Kurze Zusammenfassung: Haare im Essen. Haare in der Badewanne am ersten Tag. Jeder zweite Teller dreckig. Geschirr kaputt. Essen ist das billigste vom billigen. Einfach und für uns nicht schmackhaft. Shuttle fährt zu wenig. Strandhandtücher gibt es zu wenige. Austausch oft nicht möglich gewesen. Rezeption unfreundlich. Reiseleiter unfreundlich. Hotel ist sanierungsbedürftig. Lage abgelegen. Nur für eine bestimmte Zielgruppe geeignet.
Die Zimmer haben eine sehr schöne Größe und sind rund um die beiden Pools angelegt. Die Klimaanlagen haben keine nennenswerte Funktion. Sie werden auch auf Nachfrage nicht repariert. Die Räume sind einfach ausgestattet und funktional. Der Pflegezustand ist gerade so ausreichend. Die Matratzen erfordern einen gesunden Rücken. Die Bäder haben eine Wanne mit Duschvorhang. Das Fernsehen hat einige deutsche Kanäle, es gibt ein eingebautes Radio. Wir sind mit Baby angereist und haben ein ruhiges Zimmer gebucht. Es lagt direkt hinter den Lautsprechern der ganztägigen Pool-Beschallung, die allerdings die gesamte Anlage erreicht. Der Kühlschrank ist leer und wird auch nicht auf Nachfrage (nicht einmal gegen Bezahlung) gefüllt. Er funktioniert nur bei Anwesenheit. Der Safe kostet für 14 Tage satte 35,-€! Die Schränke haben mit 3 kleinen Schubladen viel zu wenig Stauraum.
Es gibt 2 Essensräume mit kleinen Außenbereichen für die Glücklichen, die zeitig genug kommen. Für die restlichen Gäste bleibt der Innenbereich. Die Atmosphäre entspricht etwa der einer Bahnhofshalle. Zu allem Überfluss zum überfüllten und entsprechend lauten Geklapper des Geschirrs stellt das Hotel hin und wieder eine kleine Aufmunterung in Form einer Live-Kapelle bereit. Nicht etwa draußen sondern direkt neben dem Essen. Dieses bedarf durchaus einer Ermutigung. Frühstück. Die Auswahl ist da, das Brot vielfältig. Saft kann farblich aus Pulverautomaten gewählt werden. Die gekochten Eier sind blau, das Obst besteht aus halbierten Orangen und Kiwi. Es gibt auch Warmes. Es ist sehr einfach, aber man findet etwas. Snack. Am späten Vormittag gibt es z.B. Burger oder Hot Dog zum Selbstmachen. Mittag. Alle 2 Tage wird ein "Ragout" angeboten. Das sind faserige Fleischstückchen in einer öligen Soße. Es gibt dazu Alternativen sowie eine Suppe und ein Salatbuffet auszugsweise bestehend aus geviertelten, teils noch grünen, Tomaten inkl. Strunk sowie Möhrenschnipsel und Eisbergsalat. Auswahl ist nominell da. Die Qualität ist miserabel, das Kochtalent ist furchterregend, die Abwechslung zum Weglaufen. Verbrannt, trocken, faserig sind die Attribute. Es gehört schon Talent dazu, kiloweise Kartoffeln derart zu verkochen, dass sie bereits beim Auffüllen zermatschen. Jeden Tag. Kuchenzeit. Zu fast jedem Essen gehört ein Desert-Buffet. Es gibt u.a. Eis (besteht nur aus Aromen) mit klebrigen Soßen und Wackelpudding sowie allerhand aus Sahne. So ist auch diese Vesper- oder Kuchenzeit. Abend. Das abendliche Gedränge in der Bahnhofshalle läuft etwa wie beim Mittag ab. Es gibt dazu Brotsorten. Als Aufschnitt gibt es eine Käsesorte und nicht einmal Wurst. Ach, und Nudeln. Mit Ketschup-Soße, Käse-Soße und Irgendwas-Soße. Objektiv gesehen sind die Möglichkeiten für ein paar Sterne da. Subjektiv ist … egal. Ich bin ab Tag 3 auswärts essen gewesen, wenn ich die Chance hatte. Mich verwundert über alle Maßen, wie jemand hier 3 Sterne (das steht für "eher schlecht") oder mehr geben kann! Gewöhnt man sich nach einer Woche daran? Oder ist die Bewertung bei den leckeren Cocktails entstanden? Abends an der Bar darf man sich dieser "Local Drinks" widmen. Das ist Alkohol, der noch wie richtiger Alkohol schmeckt. Also nach Ethanol oder so. Gepanscht mit den Säften vom Frühstück. Das nennt man hier Cocktail, man ist sich aber durchaus der eigentlichen Bedeutung dieses Begriff bewusst. Es gibt daher auch Markengetränke (z.B. Bacardi) und echte Cocktails (z.B. Mojito) zum Selbstzahlen.
