Keine Hotelburg, da der Komplex aus einstöckigen Einheiten bestand, die sich um den zentralen und riesigen Pool schlängeln. Das gesamte Areal wirkte sehr gepflegt. Internationale Gästestruktur aus ganz Europa und natürlich Araber. Wir haben uns bewusst diese Anlage ausgesucht, da die Vorposter darauf hinwiesen, dass keine russischen Kampftrinker das Hotel bevölkern. War auch vollkommen richtig. Da hier nur Halbpension angeboten wird, ist das Grand Seas für diese Klientel anscheinend uninteressant. Hier urlaubten hauptsächlich Familien und Paare. Wa schon viele geschrieben haben: handeln, handeln, handeln. Ob im Taxi (Preis unbedingt vorher ausmachen) oder in den Shoppingcentern. Ein guter Indikator ob man ein gutes Geschäft gemacht hat ist die Verabschiedung. Wird man fast hinausgeworfen, hat man gut verhandelt. Als meine Frau und ich zwei Stangen Zigaretten um umgerechnet je 20 Euro erstanden haben, hat uns der Besitzer des Geschäftes noch Feuerzeuge und Süßigkeiten für unseren Sohn gegeben. Was anscheinend soviel bedeutet wie "Ihr seid doch wirklich die Esel des Monats", denn Isabel sagte uns, dass sie auch um die Hälfte zu haben wären. Wirklich störend ist auch, dass es kaum möglich ist, in Ruhe an den Geschäften vorbei zu bummeln. Man wird ständig aufdringlich angequatscht. Achtung Handytelefonierer! Bei meinem österreichischen Mobilfunkbetreiber "Orange" kostet die Minute in die Heimat aktiv 4,90 € und passiv glaube ich 3,50!!! Da ich aufgrund der Erkrankung meines Sohnes viel mit den Ärzten der Reisekrankenversicherung telefonierte, flatterte mir zu Hause eine Handyrechnung von 450 Euro in den Briefkasten.
Kann mich nicht erinnern, jemals in so einem großen Zimmer geurlaubt zu haben. Ca. 50 m2, natürlich mit großem Balkon, Klima, Kühlschrank, Safe, Telefon und TV (drei deutsche Programme). Bad auch eher Badesaal als Badezimmer. Wasser zum Duschen war ab 17 Uhr kaum noch lauwarm, was aber im August nicht wirklich gestört hat (40 Grad im Schatten). Dunkel gebeizte Möbel hatten schon einige Jährchen am Buckel (Kastentür ächzte zum Erbarmen), war aber alles piko bello sauber.
Im ersten Stock des Haupthauses befindet sich das Restaurant, wo Frühstück und Abendessen eingenommen werden. Beides von 7 - 10 Uhr. Zum Frühstück sind Tee und Kaffee, den wir in vielen europäischen Urlaubsländern schon schlechter getrunken haben, und dreierlei Fruchtsäfte im Preis inkludiert. Andere Getränke kosten extra - auch Wasser (1 Liter ca 1,50 €). Wer beim Frühstücksbuffet nichts passendes findet, dem ist nicht zu helfen. Geschätzte 30 verschiedene Mehlspeisen, Eier, Würstchen, Rührei, Toast, Milchreis und und und... Auch das Abendessen war wohlschmeckend und reichhaltig. Verschiedene Fleischgerichte, Fisch, Salate, jeden zweiten Tag eine Grillstation und natürlich auch Nudel und oft Pizza. Trotz der optischen Sauberkeit ereilte uns die Rache des Pharao. Aber gleich neben dem Hotel gibt es eine Apotheke. Mit den Mitteln, die der Apotheker hervorzaubert, war nach einem Tag wieder alles vorbei (bietet er übrigens gerne in Kombination mit einer Packung Viagra an. Ist vielleicht verkaufstechnisch etwas ungünstig. Ich wollte mich jedenfalls nicht mit Dünnpfiff, schneidendem Bauchschmerz UND einer La**e am Klo sitzen sehen).
Die Kritik einiger Vorposter über unfreundliches Personal können wir überhaupt nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil, die Kellner sind sehr freundlich, zuvorkommend und kinderlieb. Wir haben mit Karem und Tallat jedenfalls immer einen heiden Spaß an unserem Tisch gehabt - trotz Stress mit Geschirr abräumen und Bestellung aufnehmen. Unverständlich, dass einige Gäste trotz aller Bemühungen ihr griesgrämiges Gesicht nicht verloren haben. Vielleicht lag es an der Sprachbarriere. Mit deutsch kommt man hier nicht weit, mit den meisten Ägyptern kann man sich aber auf englisch gut verständigen. Sogar mit dem Roomboy, der unser Zimmer jeden Tag tadellos hergerichtet hat.
Transfer vom Flughafen war in etwa 20 Minuten erledigt. Wer (wie wir) das erste Mal in Hurghada ist, wird dabei von der unglaublichen Hässlichkeit dieser Stadt fasziniert sein. Auf gefühlte zehn Rohbauten in jedem Fertigungsstadium kommen zwei fertige Häuser. Interessant, dass es keine Müllberge gibt, weil der Müll ganz einfach überall liegt. Ein extremer Kontrast, wenn man dann das saubere Resort betritt. Es gibt aber auch ein angeblich gepflegtes Touristenzentrum in der Stadt, das wir jedoch nicht besucht haben. Im Hotel sind zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten zu buchen, etwa nach Kairo, nach Luxor, eine Quadtour in die Wüste, Schnorcheltrips etc. Direkt am Strand, anschließend ans Hotel, gibt es auch eine hervorragende (deutsche!) Tauchschule - das Jasmin Diving Center. Dort haben mein zehnjähriger Sohn Raphael und ich unsere Tauchscheine gemacht. Auf diesem Weg ganz liebe Grüße an die Instruktoren Dieter und Mirko, die Raphael ins Herz geschlossen hat (bis er sich in unserer zweiten Urlaubswoche in einem ägyptischen Spital den Blinddarm entfernen lassen musste - aber das ist eine andere Geschichte...)
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Am Tag kommen die Animateure zwar an den Liegen vorbei und sagen, was gerade am Programm ist, waren aber nie aufdringlich dynamisch. Mit Wassergymnastik, Wasserball, Boccia und Volleyball ist das Angebot aber ohnehin überschaubar. Im Kidsclub kümmert sich Isabel, eine deutsche Animateurin, ganz entzückend um die Kleinen. Sie bringt auch am Abend in der Kinderdisco Feuer in die Bude. Um etwa 21.30 beginnt das Programm für die Großen. Mit ägypt. Volkstänzen, einer Misswahl oder einem doch eher amateurhaft wirkenden Fakir-Showprogramm nichts Berauschendes, aber ok. Wir waren vom Tauchen ohnehin immer so müde, dass wir früh schlafen gegangen sind.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Armin |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 1 |


