Von Basingstoke bis nach Glasgow
Auf Spider-Mans Spuren: Diese echten Drehorte kannst Du besuchen
Wenn sich Spider-Man in seinem neuen Kinoabenteuer "Brand New Day" durch Häuserschluchten schwingt, haben die ZuschauerInnen New York City vor Augen. Die Metropole ist quasi untrennbar mit dem Superhelden verbunden. Der Regisseur Destin Daniel Cretton (47) beschreibt die Stadt als "Motor, der Spider-Man antreibt".
Da verwundert es, dass ein beträchtlicher Teil der Superhelden-Action gar nicht in den Straßen des Big Apple entstanden ist, sondern Tausende Kilometer entfernt. Für den vierten Solo-Film mit Tom Holland (30) als Peter Parker verwandelte die Produktion unter anderem das schottische Glasgow und das englische Basingstoke in Teile der US-Metropole. Weitere Szenen wurden etwa in London, auf einem Friedhof in Surrey und in den Pinewood Studios aufgenommen.
Glasgow: Wo Schottland plötzlich wie Manhattan aussieht
Der Production Designer Charles Wood erklärt, dass das Team schon gut ein Jahr vor Beginn der Dreharbeiten in New York City unterwegs war, um die Atmosphäre aufzusaugen. Denn eines der logistischen Hauptprobleme bestand darin, die Metropole auf die Leinwand zu bringen, ohne dort groß zu drehen.
Der wichtigste frei zugängliche Drehort liegt im Zentrum von Glasgow. Die schottische Großstadt ist mit ihrem rechtwinkligen Straßennetz und den mächtigen historischen Fassaden bereits häufiger als amerikanische Metropole eingesprungen. Die beiden Städte besäßen laut offiziellem Presseheft auch ein und dieselbe "stilistische DNS", denn viele Architekten und Arbeiter, die schon in Glasgow arbeiteten, seien am Ausbau von New York City beteiligt gewesen.
Für "Brand New Day" wurden laut übereinstimmenden Berichten unter anderem Bothwell Street, St Vincent Street, Pitt Street und Wellington Street mit US-Fahnen, amerikanischen Verkehrsschildern, gelben Taxis, NYPD-Fahrzeugen und mehr ausgestattet. Die Tourismusorganisation Visit Glasgow veröffentlichte etwa schon im August 2025 Hinter-den-Kulissen-Bilder vom Dreh auf der Bothwell Street bei Instagram.
Spider-Man auf dem Panzerfahrzeug
Auf der Bothwell Street entstanden beispielsweise auch Szenen für eine auffällige Actionsequenz des neuen Blockbusters. Aufnahmen vom Set, die im Internet kursierten, zeigen Spider-Man unter anderem auf einem gepanzerten Fahrzeug, das während einer Verfolgungsjagd durch die Straßen rast.
Für ein Foto kannst Du dich hier zum Beispiel an das westliche Ende der Straße stellen und in Richtung der langen Häuserflucht fotografieren. An einem ruhigen Sonntagmorgen sollten vermutlich weniger Fahrzeuge im Bild stehen und die Fassaden besser zur Geltung kommen. Die ganzen Filmrequisiten sind aber leider längst verschwunden.
Auch die St Vincent Street wurde als Lower Manhattan hergerichtet. Die Tourismusorganisation nennt die Straße ausdrücklich als "Brand New Day"-Schauplatz, an dem gelbe Taxis, ein Panzerfahrzeug und der durch die Stadt schwingende Spider-Man zu sehen waren. Weitere Drehtage fanden in der Merchant City statt, etwa in der Wilson Street.
Die Merchant City ist einer der ältesten Stadtteile Glasgows. Die Straßen lassen sich bequem bei einem Spaziergang verbinden. In der Nähe liegen auch besondere Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen, die einen Besuch wert sind – etwa die Gallery of Modern Art und die Glasgow City Chambers. Auch die erhöht über der Stadt gelegene Glasgow Necropolis eignet sich für Fotos.
Motel One Glasgow
Vom Flughafen Glasgow fährt unter anderem der Airport Express 500 ins Zentrum. Nach Angaben des Flughafens dauert die Fahrt bis zu den ersten Innenstadt-Haltestellen im Idealfall nur rund 15 Minuten. Praktisch für Filmfans: Der Bus hält unter anderem direkt an der Bothwell Street.
