Dachte ich bislang, die Marke TUI birgt für einen Mindeststandard, bin ich jetzt eines Besseren belehrt. Gebucht hatten wir den TUI Best Family Club Maryland (Insotel). Ja ich habe die Vorbewertungen gelesen, aber irgendwie dachte ich, dass es nicht so schlimm sein kann und dass die Negativ-Bewerter besonders sensibel sind. Das sind sie nicht, alles was hier bereits zum gruseligen Zustand der Appartements steht, trifft voll zu! Ich habe extra kein Best Price Appartement gebucht, weil ich dachte, dass die Regulären besser sind. Als Wünsche hatte ich „ruhig, 1. Stock und nicht zu weit weg vom Restaurant“ eingegeben. Als wir ankamen, erhielten wir unser Appartement im Erdgeschoß mitten an der Straße. Gefühlt fuhren der Bus und 10 Motorroller pro Minute mitten durch das Bett. Also auf zur Rezeption: Da war man nur auf eines aus, nämlich uns abzuwimmeln. Etwas anderes ginge nicht, das könne nur der Manager entscheiden und der sei jetzt nicht mehr da, bla, bla, bla. Im Laufe des Gespräches stellte sich dann raus, dass nur noch die halbe Anlage belegt sei, ein anderes Zimmer ginge aber trotzdem nicht, da man nur noch die 200er und 300er belege. Ah ja, sehr flexibel. Danach zeigte uns der Herr an der Rezeption eine Vormerkliste: Hier würden pro Tag mindesten drei Familien die Bungalows wechseln, vor zwei Tagen hätte man da keine Chance. Na prima! Auf unserem frustrierten Rückweg begegnete uns die Familie, die mit uns vom Flughafen gekommen war und nach uns eingecheckt hatte. Sie waren auf dem Weg zur Rezeption und wollten tauschen, da sie ein sogenanntes saniertes Zimmer bekommen hatten und man da einen Schrank wegsaniert hat. Mit 4 Personen standen sie vor der Frage, wie sie in dem vorhandenen ca. 1m Schrank ihr Hab und Gut unterbringen sollten. Wie nicht anders zu erwarten war, wurden auch sie an der Rezeption abgewimmelt und waren kurz danach auf dem Rückweg. Kurzerhand tauschten wir dann untereinander, da das „sanierte“ Zimmer etwas weiter weg von der Straße lag und wir mit 3 Personen eher mit dem Platzangebot klarkamen. Unter „saniert“ darf man sich jetzt vorstellen, dass die Fußböden erneuert waren und eine Dusche statt der Badewanne vorhanden war. Die Bausubstanz wurde aber keines Falls saniert. Im Bad und im Schlafzimmer blühte der Schimmel und zwar nicht ein bisschen Schwarzschimmel in den Fugen, den man im 3 Sterne Segment ja vielleicht tolerieren könnte, sondern fetter grünschwarzer -pelziger Schimmel oben an der Wand bzw. an der Decke. Das ganze Etablissement roch total noch Muff. Dachte ich anfangs noch, das könne man raus lüften, wurde ich auch hier eines Besseren belehrt. Der Mief kroch in sämtliche unserer Klamotten, ebenso wie die Feuchtigkeit. Nach einer Woche hatten wir das Gefühl, nur noch feuchte Sachen zu haben. Schön, wenn man abends zum Essen in eine feuchte Hose steigt. Ich bin mir bewusst, lediglich 3 Sterne gebucht zu haben und beschwere mich auch nicht über die abgewohnten Möbel oder Ähnliches, aber Schimmel ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel, insbesondere da die Gesundheitsgefährdung auf der Hand liegt. Lästig nebenbei ist, dass ich seit unserer Rückkehr nur noch mit „Dauerwaschen“ beschäftigt bin. Auch das Stofftier unseres Sohnes musste in die Waschmaschine, um wieder einen erträglichen Geruch zu bekommen. Die Reklamation haben wir der Reiseleitung vor Ort mitgeteilt. Ihr Kommentar war sinngemäß, dass sie auch nicht verstünde, warum die TUI ein derartiges Hotel im Angebot hat und dass unser Zimmer noch ginge. In der Anlage gäbe es auch noch deutlich Schlimmeres. Abhilfe konnte mithin nicht geschaffen werden. Dass sie Recht hatte, konnten wir nach einem nächtlichen starken Regen feststellen. Einige Appartements liefen dann mit Wasser voll. Bei uns fehlten wenige Zentimeter. Eigentlich dürfte das als Bewertung reichen: Bucht dieses Hotel nicht!!! Wer jetzt noch weiter liest, ist genauso naiv wie ich. Den Sandstrand, den TUIs Leistungsbeschreibung anpreist, gibt es vor dem Hotel nicht mehr wirklich, vielmehr muss man über kantige ausgespülte Sandsteinfelsen in das Meer hinein. Ein Hinweis auf die Notwendigkeit von Badeschuhen habe ich in der Leistungsbeschreibung der TUI nicht gefunden. Deshalb hatten wir diese ärgerlicherweise auch zu Hause gelassen. Der Kommentar der TUI Reiseleitung war sinngemäß, dass der Sand aufgrund von Stürmen nicht mehr dort sei. Er sei aber nicht weg, sondern lediglich woanders. Ah ja! Ein gern genommenes Gesprächsthema unter den Gästen war auch der Austausch über die Erlebnisse mit Feuerquallen, wie alte Kriegsverletzungen wurden gerne die lädierten Hautpartien präsentiert. TOLL! Daneben empfanden wir es als sehr ärgerlich, dass in der KW 41 das Angebot im Hotel sehr stark reduziert wurde. Am Ende dieser Woche schloss das Hotel nämlich. Laut Auskunft der TUI Reiseleitung ist es normal, dass