Paar küsst sich leidenschaftlich im Meer.
© Shutterstock-2198651879_mhtjeg

Gut zu wissen

Küssen verboten: In diesen Urlaubsländern ist ein Kuss in der Öffentlichkeit tabu

Hand in Hand am Strand entlangschlendern, die Atmosphäre ist gelöst und es folgt ein Kuss beim Sonnenuntergang – doch in manchen Urlaubsländern kann die romantische Stimmung schnell umschlagen, wenn ein Knutscher plötzlich für Aufsehen sorgt. Was in Deutschland als liebevolle Geste gewertet wird, steht in manchen Kulturen unter Strafe. Deshalb solltest Du Dich vor Deiner Reise genau informieren, wo der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit tabu ist. Diese Regelungen können auf religiösen Überzeugungen oder kulturellen Traditionen basieren. Wir geben anlässlich des Tags des Kusses einen Überblick über soziale Normen und rechtliche Bestimmungen beispielsweise von Ländern im Nahen Osten und in Teilen von Asien, weil hier einige der strengeren Gesetze zur Anwendung kommen.

Vereinigte Arabische Emirate: Küsse sind Privatsache

In der eher konservativen und religiös geprägten Gesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate gibt es bestimmte Verhaltensregeln. Diese sehen vor, dass Paare sich in der Öffentlichkeit nicht übermäßig zärtlich verhalten sollten. Küsse und innige Umarmungen stehen unter Strafe, vor allem bei unverheirateten Paaren. Ob Du mit einer Geldstrafe oder sogar mit Haft rechnen musst, ist gesetzlich nicht klar festgeschrieben und je nach Region unterschiedlich. Bei einer Anzeige wird von Fall zu Fall entschieden, je nachdem, wie die öffentlichen Zuneigungsbekundungen ausgesehen haben. Dies trifft selbst für den Urlaubsort Dubai zu, der generell als weltoffener gilt als andere Gegenden. Hin und wieder entsteht der Eindruck, dass gerade bei TouristInnen, die keine MuslimInnen sind, ein Auge zugedrückt wird. Um keinen Ärger zu bekommen, solltest Du Dich allerdings an die Vorgaben halten.

2010 ist das Schicksal einer Britin und eines Briten bekannt geworden, die sich in einem Restaurant in Dubai mit einem Kuss auf die Wange begrüßten. Da sie von einem Restaurantgast angezeigt wurden, erhielten sie eine Geldstrafe von jeweils etwa 250 Euro, mussten 30 Tage in Haft und wurden anschließend ausgewiesen.

Iran: öffentlich keine große Zuneigung zeigen

Händchenhalten, Umarmungen, Küsse in der Öffentlichkeit – das kann im Iran zu schwerwiegenden Konsequenzen wie Gefängnisstrafen führen. Die strengen Verhaltensregeln dienen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Das islamische Recht hat jedoch auch im Iran keinen fixen Strafkatalog für solche Verstöße etabliert. Bei einer Anzeige liegen die Verurteilung der Beschuldigten, Art und Umfang der Strafen innerhalb eines bestimmten Rahmens im Ermessensbereich des Gerichts.

Wie vermeintlich harmlose Treffen schnell in einem anderen Licht erscheinen, zeigt dieser Vorfall: Im Herbst 2023 machte Fußballstar Cristiano Ronaldo Schlagzeilen, als er eine iranische Malerin für ein Foto umarmte und küsste. Dafür sollte er angeblich mit 99 Peitschenhieben bestraft werden. Die iranische Botschaft dementierte dieses Gerücht später. Wahr ist, dass laut iranischem Recht Männer und Frauen aufgrund eines außerehelichen Seitensprungs mit bis zu 100 Peitschenhieben oder sogar mit dem Tod bestraft werden können.

Saudi-Arabien und Katar: Geldstrafen für Küsse

Basierend auf religiösen Normen, hat das Königreich Saudi-Arabien strenge Gesetze in Bezug auf Küsse in der Öffentlichkeit aufgestellt. Selbst das Flirten verbietet der wahhabitische Islam, die Staatsreligion Saudi-Arabiens. Bei schwerwiegenden Verstößen müssen Einheimische mit Geld- und Haftstrafen oder Auspeitschen rechnen. Auf Reisende kommt hingegen eine Geldstrafe von bis zu circa 1.500 Euro zu, wenn sie bei der öffentlichen Zurschaustellung von Zuneigung oder sonstigen Missachtungen der Anstandsregeln erwischt werden. Deshalb solltest Du als TouristIn Zärtlichkeiten in diesem Land unbedingt hinter geschlossenen Türen austauschen.

