Nachdem wir bereits Ende November 2009 eine Nacht im Kameha verbracht hatten, um unseren neuen "Nachbarn" kennenzulernen, verbrachte ich Anfang Juli mit meinen Freundinnen die Nacht vor meiner Hochzeit erneut in dem Hotel, da ja jeder eine zweite Chance verdient hat. Bei der Reservierung per Email wies ich dann darauf hin, dass jedoch folgende Vorfälle meines ersten Aufenthaltes sich bitte nicht wiederholen sollten: 1) gebucht hatte ich eine Junior Suite, erhalten ein normales Doppelzimmer. Zum Zimmer geleitet wurden wir auch nicht - kenne ich aus anderen "Leading Hotels" anders. 2) in unserer Badezimmerdecke hatten wir ein großes kreisrundes Loch, aus dem Kabelstränge heraus hingen (Anruf bei der Rezeption "da schicke ich Ihnen mal die Haustechnik", 30 Minuten später erschien der Herr dann und machte gar nichts, da dies ja eh so hoch sei, dass uns nichts passieren könne...) 3) keine Bademäntel vorhanden. nächster Anruf bei der Rezeption: die Bademäntel wurden zu spät geliefert und befinden sich nun alle in der Stickerei... Auf die Frage, ob ich nun nackt in den Wellnessbereich laufen solle, ließ man sich irgendwann dazu herab, uns weitere 30 Minuten später größere Handtücher zu bringen. 4) keine Guest Directory auf dem Zimmer - im folgenden Absuchen des halben Hotels, um den Wellnessbereich auf eigene Faust zu finden (eingewickelt in besagte Handtücher...) 5) Pool gefunden, erste Züge im beheizten Wasser inmitten der kalten Novemberluft genossen, dann wurden wir jäh durch 5-6 Kinder unterbrochen, die den Hotelpool als Planschbecken mit entsprechender Geräuschkulisse mißbrauchten. Wir haben nichts gegen Kinder - durften dann aber feststellen, dass diese zu Herrn R. (GM des Hauses) gehörten, der sich mit seinem Handy neben den Pool stellte, aber in keiner Weise Partei für seine ZAHLENDEN Gäste ergriff. Wir haben dann den Pool geräumt... 5) keine Preisliste für die Minibar auf dem Zimmer - dritter Anruf an der Rezeption. Gebracht wurde uns ein schlecht kopierter und schräg abgeschnittener DinA5-Zettel 6) Staub auf allen Möbeln und Glasflächen 7) Am nächsten morgen vierter Anruf bei der Rezeption, denn ohne Guest Directory wollten wir auf anderem Wege erfahren, wann wir auschecken müssen. Bei der Gelegenheit erfrug ich dann auch, wo es Frühstück gäbe. Ich bekam eine ordnungsgemäße Antwort, nach der sich die Dame dann auch verabschieden wollte. Ich hielt sie auf, um noch zu erfahren, bis wann es Frühstück gäbe. Diese Frage stellte ich um 10:27 Uhr. Ihre Antwort: "bis halb 11!". Auf meine Frage, ob das ein Scherz sein solle, einen Gast bei der Frage nach dem Frühstücksraum nicht darauf hinzuweisen, dass es dafür zu spät sei, bekam ich den lapidaren Hinweis, ich könne mich doch beeilen... Danke, dass man uns auch beim Einchecken derlei Informationen vorenthalten hatte, obwohl doch bekannt war, dass es noch keine Guest Directories gibt. All dies wünschte ich also bei dem zweiten Aufenthalt nicht wieder zu erleben. Man entschuldigte sich dann für die schlechten Erfahrungen und bot mir als besonderes Angebot eine Corner Suite für 3 Personen für 285 Euro pro Nacht inkl. Frühstück an - dieses Angebot fand ich fair und akzeptierte. Die Corner Suite (Diva Suite) erwies sich dann als halbwegs geräumiges Doppelzimmer mit Zustellbett, zwar mit Sicht auf den Rhein, die andere Seite der "Corner" allerdings in