Reisen am Freitag den 13ten
Freitag, der 13.: Mythen, Kuriositäten und Reise-Fun-Facts
Freitag, der 13. – ein Datum, das bei manchen Menschen leichte Schnappatmung auslöst. Andere wiederum buchen genau dann ihren Flug nach Mallorca und denken sich: „Wenn schon Drama, dann bitte mit Pool."
Doch warum hat die 13 eigentlich so ein Imageproblem? Und weshalb verschwindet sie aus Flugzeugen, Hotels und Hochhäusern wie ein ungeliebter Verwandter bei der Sitzordnung? Machen wir eine kleine Reise durch Mythen, Geschichte und internationale Kuriositäten.
Woher kommt eigentlich der schlechte Ruf der 13?
🍷 1. Das letzte Abendmahl – Wenn Zahlen Geschichte schreiben
Einer der bekanntesten Ursprünge liegt im Christentum. Beim letzten Abendmahl saßen Jesus und seine zwölf Jünger gemeinsam am Tisch – also 13 Personen. Der 13. am Tisch soll Judas gewesen sein, der Jesus später verriet.
Über Jahrhunderte entwickelte sich daraus die Vorstellung, dass 13 Personen an einem Tisch Unglück bringen. In manchen europäischen Ländern galt es lange als schlechtes Omen, wenn 13 Gäste gemeinsam speisten. Teilweise wurde sogar extra eine 14. Person eingeladen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Die 12 hingegen galt traditionell als perfekte Zahl: 12 Monate, 12 Tierkreiszeichen, 12 Apostel, 12 Stunden auf der Uhr – sie steht symbolisch für Ordnung und Vollständigkeit.
Die 13 sprengt dieses harmonische System. Sie ist die Rebellin unter den Zahlen – und genau das machte sie verdächtig.
⚔️ 2. Nordische Mythologie – Wenn Loki auftaucht
Auch in der nordischen Mythologie hatte die 13 keinen guten Start.
In einer Legende waren zwölf Götter zu einem Festmahl in Walhall eingeladen. Loki, der Gott des Chaos und der Täuschung, erschien unangekündigt als 13. Gast. Das Ergebnis? Streit, Intrigen – und am Ende der Tod des beliebten Gottes Balder.
Seitdem gilt die 13 in diesem Mythos als Zahl, die Unruhe in eine eigentlich harmonische Gemeinschaft bringt. Wieder also das Motiv: 12 steht für Ordnung – die 13 für Störung.
⚖️ 3. Freitag als Unglückstag – Eine unheilvolle Kombination
Der Freitag hatte im christlichen Kontext ohnehin keinen besonders guten Ruf. Jesus soll an einem Freitag gekreuzigt worden sein. In früheren Zeiten galt Freitag zudem als ungünstiger Tag für wichtige Vorhaben wie Hochzeiten oder Geschäftsabschlüsse.
Kombiniert man also den unglücklichen Freitag mit der problematischen 13, entsteht ein perfektes Aberglaubens-Doppelpack.
Interessant ist jedoch: Historisch lässt sich nicht eindeutig belegen, wann genau Freitag, der 13., erstmals bewusst als Unglückstag bezeichnet wurde. Viele Historiker gehen davon aus, dass der Mythos erst im 19. Jahrhundert populär wurde – und durch Literatur und Medien weiter verstärkt wurde.
Warum gibt es im Flugzeug oft keine 13. Reihe?
In vielen Flugzeugen springt die Sitzreihen-Nummerierung direkt von 12 auf 14. Die 13 existiert schlicht nicht. Warum? Ganz pragmatisch: Es geht um das Wohlbefinden der Gäste. Selbst wenn nur ein kleiner Prozentsatz ein mulmiges Gefühl bei Reihe 13 hätte – warum sollte man das riskieren?
Psychologen sprechen hier vom sogenannten Nocebo-Effekt: Wenn Menschen glauben, etwas sei negativ, empfinden sie es eher auch so. Eine 13 auf dem Ticket könnte also – rein psychologisch – für mehr Nervosität sorgen.
