Die laut Katalog "weitläufige" Anlage ist kleiner als erwartet, es wird aber gerade erweitert. Die Anzahl von 95 Zimmern bzw. Appartements und Suiten mag so stimmen, jedoch ist alles etwas verschachtelt. Generell merkt man speziell an den viel zu kleinen Badezimmern (nein, dieser Ausdruck passt nicht, nennen wir das eher Duschkabine mit Toilette), dass die Hotelanlage in die Jahre gekommen ist, aber später dazu mehr. Wir (41, 38 und knapp 2 Jahre) hatten bewußt die zweite Maiwoche gebucht, um dem vollen Trubel etwas zu entgehen. Leider hat das Hotel dieses Jahr aufgrund der Wirtschaftskrise erst Anfang Mai geöffnet, so dass noch diverse Aufräum und Sanierungsarbeiten an der Anlage durchgeführt wurden. Auch fiel der laut Prospekt versprochene "Griechische Abend" während unseres Aufenthaltes leider aus. Die Anlage macht generell einen sauberen Eindruck und es wird auch ein weiteres Gebäude dazugebaut (ist allerdings nicht auf dem gleichen Grundstück, sondern gegenüber der Rezeption auf der anderen Straßenseite. Zum Thema Familienfreundlichkeit: Es ist ein Kinderspielplatz mit einigen Rutschen und Spielhäusern und Schaukeln (alles nicht neu, aber ok) vorhanden, die allerdings etwas lieblos und teilweise viel zu eng gestellt sind. Unseren Kleinen hat das aber weniger gestört... Es gibt auch eine Kinderbetreuung, etwa für Kinder ab 4 Jahre und Abends eine halbe Stunde Kinderdisco. Zu unserer Zeit war das Publikum relativ zweigeteilt: vor allem Familien mit kleinen Kindern und ältere Leute ohne Kinder und noch ein paar Paare unterschiedlichen Alters, die meisten aus dem deutschsprachigen Raum, eine Gruppe Spanier, ein paar Franzosen, englisch hat man auch mal gehört und eine polnische und eine russische Familie, jeweils in Deutschland lebend. Vorteil der doch recht übersichtlichen Hotelanlage für Familien ist, dass sowohl an der Snackbar (mittags) als auch an beiden Bars (es war zu unserer Zeit aber nur die Hauptbar geöffnet) abends unser Babyfon wurnderbar funktionierte. Zusammenfassend zu sagen: Wer keinen Wert auf Strand legt, gleich ein vernünftiges Zimmer mit Meerblick bucht, beim Essen keine Magen oder Gallenprobleme hat sowie keine besondere Abwechslung braucht, kann im Castello Village einen schönen Urlaub verbringen. Wir werden gerne wieder nach Kreta, vielleicht auch wieder nach Sissi, kommen, gerade wieder zu dieser Zeit (eine Woche Sonne bei ca. 24° im Schatten, ca. 22° Meerestemperatur und am Ende ca. 24° Pooltemperatur). Aber es gibt auch andere Hotels mit eigenem Strand, so dass wir das Castello Village maximal für einen Abend an der Bar bei Costas wieder besuchen werden.
