Hallo, unser Familienurlaub (35, 32, 6, 3) führte uns in diesem Jahr ins ERI-Village auf Kreta. Bevor man aber ein Resumée zieht, muss man zunächst festlegen, was man erwartet. Wir waren zu viert und unser Ziel sollte 4 Sterne haben, die Wahrscheinlichkeit auf Badewetter sollte bei über 95% liegen und wir legten Wert auf all inclusive sowie Kinderclub. Chersonnissos bietet natürlich nebenbei noch ein tolles Nachtleben, auf Kreta haben beinahe alle Hochkulturen der letzten 5.000 Jahre Spuren hinterlassen, Bergwandern usw. wären möglich, waren für uns aber ebenso uninteressant wie ein Süßwasserpool oder familiäre Atmosphäre. Eine 1.500 Bettenanlage kann zu den Mahlzeiten nun mal keine gemütliche Stimmung vermitteln, Massenabfertigung war zu erwarten. Trotzdem war das Essen auch in der zweiten Woche immer noch schmackhaft. Die Animationstruppe war nahezu perfekt. Die Kinder hatten mindestens vier Stunden täglich Ablenkung, die sie meistens lieber genossen haben als unsere Gesellschaft. So bestand für uns Große ausgiebig die Möglichkeit, Sport zu treiben, zu lesen oder zu shoppen. Kurzum, außer zwei Trips ins Nachtleben, einem kurzen Spaziergang in die City sowie morgendlichen Joggingtouren fand mein Urlaub praktisch nur in der Einrichtung statt. Mir hat es super gut gefallen. Es wird jedem mit meinen Erwartungen genauso ergehen. Wir hatten ein Familienzimmer mit zwei Schlafzimmern gebucht. Das würde ich beim nächsten Mal sparen, denn der Aufenthaltsraum war mehr eine Abstellkammer. Insofern hätte es ein normales Appartement auch getan. Ich würde dieses Hotel empfehlen, wenn jemand dieselben Ansprüche hat wie ich. Für Familien ist die Anlage toll, weil genügend gleichaltrige Kinder und damit auch Eltern da sind. Die Anlage ist multinational, was auch sprachlich einiges ermöglicht: Deutsche, Niederländer, Franzosen, Österreicher, Schweizer, Polen und Engländer. Wer lärmempfindlich ist (und es bleiben möchte), sollte diese Anlage meiden. Wer hauptsächlich des Essens wegen in Urlaub fährt, sollte diese Anlage meiden. Wer Sandstrand für unerlässlich hält (und noch nie getaucht hat), sollte diese Anlage meiden. Wer weder Ouzo noch Bier mag, der sollte diese (all inclusive) Anlage meiden.
Die Lage der Zimmer war ok. Die Klimaanlage funktionierte (so gut, dass drei von vier mit Erkältungen heimgefahren sind). Die Betten waren hart wie Kruppstahl, was (wasserbettgewöhnten) Großen Probleme bereitet hat. Insgesamt hatten wir uns ein Appartement gewünscht, in dem zwei Schlafzimmer und ein Aufenthaltsraum vorhanden sein sollten. Der Aufenthaltsraum war aber kaum mehr als eine Diele. Es gab nicht einmal vier Sitzgelegenheiten, so dass diese Raumvariante nicht zu empfehlen ist. Ein normales Appartement mit einem Schlafzimmer sowie zwei weiteren Schlafgelegenheiten ist absolut ausreichend. Ein Schrank für vier Personen war zu wenig. Einen Fernseher haben wir nicht benutzt. Um in der Sprache der Reisekataloge zu bleiben: Die Zimmer waren zweckmäßig, mehr nicht.
Hier besteht sicherlich der größte Verbesserungsbedarf. Außer Melonen und Apfelsinen gab es praktisch kein Obst. Als ernährungsbewusste Familie würden wir beim nächsten Mal sicherlich auch Vollkornprodukte mitnehmen. Das angebotene Müsli zeigte bestenfalls guten Willen. Das Essen war für einen Urlaub ok, keinesfalls mehr.
Eigentlich gibt es auch hier wenig zu meckern. Die Mentalität der Griechen ist sicher nicht mit der deutschen vergleichbar. Bei 35 Grad geht bei uns schließlich auch einiges langsamer. Natürlich ist Griechisch eine eher schwierige Sprache, die auch mir als Tourist schwerfällt. Trotzdem hätte mir das eine oder andere freundliche Lächeln doch besser gefallen als der sture Blick geradeaus an mir vorbei. Rezeption und auch Ärztin sprechen akzentfrei Deutsch, was sich zumindest die Medizinerin auch bezahlen lässt. Für ein Pflaster und ein paar nette Worte hat sich uns 80€ abgenommen. Das wird mir nicht noch einmal passieren. Die Kinderbetreuung war der absolute Hit. Da dieser Punkt für uns neben dem Essen der wichtigste ist, komme ich an fünf Sonnen nicht vorbei
Die Lage zum Flughafen (ca. 30 Minuten) ist gut. Der Fußmarsch in den Ort dauert etwa 20 Minuten, das Hotel liegt direkt am Strand. Mir hat eigentlich alles gut gepasst, einzig ein Sandstrand zum Spielen für die Kinder fehlte (,was wir aber vorher wussten). Trotzdem ist auch hier durchaus eine andere Meinung möglich. Direkt nebenan liegt das Starbeach, ein Treffpunkt von Teens und Twens. Laute Musik ist ebenso ein Markenzeichen wie eng nebeneinanderstehende Liegen. Hier gab es den Sandstrand, allerdings nicht die wirklich kinderfreundliche Umgebung. Für Schnorchler, wie mich, ist ein felsiger Strand allerdings viel besser geeignet als der Sand. Gewöhnungsbedürftig ist der Meerwasserpool. Im übrigen nehmen es die Griechen nicht so genau mit ihrem Müll, wilde Müllkippen gibt es en masse.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Auch hier kommt man an Abstrichen nicht vorbei. Mich hat es aber nicht gestört, beim Beachvolleyball Schuhe wegen der scharfen Steine im Sand zu tragen. Mir war wichtig, überhaupt Volleyball zu spielen. Gleiches gilt beim Fussball. Natürlich wäre ein moderner Kunstrasen oder gar Rasenplatz schön, heutzutage muss man aber schon eine 1.500 Betten Anlage buchen, um überhaupt Mitspieler zu finden. Das Abendprogramm der Animation war praktisch jeden Abend bis auf den letzten Platz ausgebucht, was alles darüber besagt. Wer ein Musical in den letzten Jahren verpasst hat, wurde auf den letzten Stand gebracht. Die Geschichte mit den Liegen am Pool kennt vermutlich jeder. Wer seinen Wunschplatz bekommen möchte, muss halt früh aufstehen. Im Eri Village bedeutet früh etwa 06.30h. Um 08.00h sind bestenfalls Restplätze verfügbar. Einige haben also bereits nach nächtlicher Tour ihre Handtücher auf die Liegen gelegt. Wie auch immer, es gab nur gelegentlich erfolglose Versuche der Langschläfer sich auf bedeckte Liegen auszubreiten. Hier verhinderte die Solidarität der Frühaufsteher allerdings größere "Revolten". Grundsätzlich haben alle das Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" akzeptiert. Die Kinderbetreuung war optimal, deshalb überhaupt vier Sonnen, grundsätzlich wäre hier aber mit wenigen tausend Euro eine Menge mehr möglich, z. B. eine Wasserrutsche für ältere Kinder oder vernünftiger Sand für Beachvolleyball.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heiko |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 4 |

