Das Hotel ist noch brandneu und bestens in Schuss, im Treppenhaus riecht man noch dem frischen Beton. Ähnlich wie Ling Bao liegt das Hotel am Parkrand, man kann also durch den Hotelgarten mit separatem Ticket in den Park gehen. Auch dies ist primär ein Familienhotel, aber äusserst gelungen. Eine Jugendgruppe reiste während meines Aufenthaltes an, die dem ganzen dann so einen kleinen Jugendherbergscharakter verlieh, da ich zu einem Businessmeeting war das nicht ganz passend. Ein Erlebnispark hat sein Erlebnishotel. Und nun ein Zweites. Ling Bao hat vier Sterne und dieses Hotel 3, 5, was nicht berechtigt ist. Das Niveau ist gleich, die Konsequenz in der Themengestaltung allerdings besser durchgehalten. Mir hat es gut gefallen, ein Farbklecks an den isch auch Vielreisende erinnern werden.
Für mich sind die Zimmer der Kracher. Nicht etwa, weil sie so bequem sind, sondern, weil der afrikanische Stil hier zu mehr als 100% durchgehalten wird. Die Zimmer sind eben so gestaltet, wie Ottonormaldeutscher sich Afrika vorstellt. Der Boden ist aus nacktem kolorierten Beton, was mir zunehmend gut gefiel, clever gestylt. Der Schrank besteht aus einer Nische mit Vorhang, die Kleiderstange ist aus einem Naturast. Anders als im Ling Bao sind die Familienzimmer mit einem separaten sehr kleinen, aber mit Himmelbett ausgestatteten Kinderzimmer gestaltet, meine Kinder hätten eine Freude daran gehabt. Besonders clever ist das Bad gelöst. Das Waschbecken ist ein wenigstens so wirkender ausgehöhlter Naturstein, die Armaturen einfach aber edel. Kompliment, das wirkt auf mich tiptop. Die Dusche ist durch eine Wand vom Bad getrennt und praktisch hinter dem Waschbecken, ganz intelligent gelöst. Nicht ganz passen die billigen Duscharmaturen in dieses sehr gediegen wirkende Umfeld. Das Bett ist für zwei Personen sicher etwas zierlich, aber ein schönes Himmelbett wie out of Africa. Den Spartanismus überteibt der Schreibtisch ein wenig, der wie aus dem Kindermalbuch ist, aber ein bequemer Sessel den gibts. Alles in allem aber ein Erlebnis, ich möchte als Geschäftsreisender nicht immer auf 08/15 verzichten, aber das mal zu erleben war schon toll, für Familien ebenso. Mit Viermannbelegung allerdings auch recht klein.
Wir haben in verschiedenen Restaurants gegessen. Im Park gibt es den Mexikaner, der bei unserem Aufenthalt auf langweiliges TexMex verzichtete und verschiedene Fleischsorten vom Spiess anbot, lecker, aber auf die Dauer etwas eintönig und zu langatmig. Im Ling Bao gab es dagegen ein nettes Mittagsbuffet, semiasiatisch, aber nach europäischen Vorstellungen, das macht dann zusammen ein geht so. Frühstück im Hotel selbst war gut, der Kaffee allerdings ganz schwach in doppelter Wortbedeutung. Trotz nicht voller Auslastung war das Buffet vielfältig und klar besser als drei Sterne. Richtig beeindruckt hat mich das Mittagsbuffet. Hier wurden verscheidene afrikanische Speisen angeboten, Stews von Antilope oder Rind, afrikanische Gemüse und dazu frische Salate und beeindruckende Chutneys. Ich war eigentlch satt, übergewichtig bin ich eh, also sollte das Lunch eigentlich wegfallen - ging aber nicht, war zu lecker. Wir reden nicht über haute cuisine, aber ehrlich gemachte exotische Küche, die einfach neue Geschmacksnerven traf und für meinen Geschmack sehr lecker war. Hier ganz klar mehr als drei Sterne und einen fetten (im wahrsten Sinne) Pluspunkt gegenüber Ling Bao.
Stammgäste sind hier sicher äusserst selten, somit entfällt meines Erachtens nach immer so der letzte Servicewille des Personals. Das ist freundlich aber nicht herzlich, sondern professionell. Im Vergleich kommt Ling Bao das asiatische Themenschwesterhotel etwas besser weg. Ein grosser Teil der Mitarbeiter sind tatsächlich dunkelhäutig und das verstärkt sicher noch den Eindruck eines gelungenen Themenhotels.
Lage direkt am Park und das muss man dann eben auch verbinden, den Parkbesuch und den Hotelaufenthalt. Wieso ? Nun, die wildeste Achterbahn geht direkt am Hotel vorbei und das geht tagsüber nicht lautlos und auch nicht vibrationsfrei ab. Man sollte also eine gewisse Affinität zu Vergnügungsparks mitbringen. Zur Umgebung ist zu sagen, dass Brühl mit seinem Schloss, gepflegter Restauration und schöner City mehr zu bieten hat, als nur Phantasialand. Köln ist nahe und so gibt es auch ein Leben nach dem Parkbesuch.
Beliebte Aktivitäten
- Geschäftsreise
Fitness/Wellness nicht genutzt. Tagungsräume: Die Betreiber haben den Charme von Businessmeetings in dieser Atmosphäre erkannt, der ohne Frage vorhanden ist. Geht es beispielsweise um Strategiemeetings oder Incentives, so liegt man hier nicht verkehrt. Aber für ein reines Businessmeeting muss man Abstriche machen. Die Konferenzräume liegen zum Park und haben daher jede Minute die Vibration der Achterbahn und die kreischenden Nutzer dieser in Ohr und Bauch. Das ist für ein seriöses Meeting hinderlich. Dazu kommt eine nicht perfekte Klimatisierung der Räume, so dass das Fenster geöffnet werden musste, was wiederum den Lärmpegel erhöhte. So hatte man mal wieder die Alternative zwischen ehrlichem Schwitzen oder einem ständisgen Nebengeräusch, bei mehrstündigen Meetings beides gleichermassen anstrengend.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juni 2009 |
| Reisegrund: | Arbeit |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefan |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 378 |