Wir hatten über ein Reisebüro ein Appartement gebucht, laut Rezeptionist eines mit Bergblick. Wir bekamen App. 452, sahen es und waren unzufrieden. Es liegt in einem der verschachtelten Gebäudekomplexe im Erdgeschoß, und die laut Reisebüro versprochene Terasse oder Balkon war ein kleiner Innenhof mit einer zugegebenermaßen imposanten Palme, einem Tischchen und zwei Stühlen, die man sich aber wohl mit zumindest einem Nachbarzimmer teilen sollte. Im Appartement (Schlafzimmer kaum größer als das Bett, Wohnküche ok) gab es ein Bad, das so klein war, dass ein normales Sitzen auf der Klobrille nicht möglich war, da der Toilettenpapierrollenhalter so angebracht war, dass er über die Brille ragte. Aber was will man bei ca. 3 qm Bad auch machen, wenn man Dusche, Waschbecken und Toilette unterbringen will. Da wir aber sowieso nicht vorhatten, eine Woche lang nur die Palme im Innenhof anzustarren, baten wir den Herren an der Rezeption, uns doch mögliche Alternativen bezüglich des Zimmers aufzuzeigen. Er bot uns daraufhin ein Appartement (Zi. Nr. 463) an, das Meerblick hat, für 10 Euro pro Nacht extra an. Da wir spät angekommen waren und dieses Zimmer wegen der beginnenden Saison noch nicht vorbereitet war, konnten wir es erst am nächsten Tag beziehen. Das Bad war zwar kaum größer, aber besser aufgeteilt. Dieses Appartement hat einen schönen Balkon mit Meerblick (leider mit Tauben, die sich in einer Nische häuslich einrichten wollten und nicht nur Äste zum Nestbauen verloren), ein Wohnzimmer, separates Schlafzimmer und eine extra Küche. So ließ es sich aushalten. Das Zimmer war auch, bis auf einen Abend, ruhig, nur am Samstag spielte und sang in der direkt neben der Hotelanlage liegenden Bar ein grauenhaft miserabler Möchtegernmusiker sehr laut eigentlich gute Lieder von den Beatles, Rolling Stones u. a. Die Betten, sowohl im ersten als auch im zweiten Zimmer, waren sehr hart, was andere Gäste zu Beschwerden trieb, uns aber eher nichts ausmachte (kein Lattenrost, sondern Hartholzbalken). Wir hatten ein Babybett (kostenfrei laut Buchung) dazubestellt, zunächst wollte der Rezeptionist beim Einchecken aber Geld dafür haben, was ihm aber nach Rücksprache mit dem stellvertretenden Hotelmanager ausgeredet wurde. Es handelte sich hierbei um ein handelsübliches Baby-Reisebett ohne Matratze. Mit den im Zimmer vorgefundenen Decken konnten wir es unserem Sohn aber doch richtig bequem machen, zumal er das Schlafen im Reisebett durchaus auch kennt. Sehr befremdlich ist auch die "ich-zwinge-meine-Gäste-Strom-zu-sparen-Schaltung" in den Zimmern. So befindet sich an dem Zimmerschlüssel ein Anhänger, mit dem man den Strom für das ganze Zimmer freischaltet. Wenn man das Zimmer verlässt und den Schlüssel mitsamt Anhänger (das Teil, auf dem auch die Zimmernummer steht), gibts, außer für den Kühlschrank, im ganzen Appartement keinen Strom. Schlecht für die Betreiber von einem Babyfon, aber da es sich nur um einen handelsüblichen Schlüsselring handelt, haben wir den Anhänger halt vom Schlüssel getrennt und brav zur Abreise wieder zusammengehängt. Safe kostet 3 Euro pro Tag. Der Fernseher hatte zwei deutschsprachige Programme (VOX und MTV), was uns im Urlaub nicht so wichtig war, wenngleich die Auswahl etwas merkwürdig erscheint. Dass erstmal das warme Wasser nicht ging im Zimmer, war auch kein Problem, nach einer Beschwerde an der Rezeption (diesmal war es eine Dame) kam kurze Zeit später ein Techniker/Hausmeister und beseitigte dieses Problem. Telefon auf dem Zimmer gabs übrigens nicht, obwohl im Prospekt so angegeben.
