Ikonische Kunstwerke
Von Mona Lisa bis Der Schrei: Wo Du die berühmtesten Gemälde der Welt findest
Einige Kunstwerke erlangten weltweite Bekanntheit. Bereits die bloße Erwähnung ihres Namens genügt, um Farben und Formen unmittelbar in der Vorstellung entstehen zu lassen. Sieben Gemälde ragen dabei ganz besonders heraus – sie zählen zu den ikonischsten Werken der Kunstgeschichte. Wer diese Meisterwerke persönlich betrachten möchte, begibt sich auf eine Reise quer durch Europa mit einem zusätzlichen Stopp in den Vereinigten Staaten.
Mona Lisa von Leonardo da Vinci
Das vermutlich populärste Gemälde weltweit befindet sich im Pariser Louvre. Die Mona Lisa präsentiert das Bildnis der Lisa Gherardini mit jenem enigmatischen Lächeln, wobei über die wahre Identität der dargestellten Person nach wie vor debattiert wird. Leonardo da Vinci schuf dieses Werk etwa 1503 unter Verwendung der Sfumato-Technik mit ihren sanft ineinanderfließenden Konturen. Das kompakte Bild steht in der Salle des États des Louvre gesichert in einem kugelsicheren Glasgehäuse.
Zu internationaler Berühmtheit gelangte die Mona Lisa zudem durch einen aufsehenerregenden Diebstahl im Jahr 1911, über den die weltweite Presse über Wochen hinweg berichtete.
Die Sternennacht von Vincent van Gogh
Das Museum of Modern Art in New York beherbergt van Goghs nächtlichen Himmel mit seinen unverwechselbaren Strudeln. Die Sternennacht präsentiert ein Dorf unterhalb eines expressiven Firmaments. Van Gogh gestaltete 1889 mit kräftigen Pinselstrichen in tiefem Blau und strahlendem Gelb eine Szenerie, die stärker von innerer Wahrnehmung als von äußeren Gegebenheiten zeugt.
Zu Lebzeiten blieb van Gogh weitgehend ohne Würdigung, sein gewaltsamer Tod gibt bis in die Gegenwart Rätsel auf. Erst Jahrzehnte danach avancierte das Werk zur Ikone moderner Malerei. Forscher stellten fest, dass die Himmelsmuster tatsächlich physikalischen Turbulenzen gleichen.
Der Schrei von Edvard Munch
Zwei Museen in Oslo verwahren Versionen von Der Schrei. Im Museum MUNCH sowie im Nationalmuseum lassen sich Varianten eines der bekanntesten expressionistischen Bilder betrachten. Die geschlechtslose Gestalt auf einer Brücke, beide Hände gegen die Ohren gepresst, vor einem gleißend roten Himmel. Dieses Motiv entwickelte sich zum Sinnbild für Angst und existenzielle Verzweiflung.
Munch fertigte mehrere Ausführungen in unterschiedlichen Techniken an. Die extrem verzerrten Formen und emotional intensiven Farben stellten um 1893 eine radikale Neuerung dar. Zwei spektakuläre Diebstähle in den 1990er sowie 2000er Jahren verschafften dem "Schrei" zusätzliche Bekanntheit.
Die Geburt der Venus von Sandro Botticelli
In den Florentiner Uffizien präsentiert sich Botticellis Die Geburt der Venus. Das Gemälde zeigt die Göttin der Liebe unbekleidet auf einer Muschel stehend, während Winde sie zum Ufer transportieren. Die grazilen Linien, die flächige Farbgebung sowie die idealisierten Körperformen erschaffen eine poetische Stimmung.
Für das späte 15. Jahrhundert stellte dieser großformatige mythologische Akt in einer überwiegend religiös geprägten Gesellschaft eine Besonderheit dar. Botticelli fusionierte antike Mythologie mit neuplatonischer Philosophie. Das 19. Jahrhundert brachte die Wiederentdeckung des Künstlers, der heute als Prototyp der florentinischen Frührenaissance gilt.
Mädchen mit dem Perlenohrring von Johannes Vermeer
Das Mauritshuis in Den Haag konzentriert sich auf einen einzigen Blick. Johannes Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring präsentiert ein junges Mädchen im Dreiviertelprofil, das sich umdreht und BetrachterInnen unmittelbar anblickt. Der blaue Turban, die große Perle am Ohr sowie der dunkle Hintergrund erzeugen eine Intimität, die für das 17. Jahrhundert bemerkenswert war.
Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Porträt einer konkreten Person, sondern um eine Tronie – einen Charakterkopf, bei dem Lichtführung und Gesichtsausdruck zentral stehen. Tracy Chevaliers Roman (2000) sowie die Verfilmung "Girl with a Pearl Earring" (2003) verhalfen dem Werk zur Bezeichnung Mona Lisa des Nordens.
Der Kuss von Gustav Klimt
Das Obere Belvedere in Wien reserviert das Gemälde Der Kuss einen separaten Saal. Das quadratische Gemälde aus Gustav Klimts "goldener Phase" präsentiert ein sich küssendes Paar auf einer blütenübersäten Wiese. Die Körper verschmelzen stellenweise mit ornamentalen Gold- und Musterflächen.
Um 1908 stellte diese Verbindung aus religiöser Goldgrund-Ästhetik und zeitgenössischer, sinnlicher Liebesdarstellung eine Seltenheit dar. Die ornamentale Flächigkeit deutet bereits über den Jugendstil hinaus zur Abstraktion. Das Bild fand von Beginn an großen Publikumszuspruch und erlangte später durch Poster sowie Dekorationsartikel weltweite Popularität.
Guernica von Pablo Picasso
Das Museo Reina Sofía in Madrid beherbergt Pablo Picassos Guernica. Das monumentale, in Schwarz und Weiß gehaltene Gemälde verarbeitet die Bombardierung der baskischen Stadt Guernica im Jahr 1937. Fragmentierte Gestalten von Menschen, ein Pferd, ein Stier sowie zerstörte Architektur vereinen sich zu einem Antikriegsbild.
Pablo Picasso verwendete eine kubistisch beeinflusste Bildsprache, um das Kriegsverbrechen anzuprangern. Die Reduktion auf Grautöne intensiviert den dokumentarischen Charakter. Während der Franco-Diktatur verblieb Guernica im Ausland und kehrte erst 1981 nach Spanien zurück.