Die Lage ist entlegen, das Haus ist ungepflegt und das Hotel gehört kulinarisch zum schlechtesten was ich je gesehen habe. (Und mein Gaumen durfte schon 3-Sterne-Häuser im Nahen Osten und Nordafrika durchstehen.) Getoppt wird diese Erfahrung durch das stringent durchgeplante Beschwerde-Management. Ich bin mit Bildern zur Rezeption gegangen und habe damit verbrannte Pfannkuchen, faules Obst, verdreckte Zimmer, Haare in Badewanne und im Essen dokumentiert, habe vom beschädigten Hotelinterieur sowie von 40min Wartezeit am Buffet berichtet. Meine Erfahrung chronologisch. Stufe 1: Die Rezeption. "Die Qualiätsstufe des Hauses ist in Ihrem Voucher nicht hinterlegt." Stufe 2: Der Reiseleiter. "Ich kenne das Hotel und wundere mich, dass nur 10% der Gäste sich beschweren." Stufe 3: Die Hotelleitung. "Ich empfehle, dass Sie abreisen." Stufe 4: Der Reiseveranstalter: "Eine Abreise oder ein Hotelwechsel ist nicht möglich." Wegen dem dreckigen Geschirr, der Klimaanlage oder der fehlenden Handtücher bin ich noch ziemlich regelmäßig vorsprechen gewesen. Egal welche Person ich angesprochen habe, die Mitarbeiter sind alle darauf getrimmt einen abzuwatschen. "Ich habe gerade 70 Handtücher rausgegeben, was soll ich machen?"
Das Hotel liegt rund 3km entfernt vom Strand. Die Nachbarschaft sind andere Hotels und kleinere Wohngebiete. Der Blick ist auf schroffe Berge und einen Windpark. Fußläufig ist ein Eckladen und eine Tapas-Bar erreichbar. Mit dem Auto oder Taxi (5,-€ pro Fahrt) ist ein kleines Zentrum erreichbar, das stets leergefegt ist. Die Umgebung ist ungepflegt, überall liegt Müll, das Umfeld macht einen ärmlichen und herunter gekommenen Eindruck. Das Hotel bietet einen Shuttle zu einem kleinen Strand, das 4x hin und 3x zurück fährt. Zum Laufen ist es mit Kindern nicht zu machen. Der Flughafen ist etwa eine Stunde entfernt, der Norden rund anderthalb Stunden. Der nächste Hot Spot zum Surfen ist 20min mit dem Auto. Einen Nahverkehr habe ich nicht gefunden. Kurz: mieten Sie ein Auto, wenn Sie aus der Einöde weg wollen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
In Sachen Fitnessangebot sucht das Hotel seinesgleichen. Denn vom Pool zur Rezeption sind es 5 Etagen. Die Aufzüge sind so weit entfernt, dass Sie laufen werden. Versprochen. Es dazu beispielsweise gibt einen Fußball-Volleyballplatz aus Stein, eine Tischtennisplatte mit zerfransten Kellen und einen Kinderspielplatz, der schlicht nicht nutzbar weil viel zu heiß ist. Hätte man dort ein Segel drüber gespannt, könnten Gäste ihre Kinder auf die glühend heiße Rutsche lassen. Oder man hätte das Geld in den Baby-Pool investiert. Der ist rund, 30cm tief und das war's. Keine Rutsche, kein Wasserspiel, nix. Die kaputten und losen Fliesen im Poolbereich sind ab 11 Uhr wegen der Hitze nicht mehr barfuß zu betreten und ohnehin extrem rutschig. Gefühlt alle 10min heult ein Kind nach einer Bruchlandung. Der große Pool wurde während unserer Reise hin und wieder von Glasscherben heimgesucht. Um den Pool herum gibt es Liegen und Schirme. Die meisten davon sind kaputt. Trotzdem erfreuen sie sich derart hoher Beliebtheit, dass sie langfristig reserviert werden. Neuerung in diesem Hotel: Liegen dürfen bereits am Vorabend mit einem der Hotelhandtücher belegt werden. Nach der Hotelbeschreibung können Sie diese regelmäßig wechseln. Nach um 9 Uhr sind die Chancen dazu ausgesucht. Allerdings gibt es noch das Animationsteam. Ich bin nicht in der Lage, es politisch korrekt schreiben. Die Leute sind einfach nur peinlich. Sie streiten sich vor den Gästen, belustigen sich über die Gäste und machen so geile Spiele wie Volleyball. Mit kaputten Bällen. Da fragt man sich, ob die Not so groß ist, dass es an 10,-€ für einen Volleyball scheitert… Warum trotzdem 4 Sterne? Weil es da ist. Es ist kaputt, oll oder peinlich – aber daran werden sich die Kinder in der Zeit festhalten. Waren Sie jemals in einem guten Club-Hotel, werden Sie die Tage zur Abreise zählen. Ihr erster Urlaub nach Loret de Mar mit 17? Enjoy.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2016 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Janina |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 2 |


