- BehindertenfreundlichkeitGut
- Zustand des HotelsSehr gut
- Allgemeine SauberkeitGut
Wir waren über Weihnachten 2010 zum dritten mal im Kameha Grand Bonn zu Gast und haben die Feiertage in einem unserer Lieblingshotels sehr genossen. Mittlerweile haben wir eine Junior Suite, eine Hero Suite und die Telekom Suite kennenlernen dürfen, wobei uns die Hero Suite am besten gefallen hat. Über die Daten und Fakten haben wir in unserer letzten Bewertung ("Die Hotelinnovation des 21. Jahrhunderts") ausreichend geschrieben, so dass wir in dieser Rezension auf ein paar Punkte eingehen möchten, die uns persönlich wichtig und aufgefallen sind. Auch nach einem Jahr haben wir immer noch großen Respekt vor dem innovativen, modernen Hotelkonzept, das im Kameha Grand Bonn gelebt wird. Endlich hat sich mal jemand getraut, die eingetretenen Pfade der angestaubten deutschen Hotellandschaft mit ihren strengen, musealen Grand Hotels aus dem vorletzten Jahrhundert und den ewig gleichen, anonymen Ketten-Häusern zu verlassen und etwas neues, einzigartiges zu schaffen. Ein Hotel ist dann ein gutes Hotel, wenn es nicht beliebig austauschbar ist, sondern man es auch nach dem Aufenthalt noch in Erinnerung behält. Diese Voraussetzung erfüllt das Kameha Grand Bonn vortrefflich. Nach gut einem Jahr haben sich viele Kinderkrankheiten im Hotel gelegt, Bademäntel und Guest Directories sind nun keine Mangelware mehr, und der Service vor allem am Front Desk kommt insgesamt kompetenter daher. Das Kameha Grand Bonn gehört zu den ganz wenigen Hotels im Luxussegment (und die hier bewerteten Häuser sind nur eine Auswahl der von uns besuchten Herbergen), denen es gelingt, niveauvollen, hochkarätigen Service mit ungezwungener Wohlfühlstimmung zu verbinden. Top-Hotellerie muss nicht steif, sondern kann so lebendig sein, ohne dass der notwendige Respekt für den zahlenden Gast auf der Strecke bleibt. Gleichwohl gibt es immer noch zwei Punkte im Kameha Grand, die uns persönlich störend aufgefallen sind. Diese möchten wir hier kurz aufgreifen: Frühstücksbuffet: Ein großer Schwachpunkt ist in unseren Augen heute wie vor einem Jahr das Frühstück in der Brasserie Next Level. Auswahl und Qualität der Speisen und Getränke sind überdurchschnittlich und lobenswert (besonders fällt der Gurken-Kiwi-Sellerie-Saft ins Auge - dieser ist wie das Kameha selbst gewöhnungsbedürftig, dafür jedoch einzigartig) und auch die Präsentation ist ansprechend und gepflegt, aber Service und Ambiente nach wie vor verbesserungsbedürftig. Der durchweg sehr junge Service ist auf weiten Strecken unkoordiniert und unstrukturiert. Jeder Einzelne isoliert betrachtet agiert zwar korrekt und freundlich, aber das Zusammenspiel, das einen effektiven Service ausmacht, funktioniert nicht. Die zentraleren Tische werden regelmäßig von zwei bis drei Servicekräften angelaufen, während wir auf den etwas ruhigeren Plätzen - wenn überhaupt - nur auf deutliches Handzeichen bedient wurden (eine Geste, die in der Grand-Hotellerie eigentlich entbehrlich sein sollte). Auch zehn Minuten nach dem Platznehmen waren wir unserem Kaffee noch keinen Schritt näher gekommen. Getränkewünsche werden doppelt abgefragt, und viele ineffektive Leergänge mit hektischen Beinahezusammenstößen untereinander wirken fast schon wieder amüsant. Hier fehlt ganz eindeutig die führende, ordnende Hand in Form eines erfahrenen Mitarbeiters, der den Überblick behält und die motivierten, netten Servicekräfte gezielt steuert. Auch, wenn man wie im Kameha Grand flache Hierarchien pflegt, kann ein so komplexer Betrieb wie ein Luxushotel nur mit dem nötigen Maß an Führung und Struktur funktionieren. Auch die Atmosphäre beim Frühstück im Next Level spricht uns nur bedingt an: Die Bestuhlung ist viel zu dicht, was fast schon unangenehme Enge aufkommen lässt, und nackte weiße Kunststofftische ohne Tischdecke haben in der Top-Hotellerie nichts verloren. Es muss ja nicht Omas gehäkelter Tischläufer sein, aber peppige, mit der allgegenwärtigen Kameha-Blume verzierte Tischwäsche würde der Brasserie viel von der Kälte nehmen, die sie - ganz im Gegensatz zum übrigen Hotel - ausstrahlt. Leider ist hier innerhalb des letzten Jahres keine wesentliche Änderung feststellbar, so dass wir es im Kameha Grand meist vorziehen, auf dem Zimmer zu frühstücken. Kommunikation/Roomservice: Hat man als Hotelgast einen Wunsch, sei es eine Bestellung beim Roomservice, eine Wolldecke vom Housekeeping oder eine Spätabreise von der Rezeption, kann man telefonisch ausschließlich den "Just-for-you-Service" kontaktieren. Hinter dieser wolkigen Beschreibung verbirgt sich im Grunde nichts weiter als die Rezeption. Soweit so gut, aber wenn man schon nicht wichtige Departments wie Housekeeping oder Roomservice direkt anwählen kann, sollte es - wie z.B. in den Ritz-Carlton-Hotels - zumindest eine Servicezentrale geben, die sich mit nichts anderem als telefonischen Gästeanliegen beschäftigt und alle hierfür nötigen Informationen