Das Riu Florida Beach ist ein eher kleines Hotel, welches ein wenig in die Jahre gekommen ist - aber einen generell gepflegten Eindruck macht. Es befinden sich sehr viele Deutsche, Schweizer und spanischsprachige Nationalitäten in dem Hotel, im Altersdurchschnitt bunt gemischt. Wir hatten das ( sehr reichhaltige und gute - siehe weiter unten ) Frühstück mitgebucht. Wer Wert uaf Indivdualität und Authenzität legt wird sich hier weniger wohlfühlen.Als Inklusivleistung bietet das Hotel kostenfreie Badetücher sowie eine Eismachine auf verschiedenen Stockwerken an. In der Lobby sind pro Tag 60 Min. Interzugang inklusive - leider nur ein "Surf-Tarif" - E-Mails abrufen etc ist nicht möglich, ausserdem können die Minuten nicht gesplittet werden, d.h. einmal für 5 Minuten online, bedeutet, dass man bis zum nächsten Tag warten muss. Schlecht geregelt ist das Drucken von z.B. Boarding-Pässen - man muss sich kostenpflichtig ins Internet einbuchen und dann die Unterlagen per E-Mail an die Rezeption schicken. Die Preise für den Premium-Zugangwaren während unseres Aufenthaltes: 5$ für 60 Min., 20$ für 3 Tage, 40$ für einen Monat ( wer bitte braucht das??). Für Mietwagenfahrer: Das Hotel bietet nur Valetparking an - für 20$ + Tip pro Tag - ich konnte zweimal beobachten, wie sich andere Gäste über Dellen und Kratzer am Mietwagen beschwerten und wenig ernst genommen wurden. Für Reisende mit später Abreise: Das Hotel bietet einen Late-Check-Out nach Verfügbarkeit für 10$ p.h. an Generell möchte ich als Amerika-Freund und Vielreisender eines loswerden: Leute, kauft einen Reiseführer oder bemüht Google um euch über euer Ziel zu informieren. Gerade was die Tip's angeht, sollte man sich informieren - es war erschreckend, wieviele "Miturlauber" sich über schlechten Service oder nur ausreichende Reinigungsleistung des Personals beschwert haben, ohne zu wissen was überhaupt ein Tip ist. Angestellte in der Dienstleistungsbranche, vom Kellner bis zum Zimmermädchen oder Fahrer bzw Tourguide verdienen in den USA ca 4$ pro Stunde und leben vom Trinkgeld. Dafür erfährt man in dem Land meist einen Service, den es hier nur selten gibt. Den Mietwagenfahrern möchte ich noch ans Herz legen, ihre Auto's deutlich erkennbar zu "dekorieren" - z.B. irgendeinen Klimbim an den Spiegel hängen - man wird nicht nicht sofort als Touri erkannt, denn niemand dekoriert seinen Mietwagen. Ausserdem kennen die Ami's keinen Grünpfeil - man darf bei roter Ampel rechts abbiegen und der Blinker hat eher eine Alibi-Funktion, wird also z.B. bei einem Spurwechsel nur genutzt, wenn es eng wird und man den Hintermann um eine Lücke "bittet".
Als wir ankamen, wurde uns ein Zimmer im 4 Stock mit seitlichem Meerblick zugewiesen - und vorab: ich wollte an diesem Abend das Hotel wechseln. Angeblich renoviert, roch das Zimmer stark nach Keller, der Blick zum Meer war durch Palmen versperrt und ich hatte das Gefühl, dass uns durch die niedere Lage ca 300 Leute ins Zimmer schauen können. An sich war das Zimmer sauber, das Bad zwar optisch in die Jahre gekommen aber gepflegt. Nach einem netten Gespräch mit der Rezeption verspach man uns für den nächsten Tag ein anderes Zimmer - am nächsten Mittag wurde uns nach einem netten Smalltalk und einer grosszügigen " Gratifikation " an den Rezeptionisten ein Zimmer im 9. Stock zugeteilt und: Es war ein Traum! In dem schmalen von nur 4 weiteren Zimmern umgebenen und dem am nächsten zugewandten Teil des Hotels zu Strand zeigte sich das Hotel von seiner besten Seite. Die Flure waren in einem wesentlich besseren Zustand genau wie das Zimmer. Trotz der selbst für amerikanische Verhältnisse extremen Hellhörigkeit der Zimmer war es wesentlich ruhiger und angenehmer und die Aussicht mit frontalen Blick auf den Strand phänomenal. Als kleine Manko's blieben nur noch die fehlende Sichttrennung zwischen den Balkonen sowie die eigenartige Auffassung von "Renoviert": Ca 20 Schichten Farbe entwickeln irgenwann halt doch eine Eigendynamik und bättern hier und da ab. Aber der Ausblick hat das alles wieder wett gemacht. Die Zimmer sind mit gutem Mobiliar, durschnittlich bequemen Betten, Kühlschrank und Kaffemaschine (inkl. gratis Kaffee - wird immer wieder aufgefüllt!) und einem ansprechend grossen LCD-TV ( div. amerikanische,spanische und ein deutscher Kanal) ausgestattet - einzig der Teppich müsste gewechselt werden. Im Bad befinden sich ein Fön und weitere Pflegeuntensilien. In den unteren Etagen sind die Safes mit sage und schreibe 2 (!!!!) Schrauben im Schrank mit dem Boden verbunden, auf Nachfrage wird von der Rezeption gegen eine tägliche Gebühr ein Schloss ausgehändigt ( kann man sich sparen, den Safe reisst ein Kleinkind raus...), im 9. Stock war ein Wandsafe mit elek. Codeschloss vorhanden. Für Romantiksuchende sei noch erwähnt: das Hotel bietet nur Zimmer mit 2 Queensize-Betten (durch einen Nachttisch getrennt stehend) an, die auch noch auf Rollen stehen.
