Von Außen macht "Miami" einen schönen Eindruck: Gepflegt, viele Pflanzen, kein Müll etc. Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, aber ganz angenehm und immer sauber. Publikum, und da bin ich ganz ehrlich, besteht zu 99% aus Engländern, davon die meisten über 60 und viele Familien mit kleinen Kindern. Deshalb vorab: Wer einen ruhigen Urlaub sucht, ist hier ganz falsch. Die Kinder sind überall, sie sind sehr laut, die Erwachsenen sind auch nicht besser. Ich hatte bis zu diesem Urlaub eigentlich eine hohe Meinung vor Engländern, die sich sehr schnell geändert hat. Sie sind (zumindest bei Miami), laut, unkultiviert und versauen einem jeden Aufenthalt am Pool, weil a) die hoteleigene Bar direkt daneben liegt und b) sie immer gerne laut und ausschweifend irgendwelche Spiele am Pool spielen. Und da ist es egal, ob es um Wasserball oder Mau-Mau geht: Jedes Mal gibt's viel Gegröle, wenn jemand einen Punkt macht. Nichts also für zarte Gemüter. Hinzu kommt, dass die Nachtruhe von einem dröhnenden Generator begleitet wird (der, glaube ich, für die hauseigenen Klimaanlagen zuständig ist). Ansonsten macht das Hotel von der Konstruktion her einen ganz ordentlichen Eindruck, auch die Bar ist gepflegt, Preise für die Drinks sind ganz ok (Achtung, Cocktails schmecken furchtbar süß!) und das Beste ist: Die Aufzüge funktionieren gut und kommen sehr schnell, man muss also nicht ewig warten. Es ist auch behinderten- und kinderwagengerecht, da überall Rampen angebracht sind. Das Hotel liegt direkt am Strand, die Vorteile sind nicht zu verachten, und von fast jedem Zimmer aus sieht man das Meer, weil Miami auf sowas wie einer kleinen Halbinsel liegt. Zu den Bars und Einkaufsmöglichkeiten ist es nicht weit, die liegen ja praktisch vor der Haustür. Noch ein Spartipp zum Schluss: Eis am Strand (Langnese alias Frigo, Nestle etc) ist wesentlich teurer als in den Supermärkten im Örtchen selbst (die gerade mal 2 bis 20 m vom Strand weg sind). Zum Vergleich: Ein Magnum kostet am Strand 2,30 Euro und im Supermarkt 1,70 Euro. Zu den Ausflugtipps hab ich ja schon einiges geschrieben: Santa Eularia ist schön zum Bummeln, Eivissa sollte man allein wegen der Schönheit der Stadt und der vielen bunten Läden besuchen. Kleiner Tipp für Eivissa: Wenn Sie durch das berühmte Tor Portal de ses Tautes durch die Stadtmauer die Altstadt betreten, wünschen Sie sich etwas – es geht in Erfüllung! Auch interessant und sicher einen Besuch wert ist San Antonio an der Westküste – allein des berühmten Café del Mar wegen. Im Südwesten der Insel unweit der Küste liegt der "Drachenfelsen" Es Vedra. Er heißt so, weil er aus einer bestimmten Perspektive (einen Insider oder Einheimischen nach diesem Aussichtspunkt fragen!) wie ein schlafender Drachen aussieht. Außerdem werden ihm magische Kräfte zugeschrieben und er ist allgemein ein schöner Anblick. Ein Abstecher lohnt sich natürlich auch zu einem der berühmten Hippiemärkte (in Es Cana Mittwochs am Hotel Punta Arabi, muss man ein Stück laufen) – da gibt's viele schöne bunte Sachen und Schmuck zu naja, mal mehr, mal weniger günstigen Preisen. Meine zwei persönlichen Tipps: 1. Nehmen Sie sich mal die Zeit, stehen Sie früh auf und sehen Sie sich den Sonnenaufgang an. Dazu geht man aus dem Hotel heraus (und zwar aus dem Haupteingang), hält sich an die rechte Seite und geht zwischen den pfirsichfarbenen Häusern die kleine Gasse durch – schon ist man direkt am Meer. Dort steigt die Sonne von einem kleinen Felsen im Wasser auf und man bleibt am Besten noch so 20 Minuten sitzen, damit man sehen kann, wie sie sich im Wasser spiegelt. Feine Sache, dat! :) 2. Wenn Sie ein originelles Mitbringsel suchen oder sich selbst was Schönes gönnen wollen, kaufen Sie sich doch eine der schönen, flatternden Tunikas, die es in jedem Laden von Es Cana en masse und in allen Farben gibt. Günstig sind die auch noch: Die Preise liegen je nach Länge und Dekoration zwischen 9,50 Euro und 30 Euro. Insgesamt muss ich sagen: Es war ein schöner Urlaub, den stressigsten Teil davon verbinde ich allerdings mit Miami – ein lautes Hotel mit zu vielen Kindern und noch mehr Animation. Für den Service, das Essen und die Zimmer (samt ihrer Aussicht) bin ich zwar dankbar, noch mal dort absteigen würde ich allerdings nicht.