den Innenhof / Atrium des Hotels - eine Herausforderung beim Ent- und Ankleiden, da man sich in diesem Zimmer (wie in allen anderen nach innen gerichteten) auf dem Präsentierteller befindet. Beim Einchecken das übliche Spiel: "ihr Zimmer befindet sich in der 3.Etage, Fahrstühle finden Sie dort drüben" - also wieder keine Begleitung zum Zimmer. Dort angekommen begrüßte uns der Fernseher mit den Worten "Liebe Familie XY", gleiches stand auf dem Begrüßungskärtchen der zuständigen Hausdame. Dies erscheint einem als Unaufmerksamkeit, wenn in der Reservierungsbestätigung "Frau XY plus 2 Freundinnen" steht. Nach einem Blick ins Bad mußten wir dann bereits wieder an der Rezeption anrufen, da Handtücher, Bademäntel & Co jeweils nur zweimal vorhanden waren. Also die Bitte, uns noch einmal einen kompletten Satz vorbeizubringen. Statt einer Entschuldigung antwortete man "die Information, dass Sie zu Dritt sind, lag uns nicht vor". Sehr professionell - vielleicht steht immer ein Zustellbett in der Suite? Und wurde die Reservierungsbestätigung, in der die Gästeanzahl 3 vermerkt war, als geheime Verschlußsache behandelt? Meine Freundinnen waren zu diesem Zeitpunkt aber sowieso schon enttäuscht, da sich heraus stellte, dass Sie am Tag zuvor im Kameha angerufen hatten, um Champagner zu ordern - schließlich feierten wir meine Hochzeit vor... Die einzige Aufmerksamkeit war eine Art großes, mit Obst dekoriertes Yes-Tortie (natürlich mit nur 2 Gabeln...) auf einem Teller mit dem Schriftzug "Alles Gute". Also erneuter Anruf bei der Rezeption, wo denn der Champagner bliebe. Nach einigem Hin- und Her sagte man dort, dass es ja unklar sei, wer dies denn bezahlen würde. Meine Freundinnen bestätigten, dass sie dies übernähmen. 30 Minuten warten. Wieder bei der Rezeption nachfragen. Man hätte den Champagner nur noch nicht gebracht, weil man nicht wisse, welche Marke gewünscht sei (hätten wir nicht wieder angerufen, würden wir wohl noch heute auf den Champagner warten). Nach erfolgter Auswahl hat es dann nur weitere 45 Minuten gedauert, bis wir endlich anstoßen konnten. Um weitere Unprofessionalität an dem Abend zu meiden, haben wir ein externes Restaurant für das Abendessen gewählt, waren kurz vor 23 Uhr zurück und schauten in der Guest Directory (ja - mittlerweile gibt es sowas!) nach, wie lange der Pool geöffnet ist, um noch eine Runde zu schwimmen. Leider gibt es dort nur Angaben über die Größe - nicht aber die Öffnungszeiten. Also erneuter Anruf bei der Rezeption: Pool ist bis 23 Uhr geöffnet. Ich fühlte mich an die Angabe der Frühstückszeiten beim ersten Aufenthalt erinnert, denn auch jetzt kein Anflug von "Achtung lieber Gast, heute werden Sie das leider nicht mehr schaffen, denn der Wellnessbereich schließt in 4 Minuten, aber morgen sind wir ab soundsoviel Uhr wieder für Sie da...". Gut - dann halt am Morgen früh aufstehen und schwimmen, nun aber schnell schlafen - morgen wird ein langer Tag. Bis 2 Uhr nachts konnte ich kein Auge zutun, da die Bässe aus der hoteleigenen Bar so derart laut in unsere Suite wummerten, dass ich um 2 Uhr erneut an der Rezeption anrief, um mich zu erkundigen, wann das endlich aufhört. Antwort "so gegen 2". Ich wie darauf hin, dass es ja nun 2 Uhr sei und die Musik daher nun bitte abgestellt werden möge, da ich gern ein wenig Schlaf bekommen möchte, worauf der Mitarbeiter entgegnete, dass