Landromantik? Einöde und Fotos schwindeln! Trotzdem wieder... Das Hotel wurde definitiv mit viel Liebe zur Ausstattung gestaltet. Aufgrund der Außenfotos und dem Ausdruck „Landromantik“ haben wir uns allerdings anderes vorgestellt. Das Hotel liegt nicht, wie von uns gedacht, irgendwo auf Berghöhe – weitab von anderen Häusern oder der Straße, sondern liegt direkt an der Hauptstraße, eingepfercht zwischen anderen Häusern. Allerdings ist die Hauptstraße nicht sehr stark befahren (doch Laster gibt es dann wieder doch), wir sind hier schließlich in der Einöde gelandet. Allerdings dachten wir, ‚raus aus dem Hotel und ab in die Natur‘, was sich als unsere Fehleinschätzung erwies. Kalkenried ist ein kleines, vollkommen unspektakuläres Dorf (nicht alt oder hübsch, sondern stinklangweilig), eine Ansammlung von 1- oder 2-Familienhäusern, aber ohne jegliches Leben und praktisch ohne Läden. Einen Kleintierzüchterverein gibt es aber…. Schön ist, dass die Raucher bei widrigem Wetter auf der Terrasse wenigstens ein Dach über dem Kopf haben und dieser Gartenbereich schön gestaltet ist – man hat also als Raucher nicht den Schandplatz neben den Mülltonnen! Barrierefrei ist das Hotel nicht, es gibt zwar einen Lift, aber überall finden sich immer wieder Treppen. Man ist uns zum Ende des Aufenthalts sehr entgegen gekommen mit einer verkürzten Bleibezeit, wir hatten uns einen in der Region grassierenden Virus eingefangen. Das fanden wir toll! Unser Fazit: Hotel Oswald ja, aber nur max. 2 – 3 Tage, für ausgedehntes Entspannen im Wellnessbereich. Alles andere ist nichts wirklich Besonderes bzw. optisch wurde vom Fotografen her auffällig „geschönt“. Wegen der Gastronomie muss man wirklich nicht hin, sie ist mittlerer Durchschnitt. Der Ort selbst bietet gar nichts, man muss sich schon in’s Auto setzen oder weit über langweilige Straßen laufen.
Wir buchten zu Zweit die 75m² Landhaussuite wg. des 2. Schlafzimmers (2 + 2 Betten). Leider hatten wir im Plan übersehen, dass letzteres quasi eine Abstellkammer ohne jedes Fenster ist und mit zwei zwischen Schränken eingekeilten, schmalen „Kinderbetten“ an der Wand auch nichts für Erwachsene ist. Selbst Kindern würden wir keine Kammer ohne Luftzufuhr zumuten wollen, weshalb die Türe vom Schlafzimmer aus immer offen bleiben muss. Die Zimmer-Heizung war nicht steuerbar, insofern war es zwar mollig warm, nachts aber konnten wir schwitzend bei minus 10 Grad nur mit total geöffneter Balkontüre schlafen. Eine Minibar fehlt, man kann sich die Getränke aber vom Service gekühlt ins Zimmer bringen lassen. Wie aber den Service beauftragen? Es gibt kein Zimmertelefon!! Also im Schlafanzug an die Bar ?? Unser Bad war Klasse, mit extra Dusche und großer Whirlpoolwanne. Allerdings fehlte uns bei einer Suite in dieser Größe auch das 2. WC (zumal wenn dort 4 Personen untergebracht wären). Leider scheint das Haus etwas hellhörig, trotz der hochflauschigen Teppiche (nicht unser Geschmack) im Flur. Es fehlt u.E. eine bessere Türdämmung.
