Wer als Autofahrer eine Herausforderung sucht, sollte in der Nähe von Artenara (Inselmitte) auf die Strasse GC-606 abbiegen: Extrem steile Haarnadelkurven an nicht von Leitplanken gesicherten Schluchten. Die Strasse ist asphaltiert, aber so schmal, dass meist keine zwei Wagen aneinander vorbei fahren können. Abenteuerlich, wenn mann sonst nur deutsche Strassenverhältnisse gewohnt ist - aber auch ein Vergnügen für Leute, die gerne Auto fahren. Man sollte jedoch bedenken, dass die Strecke für Beifahrer in den allermeisten Fällen als unangenehm empfunden wird!
Bereits bei Buchung hatten wir den Wunsch nach einem Bungalow in ruhiger Lage angegeben. Diesem Wunsch wurde entsprochen: Wir bewohnten das Haus mit der Nr. 235 (die kleinere Kategorie mit nur einem Schlafzimmer), das zusammen mit Nr. 234 das eine "Ende" der Anlage bildet. Die Nähe zu den beiden Tennisplätzen ("Aktivflächen") stört nicht, da diese nicht vor 10 Uhr morgens und nicht nach 18 Uhr abends genutzt werden. Größter Vorteil: Außer den direkten Nachbarn kommen keine weiteren Gäste am Haus vorbei, so dass man "seine" Terrasse ungestört nutzen kann. Größter Nachteil, für den aber das Parque Cristobal nichts kann: Die Bungalows in diesem Bereich der Anlage (Nummern 224/225, 230/231 und eben 234/235) grenzen unmittelbar an ein anderes Hotel. Von dessen Pool dringt tagsüber das übliche Freibad-Geplärr herüber, was aber für uns unproblematisch war, da wir uns tagsüber nicht in unserem Bungalow aufhielten. Aber dies ist evtl. ein wichtiger Hinweis für Familien mit Kleinkindern, die noch Mittagsschlaf halten sollen. Nerviger war dagegen, dass offenbar die Angestellten dieses Nachbarhotels eine Nische hinter einem kleinen Gebäude (Materiallager?) mit Tisch und Stühlen ausgestattet haben und dort nach ihrem Dienstschluss noch ein Pläuschchen halten. Es ist keinesfalls so, dass dort Musik lief oder gefeiert wurde. Doch Spanier unterhalten sich nunmal in einer deutlich höheren Lautstärke als wir es in Zimmerlautstärke tun. Bis weit nach Mitternacht ist also in diesen Bungalows mehrmals pro Woche lautes Stimmengewirr zu hören, was uns am Einschlafen hinderte. Natürlich brachte eine Anfrage an unserer Rezeption nichts: Soll man Menschen auf einem Nachbargrundstück das Sprechen verbieten? Lösung: Bis zum Ende des Geplappers die Fenster schließen (bei 30 Grad Außentemperatur auch nicht ideal) oder einfach so lange auf der eigenen Terrasse sitzen bleiben, bis auch die Plauderrunde sich auflöst, was dann spätestens um 1 Uhr immer der Fall war. Anfangs waren wir darüber verärgert, doch inzwischen würden wir bei einem erneuten Besuch des Parque Cristobal genau diesen Bungalow wieder anfragen, da der Vorteil der für uns perfekten Lage innerhalb der Anlage überwiegt. Zur Bungalow-Ausstattung ist zu erwähnen, dass es in der Küche an nichts fehlt: Kühlschrank, Herd, Kaffeemaschine, Heißwasser-Gerät, Mikrowelle, Toaster. Da wir All Inklusive gebucht hatten, brauchten wir außer dem Kühlschrank nichts davon, doch wer sich hier selbst verpflegen möchte, wird lediglich auf Backofen und Spülmaschine als Küchenkomfort verzichten müssen. Sehr positiv empfanden wir, dass die Wassertemperatur der Dusche per Thermostat geregelt wird: Die Zeiten, in denen in südlichen Ländern die Duschwassertemperatur schwankte oder nach der 2. Dusche kein Warmwasser mehr vorhanden war, sind zumindest in dieser Anlage gottlob vorbei. Was aber nicht zu ausgiebigen Duschbädern genutzt werden sollte: Wer hier als Tourist mit dem Wasser verschwenderisch umgeht, handelt verantwortungslos! In anderen Beiträgen erwähnte Probleme mit dem TV hatten wir nicht. Obwohl wir sehr wenig ferngesehen haben, hatten wir nie Bildausfälle oder Störungen bei den vorhandenen deutschen Sendern ARD, ZDF, RTL, SAT1 und Pro7, die übrigens im Gegensatz zu manch anderer Anlage kostenlos zur Verfügung stehen. An der Sauberkeit des Bungalows hatten wir nichts auszusetzen. Als ich einmal zufällig etwas aus dem Haus holen musste, während "unsere" Reinigungskraft Viviana bei der Arbeit war, hatte sie alle drei Betten und Nachttische von den Wänden in die Mitte der Zimmer gerückt, um dahinter zu putzen. Dass nicht sieben sondern "nur" fünf Mal pro Woche gereinigt wird, ist für uns kein Kritikpunkt. Zur Ungeziefer-Situation sei erwähnt, dass an mehreren Tagen Ameisen aus den Dusch-Armaturen krabbelten. Dieses Problemchen konnten wir durch einen kurzen Heißwasserstrahl selber beheben. Ameisen im Schlafzimmer wurden ohne Aufforderung von der Reinigungskraft beseitigt, was jeweils für mehrere Tage anhielt. An einem reinigungsfreien Tag hätte aber eine Anfrage an der Rezeption für schnelle Abhilfe gesorgt.
