Gleich im ersten Tunesien-Urlaub wurden wir kalt erwischt. Im Marhaba Royal Salem (Sousse) waren sehr viele Algerier, Libyer und manche Tunesier einquartiert – meistens 50-80 % Gästeanteil. Vielleicht die Hälfte vor allem der Algerier und Libyer könnte man nach europäischen Maßstäben als asozial bezeichnen. Das kommt zum Teil wohl daher, dass es dort staatliche Förderung gibt, die für gewisse minderbemittelte Familien die Hotelkosten ganz oder teilweise übernimmt, wie ein gesitteter Algerier berichtete, der sich für seine Landsleute schämte. Das zeigt sich vor allem im Speisesaal: ein hoher, an manchen Tagen höllischer Lärmpegel, der vor allem vom Geschrei der vielen kleinen Kinder kommt, was die Erwachsenen übertönen müssen, um sich unterhalten zu können. Dabei scheint es vielen Nordafrikanern egal zu sein, ob ihre Kinder brüllen. Die werden einfach ignoriert, genauso wie die Tischnachbarn aus Europa, die sich das aus 1-2 m Entfernung anhören dürfen. Auch am Buffet ist man richtig bedient: da wird gerafft und auf die Teller gepackt, was geht, so dass sich die begehrten Anricht-Gefäße in ein paar Minuten leeren. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben..... .....denn das Personal war nicht in der Lage, schnell genug Ersatz bereitzustellen. Wenn man nach 15 min noch einmal bei der Lasagne vorbeischaute, konnte es durchaus vorkommen, dass ein paar algerische Mütterchen schon wieder alles unter sich aufgeteilt hatten und an ihre Tische mit der Großfamilie schleppten. Dass die grob geschätzt ein Drittel des Essens einfach auf dem Tisch liegenlassen, nachdem sie gefüllt abziehen, versteht sich von selbst. Ebenso wurde spätes Eintreffen im Speisesaal bestraft – wer dem Tollhaus zur Stoßzeit entgehen wollte und zum Frühstück „erst“ um 9h kam, fand an manchen Tagen keine gedeckten Tische vor, musste sich das Besteck von anderen Tischen zusammenklauben (nur Teller und Tassen gab es zum Selbernehmen) und seinen Tisch erst einmal von Essensresten befreien. Doch auch dann war das Geschrei noch nervtötend, so dass man keine Minute länger als nötig dort verbrachte. Einmal waren bereits um 9h keine Tassen mehr vorhanden – dafür wurden Pappbecher bereitgestellt. Besser, als aus der Hand zu trinken. Zu alldem ist der Speisesaal zu klein und mit zu wenig Personal ausgestattet für diese Masse an Leuten, und die Tische stehen zu eng – man musste beim Gang zum/vom Buffet immer mehreren Leuten auf geringstem Raum ausweichen, wie auch Kindern, die einem zwischen den Beinen herumwuselten. Die Stühle haben natürlich nach hinten ausladende Beine, damit man in der Enge schön daran hängenbleibt – hier zeigen sich besonders die vorausschauenden Fähigkeiten des Managements. Auch abseits des Speisesaales sah es nicht viel besser aus. Wer in der Lobby sitzen wollte, fand zu manchen Zeiten keine Ruhe, wenn die Kinder den Raum als Spielplatz zum Rennen, Toben und Kreischen nutzten, was nie unterbunden wurde. Durch die offene Anlage des sechstöckigen Gebäudes um den leeren Innenraum verfolgte einen der Lärm bis in die Zimmer. Also, ab zum 250 m entfernten Strand, der über einen hübschen Weg durch ein Wäldchen mit dem Hotel verbunden ist. Im Meer sind breite Felshaufen als Wellenbrecher aufgeschüttet, die bei Windstille beschnorchelt werden können, weil sich dort gerne Fische aufhalten. Doch der Blick ist ernüchternd: jenseits der Abtrennungslinie des Hotelbereiches gleicht der Meeresboden einer Müllhalde. Überall Dosen, Flaschen, Plastik, so wie es übrigens auch um die Siedlungen im Land entlang der Straßen aussieht. Das Schnorcheln