Molecule Man, Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin
© Shutterstock - Pavel Sepi

Städtereise

Die 10 schönsten Stadtviertel in Berlin

Thomas ZwickerRedakteur und Reisejournalist

Berlin ist magisch, verändert sich in rasantem Tempo. Rund 3,9 Millionen Menschen leben dort, machen Deutschlands Hauptstadt zur kunterbunten Metropole. Es locken große Kultur mit drei Opernhäusern, mehr als 150 Theatern und rund 170 Museen genauso wie das gute Leben, allein 23 Restaurants wurden mit Michelin-Sternen ausgezeichnet. Berlin liebt die Subkultur gleichermaßen wie seine grünen Parks und blauen Seen – hier zehn Stadtviertel, in denen der (Berliner) Bär steppt.

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Alexanderplatz, Berlin-Mitte, Berlin
Alexanderplatz, Berlin-Mitte, Berlin © Shutterstock - canadastock

Mitte

Name wie ein Programm

Der Stadtteil Mitte ist fraglos Brennpunkt dieser fantastischen Metropole, und zwar in vielerlei Hinsicht. Hier locken etliche der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die meisten und schicksten Restaurants und Hotels, dazu die tollsten Bars und Shoppingadressen. Im Umfeld der zentralen Prachtmeile Unter den Linden findest Du Highlights wie den mächtigen, kuppelbewehrten Dom mit der anschließenden legendären Museumsinsel, den Alexanderplatz samt 368 Meter hohem Fernsehturm („Telespargel“), das Rote Rathaus, Nikolaiviertel, Friedrichstadtpalast, Humboldt-Universität und und und. Top (nicht nur) für Shopping-Fans sind die verwinkelten, ab 1905 erbauten Hackeschen Höfe, hinter deren Jugendstilfassaden heute jede Menge Boutiquen, Ateliers und Cafés residieren – in Mitte kannst Du endlos bummeln und stößt doch immer wieder auf Neues.

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Das Brandenburger Tor in Berlin im Sonnenuntergang
Ein Wahrzeichen der Republik – das Brandenburger Tor in Berlin © shutterstock.com - S.Borisov

Tiergarten

Politik trifft grüne Natur

Es grünt, es duftet, Vögel singen: Inmitten der Millionenstadt liegt ihre berühmteste Parkanlage. Der 210 Hektar große Tiergarten als Zentrum des gleichnamigen Stadtteils ist ideal zum Joggen, Sonnenbaden und Träumen. Ringsherum lockt zudem jede Menge Sehenswertes, Schloss Bellevue etwa als Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten oder die 67 Meter hohe Siegessäule („Goldelse“). Westlich schließt sich der älteste noch bestehende Zoo Deutschlands an, südöstlich als Kontrastprogramm der schicke Potsdamer Platz mit Shoppingcenter, XL-Kinos und mehr. Höhepunkt im Tiergarten aber sind ganz im Osten das Brandenburger Tor, Regierungsviertel und Reichstag mit markanter gläserner Kuppel, der als einziges Parlamentsgebäude der Welt sogar ein öffentliches Restaurant bietet – Einlass jedoch nur nach Voranmeldung.

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Schloss Charlottenburg, Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin
Schloss Charlottenburg, Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin © Shutterstock - Grzegorz Czapski

Charlottenburg

Mit einem Hauch von Bohème

Neben der Flaniermeile Unter den Linden ist der Kurfürstendamm, kurz Kudamm, Berlins zweiter Prachtboulevard. Er führt durch den gutbürgerlichen Stadtteil Charlottenburg mit seinen vielen schönen Altbauten und bietet Highlights wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, das Museum Story of Berlin, den Rundbau des legendären Café Kranzler (heute The Barn Coffee Roasters), außerdem viele schicke Shops und Bistros im Stil von Paris. Dem Pariser Eiffelturm nachempfunden ist der 1926 erbaute Funkturm am Messegelände, und Schloss Charlottenburg, Deutsche Oper, tolle Theater und Galerien machen das Quartier zum echten Kultur-Hotspot. Den Charme des Stadtteils prägen auch lauschige Ecken wie der Savignyplatz – mit seinen gemütlichen Restaurants und Cafés verströmt er gar einen Hauch Pariser Bohème.

