Gut zu wissen
Sonnencreme-Verbot im Urlaub: Das solltest Du vor der Reise wissen
Sonnencreme gehört für viele selbstverständlich in den Urlaubskoffer – doch einige Inhaltsstoffe können Korallenriffe und empfindliche Meeresökosysteme belasten. Besonders häufig stehen UV-Filter wie Oxybenzon, Octinoxat oder Octocrylen in der Kritik. Studien zeigen, dass sie Korallen schädigen und das ökologische Gleichgewicht unter Wasser beeinträchtigen können. Deshalb reagieren immer mehr Reiseziele mit Einschränkungen oder Verboten für bestimmte Sonnenschutzmittel.
Vor allem in beliebten Schnorchel- und Tauchregionen setzen Behörden inzwischen verstärkt auf riffschonenden Sonnenschutz, UV-Kleidung und mehr Umweltbewusstsein bei UrlauberInnen. Vor Deiner Reise lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die jeweiligen Regeln vor Ort.
Palau, Pazifik
Palau zählt zu den ersten Inselstaaten weltweit, die bestimmte Sonnencremes verboten haben. Bereits seit 2020 dürfen korallenschädliche Produkte dort weder verkauft noch eingeführt werden. Wer die berühmte Unterwasserwelt des Pazifikstaats schützen möchte, sollte auf biologisch abbaubare Alternativen oder UV-Kleidung setzen.
Hawaii – Hawaiianisches Riffgesetz, USA
Key West, Florida
Das zweitgrößte Korallenriff der Welt, das Florida Reef, war einst ein Paradebeispiel für farbenprächtiges tropisches Leben. Vielerorts hat die Korallenbleiche die Bestände zerstört. Darum wird in Key West seit Jahren intensiv über strengere Regeln für Sonnenschutzmittel diskutiert, um das berühmte Florida Reef besser zu schützen. Vor Ort empfehlen viele Anbieter inzwischen reef-safe-Produkte.
Die Jungferninseln, Karibik
Seit März 2020 sind auf der Inselgruppe im Karibischen Meer Sonnencremes mit den Inhaltsstoffen Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen verboten. Eincremen darfst Du Dich weiterhin, solange Dein Sonnenschutz frei von diesen chemischen Bestandteilen ist und keine chemischen UV-Filter enthält.
Aruba, Karibik
Die kleine Karibikinsel Aruba gilt als Vorreiter beim Umweltschutz. Bereits seit einigen Jahren sind bestimmte Sonnencremes mit oxybenzonhaltigen Inhaltsstoffen nicht mehr erlaubt. Zusätzlich setzt die Insel verstärkt auf Nachhaltigkeit und hat auch viele Einwegplastikprodukte verbannt.
Mexiko, Nordamerika
Vor allem in beliebten Urlaubsregionen Mexikos wie Tulum oder entlang der Riviera Maya wird empfohlen, möglichst biologisch abbaubare und riffschonendere Sonnencremes zu verwenden. So sollen die sensiblen Korallenriffe besser geschützt werden.
Bonaire, Küste Venezuelas
Laut wissenschaftlicher Studien sind seit 1980 ungefähr 90 Prozent der Riffe in der Karibik verschwunden. Die Karibikinsel Bonaire schützt daher ihren National Marine Park mit strengeren Regeln für Sonnenschutzmittel. Besonders Produkte mit Oxybenzon und Octinoxat gelten dort als problematisch.
Thailand, Südostasien
In mehreren thailändischen Meeresnationalparks sind Sonnencremes mit korallenschädlichen Inhaltsstoffen nicht erlaubt. Stattdessen wird UrlauberInnen empfohlen, UV-Kleidung oder riffschonendere Produkte zu verwenden.
Malediven, Indischer Ozean
Die Malediven sensibilisieren zunehmend für den Schutz ihrer Unterwasserwelt mit dem Import- und Verkaufsstopp von chemischem und korallenschädlichem Lichtschutz. Wenn Du Dich beim Schnorcheln oder Tauchen dennoch ausreichend schützen möchtest, empfehlen wir Dir UV-Schutzkleidung und die Verwendung kleiner Mengen von physikalischem Sonnenschutz.
Französisch-Polynesien, Südpazifik
Das Inselparadies im Südpazifik besteht aus über 100 Atollen und Archipelen, die sich auf über 2.000 Kilometern ausdehnen. Um diese einzigartige Inselwelt zu erhalten und der Unterwasserwelt nicht zu schaden, empfiehlt die Regierung von Französisch-Polynesien die Verwendung natürlicher beziehungsweise riffschonender Sonnencremes.
So schützt Du Dich auch ohne klassische Sonnencreme
Nicht nur Sonnencremes helfen gegen UV-Strahlung. Gerade in tropischen Reisezielen lohnt es sich zusätzlich:
- direkte Mittagssonne zu meiden
- UV-Shirts und Sonnenhüte zu tragen
- Schattenplätze zu nutzen
- den UV-Index zu beachten
- und die Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen.
Viele Drogerien bieten inzwischen sogenannte reef-safe-Produkte an. Trotzdem lohnt sich vor der Reise ein Blick auf die Inhaltsstoffe und die jeweiligen Empfehlungen im Urlaubsland