Ein imposantes Hotel in dem Stil, der in den letzten Jahren so typisch für die RIU Palace Hotels im Mittelamerikanischen Raume ist, und wohl voll auf den Geschmack der US-Amerikaner zielen soll. Das Hotel ist U-förmig angelegt und in den beiden Flügeln sind die 612 Gäste-zimmer in 4 Etagen untergebracht. Im Innenhof zwischen den Flügeln befindet sich eine gepflegte Gartenanlage sowie einige Springbrunnen, und am Ende zum Strand hin die Pools mit der Poolbar. Im großen und ganzen macht das Hotel einen gepflegten Eindruck, es blättert allerdings hier und da die Farbe ab und an einigen Stellen ist aussen Schimmel zu sehen. Die Sauberkeit ist eigentlich ganz gut, die Toiletten am Strandrestaurant und an der Terrasse dürften aber gerne öfters geputzt werden. Die Empfangshalle ist beeindruckend groß und sehr gepflegt. Das Mobiliar der Rezeption sieht allerdings so aus, als ob es schon etliche Jahre mehr auf dem Buckel hat statt der lediglich 5 Jahre die das Hotel jetzt alt ist. Die Gäste bestehen zum größten Teil aus US-Amerikanern und Kanadiern, welche wohl auch die bevorzugte Zielgruppe des Hotels ist, sowie Süd-amerikanern und natürlich Westeuropäern. In der 2. Woche unseres Aufent- haltes kamen auch mehrere Gäste aus Russland an. Der Altersdurchschnitt war mit Sicherheit höher als im benachbarten Clubhotel Bambu. Das Hotel bietet einen 24 Stunden AI-Service an, und als Gast des Palace Punta Cana darf man auch die Lokalitäten der anderen 3 RIU Hotels dieser Anlage mitbenutzen, was umgekehrt nicht der Fall ist. Wer es also abends gerne etwas gediegener hat besucht das Palace Macao und setzt sich auf der Terrasse in die bequemen Sitzgelegenheiten. Überhaupt macht das Palace Macao den gepflegter Eindruck (Zimmer kann ich nicht beurteilen), was vielleicht auch mit der Gästestruktur zu tun hat. Und wer es abends gerne etwas lebhafter hat besucht das frisch renovierte Bambu, welches durch seine Renovierung sehr gewonnen hat. Telefonieren mit dem Handy ging problemlos selbst vom Strand aus. Kostet aber ca. Euro 2,59 per Minute. Leider hatten uns noch anfang November die Ausläufer des Hurrikans Tomas etwas schlechtes Wetter beschert. So ein Nachzügler der Hurrikansaison kann leider immer wieder passieren. Die Temperaturen waren aber durchgehend sehr angenehm warm. Fazit: Wir hatten das Hotel zu einem günstigen Preis gebucht und haben von daher die aufgeführten Mängel relativ gelassen gesehen. Bei Zahlung des normalen Preises hätte das allerdings anders ausgesehen. Unterm Strich bot das Hotel aber nicht das Ambiente und die Qualität, die wir von einem 5* Palace Hotel erwartet hatten.
Das große Manko in diesem Hotel. Das erste Zimmer im obersten Stock, welches uns angeboten wurde hatten wir wieder umgehend verlassen. Der muffige Geruch was einfach nicht zu ertragen. Wir bekamen dann ein Zimmer in dem anderen Flügel, ebenfalls oberste Etage. Diese war vom Geruch her erträglich, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass nach der Rückkehr alle Klamotten einen muffigen Geruch angenommen hatten, welcher aber durch einmaliges Waschen beseitigt werden konnte. Es lässt sich nicht leugnen, dass das Hotel ein großes Problem mit diesem Muff und Schimmel hat. Eine grundlegende Sanierung wäre wahrscheinlich das sinnvollste, aber wer will das bezahlen? Die Zimmer als solches sind von der Größe her einwandfrei und die Einrichtung ist vollständig. Der große LCD-Fernseher empfängt neben etlichen Amerikanischen Sendern auch 2 Deutsche (DW und ein Mischmasch aus SAT1, Pro 7 etc.). Die Klimaanlage lässt sich gut regulieren, fährt aber Nachts mit der Leistung ziemlich runter, so dass man irgendwann verschwitzt aufwacht. Erst gegen 05.00 Uhr nimmt sie dann wieder Fahrt auf. Kennen wir bereits von anderen RIU Hotels in der Karibik und soll Energie sparen. Die Minibar ist komplett eingerichtet und der darüber angebracht Spender beinhaltet 4 verschieden Sorten Alkohol (Markenprodukte). Ich frage mich allerdings, aus welcher Konkursmasse die Tresore stammen! Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese beim Bau des Hotels neu angeschafft worden sind. Die Vorhänge und die Überdecke könnten mal eine vernünftige Reinigung vertragen, dies würde bestimmt dem Geruch im Zimmer gut tun. 4 kleiner Kakerlaken hatten uns im laufe der 2 Wochen im Badezimmer besucht und wurde vertrauensvoll in die Obhut der Toilettenspülung gegeben. Kein Problem, in der Karibik muss man damit rechnen - wir sind ja nicht an der Nordseeküste!
Abgesehen von dem großen Hauptrestaurant (Buffet) gibt es noch 5 Spezialitätenrestaurants (Japaner, Italiener, Brasilianer, Krystal und Steakhouse), die man täglich ab 08.00 Uhr für den jeweiligen Tag reservieren kann. Wir hatten direkt am Anfang den Italiener und Japaner probiert, welche ganz gut aber auch nichts besonderes sind. Die nächsten Tage hatte sich schon um 07.30 Uhr eine Schlange vor dem Reservierungsschalter gebildet, und uns war die Zeit zu schade uns da auch noch anzustellen. Was aber auch nicht wirklich schlimm ist, da das Essen im Hauptrestaurant wirklich sehr gut und ausreichend war. Wer hier rummeckert verkehrt zu Hause wohl nur in Sternerestaurants. Die Bedienung und das Abräumen der Tische lief reibungslos. In dem Hauptrestaurant gab es abwechselnd alle 2 - 3 Tage Themenabende: Mexikanisch, Karibisch und ??? (Sorry, weiß ich nicht mehr). 24 Stunden lang kann man in der Sports Bar irgendein Junk Food haben, wohl ein Tribut an die Gäste aus den USA. An einem Abend hatten wir Deutschen Gäste dann die Ehre, von der Hotelleitung exklusiv in das Strandrestaurant zum BBQ eingeladen zu werden. Man hatte sich wirklich Mühe gegeben und sehr schän eingedeckt, die Rauchwolken vom Grill hatten allerdings alles etwas eingenebelt. Wie es der Zufall so wollte fand am gleichen Abend im Hauptrestaurant die von der RIU Zentrale in Mallorca regelmässig durchgeführte Befragung der Gäste über das Wohlbefinden in dem Hotel statt. Da wir Deutschen ja nun als durchaus kritisch bekannt sind wollten wir nicht so recht an einen Zufall glauben sondern eher daran, dass die Direktion auf diese Art die kritischen Deutschen 'aus dem Verkehr zieht'. Nach Rücksprache mit unserem Reisebüro haben wir denn auch erfahren, dass dies im Palace Punta Cana durchaus kein Einzelfall ist und der 'Deutsche Abend' schon vorher an dem Befragungsabend stattfand! Was die Sauberkeit betrifft so wäre eigentlich alles gut, wenn nicht eines Mittags dem Kellner auf der Terrasse eine volle Flasche Rotwein auf den Boden gefallen wäre, was ja auch mal passieren kann. Statt jetzt umgehend die Splitter zu entfernen und die sich ausbreitende Pfütze aufzuwischen wurde die 'Gefahrenzone' erstmal durch das Hinstellen eines Stuhles markiert. Danach hat es mal eben lockere 20 Minuten gedauert, bis endlich eine Bedienstete mit einem Aufnehmer und Putzeimer kam und in aller Ruhe alles aufgewischt hat. Hier hätte eigentlich längst einer der Oberkellner eingreifen müssen, hat aber keinen so richtig interessiert. Longdrinks und Cocktails werden in der Regel mit dem billigen Alkohol der einheimischen Marke 'Normandy' gemixt, es sei denn man gibt bei der Bestellung die gewünschte Marke mit an (z.B. Cuba Libre mit Brugal Rum).
Das Personal ist generell sehr freundlich (Ausnahmen bestätigen die Regel) und auch immer bemüht. Mit einem Trinkgeld und ein paar Worten in Spanisch ist die Freundlichkeit natürlich noch zu steigern. An der Rezeption findet sich problemlos jemand der auch Deutsch spricht. Mit dem Personal in den Restaurants und den Bars haben wir versucht Spanisch zu sprechen. Hat auch ganz gut geklappt, denn wir haben immer das bekommen was wir auch bestellt hatten. Die Zimmerreinigung war im großen und ganzen in Ordnung und nachdem es Trinkgeld gab bekamen wir auch die netten Handtuchfiguren. Ab und an fehlte mal ein Handtuch, das war aber nicht weiter tragisch. Ob der Teppich jemals einen Staubsauger gesehen hat? Ich wage es zu bezweifeln. Dass am Ankunftstag in der Minibar als einziges Wasser eine von den Vorgängern angebrochene Flasche stand fanden wir nicht so toll. Ein Anruf an der Rezeption brachte aber schnelle Abhilfe. Sonstige Serviceleistungen haben wir nicht in Anspruch genommen.
