Das Hotel selbst ist eine sehr große Anlage und wurde nach einem wohl älteren Baustil erbaut. Daher wirkt es auch eher altehrwürdig und prunkvoll und auf keinen Fall modern. Wie in einem Palast (Riu Palace) habe ich mich allerdings nie gefühlt. Am Hotel selbst gab's nichts auszusetzen, die Lobby ist ein echter Hingucker und die gesamte Anlage wirkt sehr gepflegt. Meine Hochachtung vor den Gärtnern, die jeden zweiten Tag mit der Machete die Hecken und Büsche zurechtstutzen. Nicht so zugesagt hat mir das Publikum im Hotel. Zackrefix, wer hätte gedacht, dass ich hier in einem waschechten Rentnerhotel untergebracht werde. Schätzungsweise 80% des Publikums waren weit jenseits der 50. Der jüngere Rest war meist als Paar unterwegs, für einen Single also eher keine gute Hotelwahl. Dann doch eher Cluburlaub. Kulturell waren vor allem Russen, Amerikaner und Kanadier und natürlich Spanier vertreten. Wenig Deutsche. Negativ aufgefallen ist mir niemand, die oft so gefürchteten "lärmenden, besoffenen Engländer/Amerikaner/Russen/Deutsche" gab's gar nicht, auch von den Nachbarhotels kam nichts rüber. Sehr vorbildliches Verhalten aller Urlauber. Tipps: Meine gesamte Bewertung mag sich nach notorischer Nörgelei anhören. Die Bewertung habe ich allerdings in Anbetracht der Tatsache geschrieben, für diesen Urlaub in einem 5-Sterne-Hotel die stattliche Summe von ca. 1800 Euro gezahlt zu haben! Hätte mich der gleiche Urlaub ca. 1100 Euro gekostet und wäre das Hotel als 4-Sterne-Hotel deklariert, so wäre die Bewertung wohlwollender ausgefallen! Fazit. Das Hotel verdient mit Sicherheit keine 5 Sterne. Vielleicht 3+, allerhöchstens 4! Das Hotel scheint sich (im Zeitraum Dezember) vor allem für älteres bis altes Publikum zu eignen. Massive Schwächen im Service und bei der Unterhaltung. Vom kulinarischen Standpunkt her kann ich auch kein ok geben. Ich werde da nicht noch einmal hingehen.
Die Zimmer waren geräumig, allerdings hatte ich bei der Ankunft im Zimmer (3. Etage) einen ekelhaften Muff wahrgenommen, der Erinnerungen an frühkindliche Entdeckungstouren im Kartoffelkeller meines Vaters erweckte. Der Muff kam mit ziemlicher Sicherheit aus der Klimaanlage. Je mehr Power man auf die Klimaanlage gab, desto stärker war der Muff. Ohne Klimaanlage war's jedoch gruselig schwül im Zimmer und es roch stark nach irgendwas was ich mit Ammoniak assoziierte. Da vor allem nach der Zimmerreinigung der Geruch besonders stark wahrzunehmen war, denke ich dass die irgendeine Desinfektionslösung einsetzen, was den Geruch verursacht. Nun, die Gerüche haben mich nur die ersten zwei Tage gestört, danach hatte ich mich daran gewöhnt. Ob man den Muffgeruch nun mit Schimmel in Verbindung bringen kann weiß ich nicht, Schimmel gab's im Zimmer augenscheinlich so gut wie keinen. Einmal hatte ich eine Kolonie Ameisen im Zimmer, die hab ich aber weggespült und danach sind die nur noch vereinzelt aufgetreten. Waren ganz winzige Ameisen und deshalb sah ich davon auch keine Gefahr ausgehen. Die Zimmerreinigung war gründlich, habe davon auch nur jeden zweiten Tag Gebrauch gemacht und immer 2 Dollar auf's Nachttischchen geschmissen. Einmal hat's mir auch die Toilette verstopft, dies wurde jedoch schnell und sauber behoben - vorbildlich. Ein Nachteil an meinem Zimmer: Es lag an der Aussenseite des Hotels zum Nachbarhotel Bavaro (kann mich täuschen). Zwischen beiden Hotels herrschte ab 6 Uhr in der Früh ein reger Verladebetrieb und somit eine gewisse Geräuschkulisse. Hat mich am Anfang gestört, im weiteren Verlauf der zwei Wochen dann immer weniger. Herumkritisieren muss man allerdings am Wasserdruck (wie gesagt, 3. Stock). Zu den Stoßzeiten (ca. 16:00 bis 18:00 Uhr) war an vernünftiges Duschen nicht zu denken, da hier dann nur noch ein Rinnsal von Wasser aus der Leitung kam - das Duschen wurde hier zu einer langwierigen Angelegenheit.