Zimmer sind, wie gesagt, mit dem notwendigsten ausgestattet: Betten, Balkon, Fernseher (deutsche Programme: ZDF und RTL, ansonsten reicht das Angebot von TV5 über RAI bis hin zu BBC), Nachttische, ein Beistelltisch, ein Schreibtisch, auf dem Balkon die obligatorischen Plastikstühle und ein kleiner Plastiktisch. Keine Mitbewohner (sprich Kakerlaken etc.) und, was mich besonders gefreut hat, auch keine Insekten, die die Nacht- und auch sonstige Urlaubsruhe stören (vielleicht weil es noch Juni war). Bad verfügt über das Übliche: Badewanne, Wasch- und Klobecken, Bidet, jedem Bewohner stehen je zwei frische Handtücher und insgesamt ein Fußhandtuch pro Zimmer zur Verfügung. Das Zimmermädchen ist gründlich, nett und schnell. Handtücher werden täglich gewechselt, bei der Bettwäsche bin ich mir nicht sicher, aber es ist immer sauber. Das Wasser ist zwar weich, hat aber eine seltsame Qualität. Zu Beginn des Urlaubs hatte man das Gefühl, selbst nach dem Duschen nicht richtig sauber zu sein. Zum Zähneputzen ist es nicht so geeignet (es lässt sich schon dafür verwenden, man hat aber einen ekelhaften Nachgeschmack im Mund). Mein Tipp: Im Supermarkt eine Riesenflasche mit Wasser ohne Kohlensäure kaufen (gibt’s schon für 1,50 Euro) und das fürs Zähneputzen verwenden. Und: Fön mitbringen, der fehlt im Zimmer! Aussicht aus dem Zimmer ist fantastisch (Meer und Bucht, Felsen), der Lärm vom Pool wird irgendwie gedämpft und bei verschlossener Balkontür kann man einen erstaunlichen Teil des Lärms vom Animationsprogramm ausschließen. Allgemein sind die Zimmer aber sehr hellhörig: Wer also schon immer mithören wollte, wie der Urlauber im Zimmer über ihm pinkelt oder duscht, ist hier genau richtig. Von Gesprächen, Möbelrücken und Toben ganz abgesehen.
Das Büffetangebot des Hotels ließ eigentlich keine Wünsche übrig. Bereits zum Frühstück gab es mindestens zwei Wurst- und Käsesorten, das obligatorische englische Frühstück in all seiner Pracht (Würstchen, Spiegeleier, Speck, Kartoffelprodukte, 20 Sorten Pudding und Kekse), Cornflakes und Obst. Mittag- und Abendessen waren ebenfalls üppig und boten eine reiche Auswahl: Diverse Fleisch- und Fischgerichte, zahlreiche Beilagen, viele vegetarische Sachen, ein überaus delikates Dessert-Büffet (u.a. karamellisierte Bananen! Leider nur einmal die Woche…) und natürlich diverse Salate, Obst und Gemüse. Mein persönliches Highlight war am Freitag das asiatische Dinner: Mit Krabben in Teigmantel, Pilzgericht mit Scampis und anderen Leckereien – achtung, die gebratenen Nudeln sind total trocken und schmecken nicht besonders! Getränkepreise sind ok: Eine kleine Flasche Pepsi oder Kas (Orangenlimo) gibt's für 1,60 Euro und eine Flasche Bier schon ab 1,75 Euro Großer Minuspunkt: Das schlecht gereinigte Geschirr. Die Teller waren ja noch akzeptabel, Besteck und Gläser boten allerdings einen wenig appetitlichen Anblick: Die meisten Gläser hatten die üblichen Korosionsspuren und auf dem Besteck fanden sich manchmal direkt Essensreste. Die Aussicht aus dem Restaurant ist wunderbar: Man blickt direkt aufs Meer (wenn auch durch schlecht gereinigte Fensterscheiben). Ansonsten ist alles sauber, das Geschirr wird schnell weggeräumt und der Service ist ausgezeichnet.