Ein geeignetes Hotel für den Aufenthalt, das nicht zu teuer ausfällt und gut bewertet ist, ist etwa das Hotel Motel One Glasgow. Es liegt direkt am Hauptbahnhof und damit ebenfalls nur wenige Gehminuten von den Straßen entfernt, in denen gedreht wurde. Eine Alternative könnte für Dich das DoubleTree by Hilton Hotel Glasgow Central sein. Wie der Name des Hotels bereits verrät, ist auch das DoubleTree sehr zentral – und damit nicht weit entfernt – gelegen.
Basingstoke: Action zwischen Bürohäusern
Ein weiterer Teil des vermeintlichen New York entstand in Basingstoke, einer noch deutlich kleineren Stadt südwestlich von London. Gedreht wurde laut Medienberichten im September und Oktober 2025 im Geschäftsviertel Basing View, vor allem zwischen Fanum House und Mountbatten House. Auf Aufnahmen von dort waren ebenso ein Militärfahrzeug, bewaffnete Einsatzkräfte und Spider-Man zu sehen.
Fanum House und Mountbatten House sind keine klassischen Sehenswürdigkeiten. Die Gebäude kannst Du jedoch von den öffentlichen Wegen in Basing View aus betrachten. Bitte beachte, dass die Büros und angrenzende Grundstücke nicht automatisch für BesucherInnen zugänglich sind. Auch sind es nicht wirklich klassische Motive für Fotos.
Deutlich klassischer in Sachen Tourismus ist ein Ausflug zum historischen Anwesen The Vyne nördlich der Stadt. Auch Winchester mit seiner Kathedrale ist per Zug oder Auto in etwa 20 bis 30 Minuten gut erreichbar. Literaturfans können zudem das frühere Wohnhaus von Jane Austen im nahen Chawton besuchen.
Von London Waterloo aus gibt es direkte Zugverbindungen nach Basingstoke. Die schnellsten Verbindungen bringen Dich laut South Western Railway in ungefähr 45 Minuten in die kleine Stadt. Vom Bahnhof aus gelangst Du zu Fuß in wenigen Minuten nach Basing View. Zu den vielversprechenden Hotel-Adressen in und um Basingstoke gehört unter anderem das Hotel Audleys Wood, das mit luxuriösem britischem Charme punktet. Wenn Du es moderner magst, könnte das The Hampshire Centrecourt eine Option sein, das mittlerweile auch als Hampshire Court Hotel & Spa bekannt ist.
Brookwood Cemetery: Peter Parker besucht Aunt Mays Grab
Auf dem Brookwood Cemetery in Surrey wurde eine deutlich ruhigere Szene aufgenommen. Tom Holland hat dort als Peter Parker das Grab seiner Tante May besucht. Zendaya (29), die die MJ spielt und im echten Leben mit Holland verheiratet ist, wurde ebenfalls am Set gesehen.
Der Brookwood Cemetery ist weit mehr als nur ein Filmset. Der schon im 19. Jahrhundert eröffnete Friedhof gilt als größter Großbritanniens und wurde ursprünglich angelegt, damit Tote aus London dort ihre letzte Ruhe finden konnten. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich historische Grabfelder, Mausoleen sowie britische und internationale Militärfriedhöfe. Der Filmgrabstein soll eine Requisite gewesen sein und sollte daher nicht als reales Grab gesucht werden. Zudem ist Brookwood weiterhin ein Friedhof. Wenn Du den Drehort besuchst, solltest Du entsprechend zurückhaltend fotografieren, Trauernde nicht stören und Dich angemessen verhalten. Überwachsene Grabsteine und kleine Kapellen vor Ort bieten eine besondere Atmosphäre der Einkehr.
Hotels in der Nähe
Züge fahren ebenfalls von London Waterloo direkt nach Brookwood. Die Fahrt dauert durchschnittlich um die 40 Minuten. Vom Bahnhof aus gibt es einen unmittelbaren Zugang auf das Gelände. Der Brookwood-Friedhof ist in der Regel täglich von 08:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 16:45 Uhr. Das DoubleTree by Hilton Hotel Woking liegt knapp sechs Kilometer vom Friedhof entfernt und nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Woking. Ebenfalls in der Region ist etwa das Aviator Hampshire in Farnborough zu finden, das seine Gäste mit modernem Ambiente empfängt.
