- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Das "Palazzina" ist ein seit vierzig Jahren bestehender Familienbetrieb , dessen 25 Zimmer sich in einem älteren und einem neueren Gebäudeteil befinden. Das Hotel liegt erhöht über dem See, die stets belebte Durchgangsstraße (Gardesana Occidentale) führt mit etwas Abstand unter dem Hotel vorbei. Die 3-Sterne Herberge macht - wenn man nicht zu genau hinsieht - einen gepflegten Eindruck, Blickfang und zugleich schönster Teil des Hauses ist der Garten mit Pool, kleinem Park und einem aufgelassenen Zitronenhain (Limonaia). Die Anlage verfügt über viele Treppen und Stufen, bereits vom Parkplatz zur Rezeption sind etliche Stufen zu überwinden (Gepäck!). Die Gäste - viele auch mit (Klein-) Kindern - kommen hauptsächlich aus dem deutschen Sprachraum, an den Wochenenden gesellen sich italienische Kurzurlauber dazu. Parkplätze für etwa zwanzig PKW finden sich am Ende der steilen Auffahrt, hier kann es manchmal recht eng werden und es ist u.U. erforderlich, zu rangieren oder sein Auto wegzufahren. Last but not least: Das Preisniveau ist für Gardasee-Verhältnisse noch relativ günstig, allerdings müssen auch deutliche Komfortabstriche gemacht werden. Insgesamt fanden wir das Haus relativ empfehlenswert, wir selbst würden es jedoch wegen verschiedener Schwachstellen - insbesondere wegen seiner völlig uninspirierten Küche - nicht mehr wählen. Unsere Empfehlung für dieses Hotel ist nur bedingt. Es eignet sich unserer Meinung nach für Familien mit K indern und für Gäste, die keine hohen Ansprüche stellen.
Wir hatten ein Doppel-und ein Einzelzimmer gebucht und waren mit dem Standard soweit zufrieden. Die Unterkünfte verfügten über einen durchgehenden hellgrauen Teppich, bequeme breite Betten, hellbraunes, funktionales Mobiliar wie großen Kleiderschrank mit integriertem Safe (aber viel zu wenigen Bügeln!) kleinen Schreibtisch und Schränkchen, Sofa - bei Dreierbelegung wird dieses zum Zustellbett umfunktioniert -, Stuhl und Terrasse (nur bei DZ)). Die Zimmer machten einen gut gereinigten Eindruck. Die Bäder hatten das Notwendige wie Dusche, WC, Bidet, Waschtisch mit Spiegel, einige Hand-und Badetücher, aber keine Toilettentuben oder Seifen etc. Das Bad des Einzelzimmers war sehr einfachen Standards, Schimmel in den Fugen nicht zu übersehen, zudem war die Dusche vom Bad nur durch einen Vorhang getrennt. Zu den negativen Punkten zählte, daß in beiden Zimmern eine Klimaanlage fehlte - man bedenke die hohen Sommertemperaturen! -, es auch keine Kühlschränke gab und die Unterkünfte generell sehr hellhörig zu sein scheinen. In unserem Falle wurde die Nachtruhe war durch spät heimkehrende Gäste desöfteren gestört.
Der Schwachpunkt des Hotels! Wir hatten Halbpension gebucht, was sich im Nachhinein als Mißgriff erwies. Vor allem das in einem altmodischen und mit Kunstblumen regelrecht übersäten Speisesaal gereichte Abendessen geriet regelmäßig zu einer Enttäuschung, selten haben wir in einem italienischen Hotel eine so lieblos zubereitete und geschmacklich verunglückte Küche erlebt. Die Nudelgerichte erwiesen sich vorwiegend als "Pampe", mit Fischgerichten und Saucen schien der Koch geradezu auf Kriegsfuß zu stehen. Auch die Zusammenstellung der Speisen - beispielsweise (verkochter) Fisch mit Pommes frites - würden man eher in einem deutschen Bahnhofsimbiß erwarten. Das Frühstück wurde als Buffet am Pool aufgebaut, es war für italienische Verhältnisse vielseitig sortiert, wenn auch mit viel Verpacktem, sodass man allmorgendlich einen kleinen Müllberg hinterließ. Geschmacklich erinnerten die Speisen eher an Billigangebote aus dem Supermarkt, frische Brötchen und "Cornetti " waren ein kleiner Lichtblick. Sehr schön hingegen die lauschige Bar neben dem Pool, hier am Abend unter dem Blätterdach seinen "Sprizz" oder ein Glas "Valpolicella" zu trinken und dazu einen phantastischen Blick auf den See zu genießen, war eine wahre Freude und hat uns ein klein wenig mit den ansonsten tristen gastronomischen Leistungen versöhnt.
Die wenigen Mitarbeiter wie auch der stets präsente Besitzer traten uns freundlich und hilfsbereit entgegen. Alles geht unkompliziert und pragmatisch vonstatten, besondere Aufmerksamkeit dürfen Sie nicht erwarten. Das Frühstück wird in reiner Selbstbedienung eingenommen, eine Mitarbeiterin erscheint nur dann, wenn es darum gilt, die etwas penetrante Hauskatze mit dem Gartenschlauch zu vertreiben. Auch beim Abendessen fanden wir die Bedienung zeitweise etwas rustikal, Verwöhnprogramme sehen anders aus. Oder andersherum ausgedrückt: Wer nichts erwartet, wird auch nicht enttäuscht.
Gargnano befindet sich am Westufer des Sees und ist ein vom Massentourimus noch relativ verschont gebliebener Ort mit etwa 3500 Einwohnern. Das Hotel liegt knappe zehn Gehminuten vom "Centro storico" entfernt. Auf halber Strecke ist ein unterirdisches (kostenloses) Parkhaus, von dem aus Sie entlang des Ufers sowie über einen über dem Wasser errichteten Steg das Zentrum mit vielen Restaurants, Cafés und kleinen Geschäften erreichen. Gut gefallen hat uns auch der kleine Hafen unterhalb der Pizzeria "Il Pirata", hier finden Sie noch wahres Bilderbuchitalien - vom Hotel aus gehen Sie gute fünf Minuten dorthin. Ansonsten bieten sich in Gargnano Ausflüge in Hülle und Fülle an, empfehlen können wir auch eine kurze Fahrt in das 3km entfernte Dorf Muslone, wo Sie einen geradezu atemraubenden Blick auf das Städtchen und seine Umgebung genießen können.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Mittelpunkt der Gartenanlage ist ein schöner und sehr großer Pool mit zahlreichen Liegen und Liegestühlen am Beckenrand. Hier kann man sich wirklich bestens erholen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen! Im sich anschließenden kleinen Park steht eine Tischtennisplatte, Schläger und Bälle bringen Sie sich besser selbst mit. Ausflüge rund um den See oder in die Kunststädte Verona, Venedig oder sogar Florenz können über das Hotel gebucht werden.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Familie |
Dauer: | 1-3 Tage im Juni 2011 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Eberhard |
Alter: | 61-65 |
Bewertungen: | 548 |