Es gibt im Hotel einen Speisesaal, in dem Frühstück und Abendessen stattfinden. Zum Frühstücksbuffet gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, es gibt Brot, Müsli, Marmelade, manchmal Eier, eine sehr kleine Wurstauswahl, eine noch kleinere Käseauswahl, Jogurt, Kaffee, Tee und Säfte, soviel man will, und für unsere englischen Freunde noch reichlich im Fett schwimmende Würste und Speck. Zum Abendbuffet gibt es schon was zu sagen: 90 Prozent der Speisen schwimmen im Öl, es gibt ein paar frische Gurken, Tomaten und Salat, dazu jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße oder Bolognesesoße. Wer leicht Sodbrennen bekommt oder Probleme mit der Galle hat, sollte die öltriefenden Speisen meiden, und sich auf Salat und Nachspeisen beschränken. Auch geschmacklose Fleischbällchen als Standartprogramm fehlten nicht. Die Suppe haben wir einmal probiert und für ungenießbar erklärt. Griechische Speisen gabs die ersten zwei Abende garnicht, sondern eher unterdurchschnittlichen Großkantinenessen. Daher haben wir uns nach diesen zwei Abenden mit ziemlich exakt der gleichen Speiseauswahl beschwert, und, ob nun Zufall oder nicht, es wurde besser, es gab plötzlich Gyros, Lammröllchen, angebliches Kalbfleisch (na gut, es war wohl Rind), aber es wurde besser. Daher haben wir nur einen Abend außer Haus verbracht, generell kann man aber sagen, es ist wohl besser, wenn möglich, nur mit Frühstück zu buchen und abends in den Ort zu gehen, da wo es viele gute schöne Tavernen gibt. Noch ein Wehrmutstropfen: Zum Abendessen gibt es Getränke nur zu saftigen Preisen. Ein großes Bier 3, 50 Euro, kleine Apfelschorle auch knapp 3 Euros und eine reichhaltige Weinkarte, aber natürlich nur Flaschen und die im zweistelligen Eurobereich. Das gibts in den Tavernen im Ort auch anders. Tagsüber gibts am Hauptpool die Snackbar, deren Betreiber, dessen langen Namen ich leider vergessen habe, natürlich auch sehr nett war. In der Snackbar gibts einfachere Speisen zu moderaten Preisen, z. B. Gyros mit reichlich Beilagen (griechische Portion laut Barbetreiber) incl. 0, 3 Liter Kaltgetränz (z. B. Bier oder Cola) für 6, 50 Euro. Der Chefsalat (ca. 3, 50 Euro) schmeckte mir auch nicht nur sehr gut, sondern brachte mich auch jedesmal an den Punkt, an dem man zwar satt ist, aber wegen des Geschmacks weiterisst. Ab 16 Uhr ist die Hauptbar von Costas, dem wirklich netten Fuchs geöffnet. Dort verbrachten wir meist unsere Abende, trotz hoher Bierpreise (wie im Speisesaal), aber Costas versteht es, mit den Gästen umzugehen und mixt auch mal Cocktails, die nicht auf der Karte stehen. Dort gab es auch die Möglichkeit, Spiele der Deutschen Bundesliga live zu sehen und auch der Eurovision-Song-Contest wurde dort live übertragen. Leider war die zweite Bar am unteren Pool noch nicht geöffnet. Gäste, die schon öfters in dem Hotel waren, sagten auch, dass der Griechische Abend (immer Donnerstags, außer in der Woche, in der wir da waren) ein absolutes kulinarisches Highlight sein soll. Zur Sauberkeit gabs unsererseits keine Gründe zur Beanstandung und Kinderstühle waren auch genug vorhanden.
Die absolute Höchstpunktzahl haben folgende Personen verdient: Stella (immer fröhlich und supernett zu unserem Kleinen) und Doreen (die erste große Liebe unseres Sohnes) am Frühstücks- und Abendbuffet, und natürlich Costas von der Hauptbar, ein wahres Highlight des Hotels (Danke Costas und danke an den Erfinder des Babyfones!). Aber auch alle anderen Angestellten des Hotels (Animateure, Rezeptionisten und alle anderen waren stets freundlich und bemüht). Bis auf einen Teil der überwiegend aus Osteuropa stammenden Animateure sprach auch jeder gut deutsch, englisch konnten alle. Was uns auch beeindruckt hat, war der routinierte Umgang der Rezeptionisten mit Beschwerden. Dies hat uns allerdings auch zum Nachdenken angeregt, aber hierzu siehe unter den Punkten Gastronomie und Zimmer. Nett ist auch der Hinweis des Hotels auf dem Zimmer, dass 3 mal in der Woche die Handtücher gewechselt werden. Wenn man sich, so wie wir, erst nach 4 Tagen beschwert, dass die Handtücer noch null mal gewechselt wurden, macht die Putzkolonne das dann mit täglichem Handtuchtausch für die restlichen 3 Tage wett. Wir haben festgestellt, dass man nur früh genug was sagen muss, dann funktionierts auch für den Rest der Zeit.
