Camping-Trends 2026
Camping-Trendradar 2026: Diese Reiseziele wachsen jetzt
Camping boomt – und das nicht erst seit der Pandemie. Immer mehr Menschen entdecken die Freiheit des Campings für sich, egal ob mit Wohnmobil, Caravan oder Zelt. Doch während Klassiker wie der Gardasee, Frankreich oder die Ostsee weiterhin zu den beliebtesten Reisezielen zählen, zeigt sich ein spannender neuer Trend: Das größte Wachstum findet derzeit abseits der bekannten Camping-Hotspots statt.
Aktuelle Marktdaten zeigen, dass sich das Interesse an einigen Regionen deutlich dynamischer entwickelt als an den klassischen Urlaubszielen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Vorlieben verschiedener Camper immer stärker. Familien, Paare und Best Ager suchen längst nicht mehr dieselben Reiseziele – und genau das macht Campingurlaub 2026 so spannend.
Camping erlebt weiterhin einen Boom
Camping gehört zu den am stärksten wachsenden Urlaubsformen Europas. Im Jahr 2025 wurden europaweit rund 413 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen, Wohnmobil- und Caravan-Stellplätzen gezählt – rund 28,5 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor. Auch in Deutschland wurde mit 44,7 Millionen Campingübernachtungen ein neuer Rekord erreicht.
Parallel dazu wächst das Interesse im Internet kontinuierlich weiter. Laut der Campingplattform ACSI stiegen die Suchanfragen nach Campingurlaub europaweit gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent, während die Buchungen sogar um rund 30 Prozent zulegten.
Doch nicht nur das Camping selbst verändert sich – auch die Reiseziele entwickeln sich weiter.
Diese Campingziele gewinnen gerade besonders stark
Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland bleiben zwar die größten Campingmärkte Europas. Wer jedoch nur auf die absoluten Besucherzahlen schaut, verpasst die spannendste Entwicklung. Deutlich interessanter ist die Frage: Welche Reiseziele holen gerade besonders stark auf?
1. Slowenien
Slowenien gehört aktuell zu den größten Gewinnern unter den europäischen Campingzielen. Die Suchanfragen nach Campingurlaub stiegen gegenüber dem Vorjahr um knapp 30 Prozent.
Kein Wunder: Das kleine Land verbindet beeindruckende Alpenlandschaften mit türkisfarbenen Flüssen, idyllischen Seen und einer kurzen Adriaküste. Wer Natururlaub mit vergleichsweise kurzen Anfahrtswegen kombinieren möchte, findet hier ideale Bedingungen. Besonders Regionen rund um den Bleder See, das Soča-Tal oder den Triglav-Nationalpark gewinnen zunehmend an Beliebtheit.
2. Montenegro
Auch Montenegro entwickelt sich immer stärker vom Geheimtipp zum Trendziel. Ebenfalls rund 30 Prozent mehr Suchanfragen zeigen, dass das Interesse deutlich zunimmt.
Die Adriaküste rund um Kotor und Budva kombiniert mediterranes Flair mit spektakulären Berglandschaften. Gleichzeitig locken Nationalparks wie Durmitor oder Biogradska Gora Camper an, die Natur und Outdoor-Aktivitäten suchen.
3. Bosnien-Herzegowina
Bosnien-Herzegowina zählt ebenfalls zu den größten Aufsteigern. Das Suchinteresse legte zuletzt um rund 20 Prozent zu.
Das Land punktet vor allem mit unberührter Natur, beeindruckenden Flusstälern und vergleichsweise wenig überlaufenen Campingplätzen. Besonders Aktivurlauber entdecken Bosnien-Herzegowina zunehmend als Alternative zu den etablierten Adriazielen.
4. Polen
Auch Polen entwickelt sich immer stärker zu einem attraktiven Campingland. Das Interesse stieg zuletzt um rund 20 Prozent.
Neben den langen Sandstränden an der Ostsee gewinnen insbesondere die Masurische Seenplatte sowie zahlreiche Naturparks an Bedeutung. Für deutsche Urlauber spielt außerdem die vergleichsweise kurze Anreise eine wichtige Rolle.
5. Rumänien
Rumänien gehört ebenfalls zu den spannendsten Aufsteigern im Campingmarkt. Die Suchanfragen legten zuletzt um rund 17 Prozent zu.
Zwischen Karpaten, Donaudelta und Schwarzem Meer finden Camper viel unberührte Natur und deutlich weniger touristischen Trubel als in vielen klassischen Urlaubsländern.
Die Klassiker bleiben dennoch die Nummer eins
Trotz der starken Wachstumsraten neuer Reiseziele bleiben die etablierten Campingländer weiterhin das Rückgrat des europäischen Campingtourismus.