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Kreuzberg, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - Pixelshop
Kreuzberg, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - Pixelshop

Kreuzberg

Genussfreude pur

„Kreuzberger Nächte sind lang“, heißt ein alter Ohrwurm der Gruppe Gebrüder Blattschuss von 1978, der als inoffizielle Hymne der Stadt gestern wie heute Gültigkeit hat. Tatsächlich findest Du hier eine enorm große Dichte an Kneipen, Bars und Clubs, gerne mit Tendenz zu schräg und alternativ. Kreuzberg ist kunterbunt mit seinen kleinen Secondhand- und Vintage-Läden, Restaurants und Imbissbuden etwa im begehrten Bergmannkiez, dabei entschieden multikulturell. Es gibt coole Festivals wie den internationalen Karneval der Kulturen, zudem auch Ernstes à la Jüdisches Museum oder Haus am Checkpoint Charlie. Spätestens abends lockt aber wieder die nächste Kneipe, denn: „Kreuzberger Nächte sind lang, erst fang’ se janz langsam an, aber dann, aber dann!“

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Berlin-Prenzlauer Berg
Prenzlauer Berg, Berlin - Prenzlauer Berg - Pankow, Berlin © GettyImages - kamisoka

Prenzlauer Berg

Schöner wohnen

Einst Zentrum der HausbesetzerInnenszene, hat sich der „Prenzlberg“ nach und nach zum In-Quartier für Besserverdienende und Familien gewandelt. Da der Stadtteil im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde, gilt er mit seinen malerischen Plätzen und fein sanierten Häuserblocks als größtes zusammenhängendes Gründerzeit-Altbaugebiet Deutschlands (mit entsprechenden Mieten). Wenn Du durch die schönen Straßen flanierst, findest Du jede Menge Restaurants, Cafés und Kneipen, aber auch Einrichtungen wie die KulturBrauerei mit ihren über 20 Gebäuden in sechs Höfen. Oder besuch doch donnerstags mal den Ökomarkt am Kollwitzplatz – von Lebensmitteln über leckere Snacks bis hin zu Kunsthandwerk stammt hier alles aus garantiert nachhaltigen Quellen.

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Wedding, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - Marek
Wedding, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - Marek

Wedding

Multikulturell und grün

Wenn Kreuzberg multikulti ist, dann ist der Wedding wie ein eigener Kontinent. Zumindest was die Straßen des Afrikanischen Viertels angeht, das zwischen Englischem Kiez im Norden und Brüsseler Kiez im Südosten eingeklemmt ist und auch an die Zeit des deutschen Kolonialismus mahnt. Bei Führungen erfährst Du mehr dazu. Im Wedding haben sich Menschen vieler Ethnien niedergelassen, die sich meist gut mit der alteingesessenen Bevölkerung verstehen, neben Sprachen aus aller Welt ertönt kräftig Berliner Schnauze. Straßenzüge mit grauen Mietshäusern werden aufgelockert durch bunte Bioläden, Bars und Cafés, und zudem hat der Wedding viel Grün – im Schillerpark etwa kannst Du prima vom Stadtbummel ausruhen, am Ufer des Plötzensees bei Bedarf auch textilfrei.

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East Side Open-Air-Galerie, Friedrichshain, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - Massimo Pizzotti
East Side Open-Air-Galerie, Friedrichshain, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - Massimo Pizzotti

Friedrichshain

Top für NachtschwärmerInnen

Dieser Stadtteil östlich von Mitte und Kreuzberg hat angeblich die höchste Dichte an coolen Bars und Clubs der gesamten Metropole. Der legendäre Club Berghain etwa ist weltweit bekannt und berüchtigt, und alleine auf dem alten RAW-Gelände (steht für Reichsbahnausbesserungswerk) dröhnt der Sound in einem halben Dutzend Locations. Es gibt auch sonst viel Reizvolles hier, bunte Flohmärkte zum Beispiel, kleine Kinos und urige Klamottenläden. Und außerdem ganz viel Grün, etwa im 50 Hektar großen Volkspark mit seinem zauberhaften Märchenbrunnen, Freilichtbühne und Café. Spannend: Die East Side Open-Air-Galerie am Nordostufer der Spree zeigt auf einem 1,3 Kilometer langen Reststück der Berliner Mauer Kunstwerke von Kreativen aus 21 Ländern zur Wendezeit 1989/90 – absolut sehenswert.

