Zu unserer Zeit war das Hotel maximal zu 70 % ausgebucht; dementsprechend Zimmer, Liegen, Plätze in den Restaurants, alles reichlich vorhanden. Man gab uns wie selbstverständlich eine Suite direkt an der Tauchbasis (2054) im Erdgeschoß: Safe, Minibar, zwei Klimananlagen, zwei Fernseher, zwei kleine Terrassen - für uns ideal - wie bestellt. Die Zimmer mit höherer Nummer (2055 und 2056) haben freien Blick auf eine Mauer; die sollte man meiden. Es gibt kein all inclusive, was wohl Ost-Europäer abschreckt; auch kaum Animation, was besoffene und krakelende Jugendliche abschreckt; die meisten Gäste waren aus Deutschland, einige aus CH und A; zusätzlich Tauch-Enthusiasten aus aller Welt. In der zweiten Woche waren neue Gäste aus arabischen Ländern angekommen, woran die Super-Nanny verzweifeln würde und was unsere Trommelfelle mit Frequenzen um die 17 Kilohertz in einer Lautstärke um die 110 dB strapazierte, aber - es ist schließlich deren Land, und wir waren die Ausländer, also Ohren zu und durch. Das Hotel ist für lokale Verhältnisse sehr gut in Ordnung, nur einmal Ameisen im Bad, ansonsten alles in Ordnung. Nach meiner Erfahrung aus jetzt vier Aufenthalten in diesem Land bin ich der Meinung, daß die Leistungen der Angestellten nur zum Teil das Klima im Hotel bestimmen. Dort wird z. B. darum gebeten, daß die Herren mit langer Hose zum Abendessen erscheinen. Warum gehen Gäste in kurzen Hosen hin, Frauen manchmal gekleidet wie in einem billigen B-movie? Warum schnauzen Gäste das Personal an? Warum spricht man nicht auf Englisch mit den Angestellten? Wie man in die Wüste hineinruft, schallt es irgendwann einmal heraus.
Die Zimmer fanden wir sehr groß (statt einer Suite wäre ein einzelnes Zimmer bei gleicher Gesamtgröße auch gut gewesen), das Bad war absolut in Ordnung, Wäsche- und Handtuchwechsel konnten wir mit dem room boy individuell besprechen, dafür erhielt er ca 1, 20 Euro/Tag; zweimal war kurz Stromausfall. Kurz nach 1900 Uhr wird im Garten gegen Mücken gesprüht; man sollte rechtzeitig Trockenwäsche reinholen und die Balkontür schließen.
Hierüber wurde schon viel geschrieben: es war etwas einfallslos; wenn es Fisch gab, dann dieser in allen Gerichten von der Vorsuppe bis zum Nachtisch plus draußen vom Grill; einmal war offenbar Thementag Deutsch, ich habe in Deutschland schon schlechteres Fleisch bekommen. Das Buffet wird i. d.R schnell nachgefüllt, aber uns ist etwas Merkwürdiges aufgefallen: das Abendessen wird von 1900 Uhr bis 2200 Uhr angeboten, aber fast jeden Abend herrschte ab 2100 Uhr gähnende Leere. Wir wissen von anderen Gästen, daß danach schon für das Frühstück eingedeckt wurde; aber natürlich haben alle Gäste immer alles erhalten. Frühstückszeit ist von 0700 Uhr bis 1000 Uhr, sehr wichtig für Taucher. Lästig war der junge Mann, der vor dem Marhaba-(Haupt-)Restaurant irgendwelchen Trödel anbieten wollte; jeden Abend der gleiche Spruch, ein kleines Flugblatt erhalten (die Rückseite ist gut für Notizen); wir haben dann später grundsätzlich die Außentreppe benutzt.
Hier können wir uns nur lobend äußern: die Gepäckträger vergaßen uns beim Einchecken, aber danach war alles vorbildlich: Rezeption, Telephonvermittlung, Geldautomat vorhanden, Bedienung und Zimmerreinigung, Wäscherei wird angeboten, Strandliegen, Auflagen und Badelaken hierfür waren gratis. Durch die Laken konnte man manchmal die Zeitungen lesen, die ebenfalls am Strand angeboten werden; aber nachdem wir einmal schöne erhalten hatten, behielten wir sie einfach.