Frankreich verzeichnet mit Abstand die meisten Campingübernachtungen Europas. Dahinter folgen Spanien, Italien und Deutschland. Besonders Regionen wie der Gardasee, die Toskana, die französische Mittelmeerküste oder die kroatische Adria gehören weiterhin zu den beliebtesten Reisezielen.
Der Unterschied liegt jedoch im Wachstum: Während die Klassiker auf einem bereits sehr hohen Niveau unterwegs sind, holen kleinere Destinationen aktuell besonders schnell auf.
Camping ist nicht gleich Camping
Neben den Reisezielen verändert sich auch die Zusammensetzung der Camper. Die Daten zeigen deutlich, dass unterschiedliche Zielgruppen ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Urlaub stellen.
Familien bevorzugen Wasser, Komfort und kurze Wege
Familien verreisen überwiegend während der Sommerferien und bevorzugen Campingplätze mit viel Freizeitangebot.
Besonders gefragt sind:
- Badeseen
- Strände
- Wasserparks
- Animation
- großzügige Stellplätze
- familienfreundliche Infrastruktur
Vor allem Italien konnte bei Familien zuletzt nochmals deutlich an Beliebtheit gewinnen. Auch Österreich zählt zu den Gewinnern dieser Zielgruppe.
Paare suchen Natur und Ruhe
Paare legen häufig deutlich mehr Wert auf Landschaft, Erholung und Aktivurlaub.
Beliebte Reiseziele sind:
- Slowenien
- Österreich
- Frankreich
- kleinere Naturcampingplätze
Viele Paare verreisen außerdem außerhalb der Hauptferien und profitieren dadurch von ruhigeren Campingplätzen.
Best Ager reisen länger und flexibler
Best Ager unterscheiden sich vor allem durch ihre größere zeitliche Flexibilität.
Sie reisen häufig:
- im Frühjahr oder Herbst
- mit Wohnmobil oder Caravan
- mehrere Wochen am Stück
- zu komfortablen Campingplätzen mit guter Infrastruktur
Gerade Regionen mit mildem Klima profitieren deshalb besonders von dieser Zielgruppe.
Camping wird vielfältiger
Die aktuellen Daten zeigen mehrere Entwicklungen, die den Campingurlaub in den kommenden Jahren prägen dürften.
Neue Reiseziele gewinnen an Bedeutung
Während Italien, Frankreich oder Deutschland weiterhin die meisten Camper anziehen, holen Länder wie Slowenien, Montenegro oder Polen deutlich auf. Viele Urlauber suchen bewusst nach weniger überlaufenen Regionen.
Natur statt Massentourismus
Unberührte Landschaften, Nationalparks und kleinere Campingplätze werden immer wichtiger. Viele Camper möchten bewusst dem Trubel großer Ferienorte entkommen.
Camping wird saisonunabhängiger
Immer mehr Campingplätze öffnen mittlerweile ganzjährig. Besonders Spanien, die Niederlande und Dänemark bauen ihr Angebot außerhalb der klassischen Sommersaison kontinuierlich aus. Dadurch verteilt sich die Nachfrage zunehmend über das gesamte Jahr.
Die Zielgruppen unterscheiden sich immer stärker
Familien, Paare und Best Ager haben heute sehr unterschiedliche Erwartungen an ihren Campingurlaub. Während Familien häufig nach Badeurlaub und Freizeitangeboten suchen, stehen bei Paaren Natur und Ruhe im Vordergrund. Best Ager setzen dagegen häufig auf längere Reisen und komfortable Stellplätze.
Die spannendsten Campingziele sind nicht unbedingt die bekanntesten
Camping entwickelt sich weiter – und mit ihm die Reiseziele. Die größten Campingmärkte Europas bleiben zwar unverändert Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland. Wer jedoch nach den spannendsten Entwicklungen sucht, sollte den Blick auf die Aufsteiger richten.
Slowenien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Polen und Rumänien gewinnen derzeit besonders stark an Aufmerksamkeit und könnten sich in den kommenden Jahren zu festen Größen auf der Camping-Landkarte entwickeln.
Gleichzeitig zeigt sich: Campingurlaub ist heute so vielfältig wie nie zuvor. Je nach Lebensphase und Reisestil unterscheiden sich die Wünsche der Urlauber deutlich – und genau darin liegt einer der größten Trends für die Campingsaison 2026.
Teile Deine Erfahrungen, Pläne und Tipps mit der Community – oder schreib einfach, was Dir sonst zum Thema einfällt. Teile Dein Reisewissen mit der HolidayCheck-Community im Forum.