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Schöneberg, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - philipk76
Schöneberg, Berlin, Deutschland © stock.adobe.com - philipk76

Schöneberg

Der Mix macht’s

In Schöneberg wird für alle Geschmäcker etwas geboten. Etwa für Shoppingfans, angefangen mit dem luxuriösen Kaufhaus des Westens (kurz KaDeWe) am Wittenbergplatz – lohnt auch einen Besuch, wenn Du nur gucken willst. Neben Straßenzügen mit kleinen Cafés und Geschäften, viel Alt-Berliner Charme und einem Kiez der Berliner LGBTQ-Community gibt es gar einen Weinberg, immerhin rund 200 Rebstöcke groß. Das Schöneberger Rathaus war zur Zeit der Teilung Sitz des Westberliner Senats, hier sprach John F. Kennedy 1963 die Worte „Ich bin ein Berliner!“ Auf dem Flughafen Tempelhof nebenan landeten die Rosinenbomber – nach Schließung 2008 kommen heute Menschen zum Drachensteigen, es nisten dort Vögel und außerhalb der Brutzeit halten Schafe das Gras kurz.

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Dächer Berlins panorama
Berlin-Neukölln, Berlin © Getty Images/iStockphoto - lechatnoir

Neukölln

Hip, ruppig und alternativ

Dieser Stadtteil macht Schlagzeilen, nicht immer nur gute. Demonstrationen ufern gerne mal aus, die Polizei ist wachsam. Auf der anderen Seite gilt Neukölln als „eins der coolsten Stadtviertel der Welt“, so ein Ranking des Londoner Time Out-Magazins. Was ist da los? Am besten machst Du Dir selber ein Bild. Tauchst ein ins Gewusel der Menschen aus 160 Nationen (nicht nur Kreuzberg und Wedding sind multikulturell), schnupperst Dich durch indische Garküchen, arabische Hummus-Läden und den türkischen Markt, dazu jede Menge coole Bars, alternative Galerien und Kunstprojekte. Wenn Dir dann der Kopf schwirrt, ab ins Grüne, in den Volkspark Hasenheide etwa – der hat von Streichelzoo bis Rauschgiftdealer das ganze Neuköllner Spektrum zu bieten. 

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Berlin-Köpenick an der Müggelspree im Sommer
Müggelspree, Berlin-Treptow-Köpenick, Berlin © Getty Images/iStockphoto - chris-stein

Köpenick

Die andere Seite

Berlins größter Stadtteil im Südosten ist sozusagen ein Gegenentwurf zu Kreuzberg oder Neukölln. Am Zusammenfluss von Spree und Dahme liegt der mittelalterliche Altstadtbereich als idyllische Insel, das 1677 erbaute Schloss bietet Dir prunkvolle Räume und ein Kunstgewerbemuseum. An den Kopfsteinpflastergassen des Fischerkiezes reihen sich 200 Jahre alte Häuschen aneinander. Mehr als zwei Drittel von Köpenicks Fläche wird durch Wald und Wasser bedeckt, darunter der Müggelsee mit seinen schönen Badestellen, ringsherum kannst Du wunderbar wandern. Berühmt ist das Quartier für die Geschichte des Hauptmann von Köpenick, der eigentlich ein Hochstapler war und mit der Stadtkasse verschwand – trotzdem (typisch tolerantes Berlin) wird seiner heute mit einer Bronzestatue vor dem Rathaus gedacht.

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Geschrieben von:Thomas Zwicker