- Preis-Leistungs-VerhältnisSchlecht
Bekanntes Businesshotel im Herzen von Brüssel. Nicht weit entfernt von Parlament und Innenstadt. Eine Straßenbahnlinie fährt direkt vor dem Hotel vorbei. Rollstuhlnutzer*innen müssen einen Nebeneingang benutzen, da der Haupteingang nicht barrierefrei gestaltet ist. Für den Nebeneingang ist eine zusätzliche Karte erforderlich. Bei der zweiten Nutzung war die Freigabe des Seiteneingangs gelöscht, da laut Auskunft dieser nur für eine Person freigeschaltet werden kann. Für diese Auskunft hatte ich Glück, dass ich nicht alleine unterwegs war, denn die neuerliche Aufbuchung war ja nur an der Rezeption möglich. Oh Wunder, dass in einem derart großen Haus gleichzeitig zwei oder mehr Rollstuhlnutzer*innen anwesend sind!? Die Rezeption hat wie in jedem Motel One keinen abgesenkten Bereich, wo Menschen in sitzender Position einchecken und bezahlen können. Der Innenhof mit Sitzgelegenheiten, um abends noch ein Getränk zu genießen, ist nur über zwei Stufen erreichbar. Wer glaubt, dass es dann vielleicht eine anlegbare Rampe gibt, der irrt. Hier werden Menschen mit Behinderung ausgeschlossen.
Wir hatten ein barrierefreies Doppelbettzimmer gebucht. Am Zimmer die Überraschung: Keine Griffe beim WC, kein Duschsitz, kein unterfahrbares Waschbecken, kein unterfahrbares Bett, Badtür und Zimmertür mit stark eingestelltem Türschließer! Das Waschbecken war auch noch ein Aufsatzwaschbecken und ein Benutzen nur für äußerst sportliche Rollstuhlnutzer*innen möglich. Zusätzlich war das TV-Gerät nicht gegenüber vom Bett und konnte gleichzeitig nicht gekippt werden. So war es auf einer Seite des Bettes gar nicht möglich fernzusehen und die andere Seite war mit dem Rollstuhl kaum anfahrbar. Eine freundliche Mitarbeiterin an der Rezeption hat uns auf Nachfrage einen Duschhocker und einen Ständer zum Offenhalten der Tür besorgt und aufs Zimmer gebracht. Der Duschhocker war kein wirklicher, er hatte keine Armlehnen und keinen Sitzausschnitt, um sich ordentlich waschen zu können. Also für die meisten Menschen mit Behinderung ungeeignet. Auf Nachfrage erklärte uns die freundliche Mitarbeiterin, dass das ja eigentlich kein barrierefreies Zimmer sei, sondern einfach nur ein größeres. Die barrierefreien Zimmer sind alle Einzelbettzimmer. Du gute Güte, wer hat sich sowas ausgedacht? Wer glaubt, dass Menschen mit Behinderung immer nur alleine, ohne Partner*in oder ohne Assistent*in verreisen?
Das angebotene Frühstück bot an einem Tag eine vegane Wurst an – das wars. Am nächsten Tag gab es diese schon nicht mehr. Auch keinen veganen Aufstrich oder vegane Butter. Da es keine Tischreservierung gibt, war es sinnvoller gleich außer Haus zu frühstücken. Zu Stoßzeiten muss Rollstuhlnutzer*in ewig warten, bis ein geeigneter Tisch frei wird. Davon abgesehen gibt es keinen gut unterfahrbaren Tisch in einer für Rollstuhlnutzer*innen geeigneten Höhe. Die Bar bietet kleine Snacks, doch leider auch hier keine einzige vegane Variante!
Zirka 10 Minuten fußläufig vom Zentrum entfernt, an einer Hauptstraße. Die meisten Zimmer gehen aber Richtung Innenhof. Der Weg ins Zentrum führt über eine steile Straße, über die man zurück ins Hotel wieder hinauf muss. Zusätzlich habe ich Brüssel als nicht wirklich barrierefrei erlebt. Selbst im Innenstadtbereich fehlen Gehsteigabsenkungen. Die Absenkungen bei den Fußgängerübergängen sind so steil, dass ich teilweise rückwärts runterfahren musste. Die Innenstadt hat sehr ausgeschlagenes Kopfsteinpflaster, welches besonders mit Rollstuhl sehr unangenehm ist. Die Gehsteige sind in schlechtem Zustand. Wackelige Steinplatten wechseln sich mit plötzlich auftretenden Löchern ab. U-Bahnfahren geht für Rollstuhlnutzer*innen nur gegen Anmeldung und dann nur, wenn man französisch spricht.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 3-5 Tage im September 2019 |
Reisegrund: | Stadt |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Monika |
Alter: | 51-55 |
Bewertungen: | 12 |