Das Hotel liegt zwar direkt am Meer, hat aber aufgrund der zerklüfteten Felsenküste keinen eigenen Strand. Die laut Prospekt "zwei" Kiesstrände in Entfernung von 350 Metern haben wir so nicht gefunden, nur einen Kiesstrand (ein Schirm, zwei Liegen kosten 8, 50 Euro am Tag), der mit Kinderwagen nur über die Straße erreichbar ist (ca. 10 Minuten). Dazu muss man sagen, dass es sich nur ausserhalb des Wassers um einen Kiesstrand handelt, im Wasser, das auch nach langen beschwerlichen Wegen nicht tiefer wird, befinden sich große Steinbrocken, Sandflecken und Kies, was Badeschuhe und ein gutes Auge notwendig macht. Der zweite, im Ort liegende Strand, ist auf dem kürzesten Weg in ca. 15 Minuten erreichbar, man sollte aber Bergsteiger sein, um sich diesen Weg anzutun. Über die Straße braucht man etwa doppelt so lange. Dieser Strand ist ein Sandstrand, gehört zu einem super Hotel und daher werden auch pro Schirm mit zwei Liegen 11 Euro berechnet. Die im Prospekt beschriebene Uferpromenade ist ist ein schlechter Feldweg, auf dem sich ab und zu neben flanierenden Touristen auch ein paar Quadfahrer (kann man überall mieten) verirren. Nix für Kinderwagen, aber trotzdem eigentlich ganz nett. Positiv ist, dass direkt gegenüber vom Hotel ein Supermarkt ist, in dem man eigentlich alles (und nicht teuer) kaufen kann. Direkt zum Supermarkt gehörig ist auch eine Autovermietung, die uns von Urlaubern, die schon öfters dort waren, empfohlen wurde. Die "MEVIS"-Autovermietung ebenfalls ganz nah am Hotel überzeugt zwar durch große Seriösität, hat aber Preise wie die von der Reiseleitung empfohlene Fa. Europcar (ca. 40 Euro am Tag für einen Fiat Punto). Generell sollte man sich ein Auto gleich für die ganze Urlaubsdauer mieten, z. B. beim Supermarkt gegenüber, dann kriegt man sowas auch für 120 Euro die Woche. Und Kreta ist es wert (wir waren das erste Mal, aber sicher nicht das letzte Mal auf Kreta), auch mit dem Auto erkundet zu werden. Und man erreicht vernünftige Sandstrände (ca. 7 Kilometer Richtung Malia), die auch moderatere Preise haben (6 Euro für Schirm und zwei Liegen). Dort kann man aber auch selbst mit Handtuch und Badematte kommen und muss garnichts berappen, da die meisten Strände öffentlich sind (ausgenommen der vorher mal genannte Strand des tollen Hotels). Taxis sind wohl teuer, haben selbst keines ausprobiert, haben aber erfahren, dass man für die ca. 7 km zum nächsten schönen Strand ca. 15 Euros bezahlen muss, also lieber Mietwagen nehmen. Die Busse sind wohl sehr günstig, fahren aber sehr selten. Was noch gut an der Lage des Hotels ist, ist die Tatsache, dass man entweder über die (zuvor beschriebene) "Uferpromenade" oder aber über die am Hotel vorbeiführende Straße (zu unserer Zeit war dort wenig Verkehr) in wenigen Minuten im Zentrum von Sissi, einem wirklich netten Örtchen mit schöner Hafenbucht, zu Fuss ist. Dort befinden sich zahlreiche Lokale und Tavernen und auch Shoppen ist dort möglich. Richtiger Trubel und Tourishopping ohne Ende gibt es im ca. 8 m entfernten Malia (und sogar ein McDonalds). Und noch ein paar Worte zum Bustransfer: Es sind ca. 40 km von Heraklion nach Sissi, wenn der Bus aber jedes Hotel, das sich auf dem Weg dorthin befindet, anfährt, dann dauert der Transfer leider doch gute zwei Stunden. Auf dem Rückweg (andere Busbefüllung) war es eine Stunde. Und Respekt den Busfahrern, die zwei, die wir hatten, konnten wirklich fahren (es hat sehr enge Straßen auf Kreta).
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Sport: Das Volleyballfeld ist zu klein und gefährlich (Absturzgefahr auf den ca. 1, 5 Meter tiefer liegenden Kinderspielplatz). Ansonsten wurde Tischtennis, Dart und Fußball (wo?) sowie Salsatanz oder Wassergymnastik angeboten. Die Animateure waren im Anbieten des Programms nicht aufdringlich. Jeden Abend war eine Halbe Stunde Kinderdisco von 20: 30 bis 21: 00 Uhr. Zum Strand habe ich mich schon geäußert, hätte das Hotel einen eigenen Strand, so könnten wir uns vorstellen, wieder das Hotel zu bereisen. Die Pools sind gepflegt, es waren zu unserer Zeit auch immer genug Liegen am Pool frei. Der Kinderpool ist relativ klein. Was am Hauptpool etwas genervt hat, war, dass die Animateure, auch wenn grad kein Programm war, die Musik manchmal relativ laut laufen ließen, wenn sie nicht da waren. Je nach eingelegter und auf "Repeat" geschalteter CD musste man dann halt innerhalb von 3 Stunden 4 mal das gleiche Techno-, Rock- oder Oldieprogramm hören.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im Mai 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Frank |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 1 |


