Das Hotel erscheint auf den ersten Blick durchaus als eine Perle, gerade auch aufgrund seiner schönen Architektur. Dadurch sollte man sich aber leider (wie ich zu spät herausfand) nicht täuschen lassen. Die Zimmer des Hotels sind sehr hellhörig, so hellhörig sogar, dass abends die Nachbarn an die Durchgangstür klopften und darum baten, dass man den Fernseher leiser stellt. Doch der war durchaus leise. Die Eingangstüren zu den Zimmern haben teilweise zentimeter hohe Spalte, so dass die Geräuschkulisse des Flurs auch bestens zu hören ist. Das Hotel sollte laut Reisebeschrebung über eine Heizung verfügen. In den Bungalows war davon leider nichts zu bemerken, gerade nachts kühlt es erheblich ab und der Spalt in der Terassentür des Bungalows war über 4 cm hoch. Nachts wehte der kühle Wind durchs ganze Zimmer. Zu der Gästestruktur. Russen, Franzosen und Deutsche scheinen die Hauptklientel des Mouradi Menzel darzustellen. Wenn möglich, einen Arztbesuch vermeiden, er ist mit höheren Kosten (bis 80 Euro) verbunden, für eine simple Erstuntersuchung. Bitte nicht telefonieren, wenn möglich. Es ist "sauteuer" (Pardon)! Medikamente gibt es sehr günstig in allen Apotheken (Midoun / Houmt Souk). Die Temperatur im Dezember auf Djerba ist sehr angenehme 20 - 23 Grad Celsius, im Sommer wird es bis zu 41 Grad Celsius heiss. Im Frühling (ab April) können Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius vorherrschen auf Djerba.
Die Grösse der Bungalows und Zimmer sind recht angemessen, die Möilierung alt, staubig und uralt. Die Heizung funktioniert nur bedingt, also nicht in allen Bungalows. Es gibt einen kostenlosen Mini-Safe, die Minibar ist nicht gefüllt (das ist auch gut so, vorsicht vor den horrenden Preisen). Die Zimmer sind absolut hellhörig, einige der Zimmer bzw. Bungalows riechen schimmelig. Die Stromversorung ist stabil. Es gibt 4 deutsche Programme im TV, ARD, ZDF, Sat-1 und RTL. Bei einem 4 Sterne Hotel erwarte ich jedoch ein Mindestmaß an Sauberkeit, was Handtücher, Toilettenreinigung und das Bett betrifft. Diese ist im Hotel El Mouradi Menzel nicht gegeben, schade. Der Staub aufd dem Fernseher in meinem Zimmer oder dem Bungalow zeugt davon, dass hier nicht richtig geputzt wurde, schon seit Monaten nicht mehr!
Die Gastronomie im Hotel als solches zu bezeichnen, wäre lächerlich. Die Frühstückseier sind entweder quasi roh oder hart wie Beton, egal ob am Schild am Buffet 3 Min. Ei oder 5 Min. Ei draufsteht. Im Mouradi Menzel durfte ich meine erste Spaghetti Carbonara ohne jeglichen Geschmack probieren, und dies ist keine Übertreibung. Das Essen am Buffet wird stetig wiederaufbereitet, angefangen von den Eiern, die abends in eine angebliche "tunesische Spezialität" verarbeitet werden, aufhörend beim Fleisch, z. B. Putenfleisch, das mittags als Scheiben serviert wird, in Sauce und abends dann als paniertes Schnitzel. Besonders das Rindfleisch ist absolut nicht empfehlenswert, hier wird einem fast schlecht, wenn man dieses probiert. Nun zum schlimmsten Punkt, der Sauberkeit im Restaurant. Katzen überall, diese suchen im ganzen Restaurant nach Eßbarem, kein Kellner versucht auch nur annähernd, sie zu verjagen. Katzenhaare verkapseln im Magen des Menschen, wie wohl allgemein bekannt sein dürfte, soll heissen, einmal drinne, bleibt das Katzenhaar lebenslänglich im Magen und verursacht im schlimmsten Falle gravierende Entzündungen. Lecker... Von Allergikern gegen Katzenhaare ganz zu schweigen! Das Besteck ist permanent nicht richtig sauber, geschweige denn poliert, wie jeder Kellner es in seinem Praktikum beigebracht kriegt, sogar Essensreste kleben daran, die Servietten sind teilweise beschmutzt, obwohl sie augenscheinlich frisch auf dem Tisch liegen. An einem Abend waren die Servietten sogar naß, und sowas stellt man im El Mouradi Menzel auf den Tisch. Die Teelöffel waren stets frisch aus der Spülmaschine, unkontrolliert, in den Besteckkorb gelegt worden, über zwei Wochen hinweg. Auch dort hing so mancher Dreck dran. Teilweise waren die Teller regelrecht versifft, fettig und mit Essensresten dran. Diese wurden am Buffet tatsächlich so bereitgestellt. Solch ein Zustand ist untragbar, gerade in einem 4 Sterne Hotel! Und was Trinkgelder anbegeht und die Sprüche von der Reiseleitung, dass man im Voraus 10 Dinare pro Woche an die Kellner geben sollte: Ich brache kein Trinkgeld in Höhe von 6 Euro die Woche dafür zu zahlen, um als zahlender Hotelgast sauberes Besteck und saubere Teller erwarten zu dürfen! Vorsicht auch vor dem Kaffee. Erstens wird dieser teilweise morgens vom Vorabend in dem Warmhaltebehälter nicht geleert sondern der alte Kaffee wieder serviert bzw. der Warmwasserbehälter abends ausgeschaltet und morgens einfach wieder eingeschaltet. Lecker, was? Am Besten, man bestellt sich Cappucino, den es an jeder Bar im Hotel gibt. Die Cola wird übrigens auch einfach von einer Flasche in die andere umgefüllt, bis teilweise keine Kohlensäure mehr verspürbar ist. Mein Fazit: Man sollte die Leitung des Hotels wechseln und zwar schnell, da diese keinerlei Anstände zu tun scheint, um dieses Hygieneproblem zu lösen. Bei der amitierenden Hotelleitung hilft keine Beschwerde, diese nimmt die Zustände meines Erachtens billigend in Kauf.