wurde wegen des deprimierenden Anblicks zur einmaligen Angelegenheit, doch man konnte im flachen Wasser vor dem Hotelstrandbereich einigermaßen unbehelligt schwimmen. Immerhin gibt es noch die Strandbar mit All Inclusive Essensausgabe und Getränken. Doch anscheinend hatten etliche Nordafrikaner mittags nicht genug abbekommen und bereuten bereits nach zwei Stunden, dass sie einen guten Teil ihres Essens einfach liegenließen. So bildeten sich manchmal lange Schlangen bei Pizza, Kuchen, Pfannkuchen und Eis, aber es gab ein echtes Highlight, das den Urlaub (beinahe) rettete: die wenigsten Nordafrikaner trinken Bier, zumindest nicht in der Öffentlichkeit, so dass die Zapfstelle frei zugänglich war. Jahui !! Für Frauen, vor allem blond und jung, kommt als weiteres Problem die permanente Anmache der Nordafrikaner. Wie Fliegen, die sich nicht verscheuchen lassen und ständig wiederkommen, hefteten sich diese billigen Anmacher an meine Tochter, die nie längere Zeit in Ruhe irgendwo am Pool oder am Strand liegen konnte. Dass so etwas in dieser Penetranz in einer geschlossenen Hotelanlage passieren kann, ohne dass überhaupt eine Aufsicht exisitiert, ist genauso skandalös wie die Zustände im Speisesaal. Immerhin gab es Rausschmeißer in der abendlichen Disco, die solches Klientel tatsächlich vor die Tür setzten – es geht doch! Vermutlich sind es auch dieselben, die sich gnadenlos den Stuhl am Pool greifen, wenn man kurz auf der Toilette ist, obwohl man seinen Drink auf dem Tisch davor stehen hat und ein Freund daneben sitzt. Die warten, bis er abgelenkt ist oder sorgen dafür, und schon ist der Stuhl weg..... Abschließend möchte ich sagen, dass nicht alle Nordafrikaner sich asozial verhielten und dass man nicht alle über einen Kamm scheren darf. Die Hauptschuld trifft ganz klar die Hotelverwaltung, die solche untragbaren Zustände für Europäer und sich sozial verhaltende Nordafrikaner bewusst in Kauf nimmt, nichts dagegen macht und sich damit vom ignoranten Verhalten etlicher Gäste nicht unterscheidet. Nach Tunesien würde ich nur dann noch einmal in eine Hotelanlage gehen, wenn der Veranstalter garantiert, dass keine Nordafrikaner darin untergebracht sind.
Sauber, Balkon mit guter Aussicht, europ. Steckdosen, Fernsehen mit 5 deutschen Sendern. Da war ein Beistellbett, dass unnötigerweise Platz wegnahm - wir haben es auf die lange Kante gestellt und so noch eine Ablage erhalten.
Das Esssen war teils o.k., wenn man von den guten Gerichten etwas abbekam (s. allg. Beschreibung). Zu trinken gab es farbiges Zuckerwassser mit Orangen- oder Zitrusgeschmack und gechlortes Wasser im Speisesaal. Den Wein habe ich nur einmal probiert - das reichte schon, aber das Bier war akzeptabel. An der Bar konnte man sich Longdrinks mixen lassen, auch o.k. Dort bekam man auch gutes Wasser in 1,5 L-Flaschen.
Auf die in der allg. Beschreibung angegebenen, skandlösen Zustände wollte/konnte niemand reagieren. Ansonsten war der Service gut (Zimmer-Säuberung, Rezeption usw.). WLAN im Bereich der Rezeption akzeptabel bis schlecht, je nach Anzahl der User.
Die Fahrt vom Flughafen ist etwa 1 Stunde, incl. Stops bei anderen Hotels. Mit dem Taxi ist man in 10-15 min im Zentrum von Sousse, allerdings gab es in der zu Fuß erreichbaren Umgebung des Hotel kaum etwas Interessantes.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gab das übliche Angebot mit Animateuren, Wasserball usw.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2017 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Martin |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 1 |