Die Gastronomie. Heidernei, was für eine Enttäuschung! Wo doch die Fressalien mit das Wichtigste sind im Urlaub. Man sollte meinen, in einem "Steakhouse" sollte man ein anständiges Steak bekommen. Nun, da meint man falsch und man bekommt es nicht. Medium ist meistens durch und auch sonst ist die Steakqualität eher bescheiden. Zäh, sehnig, knorpelig und das was die auf's Steak drauftun (irgendsoeine Art "Kräuterbutter") war auch ganz schlimm. Irgendwas senf-artiges war das. Pfui deibel! Als eines von mehreren a-la-carte-Restaurants haben neben dem Steakhouse noch den Japaner (war ok), das Krystal (naja) und den Italiener ausprobiert. Alles in allem keine 5 Sterne! Niemals! Das Buffet im Standardrestaurant (für das alleine man nicht reservieren musste, a-la-carte war reservierungspflichtig) war reichhaltig, allerdings auch hier war geschmacklich einiges im Argen und hat mir nicht so richtig zugesagt. Allein die Früchte waren durchwegs klasse und geschmacklich meistens erste Sahne. Natürlich ist Geschmack immer subjektiv, aber meine Mitreisenden waren derselben Meinung und generell bin ich was das Essen angeht auch nicht verwöhnt oder wählerisch. Naja, es geht halt nichts über die fränkische Küche ;-)
Der Personalservice war einigermaßen ok. Die Rezeption war stets bemüht freundlich und hilfsbereit zu sein. Getrübt wurde der Eindruck nur am ersten und zweiten Tag, man konnte mir kein Schloss für den Zimmer-Safe aushändigen weil keins verfügbar war. Komische Sache! Auch die Sache mit den Handtüchern lief nicht rund, ab 9 Uhr bekam man teilweise keine mehr für die Strandliegen. Könnte und sollte man verbessern! Der Kellner-Service ist genau so, wie man sich den Service in einem 5-Sterne-Hotel vorstellt - vorausgesetzt, man löhnt ordentlich Trinkgeld! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ohne Trinkgeld sehr oft gar nichts geht. Man sitzt am Tisch, 2 Minuten, 5 Minuten, manchmal länger, und keine Sau interessiert sich für einen. Wendet man sich jedoch immer an das selbe Personal und stopft die mit Trinkgeld, dann wird man auf Händen getragen. Allerdings jedes Mal (früh, mittags, abends) ein fettes Trinkgeld zu geben, dass kann in keinster Weise im Sinne eines "All-Inclusive"-Urlaubs sein. Schlimmer noch die kleinen Sticheleien des Personals hin und wieder, wenn's mal kein Trinkgeld gab (Beleidigung direkt möchte ich nicht sagen, doch das trifft es schon recht genau). Somit kann ich sagen, der Service war enttäuschend und ist absolut verbesserungsbedürftig.
Das Hotel liegt innerhalb des großen Riu-Hotel-Komplexes mit mehreren Riu-Hotels an einem - wie ich find - sehr schönem Strand. Am Strand selbst waren ausreichend Liegen vorhanden, allerdings waren die guten Plätze natürlich früh weg -> Liegenreservieren war also angesagt wenn man einen guten Platz haben wollte. Es gibt auch genügend Palmen am Strand, kein Problem also wenn man frühzeitig kommt und einen etwas schattigeren Platz haben möchte. Schätzungsweise 1,5 bis 2 km den Strand runter (rechts) und man kommt an eine Reihe hutzelig aussehender Holzverschläge, in denen die Einheimischen ihre Waren an den Mann bringen wollen. Verhandeln ist hier Pflicht, denn unverhandelt zahlt man utopische Summen. Im Nachhinein ist davon auszugehen, dass es sich bei dem meisten Zeug nur um Ramsch und Plagiate handelt. Eine Flasche (0,7l "Christoph Columbus, 7 Jahre) Rum habe ich dort erworben für 10$. 38$ wollten die Anfangs haben. Ein Angestellter in unserem Hotel, den ich vom Erwerb unterrichtet hatte, hat die Qualität des Rums allerdings durch schallendes Gelächter in Frage gestellt, als er von den 10$ gehört hat, die ich dafür gelöhnt habe. Selbst getestet hab ich die Plörre noch nicht. Noch dazu ist zu sagen, dass die Verkäufer die Verhandlungen nicht mehr sportlich sehen wenn man versucht die Preise sehr zu drücken und dann ziemlich schnell aggressiv werden. So war jedenfalls mein Eindruck. Allerdings kann's denen nicht so schlecht gehen, denn wenn man sich mal ein wenig abseits der Hütten umsieht, dann stehen überall die dicken SUVs herum. Von Armut wenig Spur. Ich erkenne es an, wenn die sich's erarbeitet haben. Aber dann hier so einen Aufstand zu bauen, wenn mal mal härter verhandelt, das ist mir unverständlich und ist alles andere als gastfreundlich.