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Maik(61-65)Deutschland
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Vor 1 Woche • Verreist als Paar im Mai 2026
Ein Erlebnis mit Baustellenflair und chaotischer Organisation
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⭐☆☆☆☆ Wellnesshotel? Eher Baustellen-Erlebnispark mit Frühstück Wer schon immer einmal ein Hotel ohne erkennbares Management erleben wollte, ist hier goldrichtig. Das als Wellnesshotel beworbene Haus bietet nämlich vor allem eines: authentisches Baustellenflair. Die zahlreichen Hochglanzfotos erinnern an Reisekataloge der 90er-Jahre – kreativ inszeniert und nur lose mit der Realität verbunden. Der Pool? Aktuell eher ein archäologisches Ausgrabungsprojekt als eine Wellness-Oase. Statt entspanntem Planschen genießt man das rhythmische Konzert zahlreicher Bauarbeiter. Dass die Baustelle bei der Buchung nicht deutlich kommuniziert wurde, überrascht dann doch. Besonders spannend war die Information zur eingeschränkten Poolnutzung: Der angekündigte Voucher wurde erst auf Nachfrage erwähnt, nachdem zunächst unklar war, ob es ihn überhaupt gibt – obwohl bereits bei Booking darauf hingewiesen wurde. Kommunikation scheint hier als Überraschungselement zum Urlaubskonzept zu gehören. Die Sonnenterrasse befindet sich offenbar noch in der Entwicklungsphase. Für die gesamte Anlage stehen großzügige fünf Liegestühle zur Verfügung. Sonnenschirme gibt es immerhin zwei – einer davon dient eher als Anschauungsobjekt für frühere Zeiten, da er defekt ist. Der Spielplatz begeistert die kleinen Gäste mit einem Baustellenhügel – pädagogisch wertvoll für angehende Tiefbauingenieure. Im Flur sorgt ein Staubsauger für nostalgische Gefühle. Das Modell dürfte ungefähr aus dem Jahr 1980 stammen und klingt entsprechend beeindruckend. Wer Wellnessruhe sucht, wird spätestens hier wieder in die Realität zurückgeholt. Zimmerreinigung scheint optional zu sein; zumindest wurde unser Zimmer während des Aufenthalts nicht gemacht. Im Badezimmer erwarteten uns dauerhaft feuchte Fugen mit sichtbarem Pilzbefall – offenbar Teil des hauseigenen Feuchtbiotops. Beim Frühstück beginnt die beliebte Schnitzeljagd nach Tassen und Gläsern. Messer sind ebenfalls vorhanden, allerdings eher dekorativer Natur und nur eingeschränkt zum Schneiden geeignet. Selbst der Salzstreuer funktionierte erst in der dritten Ausführung. Das Abendessen bot zusätzliche Überraschungen: Die Getränke kamen erst nach Vor- und Hauptspeise an den Tisch. Offenbar hatten sie unterwegs die Orientierung verloren. Allerdings waren nicht nur die Getränke auf Irrwegen unterwegs – auch bei den Speisen herrschte ein gewisses Orientierungsproblem. Welcher Teller an welchen Tisch gehört, schien gelegentlich Gegenstand spontaner Improvisation zu sein. Das sorgte für eine Art kulinarisches Wichteln, an dem unfreiwillig mehrere Tische teilnehmen durften. Ein besonderes Highlight war die Entwicklung hinter den Kulissen: Während unseres Aufenthalts wurde das komplette Management über ein Wochenende ausgetauscht. Eine bemerkenswerte Maßnahme, die möglicherweise die eine oder andere organisatorische Besonderheit erklärt. Insgesamt entspricht der Zustand des Hauses leider nicht dem Standard, den man von einem Wellnesshotel in Mitteleuropa erwarten würde. An Wellness war weder am Pool noch auf der Terrasse, weder auf dem Zimmer noch beim Frühstück oder Abendessen zu denken. Stattdessen dominieren Baustellenatmosphäre, Improvisation und organisatorische Abenteuer. Das große Plus des Hauses: Das Personal. Trotz aller organisatorischen und baulichen Herausforderungen waren die Mitarbeiter stets freundlich, hilfsbereit und hatten ein Lächeln auf den Lippen. Sie haben sich sichtbar bemüht, den Gästen den Urlaub nicht völlig zu vermiesen. Dafür ein aufrichtiges Dankeschön. Fazit: Wer Wellness sucht, sollte weiterreisen. Wer eine Mischung aus Baustellenbesichtigung, Improvisationstheater und Zeitreise in die Hotelbranche vergangener Jahrzehnte erleben möchte, findet hier ein nahezu einzigartiges Angebot. Leider nicht aus den Gründen, die man sich für einen Urlaub wünscht.


Preis-Leistung
  • Sehr schlecht

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