Die vielen guten Bewertungen bei Holidaycheck, der gelungene Internetauftritt und die Aussicht, nach der corona-bedingten Lockdown-Phase endlich etwas Urlaubsluft zu schnuppern, bewogen uns, einen Kurztrip nach Kaikenried in das Landromantikhotel Oswald zu unternehmen. Auch die Möglichkeit auf kulinarischen Hochgenuss, mit dem ja allenthalben, besonders im Hochglanzprospekt, geworben wird, steigerte die Vorfreude. Das Oswald glänzt in der Tat mit einigen Highlights, besonders die Pools, die schön gestalteten Restaurants und Außenanlagen sind echte Hingucker. Wir wollten für drei Tage einfach nur die Seele baumeln lassen und die Annehmlichkeiten des Hotels genießen. Grundsätzlich ist uns das auch gelungen, wenngleich sich der eine oder andere Wermutstrophen in die Vorfreude gemischt hat. Dazu später mehr. Nicht unerwähnt bleiben sollte aber auch, dass die Hygienevorschriften im Haus geradezu vorbildlich umgesetzt wurden. Die Maskenpflicht wurde sowohl von den Bediensteten als auch von den Gästen eingehalten. Da die Hotelanlage sehr großzügig ist, konnte man meist auch den Abstand zu anderen gewährleisten und darüber hinaus standen überall im Hotel verteilt ausreichend Spender mit Desinfektionsmitteln. Hier wurde dem Gast wirklich ein sicheres Gefühl vermittelt, so weit das überhaupt möglich ist.
Wir nächtigten in einem Doppelzimmer Landgold, das mit 35 qm eine mehr als ordentliche Größe zu bieten hatte und jedweden Komfort. Die Matratzen der großzügigen Betten waren wie geschaffen für unsere Schlafbedürfnisse und auch ansonsten war alles da, was man in einem Haus der Viereinhalb-Sterne-Kategorie erwarten darf. Gut gefallen hat uns, dass es eine separate Toilette gab. Mittlerweile fast obligatorisch der kostenlose Internetzugang über ein überraschend flottes WLAN. Der Fernseher konnte mit einem praktischen Gelenkarm in die gewünschte Richtung positioniert werden. Außerdem freuten wir uns über die gute Lage des Zimmers im vierten Stock. Es war nämlich ein Eckzimmer und so konnten wir von zwei Seiten in die wunderschöne Gartenanlage mit den Pools schauen und in der Ferne die kleien Berge des Bayerischen Waldes bewundern. Die Einrichtung selbst machte einen hochwertigen und geschmackvollen Eindruck, irgendwelche evtl. störende Geräusche aus anderen Zimmern waren nicht zu hören. Der Schrank war für einen Kurzaufenthalt ausreichend dimensioniert, ein Safe war ebenfalls vorhanden und natürlich eine Minibar. Komplettiert wurde die Ausstattung mit einer Badetasche und zwei Bademänteln, die man während des Aufenthalts kostenlos nutzen konnte.
Das Oswald bietet eine so genannte Verwöhnpension an, d.h. dass man ab 7.30 Uhr bis zum Abendessen fast durchgehend essen kann. Wir waren aber vor allem u.a. deshalb gekommen, um die Kulinarik eines Haubenkochs zu genießen, der darüber hinaus auch als einziger Hotel-Koch in Niederbayern mit einem Michelinstern aufwarten kann. Vielleicht waren drei Tage zu kurz, um die Kulinarik abschließend zu bewerten, aber etwas enttäuscht waren wir vor allem vom Abendessen. Das Frühstück war gut und reichhaltig. Besonders die Wurtswaren aus der hauseigenen Metzgerei sind hier positiv hervorzuheben. Es wird auch Sekt angeboten und dass Omeletts a la Minute zubereitet werden, ist heutzutage in solchen Häuseren schon selbstverständlich. Sehr gut geschmeckt haben uns auch die Semmeln und Laugenteile, die eine angenehme Größe hatten u7nd auch knusprig waren. Witzig auch der Automat, mit dem man seinen Orangensaft selbst pressen konnte. Auch das angebotene Mittagsbüffet war sehr ansprechend und qualitativ nicht zu beanstanden. Es gab z.B. Pasta, Käsespätzle oder auch kleine Currywürste mit einer schmackhaften Sauce. Das Poolbüffet mit zum Teil abgepackten Kuchen, kleinen Croissants u.ä. wurde nur schleppend aufgefüllt. Am zweiten Tag waren die Paprikasticks ausgetrocknet, aber man konnte immerhin Kaffee vom Automaten bekommen und auch Wasser und Säfte. Das Abendessen am ersten Abend war in Ordnung, aber nicht herausragend und schon gar nicht auf Serne-Niveau, das wir auch gar nicht erwartet hatten. Schwach war, dass es am Salabüffet nur ein einziges Dressing gab. Auch die Tatsache, dass vor dem Servieren des ersten Ganges keine Brotaufstriche o.