Das Club Hotel Drago Park ist nach meinem Wissen erst 2 Jahre jung. Der Wohntrakt ist wie ein Ring um den zentralen Pool angelegt. Das Clubhotel ist ganz klar für Familienurlaub konzipiert. Unter den Gästen sind hauptsächlich Deutsche vertreten. Der Rest setzt sich aus einigen Franzosen, und vereinzelt Holländern und Briten zusammen. Die Fernbedienung für den Fernseher auf dem Zimmer kann, genau wie die Strandtücher, gegen eine Kaution von €6 geliehen werden. Der 4-Sterne-Status der Hotels bezieht sich auf den spanischen Standard. Nach deutscher Messlatte siedelt sich das Club Hotel Drago Park etwa zwischen 3 und 3,5 Sternen an. Hauptessenszeiten meiden. Lieber um 14:00 zum Mittagessen und um 20:00 zum Abendessen erscheinen. So lassen sich Anstehzeiten minimieren.
Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet und sauber. Lediglich der Fernsehempfang war inakzeptabel. Wenn schon ein Fernseher auf dem Zimmer steht, dann sollte doch dieser wenigstens ein anständiges Bild liefern. Ein Safe kann für €2 pro Tag gemietet werden.
Frühstück und Abendessen gibt es im Restaurant, Mittagessen an der Poolbar. Die Speisen sind oft schon wieder lauwarm, wenn man an seinem Platz angekommen ist. Es sind zuwenig Kellner für die Gäste da. Die Mahlzeiten wiederholen sich oft oder ähneln sich stark. Die Mahlzeiten könnten ästhetischer präsentiert werden. Auch Dekoration ist nur spärlich vorzufinden. Schlangen von 20 Personen sind sowohl bei den Mahlzeiten als auch bei den Bars am Abend keine Seltenheit. Bis 23:00 sind die Getränke im All-Inclusive-Angebot mit inbegriffen. Ich hatte oft den Eindruck, dass nicht genügend Geschirr zur Verfügung stünde. Vor allem beim Frühstück werden schnell die Gläser knapp und werden nicht schnell genug wieder nachgefüllt. Unvorteilhaft auch die Tischanordung. Da immer nur gerade mal 4 Personen an einem Tisch sitzen können, kommen kaum Konversationen mit anderen Gästen zustande. Einige unterhielten sich dann aufgrund der unkommunikativen Tischordnung quer durch die Landschaft.
Unnötiger Bürokratismus und Unflexibilität bestimmen das Tagesgeschehen an der Rezeption. Die Rezeptionistinnen sind der deutschen Sprache kaum mächtig, geschweige denn der englischen. Sie reagieren schonmal patzig, bei mir hat sogar mal eine auf spanisch geflucht, nur weil ich sie nach 14:00 freundlich um Bustickets gefragt hatte, damit ich wenigstens nur den Hinweg zum Strand per pedes bestreiten muss. Für diesen klapprigen Service muss man auch noch anstehen, da nur selten 2 Personen für die Gäste da sind. Die Tagesanimation war durch eine bemerkenswerte Monotonie geprägt. Jeden Morgen um halb 11 trommeln die Animateure, die man an einer Hand abzählen kann, zum Morgenappel via Megaphon. Das Kauderwelsch des Chefanimateurs, der 4 Sprachen zu sprechen scheint, versteht man dann noch weniger. Bedenklich auch, dass für die kleineren Kinder nur eine einzige Animateurin zuständig war. Ob die Betreuerin vom Fach war, lasse ich hier mal offen. Die Tagesanimation umfasst eine Handvoll Ballspiele, die entweder im Pool oder auf dem kleinen Fussballplatz ausgetragen werden. Abends dürfen sich die glücklichen Gewinner dann eine Urkunde im Salon abholen, während im Hintergrund " We are the champions" von Queen etwa 15min im Dauerloop läuft. Das ganze gibt es dann jeden Tag, versteht sich. Die Animateure halten sich für die coolsten Typen überhaupt. Ich persönlich fand sie äußerst unsymphatisch. Die Reinigungskräfte dagegen sind an Kompetenz kaum zu toppen, die Zimmer waren immer makellos sauber und aufgeräumt. Da gebe ich dann auch gerne mal Trinkgeld.
Laut Katalog ist der Strand 800m weit entfernt. Ich tippe mal, damit war die Luftlinie gemeint. Tatsächlich läuft man etwa 1200m bis zum nächsten Strand - dieser gehört dann allerdings zu einem anderen Hotel und ist ziemlich voll. Liegestühle und Sonnenschirme sind in hinreichender Anzahl vorhanden, jedoch können diese nur gegen einen Betrag von €7,50 pro Tag genutzt werden. Es gibt allerdings noch einen weiteren, weniger überfüllten Strand, den Playa Esmeralda. Für den Bus (Linie5), der bis 14:00 im 30-Minuten-Takt vom Drago Park bis zum Playa Esmeralda fährt, bekommt man an der Rezeption die passenden Tickets. Zurück fährt der Bus immer 15 min vor der vollen Stunde. Wer Nachmittags zum Esmeralda möchte, darf laufen. Ich habe auf diese Weise viele unfreiwillige 50-Minuten-Märsche unternommen und somit viele faszinierende Baustellen im Vorbeigehen besichtigen dürfen. Allerdings muss ich sagen, dass sich die Tour jedes Mal gelohnt hat. Der Playa Esmeralda ist einfach herrlich. Vor Ort gibt es auch einige Liegestühle samt Sonnenschirm, für die allerdings dann auch wieder gelötet werden muss. Ich zog es daher vor, zwischen den Dünen meinen Platz aufzuschlagen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wer hier das große Sportangebot zu finden glaubt, der irrt. Der Fitnessraum ist der Witz der Woche. Nachdem der Schlüssel zum Raum an der Rezeption ausgeliehen ist, findet der Fitnessbegeisterte lediglich 3 alte Ergometer (von denen nicht mal alle funktionstüchtig sind), 2 Laufbänder und ein paar ausgelutschte Hanteln, die vom Gewicht her mit ner Wasserflasche zu vergleichen sind. Der Clou ist die 1000-Übungen-in-1-Trainingsmachine. Einsam und verlassen steht sie in der Mitte der ca. 2,30m hohen Raums, der Seilspringen aufgrund der Deckenhöhe verhindert. Das Trainingsgerägt taugt überhaupt nichts und macht einen ziemlich klapprigen eindruck. Wer abends in Diskostimmung ist, sollte auch lieber mal nen Gang runter schalten. Im Club Hotel selber gibt es nur selten die Gelegenheit das Tanzbein zu schwingen, und wenn, dann nur zu den hauseigenen Clubtänzen. Dazu zählen beispielsweise der bekannte Klassiker " YMCA" der Popgruppe Village People, der dann, im Kollektiv und auf Kommando, zelebriert wird.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2003 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Steven |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 1 |