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Direkt am Strand vor dem Hotel gab's ein Volleyballfeld und einen Bootsverleih. Das Benutzen von Wind- und Muskelkraft betriebenen Wasserfahrzeugen war gratis, man musste sich allerdings vormerken lassen, einen Termin geben lassen sozusagen. Wer gern Volleyball spielt, kann fast den ganzen Tag Vollgas geben - es finden sich immer Begeisterte zum Mitspielen. Das habe ich auch gemacht, allerdings nur die ersten 4 Tage, danach wurde ich den Rest des Urlaubs von höllischen Knieschmerzen geplagt - Untrainierte, seit gewarnt :-) Sportmäßig gab's sonst noch Bogenschießen (einmal teilgenommen) und anderes Zeug, was ich allerdings alles nicht gemacht habe. Für die, die auch im Urlaub ihr Fitnessstudio brauchen, das gibt's da auch, allerdings mit magerer Ausstattung. Einen Pool gabs auch, mehrere sogar, aber ich war kein einziges Mal drin. Ich kann somit nichts zur Temperatur, zum Chlorgehalt und zum Uringehalt (die Theorie von den ewigen Poolbarbelagerern) des Poolwassers sagen. Das einzige was ich sagen kann ist, dass es im Poolbereich tagsüber gefühlte 5-10°C mehr hat. Es hat weniger Wind und die ganzen Fliesen heizen sich auf und strahlen ab. Kurzum - wem's am Strand zu warm ist, der verreckt am Pool. Ausflugsmäßig habe ich mir den "Carribean Stars" rausgelassen. Mit der teuerste Ausflug für 175$. Der Ausflug war o.k., allerdings zu teuer für das Gebotene. Man fährt mit verschiedenen Boten über den Chavon (Mississippi-Dampfer, Speed-Boot), danach in das karibische Meer, kann da ein wenig im Wasser planschen und mit Seesternen spielen (tatsächlich irgendwie ein Highlight), danach geht's in die Mangrovenwälder, dann auf die Insel Samona und zum Abschluss mit einem großen Katamaran (das 2. Highlight) wieder zurück zum Bus. Die Busfahrt hat genervt. Für 100$ wäre der Ausflug klasse gewesen, so war das Preis-/Leistungsverhältnis meiner Meinung nach schlecht. Nun zur Animation: Es war die schlechteste Animation, die ich in meinem ganzen Leben bisher erleben durfte. Teilweise waren die Leute übermüdet (überarbeitet?), teilweise unmotiviert, und im schlimmsten Fall waren die wie auf Drogen und sind dann epileptisch auf der Bühne herumgehüpft. Gute Unterhaltung sieht anders aus. Manchmal gab es auch Bühnenshows, aber die waren alle überhaupt nicht gut. Ich habe auch eine Show in einem anderen Riu-Hotel nebendran (im Bavaro glaub ich) angeschaut, die war auch total mies. Sollte irgendwas komisches sein, war aber nicht komisch sondern nur dumm und peinlich. Meine Fresse, bei den Preisen, die man für den Urlaub hier gezahlt hat, da muss doch mal die Gage für ein paar Profitänzer oder für einen guten Comedian oder einen halbwegs guten Illusionisten rausspringen. Aber nichts, null, nada. Nur Aushilfskasper auf Speed. Ganz traurig! Durch Kontakte zu einem russischen Urlauber durfte ich die Bühnenshow "Boogie Nights" in einem der in der Nähe gelegenen Bahia Principe Hotels erleben - der wahre Kracher, die ganz große Show! Sehr gut auch die teilweise musikalische Liveunterhaltung mit dem Piano in der Lobby, sehr angenehm. Auch der Geigenspieler (oder Violine) mit seinen gelegentlichen Auftritten war gut, obwohl ich Playback vermute. Sport 5, Unterhaltung 1, Pool keine Angabe --> Gesamt 3
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 2 Wochen im Dezember 2011 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefan |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 1 |