Battersea Park: Londoner Drehort mit Aussicht auf die Themse
Auch im Battersea Park im Süden Londons wurden die Kameras aufgebaut. Der rund 80 Hektar große Park liegt direkt an der Themse. Zu seinen bekanntesten Motiven gehören unter anderem die Friedenspagode, der Boating Lake und der Blick über den Fluss. Unmittelbar daneben steht die Battersea Power Station.
Mit seinen vier Schornsteinen ist das ehemalige Kraftwerk eines der wohl auffälligsten Bauwerke Londons. Die Peace Pagoda lässt sich vom Uferweg aus gemeinsam mit der Themse aufnehmen. Für ein moderneres Motiv gehst Du ganz einfach weiter in Richtung Osten zur Battersea Power Station.
Die Bahnhöfe Battersea Park und Queenstown Road liegen in direkter Nähe zum Park. Alternativ fährst Du bis zur Battersea Power Station oder nimmst ein Boot zum Battersea Power Station Pier.
Senate House: Monumentale Kulisse mitten in Bloomsbury
Als weiterer Londoner Drehort wird das Senate House der University of London im Stadtteil Bloomsbury geführt. Wegen seiner monumentalen Wirkung eignet sich das Senate House grundsätzlich bestens als Kulisse für Behörden oder den Sitz mächtiger Institutionen. Hier sollen Szenen aus dem Department of Damage Control entstanden sein.
Der Außenbereich ist von der Malet Street und vom anliegenden Russell Square aus gut zu sehen. Von der Straße aus wirkt das Gebäude für Fotos besonders wuchtig. Du solltest möglichst früh kommen, bevor Lieferverkehr und PassantInnen beim Fotografieren stören. Die Innenräume gehören zur Universität und sind in der Regel nicht ohne Weiteres touristisch zugänglich.
Dafür befindet sich in unmittelbarer Nähe das British Museum, das Du kostenlos besuchen kannst. Geöffnet ist es für gewöhnlich täglich zwischen 10:00 und 17:00 Uhr. Und auch die für ihre Buchhandlungen bekannte Charing Cross Road liegt ganz nah.
Hotels in der Nähe der Londoner Drehorte
Die nächsten U-Bahn-Stationen sind Russell Square und Goodge Street. Selbst von St Pancras Station und King's Cross kannst Du die Location gut zu Fuß erreichen. Die Auswahl an Übernachtungsangeboten in London ist natürlich riesig. Wenn Du quasi direkt nebenan schlafen möchtest, solltest Du dir das Staunton Hotel ansehen. Nach dem englischen Frühstück sind es von hier aus nur wenige Meter bis zur Universität oder dem British Museum. Solltest Du lieber ganz in der Nähe zum Battersea Park übernachten wollen, könnte das Pestana Chelsea Bridge etwas für Dich sein. Es liegt direkt zwischen der Anlage und der Power Station.
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Diesen Drehort kannst Du leider nicht besichtigen
Viele Kulissen der Produktion sind leider nicht frei zugänglich. Ein großer Teil der Innenaufnahmen, Stunts und Effektszenen entstand in den Pinewood Studios in Buckinghamshire nahe London. Dabei handelt es sich um einen modernen Studiokomplex, der bereits für unzählige Filme und Serien genutzt wurde, der aber nur in Ausnahmefällen zugänglich ist.
Für eine Spider-Man-Reise lohnt sich deshalb vor allem eine Kombination aus Glasgow und London. Die schottische Stadt liefert die spektakulärsten Straßenkulissen, während die englische Hauptstadt auch neben den Spider-Man-Kulissen unglaublich viel zu bieten hat. Auch Tagesausflüge zum Brookwood Cemetery oder nach Basingstoke sind von London aus einfach realisierbar.
Da sich all diese Ziele in Großbritannien befinden, bieten sich für Besuche vor allem die Monate von Frühling bis Herbst an. Dann kommt es vor allem auf persönliche Vorlieben an. Der Mai und der Juni bieten etwa für schottische Verhältnisse in der Regel vergleichsweise viele Sonnenstunden, das Frühjahr verzaubert mit vielerorts blühenden Gärten und der Herbst lädt zu bunten Spaziergängen ein. Gerade London und Glasgow funktionieren an sich aber ganzjährig.
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