Und wer möchte schon hören: „Ich hatte Turbulenzen in Reihe 13. Das war doch klar!“
Manche Airlines verzichten bewusst auf diesen Aberglauben und behalten die 13 bei – als stilles Statement gegen irrationale Ängste.
Kein Zimmer 13 – Der diskrete Nummernsprung
Auch in Hotels fehlt häufig das Zimmer mit der Nummer 13. Stattdessen findet man 12, 12A oder direkt 14.
Besonders in den USA ist dieses Phänomen verbreitet. Studien haben gezeigt, dass Immobilien mit einer 13 im Zusammenhang – etwa als Hausnummer – teilweise als weniger attraktiv wahrgenommen werden.
Hotels reagieren also eher aus wirtschaftlicher Vorsicht. Denn selbst wenn nur wenige Gäste bewusst darauf achten – ein ungutes Gefühl im Urlaub? Das braucht niemand.
Das verschwundene 13. Stockwerk
In vielen Hochhäusern, besonders in Nordamerika, existiert offiziell kein 13. Stock. Im Aufzug geht es von 12 direkt zu 14.
Natürlich ist das physische Stockwerk da – nur eben anders benannt. Manche Gebäude nutzen stattdessen Bezeichnungen wie 12A oder M (der 13. Buchstabe im Alphabet).
Ein schönes Beispiel dafür, wie stark kulturelle Überzeugungen sogar Architektur beeinflussen können.
Italien liebt die 13
Jetzt der Perspektivwechsel: In Italien gilt die 13 traditionell als Glückszahl. Der Ausdruck „fare tredici“ bedeutet so viel wie „den Hauptgewinn machen“, insbesondere beim Fußball-Tippspiel.
Hier ist es vielmehr die 17, die als Unglückszahl gilt. In römischen Zahlen geschrieben: XVII. Umgestellt ergibt das VIXI – Ich habe gelebt. Also: Mein Leben ist vorbei. Nicht gerade optimistisch.
Asiens Unglückszahl
In vielen asiatischen Ländern ist nicht die 13 problematisch, sondern die 4. Der Grund ist sprachlich: In China, Japan oder Korea klingt die Zahl 4 ähnlich wie das Wort für „Tod“.
Deshalb fehlen dort häufig das vierte Stockwerke oder Zimmernummern mit einer 4.
Die 13 hingegen hat dort keine besonders negative Bedeutung – sie ist schlicht eine Zahl. Manchmal wird sie sogar positiv interpretiert, je nach regionaler Aussprache.
Während wir also nervös auf den Kalender schauen, wundert man sich andernorts eher über unsere Fixierung auf die 13.
Funfacts der Zahl 13
🧙♀️ Ein Hexenzirkel soll traditionell aus 13 Mitgliedern bestehen.
🃏 Jede Kartenfarbe im klassischen Kartenspiel hat 13 Karten.
🌙 Ein Jahr umfasst 12 Monate – aber 13 Mondzyklen.
🗽Die USA starteten mit 13 Kolonien – heute gilt sie dort trotzdem als Unglückszahl.
🎥 Die Horrorfilmreihe „Friday the 13th“ hat den Mythos weltweit zementiert.
📅 Jeder Monat, der an einem Sonntag beginnt, hat automatisch einen Freitag, den 13.
Fazit: Reise oder lieber Sofa?
Statistisch gesehen passieren an Freitag, dem 13., nicht mehr Unglücke als an anderen Tagen. Manche Studien deuten sogar darauf hin, dass Menschen vorsichtiger sind – und dadurch weniger passiert. Vielleicht ist Freitag, der 13., also gar kein Pechtag. Vielleicht ist er einfach nur ein Tag mit besonders guter Story.
Und Hand aufs Herz:
Wenn schon Aberglaube, dann doch bitte mit Meerblick, Sonnenuntergang und einem kühlen Getränk in der Hand. Reihe 12 oder 14 – Hauptsache, der Urlaub beginnt. ✈️🌴