Vorweg möchten wir anmerken, dass wir noch nie unsere Meinung zu einem Hotel wo anders abgegeben haben als im Hotel selbst. Im Fall des Hotel Eder werden wir aber eine hoffentlich einmalige Ausnahme machen. Grund: wenn auch nur ein Urlaub dadurch gerettet wird oder auch nur in einer Sache ein Umdenken bei den Betreibern stattfindet, war es die Zeit ausnahmsweise wert. Einige Schlagworte für alle, die nicht gerne lesen: Ein Aussergewöhnliches Erlebnis – fehlende Geräuschdämmung zwischen WC/Dusche und Schlafbereich - kitschig folierten Glastüren - hochwertiges Holz erzeugt gelegentlich doch eine wohlige Atmosphäre - Um 9Uhr (am Wochenende / Frühstück bis 10Uhr)ein leergefegtes Buffet - Kluft zwischen den Versprechungen auf der Hotelhomepage und der Realität unüberbrückbar – kein einziges süßes Gebäck - Lichtblick Weinsortiment - Kellerlage ist allgegenwärtig spürbar - Scheinbar weiß man, dass nicht vieles funktioniert - bis man „aufgibt“ und abreist Fazit: Würde so viel Aufwand in Personalentwicklung und liebe fürs Detail investiert werden, wie in die Homepage, kann das Haus in einem Jahr 4* Charakter erreicht haben! Im Detail: Gefühlt: Inszenierter „österr. Schmäh und Freundschaftshudelei“ gegenüber den Gästen legen einen Mantel des unbehaglichen Schweigens über die Bedürfnisse und Wünsche mehr oder weniger zufriedener, zumeist deutscher Gäste. Das Gefühl, dass alle nur warten bis man „aufgibt“ und abreist. Teil eines Affenstalls zu sein, dessen amüsant dümmliches Treiben nur durch die Schwerfälligkeit mancher Kellnerinnen gelegentlich gebremst wird. Wellnessbereich: Man hat versucht auf kleinstem Raum viel Wellness und Entspannung in modernem Outfit unterzubringen. Ein Widerspruch in sich. Die Kellerlage ist allgegenwärtig spürbar. Somit ist der Wellnessbereich zum einen Geschmackssache und zum Anderen sehr kompakt. Ein Saunaschwerpunkt, dafür aber mit mehr Platz hätte unserer Meinung nach mehr gebracht. Da die Hotelhomepage sich aber diesbezüglich ausnahmsweise einigermaßen zurückhaltend gab und wir diesmal auch keinen Wellnesstrip machen wollten, konnten wir auch nicht enttäuscht werden. ACHTUNG: Der durch die Bilder auf der Homepage vermittelte Eindruck entspricht in keinster Weise der Realität – Die dargestellten Einrichtungen sind zwar vorhanden, jedoch auf den Bildern professionell aufgewertet!! Empfehlungen wo man stattdessen hinfahren sollte: Hotel Moarhof in Lienz – Der Restaurantchef „Hr. Sigi“ wird euch kulinarisch verwöhnen. Im Sommer Freibad im Garten, im Winter rundherum feinste Schigebiete und klein aber fein die Saunalandschaft. Hotel Gartnerkofel am Nassfeld – Direkt an der Piste, perfekt für Wanderungen, gediegener Wellnessbereich mit Saunen und Pool (indoor) Hotel Übergossene Alm – 30 Minuten von Maria Alm: Ein echtes 4* Hotel, allerdings auch etwas teurer!
Zimmer (Doppelzimmer "Lifestyle"): Den geräumigen Schlafraum in modernem Schick erreicht man über einen engen Lift und ebenso enge, schlauchartige Gänge. Wer sich für Bausünden und oberflächlichen Schick interessiert, wird hier fündig! Einige Beispiele: Nur ein Waschbecken, das sich gegenüber dem Bett im Schlafbereich befindet und von Rigipsverkleidungen statt Fliesen umgeben ist. Die geweisste Verkleidung ist bereits angegriffen und in den Spalten (zur Holzeinfassung) schon unhygienisch; Der Dusch/WC-Raum ähnelt einer Abstellkammer, wenn auch einer modernen. Auch hier auf den ersten Blick alles schick, jedoch ist spätestens beim zweiten Betreten nur mehr die Enge auffällig. Die verwendeten Materialien wirken billig und bereits jetzt (kurz nach der Renovierung) schon angegriffen. Das auffälligste Manko des Zimmers ist jedoch die nicht vorhandene Geräuschdämmung zwischen WC und Zimmer. Wer keinen Fäkalfetisch hat, sollte sich in einer gefestigten Beziehung befinden. Die eher kitschig folierten Glastüren, die den Dusch/WC-Raum vom Zimmer trennen, machen das Klosettgeschehen noch etwas transparenter. Den Balkon mit Friedhofsblick (und wunderschöner Aussicht auf die Berge) – sonst hätte es noch die Straßenseite gegeben – teilt man mit der gesamten Etage. LCD Fernseher und Zimmersafe fallen als 4* Merkmale auf. Minibar fehlt. Viel hochwertiges Holz erzeugt dann gelegentlich doch eine wohlige Atmosphäre. Die Betten sind hart (Geschmackssache, für uns perfekt) und entsprechen höchsten Qualitätsstandards.
