Das Hotel kommt wunderschön daher, eine große, hufeisenförmige Anlage, die mit ihren strukturierten Türmchen und Kuppeln an das Tadj Mahal in Indien erinnert. Im Querteil befindet sich hinter einer hohen Rampe, ähnlich einer Freitreppe, eine wahrhaft pompöse Empfangshalle mit Rezeption und großer Lobbybar sowie zwei Geschäften (Juwelier und Kiosk), die komplett ohne Reklametafeln gestaltet sind, um den schlossartigen Charakter nicht zu stören. Im Innenhof finden sich Hauptrestaurant, Theatro, Open-Air-Bar, einige Spezialitätenrestaurants und viele Springbrunnen, die in Richtung Strand in die Poolanlage mit Swim-Up-Bar übergehen. Die beiden Seitenteile enthalten in 4 Etagen die 612 Juniorsuiten und Suiten. Richtung Strand gibt es dann noch das Strandrestaurant und den Spa-Bereich. Vor allem im Sonnenschein wirkt alles sehr schön und gepflegt, es gibt genügend Treppenhäuser und Aufzüge sowie zwei Rampen, die von den Wohngebäuden in den Innenhof führen. Überhaupt ist alles befahrbar, bis zum Pool. Architektonisch ist das Hotel ein Traum, man kann sich wie in einem Schloss fühlen. Das Hotel bietet ein großzügiges AI, teilweise 24 Stunden (in der Sportsbar). Die Gästestruktur war in der Zeit meines Aufenthalts ca. 90% USA und Südamerika (vor allem am Wochenende), ansonsten eher gemischt, wenig Deutsche. So weit die guten Seiten. Die Architekten haben bei diesem Hotel alles richtig gemacht, die Akkustiker leider nicht. Die Idee, daß im inneren des Hufeisens alles Leben stattfindet, noch dazu unter freiem Himmel ist wunderschön, aber nicht für diejenigen, die auf der Innenseite wohnen. Hier muß man schon gut Lärm aushalten können, insbesondere, wenn, wie fast jeden Abend, lautstark musiziert wird, untermalt von vielstimmigen Touristenkehlen. Ich möchte nicht behaupten, daß viel gebrüllt wurde (außer vielleicht manchmal), aber die Architektur verstärkt den Schall immens. Die Hotelanlage ist schön aber sehr lebhaft und lautstark. Wer Ruhe und Erholung sucht, ist hier unter Umständen nicht richtig. In der Hotellobby gibt es kostenloses WLan, was auch scypen ermöglicht. Reisestecker für amerikanischen Standard mitnehmen. Auslandskrankenversicherung abschließen, Arztkosten in der DomRep sind enorm hoch.
Die Zimmer sind geräumig, und mit Balkon/großem Bad/gut bestückter Minibar und angenehm gestaltetem Wohn- und Schlafbereich durchaus so ausgestattet, daß man sich wohlfühlen könnte. Die Sauberkeit, insbesondere von Bad und Schlafbereich, kann ich loben, auch die Minibar und deren Gläser und Tassen sowie die Kaffeemaschine wurden immer einwandfrei sauber gehalten. Der Kühlschrank wurde täglich aufgefüllt mit Bier und Soft Drinks. Über dem Kühlschrank gibt es eine Zapfanlage mit Rum, Wodka, Gin und Brandy. Das Zimmer (Nr 3148) war schimmelfrei und ohne unangenehme Gerüche und lag - gottlob - auf der Außenseite des Hufeisens. Abweichend von dem, was ich in einigen Hotelbeschreibungen gelesen habe, ist die gut funktionierende Klimaanlage nicht zentral- sondern einzeln geregelt, außerdem gibt es einen Deckenventilator. Einziger, aber sehr wichtiger Minuspunkt: Es gibt keinerlei Schallschutz. Nicht so wichtig? Ok, probiert es aus: Der Nachbar links ist lautstarker Fernsehfan, das Ehepaar rechts streitet tagtäglich lautstark und ausdauernd, und dazu die wimmernde Untermalung eines talentfreien aber phonstarken Alleinunterhalters aus dem Innenhof? Probiert es aus!
Dreh- und Angelpunkt für alle drei Mahlzeiten ist das Hauptrestaurant "Don Miguel", das mich von der Atmosphäre an den düsteren Saal von Hogwarts aus Harry Potter erinnert. Man kann alternativ auch auf der Terrasse davor sitzen. Frühstück, Mittagessen und Abendessen wird hier in großer Auswahl in Buffetform angeboten. Die Getränke bringen die Kellner, in der Regel auch sehr schnell. Die Sauberkeit des Buffets und auch der Esstische sind so weit in Ordnung. Und auch hier möchte ich mich auf einen häufig angesprochenen Punkt aus anderen Bewertungen beziehen. Ich zitiere: "sauberes Geschirr ist Mangelware". Das ist ein Mythos. Richtig jedoch ist, daß ganz viele Geschirrteile jeder Art kleine schwarze Schrammen tragen, die aussehen wie Schmutz, aber in Wirklichkeit Abnützungen sind. Sauber ist es da schon. Und nun kommen wir leider zur anderen Seite: Geschmacklich - nein, ich gehe es anders an: Ich empfehle es, zu essen wie eine Katze: Wenn etwas wirklich köstlich schmeckt, solltet man so viel davon esse, wie es möglich ist. Wer weiß, wann mann wieder so etwas bekommt... Nein, ich versuche sachlich zu bleiben, auch wenn es an diesem Punkt schwer fällt. Sicherlich kann man über Geschmack streiten, aber die Qualtiät im Hauptrestaurant ist äußerst schwankend. Zum Beispiel gibt es am Anfang des Fleischbuffets immer einen Mann mit Kochmütze, der von einem ganzen Braten abschneidet und die Gäste bedient. In der Regel ist dieses Fleisch kalt, steinhart beim Rind, und einmal habe ich eine Scheibe rohes Spanferkel auf den Teller gelegt bekommen. Der Fisch hat in der Regel eine komplett lederartige Struktur, und die Beilagen sind immer die gleichen: Reis und Kartoffeln, Kartoffeln und Reis. Ein Lichtblick oft die Pommes Frites, die fettarm zubereitet werden, und gut schmecken, falls sie noch warm sind. Man muß sie nur nachsalzen. Im Strandrestaurant wird es noch schlimmer. Hier wird ein liebloses Spätaufsteherfrühstück angeboten, das nahtlos in ein kleineres Mittagsbuffet übergeht. Auch hier kann ich kaum gutes berichten: die Kellner sind zwar freundlich und schnell mit den Getränken, aber das Essen: für die Burger braucht man ein Steakmesser weil sie so hart sind, am Grilltag werden Fleisch und Würste ungeniert schwarz gegrillt und aufgelegt, außerdem hatte ich eine ungekochte Ofenkartoffel, und als Höhepunkt: An einem Tag zwei Salate (Karotte und Blaukraut) die bereits angegoren, also verdorben waren. Für beide Restaurants gilt: sie sind zu klein, es wird erwartet, daß man schnell isst und den Tisch wieder freigibt, Gemütlichkeit = 0. Leider. Bei den Getränken in allen Bars sieht es etwas besser aus: Cocktails und Longdrinks sind sehr gut, schade nur, daß man überall nur das Billigbier "Brahna" ausschenkt. So viel teurer wäre das bessere "Presidente" sicher nicht.
Also, es gab Tage, da hätte ich glatt ein "sehr gut" vergeben. Aber ganz hat es dann doch nicht gereicht... Freundlich sind die Dominikaner, das ist hinlänglich bekannt. In diesem Hotel gibt sich ein großer Teil des Personals enorme Mühe. Angefangen von der Rezeption und den Kofferboys (da gibt es sogar welche mit Deutschkenntnissen), über die vielen Kellner in allen Bereichen, Barkeepern, Animateuren, gutgelaunten Zimmermädchen bis hin zum Strandtuchverteiler: Meistens großes Lob, besonders auch an die Strandkellner, die einen im Liegestuhl bedienen, und auch im größten Getümmel noch ein offenes Ohr für Sonderwünsche (z.B. einen Cocktail) haben und ihn meistens auch noch bringen. Aber: Der Umgang mit Beschwerden. Man hört sie sich freundlich an... Und manchmal wäre es schön, wenn das Zimmer nicht erst um 16:00 Uhr fertig wäre. Ich verzichte dann gerne auch auf einen schön gefalteten Schwan mit Blumenschmuck.
Das Hotel liegt direkt am palmenbewachsenen Sandstrand, der Transfer zum Flughafen beträgt 30-60 Minuten, je nach Wetter. Die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sind eher mager, allerdings gibt es 3x täglich einen kostenlosen Shuttlebus in Edeleinkaufszentrum Palma Real, wo man Klamotten, Zigarren und verschiedene andere Teuerprodukte bekommt. In der Anlage selbst, hinter dem Spabereich gibt es die "Calle colonial", eine kleine Ladenstraße auf Hotelgelände, da wird man eher fündig, wenn man z.B. ein Souvenir braucht. Und immer handeln! Ausflüge habe ich gemacht: Caribean Stars von TUI (mit Schnellbooten und Katamaran zur Insel Saona) -> lohnt sich, vor allem, wenn die Gruppe nicht zu groß ist, Tagesausflug nach Santo Domingo (bleiben lassen, lohnt sich nicht weil zu weit weg), Monstertruck Safari (absolut empfehlenswert). Außerdem empfehle ich einen Heli-Rundflug (nur 3 Passagiere maximal, so hat jeder einen Fensterplatz), absolut toll. Außerdem gibt es am Strand einige gute Anbieter für Wassersportmöglichkeiten, die dann aber auch bezahlt werden müssen. Der Strand selber sieht sehr schön aus, aber jetzt kommen die Schattenseiten: Er ist leider recht ungepflegt - pardon - naturbelassen. Der angeschwemmte Seetang wurde nur 1x die Woche entfernt, man findet viele Zigarettenkippen und auch öfter Trinkbecher, die nicht weggeräumt wurden . Und dann möchte ich gerne kommentieren, was ich in anderen Bewertungen gelesen habe: Richtig ist, daß viele Liegen komplett abgenutzt sind, und auch kaputte nicht entfernt werden, sondern einfach stehen bleiben. Richtig ist auch, daß man zu jeder Tageszeit eine Liege findet, die nicht schon früh um sieben reserviert und gegen Mittag besetzt wurde (grrr!). Ein Mythos hingegen ist es, daß man immer gut Schattenplätze findet. Es gibt nämlich gar keine, sondern nur Halbschatten, und der ist auch nicht gerade großzügig vorhanden. Leider!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2011 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | André |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 3 |