Nach einem ca. 9 1/2 stündigen Flug in der unangenehm engen Economy-class von Air Berlin, einer zügigen Einreiseabfertigung sowie einer gut 1/2 stündigen Fahrt vom Flughafen Punta Cana aus erreicht man über teils holprige Strassen das Hotel. Aber was die Strassen betrifft ist Besserung in Aussicht. Die bereits am Flughafen begonnene neue Straße mit 2 Fahrspuren je Richtung wird wohl weiter ausgebaut. Wann diese allerdings fertig ist? Keine Ahnung! Das Palace Punta Cana ist am nördlichen Ende der RIU Anlage gelegen, welche z.Zt. aus 4 Hotels plus einer großen Baustelle für das ganz neue Palace (soll im Dez. 2011 fertig sein) besteht. Das Hotel liegt direkt am palmengesäumten Sandstrand des Atlantk, der natürlich nicht so schön ruhig und türkisfarben wie das Karibische Meer ist. Einkaufsmöglichkeiten gibt es direkt in der Empfangshalle (Juwelier und Andenkenladen), dann noch in der Verbindungsstraße zum Bambu und auch noch in der 'alten' Karibischen Straße, welche am anderen Ende der Anlage liegt. Die Geschäfte der 'alten' Karibischen Straße sind direkt an der Baustelle des neuen Palace gelegen und sollten bei Gelegenheit auch mal wieder optisch aufgewertet werden. Apropos Karibische Straße: Nachdem vor einigen Jahren noch wöchentlich ein Strassenfest stattfand wurde dies dann später nur noch alle 2 Wochen abgehalten und jetzt, nach dem Abriss des Taino, komplett eingestellt. Sehr schade eigentlich, denn die Feste waren früher eine sehr schöne Abwechslung. Ausflüge gibt es diverse vom Reiseveranstalter und von externen Anbietern, die Preise sind aber ziemlich hoch.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Obwohl es sich um ein RIU Hotel der Klasse 5* Palace handelt hatte die Pool-animation eher den Charakter eines Clubhotels. Entsprechend waren dann auch die Spiele. Wer dann Nachmittags den Pool und die Poolbar besucht und aus dem Urlaub ohne eine ansteckende Krankheit zurückkehrt kann davon ausgehen, dass sein Körper über ein intaktes Immunsystem verfügt. Denn die Poolbar war stets sehr gut frequentiert, nicht jedoch die Toiletten, und das eine oder andere Getränk wurde auch mal aus Versehen in den Pool geschüttet. RIU sollte mal darüber nachdenken, näher am Pool/Strand eine Toilette zu installieren. Viele scheuen anscheinend den nicht übermässig weiten Weg zu den Toiletten des Strandrestaurants. Direkt anschliessend am Pool befindet sich der sehr schöne Strand. Sehr viele Palmen bieten einen ausreichenden natürlichen Schutz gegen die Sonne. Und es ist optisch weitaus schöner als die Sonnenschirme im benachbarten Iberostar Hotel. Für die Sonnenanbeter ist ebenfalls ausreichend Fläche vorhanden. Das hindert aber leider etliche Gäste nicht daran, schon früh morgens Liegen zu reservieren (ganz extrem auch am Pool). Man sagt uns Deutschen zwar gerne nach, dass wir immer diejenigen sind die die Liegen reservieren, andere Nationen haben aber gelernt und aufgeholt. Allerdings, die Krönung bildete dann doch eine ältere Dame aus Deutschland: Jeden Abend wurden erstmal 2 Liegen aufeinander gelegt, darauf dann die diversen Handtücher gelegt (sowohl weiße aus dem Zimmer als auch die blauen vom Pool). Dies wurde dann mit einer Plastikplane abgedeckt, wie man sie für Gartenmöbel benutzt. Danach dann nochmals 2 Liegen darauf getürmt, denn der Trend geht eindeutig zur Zweitliege, und abschliessend noch mindestens 2 kleine Beistelltischchen oben drauf. Späestens hier müsste das Hotel mal eingreifen - interessiert aber keinen so richtig! Ein Großteil der Liegestühle am Strand hat seine beste Zeit schon hinter sich. Viele waren durchgelegen, an einigen waren Plastikteile gebrochen. Ebenso verhielt es sich mit den Strandhandtüchern, von denen die meisten Flecken und/oder kleine Löcher hatten. Hier sollte das Hotel zügiger reparieren bzw. austauschen - es handelt sich immerhin um ein 5* Palacehotel! Hat man dann eine gemütliche Liege und einen schönen Platz am Strand gefunden könnte man sich theoretisch dem Ausruhen widmen. Klappt leider nicht so ganz. Nach ca. 10 Minuten kommt die erste Störung in Form eines Strandhändlers, der irgendwelchen Tourikrempel (billiger Schmuck, billige Sonnenbrillen, 'echte' Havannas etc.) verkaufen will. Dann ca. 10 Minuten später kommt einer an und will einen für das Bananaboot oder Parasailing animieren. Weitere gefühlte 10 Minuten später kommen dann die Damen von der Massage und bieten ihre Dienste an. Danach kommt dann pfeiffenderweise der Gärtner an und offeriert die selbstgepflückten Kokosnüsse. Und zu guter letzt kommt dann der immer wieder gerne gesehene Kellner mit einem Tablett voller kühler Getränke! Leider ist man auch innerhalb der Hotelanlage nicht vor den Händlern bzw. Verkäufern sicher. Am Poolbereich wird die Tour mit dem Segway und Parasailing etc. angeboten, und circa 2 mal die Woche verwandelt sich der Innenhof und die Terrasse in einen großen Andenkenladen wo man alle 5 Meter von einem Händler angesprochen wird. Ist irgendwie nervend und nicht eines 5' Hotels würdig.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im November 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jürgen |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 5 |