Verpflegung allgemein: Im Vergleich zur mit 4 Sternen klassifizierten Anlage "Rio Playa Blanca" auf Lanzarote, die wir im vergangenen Jahr besucht haben, ist das 3-Sterne-Essen im Parque Cristobal deutlich besser! Natürlich kommen die Servicekräfte nicht immer innerhalb von kürzester Zeit dazu, alle Tische frisch einzudecken. Selbstverständlich sind mal die Teller, mal die Getränkespender alle. Aber alles in allem finden wir die Verpflegung, das Ambiente und den Gastro-Service für 3 Sterne top! Bei Kritik zu diesem Punkt sollte man immer das Preisverhältnis im Hinterkopf behalten und vielleicht auch mal überschlagen, wie viel mehr es kosten würde, sich Mittag- und Abendessen in Nicht-Schnellrestaurants zu kaufen. Italienisches Restaurant am kleineren Pool: Ein Abendessen hier ist für AI-Gäste 1x pro Woche enthalten. Unterschied zum Hauptrestaurant: Die Bestellung wird durch Kellner aufgenommen und die Hauptspeise wird am Tisch serviert. Getränke, Vor- und Nachspeise nimmt man sich aber wie gehabt selber. Das Speisenangebot ist überschaubar, aber qualitativ gleichwertig, teilweise besser als im Hauptrestaurant. Besser sind definitiv einige Vorspeisen (Antipasti) sowie eine große Auswahl an Pastasaucen, die es im Hauptrestaurant nicht gibt. Unsere Empfehlung: Die Meeresfrüchte-Sauce.
Einen dicken Pluspunkt vergeben wir für den Service, insbesondere die technische Hilfe! Fall 1: Unser elektronischer Safe zeigte plötzlich "Error" an und ließ sich nicht mehr öffnen. An der Rezeption Bescheid gesagt und innerhalb von 5 Minuten (!) war einer der an den gelben Shirts zu erkennenden "Hausmeister" zur Stelle und programmierte den Code neu. Fall 2: In der an den Wochenenden komplett ausgebuchten Anlage mangelte es an Sonnenschirmen am großen Pool. Einen der ebenfalls gelbbeshirteten Socorrista (Bademeister) angesprochen, und nach 15 Minuten kam ein zusätzlicher Schirm aus einem Lager. Einfach klasse!
Die Lage der Anlage ist sicher DER Schwachpunkt, insbesondere für Strandgänger. Doch der kostenlose Shuttlebus macht dies zum Teil wieder wett. Nächste Einkaufsmöglichkeit: Spar-Markt. Aus dem Hauptausgang geradeaus an den öffentlichen Tennisplätzen vorbei. Am Ende des Weges rechts. Spar liegt nach wenigen Metern auf der rechten Seite im Kreisverkehr.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Showbühne: Es wird häufig bemängelt, dass sich die Theaterbühne inzwischen im Untergeschoss befindet. Wir finden das prima. Denn wir waren in den Jahren 2003 und 2004 zu Zeiten, als das Parque Cristobal noch eine RIU-Anlage war, zu Gast und hatten Abends das zweifelhafte Vergnügen vom benachbarten Hotel Barcelo Margeritas derart laut beschallt zu werden, dass es sich mit der Musik der Poolbühne im Cristobal vermischte. Auch andere Hotels in der Umgebung hatten deutlich hörbare Abendanimation im Freien. Davon ist nichts mehr zu vernehmen. Offenbar haben sich die Hotels in diesem Stadtviertel darauf geeinigt, auf laute Beschallung in den Abendstunden zu verzichten, was wir als wirklich angenehm empfinden. Und darin liegt höchstwahrscheinlich der Grund für die Tieferlegung der Bühne des Cristobals. Der Raum ist klimatisiert und verfügt über eine eigene, optisch sehr schöne Bar. Kinderanimation: In dieser Hochsaison haben die Baddies die Maxis von 7 bis 12 Jahren noch einmal unterteilt: Eine Gruppe 7 bis 9 Jahre und eine zweite Gruppe 10 bis 12 Jahre. Das fanden wir - und unser Sohn - gut. Poolliegen: Sommerferien, daher Anlage zeitweise komplett ausgebucht. An diesen wenigen Tagen tatsächlich stundenweise nicht genügend Poolliegen (an beiden Pools) vorhanden. Daher wurde notgedrungen auf die böse alte Handtuchreservierung vor dem Frühstück zurück gegriffen. Aber: Wir haben nur ganz selten beobachtet, dass früh morgens Liegen reserviert wurden, die dann erst am Nachmittag genutzt wurden. Wer sein Handtuch - so furchtbar diese Unsitte auch sein mag - platzierte, war in der Regel auch den ganzen Tag am Pool anzutreffen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Carsten |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 42 |