Der Check-in war der reinste Horror. Man wartet ziemlich lange auf den Zimmerschlüssel, füllt "unnötige" Formulare aus, die Original-Papiere der Zimmerreservierung werden einem abgenommen, und in meinem Fall bunkerte man mich, wohlwissend, dass ich ein Zimmer gebucht hatte, zwei mal hintereinaander in einem Bungalow ein. In einem Bungalow roch es stark nach Schimmel und die Tür zum Kleiderschrank hing aus den Angeln (für Kinder lebensgefährlich) und im zweiten Bungalow war die Heizung defekt und die Toilette verdreckt bis zum Geht nicht mehr, die Badewanne war an den Silikonfugen voller Schimmel. Sogar das Mobiliar, insbesondere ein kleiner Hocker, an dem ein Bein fast schon ab war, ist gemeingefährlich oder völlig verrottet oder in sehr prekärem Zustand. Das Personal hat schon eine "minimalistische" Vorstellung von Arbeitsmoral. Gerade die Rezeptionisten sind zwar stets bemüht, einem zu helfen doch aufgrund ihrer (ich zögere vor dem Wort Inkompetenz) minimalistischen Arbeitsmoral wird ein kleines Problem meist zu einer Diskussion, es hilft hier, sich direkt an den Hoteldirektor zu wenden, welcher allerdings auch nicht gerade allzu kompetent erscheint. Eine Warnung an dieser Stelle bezüglich "Geldwechseln" im Hotel El Mouradiu Menzel! Bloß nicht! Der Wechselkurs, wird einem vom Reiseleiter suggeriert, ist verstaatlicht, doch man merkt sehr schnell, dass hier der Reiseleiter in Eigenregie sein Taschengeld dazuverdient, der Wechselkurs im El Mouradi Menzel ist pro Dinare 200 Melime (0, 2 Dinare) weniger als in z. B. der Wstern Union Bank in Midoun. Also bitte grössere Beträge nur in einer Bank in Midoun oder in Houmt Souk Geld wechseln. Zur Sauberkeit nur ein paar Sätze. Das Bettzeug wurde in zwei Wochen nur ein einziges Mal gewechselt. Die Handtücher stanken nach Chlor und schienen ungereinigt zu sein. Allergiker werden hier auf ihre Kosten kommen. Die Terassentür wurde nach der Zimmereinigung 4 ganze Mal einfach aufgelassen, und das im Erdgeschoss. Toll, wenn man einen Laptop dabei hat und dieser geklaut würde, nur weil das Reinigungspersonal "Tag der offenen Tür" spielt. Keine Versicherung würde für den Verlust von Wertsachen aufkommen. Dies ist ein gravierendes Problem, um das sich der Hoteldirektor angeblich kümmern wollte. Geschehen ist jedoch nichts. Die Tür stand weiterhin offen und jeder hätte in mein Zimmer eindringen können, um alles mögliche zu entwenden. Es gibt keinerlei Shuttle-Bus-Service obwohl das Hotel sinnbildlich am Ende der Welt (Pardon) ist. Das ist ärgerlich.
Die Transferzeit vom Flughafen zum Hotel beträgt ca. 40 Minuten. Die Lage des Hotels könnte man durchaus als "traumhaft" bezeichnen, der Strand liegt direkt vor der Tür, sozusagen. Doch ist der Strand voller unaufgeräumten Seegras gewesen, die Felsen knapp unter der Wasseroberfläche, über die man beim Baden im Meer stolperte, sprechen eher dafür, dass hier in der Vergangenheit Sand "aufgeschüttet" wurde, um aus felsigem Brachland einen künstlichen Strand herbeizuzaubern. In der näheren Umgebung des Hotels gibt es nur einen kleinen Supermarkt und einen Friseur. Beide sind hoffnungslos überteuert und man sollte dort bloß nichts einkaufen. Die nächste Stadt mit Einkaufsmöglichkeiten ist Midoun, dort findet man alles von der Damenhandtasche bis zum Supermarkt. Bei den Preisen sollte man auf Teufel komm raus feilschen! Die Taxifahrer sind höflich, die Preise sind sehr neidrig.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Hier ein Lob an das gesamte Animations-Team des Hotels El Mouradi. Der Chefanimator und sein Team waren stets bemüht, freundlich zu sein und den Gast zufrieden zu stellen, egal ob es bei der Gymnastik war oder beim Bogenschiessen. Nino, Momo, Imen, Aiman und Adam sind herzensgute Menschen und ein hervorragendes beispiel für die tunesische Gastfreundlichkeit! Die Swimming-Pools sind mit Salzwasser gefüllt (ausser der Innenpool) und haben im Dezember eine Wassertemperatur von ca. 14 Grad Celsius. Der Innenpool ist stark verchlort, vorsicht mit den Augen, hier besteht die Gefahr der Überreizung!
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Dezember 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Ingo Che |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 3 |