aus allen Abteilungen abrufbar parat hat (und natürlich auch über das nötige Fachwissen verfügt, denn Housekeeping, Roomservice und Front Desk stellen ja ganz unterschiedliche fachliche Anforderungen). Das ist beim "Just-for-you-Service" leider nicht der Fall. Besonders deutlich wurde dies, als wir abends vom Roomservice bestellen wollten: Während uns die Dame vom "Just-for-you-Service" am ersten Abend zum Roomservice weiter verband, nahm der Mitarbeiter am zweiten Abend unsere Bestellung direkt auf. Beide Mitarbeiter waren leider nicht über das Dessertangebot informiert (die Etagenkarte enthält keine Desserts, sondern fordert dazu auf, das wechselnde Angebot zu erfragen), so dass erst mit dem Roomservice Rücksprache gehalten werden musste. Die zugesagten Rückrufe erfolgten zwar prompt; jedoch wurden uns am ersten Abend fünf, am zweiten dann nur zwei Desserts aufgezählt. Die Preise konnte uns der Roomservice jeweils nicht nennen; hierzu hätte man erneut in der Brasserie rückfragen müssen. Die Mitarbeiter waren auch hier stets freundlich und serviceorientiert, jedoch ist diese Prozedur viel zu langatmig und zeitraubend. Nicht zuletzt im eigenen Verkaufsinteresse sollte das Hotel dem Gast den Weg zur Bestellung möglichst einfach machen und nicht durch lange interne Kommunikationswege unnötig verkomplizieren. Warum man im Kameha Grand nicht einfach - wie in jedem anderen Hotel auch - ein paar Desserts mit Preisen in die Etagenkarte aufnimmt, können wir nicht nachvollziehen. Damit hätte sich dieses ganze Poblem mit einem Schlag erledigt. Am zweiten Abend wurde wir leider vom Turn-down-Service des Housekeeping vergessen. Obwohl wir telefonisch über "Just-for-you" gebeten hatten, den Service nachzuholen und uns zugesagt wurde, umgehend jemanden vom Housekeeping zu schicken, geschah nichts. Das mal etwas vergessen wird, kann passieren - auch in einem Luxushotel arbeiten nur Menschen. Dass jedoch auch nach telefonischer Bitte keine Abhilfe geschaffen wird, sollte nicht passieren. Das führt schnell dazu, dass sich der Gast mit seinen Anliegen nicht ernst genommen fühlt. Wir sind jedoch weiterhin überzeugt, dass sich diese Punkte auch noch einspielen und kehren daher immer wieder sehr gerne ins Kameha Grand Bonn zurück. Insbesondere das einmalige, frische Ambiente und der herzliche Service begeistern uns immer wieder aufs neue. Life is Grand! Wir wünschen dem Hotel alles Gute für 2011.
- ZimmergrößeSehr gut
- SauberkeitGut
- Ausstattung des ZimmersSehr gut
- Atmosphäre & EinrichtungSehr gut
- Sauberkeit im Restaurant & am TischGut
- EssensauswahlGut
- GeschmackSehr gut
- Kompetenz (Umgang mit Reklamationen)Eher gut
- Freundlichkeit & HilfsbereitschaftSehr gut
- Rezeption, Check-in & Check-outGut
- Kinderbetreuung oder SpielplatzEher gut
- FamilienfreundlichkeitEher gut
- Einkaufsmöglichkeiten in UmgebungEher schlecht
- Restaurants & Bars in der NäheEher gut
- FreizeitangebotGut
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
- Zustand & Qualität des PoolsSehr gut
- Lage für SehenswürdigkeitenEher gut
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Dezember 2010 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heiko |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 52 |
Lieber Heiko, vielen Dank für Ihre ehrlichen Worte zu Ihren bisherigen Aufenthalten im Kameha Grand Bonn Hotel. Es ist unser Herzenswunsch, dass sich jeder Gast bei uns wohl fühlt. Mit Hilfe Ihrer klaren Bemerkungen können wir täglich an der Verbesserung und Optimierung von unseren Arbeitsabläufen und Prozessen arbeiten. Wir bedauern, dass das Interieur unserer Brasserie Next Level nicht ganz Ihren Vorstellungen entspricht. Der international anerkannte Designer Marcel Wanders betont mit detailverliebter und neobarocker Innenarchitektur die Einzigartigkeit des Kameha Grand Bonn – Tischwäsche in unserer Brasserie Next Level ist hierbei nicht vorgesehen. Ihren Hinweis bezüglich des Services in unserer Brasserie Next Level und der lückenhaften Kommunikation habe ich dankend angenommen und weitergeleitet. Wir nehmen Ihre Anmerkungen sehr ernst und versichern Ihnen, dass wir unseren Service diesbezüglich optimieren werden. Lassen Sie mich lediglich anmerken, dass „Just4you“ unsere Service- und Kommunikationszentrale ist, welche ursprünglich bemüht ist Gästeanfragen zu erfüllen. Unsere Mitarbeiter nehmen hier Telefonate entgegen, filtern diese, finden die jeweiligen Ansprechpartner heraus und verbinden. Wir bedauern umso mehr, dass dies bei Ihnen nicht geglückt ist und nehmen Ihre kritischen Bemerkungen und Hinweise sehr gerne an. Wie ich aus Ihren Bewertungen dennoch entnehmen darf, hat sich das Kameha Grand Bonn Hotel zu einem Ihrer Lieblingsplätze entwickelt. Aufgrund dessen hoffen wir schwer, Sie weiterhin als Gast begrüßen zu dürfen. Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen vom Herzen alles erdenklich Gute und verbleiben mit herzlichen Grüßen Inga Bollmann


