Das Maritim Hotel in München ist wohl eine reine Geschäftsreisenden-Unterkunft. Keine drei Gehminuten vom Bahnhof entfernt und etwa fünf Minuten bis zum Karlsplatz (Stachus) liegt es sehr zentral. Autofahrer können in der DB-Tiefgarage parken und haben von dort direkten Zugang zum Hotel. Von aussen ein schnörkelloser Zweckbau, ist das Hotel innen mit Kitsch überladen. Kleingemusterte Teppiche, Kronleuchter und Dekokram allerorten. Es gibt ein Restaurant, eine Bar, im Untergeschoß einen Frühstücksraum, diverse Konferenzräume und einen Spa-Bereich. Das Hotel hat mehrere Hundert Zimmer auf sechs Etagen verteilt, die allerdings unterschiedlich ausgestattet sind. Mein Zimmer im 6. OG war jedenfalls sehr geräumig und hatte die übliche Ausstattung: TV, Minibar, Schreibtisch, zwei Sessel, Tisch. Alles scheint sehr auf den Tagungs- und Konferenzbetrieb ausgelegt zu sein. Während meines dreitägigen Aufenthaltes fand jeden Tag etwas anderes statt und da die meisten Räume recht groß sind, können Events mit dreistelligen Teilnehmerzahlen und deren Unterbringung wohl gut durchgeführt werden. Wenn das Hotel mal auf den aktuellen Stand gebracht wird, sicher eine gute Adresse. Die klassisch-gediegene Atmosphöre hat sicher auch was für sich. Aber für den Preis bekommt man anderswo mindestens genau so gute, wenn nicht bessere Leistungen - und auch die dann mitten im Herzen der "heimlichen Hauptstadt".
Wie in der Überschrift betitelt wirkt alles, als wäre das Hotel in den 80ern stehen geblieben. Das Zimmer war zwar sehr geräumig, bot aber keinen wirklichen Komfort. Im Bad wies das Waschbecken Risse bzw. Sprünge auf, Der Handtuchhalter war arg verbogen, der Seifenhalter an der Badewanne (sowas habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen) hing "auf halb acht" und was das Schwarze an den Fugen war, wollte ich nicht wissen.
Ankunft am Abend, Abendessen im Restaurant. Das Personal wirkte genervt, weil unsere Gruppe nich geschlossen ankam. Die ersten hatten die Suppe schon gegessen, als ich kam. So wurde ich dann sehr bestimmt "gebeten" doch endlich meine Suppe zu essen, damit man den Hauptgang servieren könne. Für fast jede Getränkeart gibt es eigene Karten (Wein, Digestiv) aber Beratung keine. Die Auszubildenden konnte zwar nichts dafür, aber vom Restaurantchef hätte ich mehr erwartet. Das Frühstücksbuffett war sehr durchmischt. Neben Lachs, Weißwürsteln und Cerealien gab es noch englisches Frühstück und ansonsten die üblichen Beläge. Alles etwas lieblos, aber ausreichend. Im Frühstücksraum wieseln die Servicekräfte mit Kaffeekannen umher und schenken tassenweise (!) ein. Da muss man dann mal ein paar Minuten Geduld haben, wenn man noch eine zweite Tasse möchte. Fazit: Man wird ohne Weiteres satt, aber der Service und das Angebot sind verbesserungswürdig.
Insgesamt war das Personal sehr freundlich, wirkte aber etwas überfordert. Auf kurzfristige Wünsche, wie Kaffee während der gesamten Tagung und nicht erst zur "Kaffeepause", schien man nicht vorbereitet. Zwar wurden schnell ein paar Gedecke gebracht, allerdings mit zu wenig Tassen und in einem öffentlich genutzten Vorraum aufgebaut, so dass die anderen Gäste dies für eine nette Aufmerksamkeit des Hotels hielten. Für das Kopieren von Tagungsunterlagen (s/w, ca. 1.000 Blatt) wurde ein deutlicher dreistelliger Betrag eingefordert. Das geht in jedem Copyshop für unter 40,- Euro. Weiteres siehe unter "Gastronomie".
Die Nähe zum Bahnhof hat den Vorteil, dass man sich dort gut mit allem Nötigen versorgen kann. Der Rest der Umgebung ist allerdings, wie man es vom Bahnhofviertel erwartet: Spielhallen, Wettbüros, Tabel Dance Bars, Dönerbuden. Bis zur City (Frauenkirche, Marienplatz, etc.) sind es gut 15 Minuten zu Fuss oder man nimmt die U-Bahn ab dem Bahnhof. Bei Anreise mit dem PKW muss man sich etwas im Einbahnstraßendickicht zurecht finden, aber die modernen Navis machen das ganz gut. Das DB-Parkhaus schlägt mit EUR 2,- / Stunde zu Buche, Tagestickets gibt es nicht.
Beliebte Aktivitäten
- Geschäftsreise
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 1-3 Tage im Oktober 2010 |
| Reisegrund: | Arbeit |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Nils |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 28 |


