Vorweg: Wir waren zum zweiten Mal in diesem Hotel und das hauptsächlich wegen der einmaligen Lage und wegen der Tatsache, den Hund unserer erwachsenen mitgereisten Tochter mitnehmen zu können. Beim ersten Mal waren wir zu zweit im Schloß untergebracht; dieses Mal zu dritt hatten wir eine Suite im Parkgebäude gebucht. Der minimalistische Bauhausstil auf rund 80 Quadratmetern gefiel uns gut und wir hatten ausreichend Platz durch den getrennten Wohn- und Schlafbereich. Da alle Gäste mit Hunden im Parkgebäude untergebracht waren, gab es die ein oder andere Möglichkeit des höflichen Austauschs. Insgesamt waren während unseres Aufenthaltes ruhige und freundliche Gäste aller Altersstrukturen anwesend.. Was den Zustand des Komplexes anbelangt, so ist die erste Optik wirklich beeindruckend, aber leider bei immer näherem Hinsehen mängelbehaftet. Dies betrifft insbesondere Pflege und Sauberkeit. Auf den ersten Blick alles nur Kleinigkeiten (tagelang herumliegender Müll im Park, zu wenige und schmutzige Sitzauflagen in der Brasserie/Terasse, herabgerissener Vorhang im Zimmer, schmutzige Badfliesen etc.) Aber genau diese Kleinigkeiten läppern sich zunehmend. So ist die angepriesene moderne Technik auf dem Zimmer eine Zumutung, wenn - wie von Geisterhand - mehrmals nachts die Jalousien an den Terassenfenstern hochfahren und die volle Zimmerbeleuchtung taghell aus dem Nichts einschaltet.. (Erst der zweite Techniker konnte das Problem nach 3 Tagen beheben) Auch ist eine vernünftige moderate Lichtregelung in keinster Weise über die Fernbedienung möglich und einfache Schalter zum An-und Ausschalten einer Nachttischlampe gibt es nicht.. Da das Gebäude sehr schlecht isoliert ist (auch hier wurde wie bei Ablagemöglichkeiten im Bad deutlich gespart), geht man im Hochsommer /August ohne Klimaanlage (!) ein. Der bereitstehende Lüfter verteilt nur die warme Luft im Raum.
Zum Zimmer hatte ich ja schon einiges geschrieben. Das geräumige, aber schlecht geputzte, Bad sei an dieser Stelle noch erwähnt. Gespart wurde hier vor allem an Aufhängern (für Handtücher/Bademantel..) und Ablagemöglichkeiten. Die umlaufende offfene Terasse ist auch für andere Bewohner zugänglich und beschert einem neben einem hereinlaufenden Kleinkind (was absolut okay war) auch so manch indiskreten Blick. Wer`s mag...
Wir hatten HP gebucht, welches in der Brasserie, einem umgebauten Pferdestall, eingenommen wird. Das Frühstück fanden wir qualitätsmäßig zufriedenstellend, das Abendessen ließ zu wünschen übrig. Vor allem hinsichtlich der Vielfältigkeit und auch hinsichtlich Qualität und Quantität. Abgesehen davon, dass die morgendliche Menüankündigung nur selten mit dem abendlichen Kleinstbüffet übereinstimmte, gab es für Vegetarier nur die Möglichkeit Beilagen zu essen. Da diese in Form von Nudeln und Kartoffeln überschaubar waren und die Soßen meist nicht fleischfrei, fragten wir nach der Möglichkeit eines vegetarischen Gerichts. Wir trugen die Anfrage freundlich morgens vor und bekamen abends ... genau: nichts serviert. Nach einer weiteren freundlichen Rückfrage unsererseits, welche Möglichkeiten denn bestehen würden, meinte die Servicekraft, sie würde einmal in der Küche nachfragen. Geraume Zeit später stellte eine weitere Servicekraft meiner Tochter kommentalos einen Teller hin. Auf die Nachfrage, um was es sich handele, wusste der Kellner nicht Bescheid.. Das herumstehende Servicepersonal wirkte ( bis auf 2 Ausnahmen) im besten FAlle desorientiert und wenig aufgeschlossen. Es fielen zudem etliche DInge beim Servieren herunter und die Begrüßung beim Betreten des Restaurants war eher Glückssache. - Es gab während unseres Aufenthaltes einen Grillabend, bei dem weder der angepriesene Fisch noch Folienkartoffeln zu unserer (späteren ) Essenszeit vorhanden waren. Auf Nachfrage (wörtlich: "Ach Du Scheiße!" des Jungkochs) wurden neue zubereitet, deren Erscheinen nach über einer Stunde nicht gesichert war.- Die Getränkepreise sind forsch kalkuliert und bei der niedrigen bis mittelmäßigen Qualität für 0,2 l Weißwein mit ca. 11,-€ eindeutig zu hoch bemessen. Unseren Tisch mussten wir öfters wechseln; die Atmospäre zum Frühstück ist o.k. (vor allem auf der Terasse), abends in der Brasserie gleicht es eher einer "Speisenabfertigung".
DIe Rezeptionsmitarbeitenden sind überwiegend freundlich und ansprechbar. Allerdings wurden höflich vorgetragene Beschwerden mit der Bitte um Abhilfe meist nur "weitergegeben" und versickerten dann irgendwo bei dieser Weitergabe auf dem Weg. Daher musste noch ein zweites oder drittes Mal nachgefragt werden. Selbst so Kleinigkeiten, wie Kaffepads wurden nicht aufgefüllt bzw. waren bereits bei Ankunft nicht vorhanden. - Dann sollte man es gar nicht erst anbieten!! Ebenso wie die Einladung des Direktors zu einem Begrüßungsgetränk, welches wegen geschlossener Bar in der Brasserie stattfinden solte, aber niemand zur geladenen Zeit auf uns zu kam.
Wie gesagt ist die Lage - für Ruhesuchende - ein Traum. Der fußläufig erreichbare, nicht überfüllte Ostseestrand hat so manches Hotel-Ärgernis geglättet. Es gibt ausgewiesene Hundestrände in der Nähe, aber auch Reisende ohne Hund werden sich wohlfühlen. Lübeck und Travemünde sind immer einen Ausflug und schnel erreichbar. Durch die Alleinlage des Schlossguts ist ein Auto empfehlenswert!!
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im August 2014 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Seraphina100 |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 5 |


