Alter Markt
Köln/Nordrhein-WestfalenNeueste Bewertungen (11 Bewertungen)
Sagen und Karnevalsgetümmel
Erste schriftliche Hinweise auf den Platz „Alter Markt“ gibt es Ende des 10. Jh. n. Chr., denn dieser Marktplatz existierte bereits zu römischen Zeiten. Im 11. Jh. reichte die Größe des Marktes für den hier herrschenden regen Handel nicht mehr aus und das Marktgelände wurde erheblich erweitert: durch den „Neumarkt“ und den heutigen „Heumarkt“. Zu „Alter Markt“ an sich: Schön sind z. B. die erhaltenen Patrizierhäuser, der Blick auf das Rathaus, der Jan-von-Werth-Brunnen, witzig die Kallendresser Skulptur oben am Haus Nr. 24. Zu dieser Skulptur gibt es zwei Legenden – übrigens recht unterschiedliche :-): Die erste besagt, dass jemand seinen Unmut an der städtischen Obrigkeit etwas krass zum Ausdruck brachte (also „blank zog“ ), die zweite erzählt von einem verärgerten Nachbarn, der das Blasinstrument seines unter ihm wohnenden Nachbarn auf diese Weise von oben verstopfte. Zum Jan-von-Werth-Denkmal: Johann / Jan (geb. 1594) stammte aus armen Verhältnissen, wurde dann aber im Dreißigjährigen Krieg berühmt als Reitergeneral und Heerführer. Verheiratet war er mit insgesamt drei Frauen. Es geht die Sage, dass er – bevor er zu Ruhm gelangte – um eine gewisse Griet geworben hatte, die ihn jedoch abblitzen ließ. Um Jan von Werth und seine Taten zu ehren, gründete 1925 die Stammtischrunde ''Fidele Häre'' das Reiter-Korps ''Jan von Werth'' und in diesem Jahr war Johann zum ersten Mal Teil des Kölner Rosenmontagszuges. Aus der unglücklichen Brautwerbung um Griet entstand das Historienspiel „Jan und Griet“, das jedes Jahr zur Eröffnung der Weiberfastnacht aufgeführt wird (seit 1954: Clodwigplatz). Nach dem Historienspiel zieht der Trupp Richtung „Alter Markt“, wo die Kölner Karnevalsjecken bis zur Nacht zum Aschermittwoch feiern. Weiterhin wird hier am 11.11. und 11.11 Uhr die Karnevalszeit eröffnet. Im Dezember jeden Jahres findet auf diesem Platz ein Weihnachtsmarkt statt. Anmerkung: Durch die noch andauernden Bauarbeiten ist der Platz zur Zeit leider nicht „perfekt“. Dennoch lohnt sich ein Besuch - insbesondere zur Karnevalszeit :-)