Das Restaurant ( morgens Buffet - abends Buffet oder Menue) bietet tolle Speisen in einer riesen Vielfalt an. Das Frühstück ist sensationell, das Abendessen genauso ( 23$ p.P für das Buffet unbegrenzt, 15$ für ein Menue + Getränke -incl Tip ), für den kleinen und grossen Hunger zwischendurch bietet die Poolbar Burger, Sandwiches, Salate etc zu recht moderaten Preisen bei guter Qualität an. Ausserdem werden Cocktails etc angeboten - ab 18.00 Uhr dann an der Hotelbar. Einzig das Ambiente beim Frühstücksbuffet ist stellenweise gelinde ausgedrückt "gewöhnungsbedürftig": Deutsche Ellenbogentaktik trifft " Hab ich schon bezahlt, muss sich lohnen"-Mentalität. Die zu Stosszeiten raren Tische auf der Terrasse ( sehr schön hier zu speisen - mit Blick auf den Pool bzw den gepflegten Garten) werden mit einem Glas Saft reserviert um dann in einer ewigen Prozedur Essen an den Tisch zu schleppen. Natürlich wird max. die Hälfte verspeist, der Rest bleibt stehen - das von den Ami's immer wieder mit britischer Perfektion vorgeführte "In-Line-Stehen" wird am Buffet stellenweise sehr kämpferisch ausgelegt und schafft Mastbetrieb-Atmosphäre. Tip: sehr früh hingehen und die Ruhe geniesen. Ausserdem: Gäste in Badekleidung...nicht immer der schönste Anblick wenn man in ein krosses Stück Bacon beisst. Abends und tagsüber im Restaurant / an der Poolbar herrscht eine ruhige und lockere Urlaubsatmosphäre die man sehr gut geniesen kann.
Das Personal ist nicht unfreundlich- aber auch nicht besonders zuvorkommend. Grosse Teile der Angestellten sind des Englischen nur wenig mächtig - es wird, wie auch in der Umgebung des Hotels, eher spanisch gesprochen. Ich konnte deutliche Mentalitätsunterschiede ausmachen - der Ami an sich in der Rolle des Dienstleisters ist sehr zuvorkommend und freundlich in der Hoffnung auf einen grosszügigen Tip - der Dienstleister lateinamerikanischer Herkunft läuft erst zur Hochform nach einem kleinen "Vorschuss" auf. Im Hotel sind die Tips zwar - ausser an der Poolbar - inkludiert, aber dennoch gewünscht - viele Hotelgäste scheinen dies aber nicht zu wissen. Das Zimmer wird täglich gereinigt, Bettwäsche und Handtücher täglich gewechselt - auch hier: je nach Höhe des Tip findet man schonmal einen "Handtuchschwan" und Bonbons auf seinem Bett.
Das Hotel befindet sich im nördlichen und eher ruhigen Teil von Miami Beach in dem auch viel gebaut und renoviert wird. Das benachbarte Hotel direkt nördlich ist wohl fast fertig, ein Hotel weiter südlich steht ein entkerntes Hotel im Rohbau. Der Flughafen ist ca 30 Min. mit dem Taxi entfernt, der Strand nur durch den Beachwalk vom Hotel getrennt. Downtown-Miami ist in 15 Min mit dem Bus ( 2$ pro Fahrt - Haltestelle direkt vor dem Hotel ) gut zu erreichen. Es befinden sich ein paar kleinere Restaurants ( italienisch, spanisch, Fast-Food...) in der Nähe, das Angebot ist aber eher überschaubar - Nightlife konnte ich abseits der Hotels in der Nähe nicht beobachten. Ausflüge können im Hotel über den Concierge-Service oder TUI ( täglich vor Ort - sehr nett ) gebucht werden. Ich empfehle an dieser Stelle definitiv die Stadtrundfahrt - auf jeden Fall nach Tony fragen - ein amerikanischer Guide mit nahezu perfektem Deutsch, der einen in Ecken bringt, die einem der normale Guide wohl eher nicht zeigt.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das Hotel selbst bietet einen Fitnessraum, den ich nicht bewerten kann, da ich Ihn mir nicht angeschaut habe sowie einen Billiardtisch in der Lobby - an der Hotelbar befindet sich eine kleine Bühne und Beleuchtung, so dass ich davon ausgehe , dass hier auch dann und wann Tanz, Animation o.ä. angeboten wird oder werden könnte. Bei unserem Aufenthalt gab es sowas nicht, worüber wir sehr froh waren. Die Poolanlage ist sehr schön und auch gepflegt. Am Strand kann man Liegen und Sonnenschirme mieten - mit Vorzeigen der Hotelkarte erhält man einen Rabatt. Der Strand ist relativ gepflegt und eher ruhig, generell für Kinder geeignet da flach abfallend; ein Lifeguard direkt vor Ort.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im November 2012 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Michael |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 1 |

