- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Das Savoy verfügt über eine weitläufige Anlage und zieht sich in Terrassen den Hang hoch. Es hat einen schönen tropischen Garten. Durch die aufgelockerte Anordnung der Gebäude merkt man nicht unbedingt, wieviele Zimmer es hier gibt. Die Architektur lehnt sich mit weiß gekalkten Gebäuden, vielen Kuppeln und Bögen an den orientalischen Stil an; die Inneneinrichtung ist im luxuriös-unterkühlten Kolonialstil gehalten: viel Marmor, viel dunkles Holz, viel Platz. Ein weniger großes Hotel wäre schöner - daher nur 5 Sonnen - aber dafür, dass es so groß ist, ist es schön gemacht Ein an sich wunderschönes Hotel - leider entspricht der Stil mancher Gäste nicht dem des Hotels. Zwei Nationalitäten stellen die Majorität: Italiener (was ich nicht als Problem - wie hier in machen Berichten geschrieben - erlebt habe) und Russen. Die sind ein großes Problem: Ordinär angezogen, was in einem muslimischen Land ja nicht egal ist (z.B. trotz ausdrücklicher Bitte des Hotels in Hotpants, Plateauschuhen und bauchfreiem Top zum Abendessen, außerdem oben ohne und unten gerade mal mit String am Strand), laut und ohne Manieren. Das klingt jetzt sehr nach Vorurteil, aber ehrlich: Bevor ich ins Savoy fuhr, hatte ich überhaupt nichts gegen Russen - jetzt schon. Den Ansturm auf die Wassermelonen habe ich ja schon erwähnt (scheint in Russland Mangelware zu sein), aber die Krönung war jener Gast, der am Dessert-Büffet alle Bananen von einem 30 Zentimeter großen Kuchen herunterkratzte, sie sich auf den Teller lud und den Teig stehen ließ. Da war ich so fassungslos, dass ich sofort all jene "Damen" die Schlangen am Büffet als etwas ansahen, das man mit seinem Teller beiseite stoßen muss , um schneller an das Essen zu kommen, unter "harmlos" verbuchte. Ich glaube, nein, ich weiß, dass nicht alle Russen so sind - aber die, die sich einen solchen Urlaub leisten können, wohl schon. Eine typisch neureiche Klientel eben. Schade ist, dass das Savoy sich nunmal auch auf solche Gäste einstellen muss und deswegen etwas versucht, was nicht gelingen kann: einen Spagat zwischen Luxushotel und Partybude.
Unser Zimmer war ca. 20 Quadratmeter groß, das Bad nochmal mindestens sieben. Die Einrichtung folgt dem etwas unterkühlten Stil des Savoy: viel Marmor, gedeckte Farben. Vielleicht ein bisschen ungemütlich, ein paar Blumen oder ein anderer Farbfleck hätte dem Ambiente gut getan. Jedes Zimmer hat einen eigenen Safe, Fernseher mit internationalen Programmen und eine Minibar, die nur bei Bedarf gefüllt wird, also für eigene Vorräte genutzt werden kann. Bad mit Badewanne und Föhn. Das schönste am Zimmer ist der große Balkon mit Sofa, Tisch und zwei Korbsesseln. Die Bezüge des Sofas waren, bevor sie der ägyptischen Sonne ausgesetzt wurden, wohl mal rot. Sonst gab es im Zimmer nur wenige Abnutzungserscheinungen. Eine kaputte Glühbirne und ein verstopfter Wasserschlauch wurden schnell repariert. Die obersten Zimmer jedes Gebäudes haben Meerblick, kosten aber (jedenfalls bei Alltours) mehr. Wir mussten bei Ankunft darauf bestehen, ein solches Zimmer zu bekommen. Dass wir das gebucht und dafür mehr bezahlt hatten, was auf unserem Voucher als "MS" wie Meerseite vermerkt war, schien im Savoy nicht bekannt zu sein. PS: Die berühmten ägyptischen Handtuch-Figuren gibt es im Savoy am allgemeinen nicht. Nur einmal hatte unser Zimmer-Boy wohl Lust darauf und legte uns ein rosenbestreutes Handtuchherz aufs Bett.