Von der Gastronomie hatten wir uns – bei eigener Metzgerei - eigentlich mehr erwartet. Die gezeigte Leistung bezeichnen wir mit gediegener Hausmannskost bzw. Convenience, ohne große Ausreißer nach oben oder unten. Ich denke, auch Tiefkühl-Convenience spielte hier (z.T. bei Fleisch/ Gemüse, auch bei Desserts/ Kuchen) eine große Rolle. Es schmeckte, war aber nichts Besonderes. Nicht auslassen darf man unbedingt den gegenüber abgefüllten naturtrüben Apfelsaft – ein Gedicht! Auch das Teisnacher Weißbier verdient Lob! Die Weinpreise (Flasche 21 – 28€) sind angenehm. Am Salat-Buffet fanden wir täglich 2 Blattsalate, Tomaten, Gurken und geraspelten Rettich, sowie gelegentlich einen mit Ananas angemachten Karottensalat (lecker!). Der Rest kommt praktisch aus der Dose: die obligatorischen Bohnen, Rote Beete, Sellerie. Zum Dessert gab es zur Wahl Käse oder Süßes, Letzteres unaufgeregt – wie auch nachmittags die Kuchen. Leider fehlte da mir persönlich Salziges oder wenigstens Zuckerreduziertes. Man konnte abends zum Dessert jedoch wahlweise immer auch Eis bekommen oder einen Fruchtsalat – das fanden wir sehr gut.
Die Service-Mitarbeiter fanden wir Klasse! Sie waren sehr bemüht und stets freundlich-herzlich. Auch Sonderwünsche (z.B. vorbestellter Wechsel beim Abendessen zu einem Gericht außerhalb des Angebots) wurde gerne erfüllt. Einzig die Chefin des Hauses schien u.E. eher überanstrengt, wahrscheinlich braucht sie eine verdiente Verschnaufpause. Zum Abendessen wird täglich andere Deko mit Geschirr, andere Gläser eingedeckt – wirklich nett und abwechslungsreich. Klasse war die Abendbedienung an der Bar – Danke für Ihren tollen und fundierten Service!
Am Ort Kalkenried selbst ist der Hund begraben, kein Laden zum Bestaunen, aber auch kein Wald- und/ oder Wiesenweg direkt vom Hotel weg, um Fuchs oder Has‘ wirklich ‚gute Nacht‘ sagen zu können. Nur schnöde Straßen mit langweiligen Einfamilienhäusern. In zwei andere Wirtschaften lockt’s einen schon von außen gar nicht! Rein zu Fuß also konnten wir die Tage dort schwerlich interessant herumbringen. Nett ist per PKW der wohl obligatorische Besuch in der Glasstadt Weinfurtner (ca. 15? Km), aber Achtung, wir fanden dort zu viele Mitbringsel! Der Kofferraum war danach fast voll. Auch Zigaretten gibt’s im nahen Tschechien natürlich um einiges preiswerter als bei uns (28€ pro 240 Zig).
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Der Wellnessbereich ist zwar relativ klein, jedoch ein schönes Angebot mit tollen Duschen (Eisnebel, Tropenregen) und automatischem Fußbad (bitte Beschreibung dort hinterlegen). Das Wasser der Innenpools ist angenehm warm, jedoch ist es im Wellnessbereich viel zu schwül (Lüftung nicht leistungsfähig genug?). So stapften wir regelmäßig (bei Schnee) ins Freie, um mal wieder Luft zu holen – Gott-sei-Dank gibt es im Raum Türen nach draußen und ohne dass sich Andere beschwert hätten. Auch im Ruheraum (sehr schön!) gibt es einen Balkon, dort sogar mit Aschenbecher Danke! Super fanden wir das kostenlose Angebot im Wellnessbereich mit 8 Sorten Tee, roten Äpfeln und stillem Wasser („Energiewasser nach Gander“ – was immer das bedeutet, konnten wir nirgends nachlesen). Leider gibt es auch Negatives zur Wellness: Wir hatten einige Behandlungen gebucht und stellten fest, dass die Kosmetikerin die Gleiche ist wie die Masseurin, insofern fehlte uns der/ die „richtige Profi“, die nicht alles macht, sondern das, was sie macht auch „richtig gelernt“ hat. Es handelt sich also nicht um (fast) medizinische Massagen, sondern eher um Streicheleinheiten und im Beauty-Bereich das Gleiche, keine Kosmetikerin sondern nur Wellness-Fachkräfte.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3-5 Tage im November 2012 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Cornelia |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 4 |