er dafür ja dann jetzt extra dahin gehen müsse, um Bescheid zu sagen! Ich zwang ihn dazu. Eine gute halbe Stunde später wurde es dann in der Tat etwas leiser - wirkliche Ruhe gab es erst ab halb vier (wunderbar, wenn man um 8 wieder aufstehen muß und es sich dann um den eigenen Hochzeitstag handelt). Beim Frühstück war dann der Orangensaft geschlagene 30 Minuten leer, andere Säfte waren als Alternativen aber auch undenkbar, da auch keine Gläser mehr da waren - aber man bittet ja gern alle 5 Minuten um irgendwelche Selbstverständlichkeiten. Die Ecke, in denen Eierspeisen frisch gebraten zur Verfügung stehen, sah äußerst verdreckt aus und es wäre schön, wenn an der Schale mit den Erdnußbrötchen ein kleiner Hinweis angebracht wäre, dass es sich um Erdnußbrötchen handelt und der Gast dies nicht erst feststellt, wenn er bereits das Brötchen mit Käse belegt hat und reinbeißt. Aber keine Kraft mehr, sich zu ärgern - schließlich war man völlig übermüdet. Dann ging es zum Friseur, bei der Rückkehr ins Hotel der telefonische Hinweis an der Rezeption, man möge mir die Rechnung fertig machen und in die Suite bringen (meine Kreditkartendaten waren bereits bei Reservierung hinterlegt worden), da ich nicht im Brautkleid an der Rezeption anstehen möchte. Champagner bitte separat, zahlen ja meine Freundinnen. Eine halbe Stunde später der Anruf, dass man das mit der Rechnung irgendwie nicht hinbekommt und ich doch jetzt mal runterkommen solle. Dies habe ich (mittlerweile Brautkleid tragend) abgelehnt - dann muß halt jemand zu mir hoch kommen. Die Reaktion war ein "Oh - ja das dauert dann aber". Habe darauf hingewiesen, dass ich in ca 15 Minuten gedenke, Richtung Standesamt zu fahren und Ihnen daher genau dieser Zeitslot zur Verfügung stünde. Man kam dann auch noch gerade rechtzeitig - die Separation des Champagners hat man natürlich nicht gechafft. Nun gut - zahlt die Braut halt ihren "Überraschungschampagner" selbst. To make a long story short: Das Haus ist wunderschön gelegen, denn bei uns in Bonn direkt am Rhein ist es halt einfach schön. Über das überfrachtete Design läßt sich sicherlich streiten (es sieht halt sehr bemüht aus, auch wirklich alle Stücke der Kollektion des Designers unterzubringen) - der Service hingegen ist eine einzige Katastrophe und erweckt den Anschein, dass absolut keine Hotellerie-Erfahrung vertreten ist. Empfehlen kann man das Kameha daher wirklich niemandem - gefallen mag es, wer auf "sehen & gesehen werden" steht und vielleicht das erste Mal in einem teureren Umfeld unterwegs ist. Uns ist die Klassifizierung in Sterne-Kategorieen nicht so wichtig - entscheidend ist das Preis-Leistungsverhältnis, welches hier einfach überhaupt nicht stimmt.
siehe Hotel allgemein - staubig, man bekommt nicht unbedingt immer das, was man bestellt hat und Bad und Schlafzimmer hatten den freien Blick in das Innenleben des Hotels - leider gilt dies auch umgekehrt.
nur Frühstück getestet - siehe Hotel allgemein
eine Katastrophe - siehe Hotel allgemein
wie gesagt - in Bonn ist es direkt am Rhein einfach wunderschön.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Wer planschen mit den Kindern des Hoteldirektors mag...
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juli 2010 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Silke |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 1 |