Es gibt neben dem in der Halbpension enthalteten großen Restaurant "Tirana" noch diverse kleinere, auch Bars, aber die haben wir nicht probiert. Das "Tirana" ist, was die Einrichtung angeht, eher Restaurant als Speisesaal - positiv. Aber es lässt sich eben doch nicht verbergen, das hier Abend für Abend Hunderte von Menschen durchgeschleust werden: Der Lärmpegel ist zu Stoßzeiten extrem und wird noch durch die permanent zu laut aufgedrehte Musik verstärkt. Außerdem kann es sehr eng werden zwischen und an den Tischen. Wenn das Hotel voll belegt ist, wird die Terrasse geöffnet (aus einer kleinen Tür raus und eine Treppe runter, ist nicht gleich zu sehen). Dort kann man ruhiger essen. Was das Essen selbst angeht - mein Freund hat in zwei Wochen Halbpension drei Kilo zugenommen ;-)) ! Es gibt Themenabende, die sich alle sieben Tage wiederholen, meist irgendwelche Nationalitäten, z.B. fernöstlich, mediterran oder orientalisch. Das jeweilige Motto wird aber recht locker gehandhabt, so dass dasselbe Rindfleischgeschnetzelte einmal als indisches Gericht, dann als "Boueff Stroganoff" angeboten wird. Wer so etwas nicht so orthodox sieht und Freude an großer Vielfalt hat, der wird sich im Savoy wohlfühlen: Es gibt jeden Abend mindestens vier verschiedene Gemüse- und noch einmal so viele Fleisch- oder Fischggerichte, außerdem zwei Suppen, eine ganze Salatbar und ein schrecklich gutes Nachtisch- (was vor allem Kuchen und Torten bedeutet)-Buffet, außerdem Obst, Brot, Käse etc. Kleiner Nachteil: Uns kam das Essen sehr vorsichtig gewürzt vor. Wahrscheinlich will man auf diese Weise keinen Gast durch allzu exotische Geschmäcker vergraulen, aber ein bisschen Chili hier, Kreuzkümmel da und Thymian dort hätten uns gut gefallen. Morgens ist das Buffet ähnlich reichhaltig, allerdings jeden Morgen gleich, so dass man nach zwei Wochen doch anfängt, sich zu langweilen. Das Buffet wurde immer sehr schnell nachgefüllt. Dem russischen Ansturm auf die Wassermelonen war das Personal allerdings nicht gewachsen - die anderen Gäste, die auch mal ein (!) Stück Melone abhaben wollten, aber auch nicht. Die Getränkepreise sind, vor allem bei Alkoholika, natürlich gesalzen: Muslimisches Land und fünf Sterne addieren sich zu einer hübschen Summe - weswegen wir eigentlich nur Wasser getrunken haben und zu zweit in zwei Wochen 40 Euro für Nebenkosten ausgegebn haben.
Die Qualität des Service scheint sehr von der jeweiligen Person abzuhängen: Wir haben Kellner erlebt, die heruntergefallenes Besteck wieder auf den Tisch legten, und welche, die sich vor Zuvorkommenheit fast überschlagen haben. Lustig, aber nicht gerade dem entsprechend, was wir unter fünf Sternen verstehen, ist, dass viele Kellner gerne mit den Gästen rumalbern. Abgesehen vom Restaurant-Bereich ist der Service im allgemeinen ägyptisch langsam (kein Wunder, bei den Temperaturen ;-)), aber gut. Allerdings kann man außer an der Rezeption nur rudimentäre englische Sprachkenntnisse erwarten. Aufdringliche Handaufhalter haben wir im Savoy übrigens nie erlebt - im Gegenteil: Manchmal hätte man jemandem hinterherrennen müssen, um sein Backschisch noch loszuwerden...