es dann nicht mehr alles gibt. Wäre nur schön gewesen, wenn man uns das auch in der Leistungsbeschreibung mitgeteilt hätte, dann hätte ich entscheiden können, ob ich mich auf so etwas einlasse. In unserer ersten Woche war das Buffet wirklich reichhaltig, sozusagen der einzige Lichtblick, da im Restaurant auch eine wirklich schöne Außen-Terrasse mit Blick auf das Meer vorhanden ist und das Wetter es überwiegend zuließ, alle drei Mahlzeiten draußen einzunehmen. In der „Schließwoche“ war es allenfalls noch Standard und konnte den Rest bei weitem nicht mehr kompensieren. Besonders interessant fand ich, dass 2 Sorten Nudeln und Bolognese Sauce sowie Napoli Sauce zunächst zur freien Verfügung am Buffet standen. In Woche 2 machte man daraus dann das Show-Cooking, man wählte bei der Köchin eine Portion aus und diese wurde dann schnell in einer Pfanne angeschwenkt. Das einzig Positive an dieser Aktion war die nette Köchin, die man dafür abgestellt hatte, welche immer gute Laune zu verbreiten suchte und zu der sich auch unser Sohn traute, um ihr mit Händen und Gesten (deutsch geht in dem Club so gut wie gar nicht) zu erklären, dass er seine Nudeln ohne Sauce mag. Die Getränke aus dem All inclusive Angebot waren in Woche zwei teilweise „aus“, sodass wir uns erneut bei der Reiseleitung beschweren mussten, was zumindest dazu führte, dass ab Dienstag auch wieder der trockene Sekt (den normalen kann man wirklich nur trinken, wenn man es sehr süß mag) gereicht wurden. Spaßiger weise gab es den trockenen Sekt dann zeitweilig nur noch in kleinen 0,1 l Plastikbechern, wahrscheinlich damit er bis zur Schließung des Hotels am 16.10. reichen sollte. Wie hier bereits mehrfach erwähnt, ist das Thema „Plastikbecher“ wirklich lästig. Größer als 0,2 gibt es nicht und da das Barpersonal immer sehr großzugig ist, wenn es um das Einschenken von Alkohol geht, kann man die Cocktails eigentlich auch nicht trinken, da der Becher schon mit dem Hochprozentigen voll ist, wenn der Saft oder ähnliches noch dazu soll. Alternativ bestellt man alles extra und pantscht dann am Tisch. Hmm, lecker. Ergänzend sei ausgeführt, dass das offerierte „Langschläferfrühstück“ ein Witz ist. Unter einer Haube liegen ein paar süße Kuchenteilchen, die dann das kontinentale Langschläferfrühstück darstellen sollen. Ein Stück Butter oder Brot ohne Zucker (mein Mann ist Diabetiker) finden sich nicht. Die Kinderbetreuung war okay, unser Sohn mochte die Mädels (danke an Diana und Sofia) wirklich gerne. Der Kinderclub endete allerdings am Freitagmittag, laut Angebotsbeschreibung sollte das Family-Programm bis 15.10.16 gewährleistet sein. Kommentar der TUI vor Ort: „Die Diana fliegt ja am Samstag.“ Leider gab es mangels genügender Anzahl von Kindern und Animateuren (in der KW 41 war Diana als einzige deutschsprachige Kinderanimateurin alleine für die deutschen Kinder aller Altersklassen zuständig) entgegen der Katalogbeschreibung trotz deutscher Schulferien auch keine Teilung zwischen Minis und Maxis. Für unseren fast achtjährigen Sohn schade, da es für ihn mit den Kleinen gelegentlich doch etwas langweilig ist. Die Kindershow aus der TUI-Leistungsbeschreibung gab es nicht, was Trollberts Kinderfrühstück, Mittagstisch oder Abendtafelrunde aus der Leistungsbeschreibung sein sollte, erschließt sich uns nicht. Es gab kein besonderes Kinderangebot beim Essen. Family Night und Kids Night blieben uns auch ein Geheimnis. Völlig inakzeptabel war auch die Situation im Hotel nach einem starken Regenguss. Das öffentliche Gebäude an der Poolbar lief ca. 30 cm mit Wasser voll. Da der Kinderclub ebenfalls wegen Wassereinbruchs evakuiert worden war und die Kinder im Restaurant (das trocken war) nicht aufgenommen wurden, saßen sie dann im obersten Stock auf dem Fliesenboden und warteten auf die Eltern um dann mit diesen durch das untere Stockwerk zu waten. Kinderfreundlichkeit und den „Riesen Spaß“ für die ganze Familie („Best Family“) stelle ich mir anders vor. Nebenbei: Durch den Regen am Wochenende 8./9.10. fiel das Licht auf der steilen Piste vom Restaurant bis zu den Bungalows aus und wurde überwiegend bis zu unserer Abfahrt nicht mehr in Gang gesetzt. Die Endzeitstimmung betrifft im Übrigen nicht nur das Hotel. Gefühlt geht ganz Formentera ab dem 12.10. in den Winterschlaf. Die Busse fahren kaum noch, zum Hotel gar nicht mehr, in den Bars gibt es nichts zu essen, die Strandbars schließen… Man hat das Gefühl es wird ordentlich ausgekehrt und die Touristen werden wie der Sand mit weggefegt. Für uns ist ganz klar, hier fahren wir nie wieder hin, denn egal wieviel oder wie wenig es kostet, in solchen Appartements möchten wir nie wieder Urlaub machen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2016 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Pamela |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 12 |