Das Personal war eigentlich durchweg freundlich, besonders im Restaurant. Man versteht ein wenig Deutsch, kommt aber viel weiter mit Englisch (logisch, bei dem Publikum). Ansonsten ist man sehr zuvorkommend und Wünsche werden schnell erfüllt. Auch nett: Wir hatten Halbpension gebucht und konnten wegen der frühen Abreise nicht am Abendessen teilnehmen, dafür durften wir das Mittagessen nutzen.
Das Hotel liegt im Ort Es Cana (wahlweise auch Es Canar oder Es Canyar geschrieben) im Osten Ibizas. Nach Eivissa (Ibiza-Stadt) fährt man mit dem Bus etwa 40 Minuten, genauso lang dauert's bis zum Flughafen. Im Ort selbst liegt das Hotel am Rand, zwischen einer Bucht und einem Strand, mit allen möglichen Unterhaltungsmöglichkeiten in der Nähe. Dennoch ist die Lage ruhig, auch wenn "Miami" selbst es nicht ist. Der Strand an sich ist sehr schön – relativ feiner Sand, Muscheln etc. Das einzig nervige ist, dass er tagsüber zu 70% mit Liegen und Sonnenschirmen vollgepflastert und aus irgendeiner Strandbar ständig Musik zu hören ist. Das Wasser ist sehr sauber und man sieht eigentlich jedes Körnchen auf dem Grund – das hat mir am Besten gefallen. Auch schön – Muschelsucher werden hier voll und ganz auf ihre Kosten kommen, im Sekundentakt werden schöne Exemplare angespült. Ich empfehle sehr den Supermarkt direkt vor Miamis Tür (nicht den am Strand, sondern den fast am Hotel) – da bekommt man alles Nötige, Unnötige und Leckere zu einem günstigen Preis. Ein Paar Worte zu Es Cana: Es ist zu 100% auf seine (englischen) Gäste ausgerichtet und ein totaler Touristenort. Soll heißen: Es gibt mindestens 20 Irish Pubs und ähnliches, die Speisekarten bestehen zu 70% aus fettigen, ungesunden Sachen (Burger, Würstchen, Hot Dogs, Steaks, englisches Frühstück) und in jeder Bar wird irgendeine Touristenshow oder Karaoke angeboten. Dennoch geht es hier erstaunlich ruhig und gesittet zu – keine dröhnende Musik in den Gassen, keine betrunkenen, singenden Engländer am Strand. Man vermisst allerdings den ursprünglichen, ibizenkischen Charme (auch wenn er an der einen oder anderen Ecke zu finden ist). Zum Bummeln würde ich den Ort nicht empfehlen, zumal es keine klassische Strandpromenade gibt, dazu fährt man am Besten mit dem Bus zum nicht allzu weit entfernten Santa Eularia (sehr guter Obst- und Gemüsemarkt!) oder dann halt direkt nach Eivissa (Ibiza-Stadt). Was mir ebenfalls nicht so gefallen hat: Nicht nur dass alles darauf eingerichtet ist, englischen Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen, es ist auch etwas eingerichtet, um Eltern Geld aus der Tasche zu ziehen. Mitten in der Stadt gibt es so etwas wie einen Mini-Jahrmarkt mit Attraktionen NUR für kleine Kinder und da kostet allein eine Zuckerwatte 2,50 Euro. Das dazu. Ebenfalls nicht zu verachten: Einige hinterhältige Verkäufer. Die meisten sind freundlich, aber direkt gegenüber diesem Kinderjahrmarkt gibt es beispielsweise einen kleinen Laden mit Schmuck und Klamotten und als wir da ein Paar Ohrringe kaufen wollten, es uns aber anders überlegt haben, schenkte uns die Verkäuferin nicht nur einen arsengiftigen Blick, sondern fing auch noch direkt vor unseren Augen an, mit ihrer Freundin auf Spanisch über uns abzulästern. Ein Paar ehrliche Worte zum Urlaub selbst: Spanier sind sehr offene, auf andere zugehende Leute. Das führt dazu, dass sie Leute gerne anfassen. Das kann ein Klopfen auf die Schulter sein, aber auch ein Anfassen woanders (sprich Hintern). Wird auch gern als "zufällig und ohne Absicht im Vorbeigehen gestreift" ausgelegt, kommt aber doch verdächtig oft vor. Da das hier gang und gebe ist, sollte man sich entweder von vornherein darauf einstellen, oder aber auf