Kulinarik: Wir kamen in den Genuss der Halbpension. Hier möchten wir gar nicht näher ins Detail gehen. Essen ist immer ein kompliziertes Thema. Die Ansprüche gehen hier bekanntlich weit auseinander. Für uns war die Kluft zwischen den Versprechungen auf der Hotelhomepage und der Realität leider unüberbrückbar. Einfach ungenügend. Einige Beispiele: Um 9Uhr (am Wochenende / Frühstück bis 10Uhr)ein leergefegtes Buffet; auf Nachfrage um ein weiches Ei wurden wir tatsächlich auf die Eierspeise verwiesen (die übrigens ebenfalls bereits vergriffen!!!). Es gibt auch auf Nachfrage KEIN EINZIGES süßes Gebäck (kein Kipferl, Croissant, Brioche, Milchlaibchen,…). Hauptbestandteil des Frühstücks sind also lieblos aufgetürmte Wurstberge, die man in jedem Supermarkt bekommt, je nach Tag max. drei Sorten Käse, eine Sorte Butter, einfaches Schwarzbrot und Semmeln aus roten Plastikkisten der Backfabrik. Der Filterkaffee ist schon am Tisch eingestellt und dank Thermokanne auch heiß. Leider aber ungenießbar, jedenfalls für österreichische und vermutlich auch für deutsche Verhältnisse. Dummerweise ist auch der Espresso ungenießbar. Die Marke konnten wir nicht feststellen. Beim Abendessen könnten wir ähnlich weitermachen! Lichtblick war das Weinsortiment. Wir hatten Rotwein aus dem Hause Schlumberger, der uns sehr geschmeckt hat.
Personal: VIELEN DANK AN DIE ZIMMERDAMEN: Sie sind, obwohl nahezu unsichtbar, bei den wenigen Begegnungen durch Freundlichkeit besonders aufgefallen. Einen Restaurantleiter, wie man ihn in einem 4* Hotel, dass sich mit seiner Gastronomie rühmt, erwarten könnte, blieb man uns schuldig. Dementsprechend unreflektiert verhält sich das gesamte Servicepersonal. Da offenbar viel Verwandt- und Bekanntschaft im ederschen Betrieb arbeitet, fühlt sich auch niemand einem Vorgesetzten oder den Gästen gegenüber verantwortlich. Während unseres 2,5tägigen Aufenthalts wurden wir satte 2 Mal gefragt, ob alles gepasst hat. Scheinbar weiß man, dass nicht vieles funktioniert. Zwei besondere Kostproben: Der noch freundliche Hinweis auf einen erheblich zu hart geratenen Fleischstrudel wurde mit einem LACHEN des Kellners abgetan. Eine Kellnerin bricht während des Abservierens Small Talk vom Zaun. Als wir darauf einsteigen verlässt sie, Unverständliches murmelnd, den Raum und erscheint uns auch nicht mehr… Schon im Lauf des ersten Abends kommt man etwas in Wettkampfstimmung. Man wird das Gefühl nicht los, dass die gesamte Belegschaft gegen einen antritt. Auf unseren Reisen sind uns sowohl familiär als auch professionell geführte Betriebe schon nach Kurzaufenthalten ans Herz gewachsen! Selbstverständlich gibt es auch immer wieder Enttäuschungen! Das Gefühl, dass alle nur warten bis man „aufgibt“ und abreist hatten wir jedoch hier zum ersten Mal. Einige Schmankerl zum Schluss: 1. Keine Bademäntel am Zimmer – Nachfrage bei Rezeption – Antwort: „Sind keine am Zimmer?“ und ich bekam dann doch welche in die Hand gedrückt… 2. „Dessert Creme Karamell“ = Vanillepudding mit Karamellsirup und Schlag aus der Dose!!! 3. Kellner: Leider gibt es keinen Salat mehr, aber Rucola kann ich Ihnen noch bringen! – Kellner kommt nach wenigen Sekunden wieder zurück – „Leider ist auch der Rucola aus, der war nicht gut, davon wollte der Koch nicht mehr kaufen“ 4. 35 Minuten und 2 Mal Nachfragen um einen Espresso (wie schon erwähnt ungenießbar), ein Glas Wasser und die Weinkarte zu erhalten
Wandermöglichkeiten vorhanden. Touristenattraktionen wie Krimlwasserfälle jedoch meiden! Völlig überlaufen!
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im August 2011 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Arthur |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |


