Die Hotelanlage des Roca Nivaria ist sehr großzügig gestaltet und verfügt über eine gepflegte Gartenanlage mit zwei ausreichend großen Pools. Das Personal ist durchweg freundlich und hilfsbereit. Diese beiden Punkte heben das Hotel aus der Masse heraus. Allerdings mussten wir auch hier erleben, dass man uns zunächst statt eines Zimmer mit Meerblick eines mit Blick auf eine Mauer zuweisen wollte. Erst auf unseren Protest hin haben wir dann ein Zimmer mit dem gebuchten und mit Aufpreis bezahlten Meerblick erhalten. Ein solcher Versuch, Gäste mit einem Zimmer abzuspeisen, das nicht dem gebuchten Standard entspricht, ist bei Hotels leider weit verbreitet, sollte in einem Fünfsternehotel aber nicht vorkommen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Hotel dürfte vor allem für Familien gut sein, da die zahlreichen Juniorsuiten über einen abgeteilten Raum mit einem bzw. zwei Betten verfügen. Diese Juniorsuiten sind allerdings für Paare nur bedingt geeignet. Denn die Sofas im Wohnbereich sind mit überaus hässlichen Überwurfdecken abgedeckt und absolut scheußlichen Rückenkissen versehen, deren Anblick den Gesamteindruck verschandelt. Dieser Mangel ist aus meiner Sicht unentschuldbar, da es durchaus Schlafsofas gibt, die auch als Sitzmöbel geeignet sind, was hier eindeutig nicht der Fall war. In vielen dieser Juniorsuiten liegt der zweite Raum zudem im Eingangsbereich und nicht auf der Meerseite. Dies entspricht nicht dem landläufigen Verständnis einer Juniorsuite, von der man eigentlich einen wohnlichen Sitzbereich zur Schokoladenseite hin erwartet. Zudem legt auch die Website des Hotels dies nahe, die eine Juniorsuite mit zum Meer hin durch eine halbe Glaswand abgeteilten Wohnbereich zeigt. Eine solche wurde uns jedoch nur in einem der unteren Stockwerke angeboten, die zwar in Richtung Meer lag, aber lediglich einen Blick auf den Garten bot. Daher blieben wir letztlich in der Juniorsuite mit Meerblick und Vorraum und haben dabei nur das Schlafzimmer und den großen Balkon wirklich nutzen können. Die Doppelzimmer verfügen dagegen über zwei Sessel vor dem Fenster und sind daher besser eingerichtet als die Juniorsuite, die wir hatten. Die Möbel in den Zimmern sind zwar schon etwas abgewohnt, aber bis auf die Schlafsofas in den Juniorsuiten durchaus noch ansehnlich. Die Betten könnten allerdings besser sein. Die komischen Kopfrollen, die als Kopfkissen dienen, sind schon völlig flachgelegen und unkomfortabel. Das Bad und der begehbare Kleiderschrank sind dagegen gut eingerichtet und geräumig. Zudem werden die Zimmer vom Personal sehr sauber gehalten. Das größte Plus des Hotels ist zweifellos die direkte Lage am Meer und die schönen Pools, während Playa Paraiso außerhalb des Hotels - zumindest bislang - wenig Erfreuliches zu bieten hat. Die bereits von vielen anderen Gästen monierten Riesenbaustellen am Ort sind keine Augenweide und verursachen viel Lärm, von dem man allerdings im Hotel kaum etwas hört. Ein kleiner Supermarkt, ein paar Geschäfte für Badeartikel und Souvenirs, ein Reisebüro und ein paar kleinere Restaurants befinden sich in fußläufiger Umgebung, alles einfacher Standard. Also nichts für Leute, die Wert aufs Shopping legen, sondern eher Möglichkeiten zur Grundversorgung. Direkt beim Hotel gibt es lediglich einen kleinen Badestrand in einer tiefen Bucht, der wenig einladend wirkt und nicht bewirtschaftet ist. Der Zugang ist zudem ziemlich ungepflegt. Ein mehrfach täglich verkehrender Shuttle-Service steuert das Schwesterhotel Jardines de Nivaria an, das in Strandnähe im Zentrum der Costa Adeje liegt. Von dort aus kann man in wenigen Schritten einen bewirtschafteten Strand sowie die gesamte Bandbreite touristischer Infrastruktur erreichen. Als Verpflegung wird Halbpension oder All Inclusive angeboten. Das Mittagessen findet im Poolrestaurant statt. Dabei handelt es sich faktisch um eine Cafeteria, die einfachst möbliert ist und wenig einladend wirkt. Das Essen für die Halbpensionsgäste ist völlig überteuert und sehr schlecht. Auch für Gäste mit All Inclusive ist das eine echte Zumutung. Das Hauptrestaurant Garoe, in dem Frühstück und Abendessen in Büffetform angeboten wird, ist riesig. Es hat einen ansprechenden Außenbereich, wirkt innen jedoch eher wie ein kahler Speisesaal und nicht wie richtiges Restaurant. Die Größe und Unübersichtlichkeit des Restaurants ist ein echtes Problem. Es dauert etwa zwei Tage, bis man sich einen Überblick über das gesamte Angebot verschafft hat, das durchaus vielfältig, aber qualitativ eher nur mittelprächtig ist. Durch die enorme Größe des Restaurants herrscht zu den Hauptessenszeiten ein ziemliches Gedränge. Man muss ständig darauf achten, nicht mit anderen Gästen zusammenzustoßen, wodurch die gesamte Atmosphäre hektisch wirkt. Ein Plus ist das Angebot an frisch zubereiteten Speisen, also Eiern und Omelettes zum Frühstück sowie gegrilltes Fleisch bzw. Fisch am Abend, die man sich selbst heraussuchen kann. Damit sind natürlich Wartezeiten verbunden, aber das hat uns nicht wirklich gestört. Die Qualität von Fleisch und Fisch ist jedoch nur mäßig. Insgesamt gesehen handelt es sich um eine Massenverpflegung einfacher Qualität, die akzeptabel, aber von einem gehobenen Standard weit entfernt ist. Das ist also eher etwas für Familien mit Kindern als für Paare. Wir haben uns trotz dieser Mängel aber gut erholt, da die Lage des Hotels, die schönen Pools und die große Terrasse mit Meerblick wirklich außergewöhnlich sind, so dass man über die Mängel hinwegsehen kann. Alles in allem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aber eher schlecht. Das galt in unserem Fall ganz besonders, da wir mit einem deutlich billigeren Doppelzimmer erheblich besser bedient gewesen wären. Auf unsere Frage nach einem solchen, wurde uns jedoch mitgeteilt, die Doppelzimmer seien komplett ausgebucht. Zimmertipp: Für Ruhesuchende empfiehlt sich der Hoteltrakt mit direktem Blick auf das Meer Richtung La Gomera.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2016 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Christian |
| Alter: | 66-70 |
| Bewertungen: | 12 |