ä. angeboten werden, enttäuschte uns. Ein Körbchen mit ein paar armseligen Scheiben Weißbrot und dazu etwas Butter wurden gereicht. Etwas dürftig, wie wir fanden und dem Hotelstandard in keiner Weise angemessen. Die Entenbrust des Hauptganges war okay, Quinoa als Beilage war immerhin überraschend, aber insgesamt fehlten hier Pfiff und Finesse. Am zweiten Abend hatten wir das Pech, dass es, wohl für die nicht-bayerischen Gäste, ein Bayerisches Büffet gab mit Schweinshaxn, Spanferkel, Weiwürsten, Fleischpflanzerln usw. Alles schon mal da gewesen und für uns ehrlich gesagt etwas billig. Da hätten wir uns doch deutlich mehr erwartet, zumal die Nachspeise, eine Bayrisch Creme, vermutlich weil sie lange Kühlschrank stand, auch noch etwas "hart" war. Die Mahlzeitewn werden dabei in wirklich schönen Räumlichkeiten serviert, es wäre also alles angerichtet für die in den Prospekten so viel gepriesenen kulinarischen Köstlichkeiten. Wir kommen durch unsere diversen Urlaubsreisen im Jahr viel rum und können daher gut einschätzen, ob hier wirklich "Fine Dining" serviert wird oder eben nur Durchschnittliches, das in diesem Fall eher in ein Vier-Sternehaus passt. Schade!
Jetzt komme ich zum ersten gravierenden Schwachpunkt, dem Service in den Restaurants. Während der Empfang durch einen der Juniorchefs sehr freundlich war, klappte es in den Restaurants mit dem Service nur zögerlich. Ob es an den teilweise mehr als mangelhaften Deutschkenntnissen lag, vermag ich nicht zu beurteilen. So wurde beim Abendessen nach dem Dessert unser Tisch in Windeseile abgeräumt. Auf meine Rückfrage bei einem anderen Kellner erklärte mir dieser, dass man für den Besuch des Käsebüffets keine Serviette brauchen würde. Da war ich erst einmal sprachlos. Beim ersten Frühstück am nächsten Tag tauchten dann die nächsten Probleme auf. Wir wollten, wie so viele andere auch, auf der Terrasse frühstücken. Die ausländische Servicekraft brachte dann zwei Kaffeetassen und eine Kaffeekanne zum Tisch. Das war es dann allerdings. Teller und Besteck organisierten wir uns dann selbst und da überraschte es dann auch schon nicht mehr, dass benutztes Geschirr nur schleppend bis gar nicht abgeräumt wurde. Diese Erfahrung machten wir am zweiten Morgen dann wieder. Beim Abendessen am zweiten Tag dauerte es überdurchschnittlich lang bis das Dessert serviert wurde. Es kam zwar immer wieder die eine oder andere Kellnerin und wir wurden auch gesehen, aber nicht beachtet. Meine Bestellung eines Blutwurzes wurde von einer Kellnerin mit einem kurzen hörbaren Lachen aufgenommen und im Übrigen ignoriert. Der Schnaps war auch nach 15 Minuten noch nicht da, die Kellnerin hat mich vermutlich nicht verstanden, so dass ich die Bestellung bei einem deutschsprachigen Kellner wiederholt habe. Mögen diese Vorkommnisse für sich betrachtet nicht schwerwiegend sein, hat dies mit "Nörgelei" aus meiner Sicht nichts zu tun. Wir reden hier von einem Hotel der gehobenen Kategorie und auch wenn es u.U. aktuell schwierig ist, geeignetes Personal zu finden, tragen gerade gute Servicekräfte in besonderem Maße zu einem gelungenen Urlaub bei. Immerhin erledigte das Zimmermädchen die sicher ebenfalls nicht leichte Arbeit souverän und auch an der Rezeption und im Spa-Bistro klappte alles reibungslos.
Da wir selbst in Niederbayern wohnen, war die Anreise völlig unproblematisch. Die Lage des Hotels mitten im Bayerischen Wald eröffnet zudem viele Möglichkeiten.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Hier passt der Titel "Gourmet und Spa" wieder, zumindest so weit es um den zweiten Zusatz "Spa" geht. Die beiden Außenpools, die Saunen mit den Ruheräumen, der moderne Fitnessraum, das alles macht großen Spaß und in dieser Beziehung macht das Haus seinem Ruf sicher alle Ehre.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juli 2020 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Helmut |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 109 |


