Es ist ein älteres, aber ordentliches und sauberes Hotel, dessen größte Vorzüge das zuvorkommende Personal und die Lage und die Anlage selbst sind. Gerade das Essen lässt aber sehr zu wünschen übrig. Als Nichtraucher kann man sich nur abends in der dunklen, blauen Nachtbar unter Gleichgesinnten aufhalten. Sonst ist leider überall das Rauchen erlaubt, vor allem in den schönsten Bereichen, wie dem sehr schönen Garten mit Wandelgang an den Seiten, wo dort natürlich am liebsten die Wasserpfeiffe geraucht wurde. Besser und aromatischer gewürztes Essen, besonders bei den warmen Speisen. Wasser bitte bei den Vorführnudelgerichten ganz abgießen. Die Kartoffeln und das Gemüse bitte ganz durchkochen oder –backen, aber auch bitte nicht zu lange kochen oder braten. Zwei, drei Salatdressings. Zumindest ein Grundmüsli und Haferflocken und eine Schüssel Naturjoghurt zum Frühstück. Zumindest einmal am Tag Bananen, Feigen und Datteln, auch wenn es keine Saison ist! Wesentlich besseren Käse, das müsste möglich sein. Kännchen für Tee und Kaffee. Nicht diese hässlichen, weißen Plastikstühle, am besten welche aus Holz.
Unser Zimmer war gefliest, sauber und ordentlich. Es gibt aber auch noch Zimmer mit alten Teppichbelägen, über die sich viele Gäste beklagten. Mit dem Zimmerservice waren wir recht zufrieden. Manchmal kam er aber erst am Nachmittag, was aber wohl eher an zu geringem Personalstand liegt. Handtücher werden z. T. überflüssigerweise und unökologisch täglich gewechselt. Die Ersatzhandtücher lassen allerdings manchmal auf sich warten.
Für ein 4 ½ Sterne-Hotel geben wir höchsten 3 Sterne für das Essen. Den Käse rührten wir beide nicht an, das er zwar so aussah wie Käse, aber er schmeckte nicht nur uns einfach viel zu fade und ohne jegliches Aroma. Bei der Wurst war es ähnlich. Die sah aber noch nicht mal gut aus. Müsli gab es gar keins, noch nicht mal Haferflocken, nur Zerialien, wie Cornflakes u. ä. und leider auch kein natubelassener Joghurt. Der Joghurt in Bechern war fast immer mit einer „Fruchtzubereitung“ versehen, gesüßt und fand daher nicht unseren Zuspruch. Wenn es einen Auflauf aus Teilchen, wie Croissants mit Rosinen Milch und Ei gab, wusste ich was ich esse, den der fand allgemeinen Zuspruch. Das Mittag- und Abendessen war allgemein einfach nicht gut und ausreichend gewürzt. Wir sind einfach der Meinung, dass man allermeist einfach keinen guten Geschmack an ein fertig zubereitetes, aber kaum gewürztes Gericht bekommt, wenn man das Essen mit irgend welchen Trockenkräutern und -gewürzen bestreut , von denen man glaubt, sie könnten den Geschmack heben und anschließend herum rührt. Eine gewisse Ausnahme ist der Salat, aber hier fehlen einfach zwei oder drei Salatdressings.
Das Personal selbst ist überwiegend sehr zuvorkommend, obwohl es sicher auch hier schlecht bezahlt wird. Motiviert wurde es aber sicher vor allem durch das Bakschisch, das jeder mehr oder weniger reichlich gab. Bakschisch ist im islamischen Raum ursprünglich eine Art Almosen der reichen Gläubigen, das sie, entsprechend ihres Glaubensbekenntnisses an Arme abgeben sollen. So manches mal fanden wir dies aber auch etwas lästig, denn wenn manch ein Kellner den zweiten oder dritten Tag nicht ein bis drei Dinar bekam, wanderten seine freundlichen Gesichtszüge nach unten und man wurde manchmal geflissentlich übersehen. Es ist wohl so üblich und wir haben mitgemacht. Manchmal wurde es aber lästig, so z. B. wenn ich für uns Cappuccino haben wollte, um sie selbst zu irgendeinem abgelegenen Gartenplatz zu bringen, wollte man sie uns partout bringen, wohl um dann eines Bakschisch zu bekommen. Der gute Mann fand uns aber nicht. Beim nächsten mal habe ich mich daher beschwert, als er sich nicht davon abhalten wollte, den ich möchte noch bestimmen können, ob ich bedient werde oder nicht. Nach meiner Auffassung sollte man das Personal besser bezahlen, dann braucht es das Bakschisch in diesem Ausmaß nicht, aber dies würde vielleicht ja die Rendite schmälern. Meine Frau und ich trinken gerne und viel Tee und Kaffee. Da aber, trotz Nachfrage keine Kännchen zur Verfügung standen, befanden sich manchmal auf unserem Tisch 7 Tassen – zwei Tassen Tee mit jeweils einem Teebeutel, zwei Tassen heißes Wasser zum verdünnen, eine Tasse zum mischen, eine Tasse Milch für Tee und Kaffee und eine Tasse Kaffee. Da wundert es natürlich nicht, dass die Kellner unablässig nach Tassen fahndeten und ganz „gierig“ auf unsere Trassenkollektion schauten. Diesen „besitzergreifenden“ Blick mussten wir aber nur aushalten, wenn wir zu den glücklichen Raffges gehörten, die genügend Tassen ergattern konnten. Viele Gäste warteten daher bei den Heißgetränken auf Tassen, Untertassen oder Löffelchen. Wenn mal genügend Gedeck vorhanden war, wurde die Schlange an der einzigen Kaffeemaschine für mehrere Hundert Gäste sehr schnell so lange, dass sich keiner mehr dazu stellen wollte. Tat er es doch, konnte er nur noch ein kaltes Ei essen, wenn er wieder an den Tisch zurück kam. Wenigstens hatte man in der Schlange immer ein Konversationsthema. Dies zeigt: „Kleine Ursache – große Wirkung“. Nach unserer Vermutung hat man hier, wie auch an manch anderer Hinsicht, an der falschen Stelle gespart. Es Regnete und stürmte einige Tage. Leider wurde aber nicht nur an unserem Strandabschnitt das Algenkraut schändlicherweise mit dem damit angespülten Müll wieder in das Meer zurück geworfen und dies geschah leider auch noch Tage später, nach dem das Kraut schon angefangen hatte zu stinken. Dies war um so ägerlicher, als das Meer wieder klarer wurde und man ihm nun wieder „in die Suppe spuckte“.
Die Lage gefällt uns gut. Es lässt sich eigentlich in etwa einer ¾ Stunde in den Hafen von Port El Kantaoui mit dem sehr schönen Hafenviertel spazieren. Als wir aber gehen wollten, war der Strand, durch einen Sturm, bis zum Hafen streckenweise so stark mit Algenkraut und Müll übersät, dass wir knöcheltief im Kraut waten mussten, und Gefahr liefen in Glas zu treten und so ließen brachen wir dem Versuch ab. In der näheren Umgebung gibt es etliche Geschäfte, in denen man Mitbringsel z. T. überteuert einkaufen kann. Der Müll und Unrat an den Straßen und Abseits im Gelände gefiel uns aber gar nicht.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Hans |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 1 |