Distanz gehen oder aber klar sagen, dass man das nicht möchte. Ich wollte halt einfach mal vorwarnen. Dass allein stehende Frauen am laufenden Band von den Spaniern unverhohlen angebaggert werden, ist wohl auch nichts Neues. Auch hier gilt: Genießen, hinnehmen oder klare Grenzen setzen, dann wird man in Ruhe gelassen. Was mir ebenfalls nicht sonderlich geschmeckt hat: In Es Cana, so wie wahrscheinlich im ganzen spanischen Urlaubsraum, ist es das normalste von der Welt, oben ohne sonnenzubaden. Und das machen nicht nur junge, sondern auch nicht mehr ganz so taufrische und eigentlich schon "gut durchgebräunte" Frauen. Auf den Anblick sollte man sich also ebenfalls einstellen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Jaja, die Unterhaltung. Aber kommen wir erstmal zum Sport. Das übliche Rundendrehen im (sauberen!) Pool bietet sich an, man kann Volleyball spielen und wohl auch Kanus mieten. Einmal die Woche wird kostenloser Tauchunterricht angeboten (im Pool). Kurz zum Pool: Der ist in drei Becken aufgeteilt. Mini-Becken für die ganz Kleinen (etwa 60 cm tief), Kinderbecken mit etwa 1,20m Tiefe und ein geräumiges Erwachsenenbecken. Minuspunkt am Erwachsenenbecken: Die Mindesttiefe beträgt 1,70m (die Höchsttiefe so an die 2m) und am Rand gibt es nichts unter dem Wasser, wo man sich draufstellen kann, so dass Leute unter 1,70 (so wie ich mit meinen 1,68m) keine andere Wahl haben, als sich an den Rand zu hängen. Ist auf Dauer anstrengend für die Armmuskeln, so dass man eigentlich mehr Kraft verbraucht um Schwimmpausen zu machen, als für die Runden im Wasser selbst. Zur Unterhaltung: Kinderanimation steht täglich fast rund um die Uhr auf dem Plan (davon bekommt man aber Gott sei Dank wenig mit) und im Keller gibt es den sog. "Panda Club", wo die Kids zu festgelegten Uhrzeiten betreut werden. Wer auf dilettantische Animation im Urlaub steht, kommt hier voll auf seine Kosten: JEDEN Abend dröhnt irgendeine andere (nicht besonders anspruchsvolle) Themenshow durchs Hotel (und eigentlich auch über den ganzen Strand) – da ist von Boy Groups über Drag Queens bis hin zu Blues Brothers alles dabei. Das Traurige ist: Das Interesse an diesen Shows ist gering und trotzdem werden die mit eiserner Disziplin und mit stetig lauten Geräuschpegel jeden Abend über die Bühne gebracht. Und selbst wenn man sich entscheidet, eine dieser Shows zu sehen, wird man ständig dabei gestört, da entweder irgendwelche Kinder, Touristen oder Kellner vor der Bühne hin und her laufen. Ich kann nur eine einzige Show in diesem Hotel empfehlen: "A tribute to Lord of the Dance". Mit dem Original ist es natürlich nicht zu vergleichen und auch der Haupttänzer ist mehr eine Mischung aus schmierigem Gigolo und Flamenco-Tänzer denn Michael Flatley. Beeindruckt aber immerhin durch eine offensichtliche Ballett-Ausbildung. Nein, empfehlen kann ich diese Show nur wegen einer jungen Sängerin, die Songs von The Corrs zum Besten gibt. Das macht sie so fantastisch und professionell, dass es besser klingt als das Original, und das will was heißen! Ansonsten lässt man die "Showleute" einfach mal getrost walten und geht lieber am Strand spazieren – da hat man mehr von. Bis Mitternacht hat man auch keine andere Wahl – denn so lange dauert die tägliche Show. An Schlaf ist aber auch hinterher für mindestens 1,5 Stunden nicht zu denken – so lange dauert es nämlich, bis die englischen Gäste samt ihren Kindern die Treppen raufgepoltert sind, geduscht und sich ausgetobt haben (oder was auch immer).
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 3-5 Tage im Juni 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jana |
| Alter: | 19-25 |
| Bewertungen: | 3 |