Das Wasser ist kaum zum Baden geeignet!! Man müßte etliche Meter gehen, bis es schwimmtief ist, Hausriff nicht vorhanden. Vom Steg aus links könnte man wohl etwas schwimmen, aber das hat kaum jemand gemacht. Zum Strand sind es null Meter, rechts und links sind jeweils neue Anlagen im Bau mit den normalen Geräuschen und manchmal Staubbelästigungen. Nach Süden schließt sich ein Kite-Strand an, danach das Jasmin-Hotel (man spricht russisch: nastrowje), nach Norden die Hotels der Albatros-Gruppe. Transfer vom und zum Flughafen bekannterweise sehr kurz; auch nach Hurghada downtown. Diese Fahrt wird vom Hotel gratis angeboten und war ihr Geld wert (wie gesagt - gratis). H. ist der gräßlichste Ort, den ich je gesehen habe, einschließlich Kairo und der hiesigen Müllkippe. Von der Schnorcheltour, die vom Hotel angeboten wird, hat man uns abgeraten; Schnorchler sollten sich eher an die Tauchbasis wenden und als non-diver an Tauchausfahrten teilnehmen. 30 Minuten Fußmarsch entlang der wunderschönen Wüstenstraße (Mittelstreifen nehmen !) ist an der westlichen (Wüsten-)Seite ein Einkaufszentrum mit den üblichen Fellachen, die einen über das Ohr hauen wollten; aber dort ist auch ganz links ein richtiger Laden (Cleopatra), in dem Festpreise verlangt werden und man kein Trinkgeld annimmt. Dort gibt es sehr günstig Textilien, Bücher, Andenken, CDs, ... sehr zu empfehlen. Auf dem Weg dorthin sollte man sich hüten, den hupenden Autos zurück- oder abzuwinken; dieses wird mißverstanden, und man hat ruck-zuck eine Fahrt nach Kairo gebucht, das Auto gekauft oder die Tochter des Fahrers geheiratet. Stumpf ignorieren !!!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wir waren wegen der Tauchbasis gekommen, die eine eigene und sehr gute internet-Präsentation hat. Wäre dies hier ein Tauchbewertungsportal, würde ich Loblieder auf die Basis schreiben; aber es gibt ja nicht nur Taucher, und es wäre ein Mißbrauch dieses Portals. Es waren noch ein Tennisplatz dort, Billard und Dart, eine wellness-Anlage, Möglichkeiten für anderen Wassersport (Bananenfahrten, Kiten, Schnorcheln), aber dieses wurde kaum in Anspruch genommen. Am Strandabschnitt südlich (hinter der obligaten Mauer) kann man ein Pferd mieten. Das Süßwasserbecken ist sehr anspechend gestaltet und hat fast Trinkwasserqualität, aber leider auch Kühlschranktemperatur. Man kann nicht -wie in einigen anderen Hotels- im Wasser sein und gleichzeitig an einer Bar etwas zu sich nehmen. Die Animation fanden wir angenehm dezent; vormittags kamen die üblichen Angebote an wellness, Teilnahme an neckischen Spielen, man brachte die Speisekarte des pool-Restaurants; aber ein Nein wurde sofort akzeptiert; kein oder kaum Gebaggere. Jeden Abend war eine ruhige Show durch ein eigenes Team, dort konnte man noch etwas trinken und/oder Shisha rauchen (haben wir nicht). Ein Streichelzoo wäre schön gewesen, in dem Gäste zu den Mahlzeiten ihre Kinder abgeben und andere Gäste diese Kinder dann neben Kamelen und Eseln streicheln können; aber man kann nicht alles haben - so waren die kleinen Blagen dann eben im Restaurant, und man konnte sich über den Mangel an Erziehung durch einige Eltern Gedanken machen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Mai 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jan Albert |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 28 |