In Katar und weiteren arabischen Ländern sieht es ähnlich aus: Pärchen zeigen sich ihre Zuneigung besser im privaten Rahmen beziehungsweise im Hotelzimmer, um nicht zum öffentlichen Ärgernis zu werden.

Indien und Pakistan: Zurückhaltung bei Küssen

Laut indischem Recht werden obszöne Handlungen an einem öffentlichen Ort verurteilt, sobald sie von anderen als Belästigung wahrgenommen werden. Die Strafen umfassen Bußgeld und/oder Haft. Da es sich bei Indien um eines der größten und bevölkerungsreichsten Länder der Welt handelt, lassen sich keine generellen Aussagen treffen. Das Strafmaß variiert je nach Region und Anlass. Je nach Intensität können Küsse und Umarmungen also zu Ärger führen. Das musste auch Hollywoodschauspieler Richard Gere 2007 erfahren, als er in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi seine indische Kollegin Shilpa Shetty bei einer Veranstaltung umarmte und mehrmals auf die Wangen küsste. Dieses „obszöne Verhalten“ sorgte in konservativen hinduistischen und muslimischen Kreisen für Aufruhr. Gere sollen bis zu sechs Jahre Gefängnis gedroht haben. Shetty wurde dafür kurzzeitig verhaftet und erst 15 Jahre später offiziell von den Vorwürfen freigesprochen.

Im Nachbarland Pakistan gehören strenge soziale Normen ebenso zum Alltag. Verzichte lieber auf leidenschaftliche Küsse und zu viel Körperkontakt, da es gesellschaftlich und manchmal rechtlich nicht akzeptabel ist.

Schild in Englisch mit dem Verbot von Umarmungen und Küssen.
Küssen verboten! In machen Urlaubsländern sind romantische Zuneigungen zwischen zwei Menschen nicht erlaubt. ©Shutterstock-1597564765_nwmxih

Malaysia: Schilder verbieten innige Küsse

Auch dieser Staat in Südostasien ist dafür bekannt, dass übermäßig zur Schau gestellte Zärtlichkeiten, besonders von unverheirateten Paaren, in der Öffentlichkeit als unsittlich angesehen werden. Mancherorts wie in Taxis, Einkaufzentren und Parks stoßen TouristInnen in Malaysia sogar auf Schilder, die Küsse verbieten. Verstöße führen mitunter zu rechtlichen Konsequenzen, in der Vergangenheit wurden bereits Bußgelder verhängt. So geschehen 2003, als sich ein Paar in einem Park an den Petronas Towers von Kuala Lumpur küsste und umarmte. Rechtlich gesehen, spielt unter anderem eine Rolle, ob sich andere Menschen durch leidenschaftliche Zeichen der Zuneigung gestört fühlen.

Japan und China: nicht verboten, aber anstößig

Dann gibt es noch einige Reiseländer wie Japan und China, in denen Du zwar nicht mit einer Strafe rechnen musst, wenn Du mit einer geliebten Person intensive Küsse austauschst – allerdings solltest Du Dir bewusst sein, dass Du damit gegen die gesellschaftliche Etikette verstößt. Kulturell bedingt, sind die Menschen dort in Sachen Körperkontakt zurückhaltender. Daher werden Küsse von vielen bereits als Teil des Vorspiels gewertet, weshalb sich Einheimische dadurch belästigt fühlen könnten.

Indonesien: asiatisches Land mit strikten Gesetzen

Das Reiseziel Indonesien ist das Land mit der weltweit größten islamischen Bevölkerung. Da gerade in strengen Gebieten wie zum Beispiel Aceh die Regeln des Korans strikt umgesetzt werden, sollten UrlauberInnen davon absehen, sich hier in der Öffentlichkeit innig zu küssen oder sonstige Zärtlichkeiten zu zeigen. Denn dadurch könntest Du die BewohnerInnen verärgern. Unverheirateten einheimischen Paaren drohen beispielsweise Stockschläge oder Peitschenhiebe, sollten sie bei solchen Handlungen erwischt werden. Ob das Sexverbot für Unverheiratete, das 2025 in Kraft treten soll, auch für TouristInnen gelten wird, ist bisher noch nicht ganz klar.

Top Angebote in Indonesien

Alle Anzeigen