Das Savoy hat einen eigenen Strand. Von den am weitesten entfernten Zimmern läuft man ca. zehn Minuten dorthin. Der ist nicht allzu breit und nicht besonders feinsandig, aber wer dieses Hotel gebucht hat, will vermutlich sowieso etwas ganz anderes: Schnorcheln! Dafür gibt es ein wunderschönes Hausriff, das über einen schwimmenden Steg erreichbar ist und die gesamte Fisch-Vielfalt des Roten Meeres im Angebot hat. Natürlich kann man nur entweder Riff oder flach abfallenden Traumstrand haben - das muss jedem klar sein, der das Savoy bucht. Wenn das Hotel voll belegt ist, wird es am Strand trotz vieler Liegen recht eng, aber immerhin: Liegen-Reservierer gibt es kaum. Im Zuge der sporadischen Animation wird der Strand ab und zu laut beschallt, aber meistens ist der Zauber nach einer halben Stunde vorbei. In der Umgebung gibt es nichts - außer andere Hotels, die burgenartig verschlossen sind. Aus dem Tor raus, ca. 500 nach rechts, gibt es eine kleine Ladenzeile mit Supermarkt (keine Taschenkontrollen im Hotel!), Souvenirs, Spielzeug und einer Apotheke (nur im Notfall dort etwas kaufen! Die nehmen das Zwanzigfache des regulären Preises!). Der Flughafen ist ca. 15 Fahrminuten entfernt (-> ab und zu Kerosingestank in der Luft), Naama Bay ca. 11 km (kostenloser Shuttle-Bus vom Hotel aus, mehrmals täglich). Naama Bay ist ein reiner Touristenort, eine Art arabisches Disneyland - aber wer nach Sharm el Sheikh fährt, wird wissen, dass er hier kein oiginal ägyptisches Leben findet. Der Vorteil der Abgeschiedenheit des Savoy ist relative Ruhe (nur die laute Animation des Nachbarhotels stört), der Nachteil, dass man für fast jede Besorgung erstmal nach Naama Bay muss. Das muss man gegeneinander abwägen. Uns hätten zwei Wochen im Trubel von Naama Bay jedenfalls verrückt gemacht.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt einen Wellness- und einen Fitnessbereich, die wir beide nicht genutzt haben. außerdem Tischtennis (Schläger mitbringen!), Billard, eine Tauchbasis ("The Crab", siehe taucher-net.de) und drei Pools. Einer bietet einen sanften Einstieg für Kinder und Planscher, einer hat ein Volleyballnetz, der dritte die maximale Tiefe von ca. 1,80 Meter. Zu kalt waren sie (Ende Oktober, Anfang November) alle - keine Ahnung, warum. Das Meer war wärmer. An den Pools stehen i.d.R. genug Liegen zur Verfügung, Handtücher gibt's gegen Unterschrift. Alle paar Stunden wird am Strand und am Pool ein bisschen Animation angeboten, auf italienisch-russisch-englisch, dann ist wieder Ruhe. Jeden Abend ab 22 Uhr findet auf einer Terrasse "Show" statt - wessen Zimmer da in der Nähe liegt, der hat ein Problem (es sei denn, er ist ein Nachtschwärmer). Im Hotel gibt's eine Disco, die wir uns nicht angeschaut haben, weil uns schon die Abende im Restaurant einen Eindruck davon vermittelt haben, welche Klientel dort möglicherweise anzutreffen ist :-( Drei Sonnen, weil jede Aktivität, die mit ihrem Lärm auch jene belästigt, die nicht daran teilhaben wollen, in meinen Augen ein Manko und kein Vorteil ist - auch wenn ich mit dieser Meinung ziemlich allein dastehe...
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2004 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Chris |
Alter: | 31-35 |
Bewertungen: | 1 |