Den wirklich ausführlichen Beschreibungen von Harry&Melly, mit denen wir zusammen reisten, ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Das neue RIU Palace Punta Cana ist ein imposanter großer Hotelkomplex, nach unserem Geschmack etwas zu klotzig, wir bevorzugen eher kleinere Anlagen, die besser in die natürliche Umgebung integriert sind. Als Palace-Gast kann man alle anderen RIU-Resorts ebenfalls nutzen und auch überall trinken und essen (außer abends in den Hauptrestaurants). Das Publikum im Vergleich zu den den 4*-RIUs etwas älter, man legte z. B. Wert auf angemessene Garderobe beim Abendessen. Zustand und Sauberkeit des Hotel sind einwandfrei, alle Mitarbeiter stets freundlich und hilfsbereit. Fazit: Im Vergleich zu unseren Besuchen im 4*-RIU Taino und 4*-RIU Tropical Bay Jamaika hatten wir für ein 5*-RIU Palace mehr erwartet. Wir empfanden es eher als ein 4*-Clubhotel mit etwas „feinerem“ Publikum. Die gut besuchte Swim-Up-Bar rief uns Erinnerungen wach ans RIU Ocho Rios auf Jamaika im letzten Jahr: der Massentourismus boomt und RIU orientiert sich zunehmend am amerikanischen/kanadischen Markt. Bisher bei vielen Gästen aus Deutschland beliebte Häuser (RIU Melao und RIU Taino) werden zusammengelegt, und imposante (in unseren Augen klotzige) Neuanlagen mit 600, 800 oder gar noch mehr Zimmern werden nach einem Einheitsschema aus dem Boden gestampft. Der Trend zu „Masse statt Klasse“ ist unübersehbar. Die Geschmäcker sind jedoch zum Glück verschieden und so mancher Urlauber kann, will oder kennt es nicht anders. Wir werden uns jedoch zukünftig nach neuen Zielen und kleineren Resorts mit mehr persönlichem Flair umschauen. Schade, RIU.
Wir hatten eine Junior-Suite mit großem King-Size-Bett und brettharter Matratze, über 2 Stufen (böse Stolperfalle!) gelangte man zur Sitzecke und dem kleinen Balkon. Das Bad ist mit Doppelwaschtisch und Wanne mit Dusche und Jacuzzifunktion offenbar auf den amerikanische Geschmack ausgerichtet. Nicht palacegerecht ist der in Spitzenzeiten zu geringe Wasserdruck (möglicherweise tritt dies nur in der obersten Etage auf). Andererseits war es nachts ruhig, da wir keine Schritte von Gästen über uns hatten). Die tagsüber oft gehörten Funkgeräte und Geräusche vom Servicepersonal belästigten uns nachts nicht. Ab 23 Uhr verebbte dann auch das ständige Rauschen der Springbrunnen im Innenhof, dieser ständige Geräuschpegel fiel erst durch die Ruhe nach dem Abstellen auf. Handtücher wurden täglich gewechselt, einzig die von früheren Aufenthalten in RIU-Hotels gewohnten täglich neuen Handtuchfiguren der Zimmermädchen sind rationalisiert worden. Wir bekamen erst am dritten Tag eine Figur, die dann für die nächsten Tage auf den Boden stehenblieb und bei der nur mal die Blütenblätter aufgefrischt wurden. Hatte das Zimmermädchen (trotz regelmäßigem Trinkgeld) nur zuviel zu tun, oder sind solche Nebensächlichkeiten im neuen RIU-Stil nicht mehr vorgesehen?
Im allgemeinen war die Qualität und Vielfalt der Speisen gut bis sehr gut. Frühstück im gewohnten RIU-Standard, offenbar stellt der auf Wunsch servierte "Champagne" das einzige Plus zum 4*-Standard dar. Das Abendessen im Hauptrestaurant war ok, allerdings gab es nur eine Essenszeit von 18: 30 bis 22: 00. Die meisten Gäste erschienen recht früh und mit fortschreitender Zeit blieb von den Sondergerichten (Spanferkel, großer Zackenbarsch, Truthahn etc.) nicht mehr viel Ansehnliches zurück. Zwei Essenszeiten mit vollständig neuen Büffets fanden wir im Taino ansprechender. Das Essen im à-la-carte-Restaurant "Sir Oscar" war ausgezeichnet, hier stimmten Service und Qualität. Ebenso beim Italiener, wenn hier ebenfalls die Vorspeisen serviert würden, könnte das etwas störende Gelaufe um das Büffet entfallen. Und mit der Zeit werden vielleicht noch andere Gäste nach einem Grappa fragen, sodaß sich der Restaurantchef den auch mal zulegen wird. Die angebotene Alternative Sambucca passte nicht so recht. Spitzenreiter (im negativen Sinne) war das brasilianische Lokal, hier wurden vermutlich Anfänger auf die Gäste losgelassen, aber auch der Maître konnte außer grinsenden Verbeugungen keine Kompetenz zeigen. Einzig erstaunt waren wir über die Fertigkeit, mit der es dem Kellner gelang, das winzige Stück Rinderfilet (geschätzt 100g) so zierlich zu zerteilen, daß alle am Tisch sitzenden sechs Gäste noch ein Stückchen abbekamen. Erstaunlich waren auch extreme Qualitätsunterschiede der Cocktails. Nachdem wir mehrmals einen spitzenmäßigen Lumumba in der Lobbybar des Palace Macao serviert bekamen, enttäuschte uns dieser im Palace Punta Cana: ein dünner, wässriger Kakao mit etwas Rum. Nachdem wir diesen reklamiert hatten, fiel der zweite Versuch aber auch nur geringfügig besser aus.
Check-In bzw. -Out verliefen zügig, Reception war freundlich, mit der deutschen Sprache kab es keine Schwierigkeiten. Kleinere Unannehmichkeiten (der Wecker klingelte z. B. mal nachts um 3!) wurden unverzüglich behoben und es gabe eine kleine Entschuldigung in Form von einem Blumenstrauß, Keramikpüppchen oder einem Rumfläschchen. Früher gab es wöchentlich eine Gästebefragung, jetzt nur noch einmal im Monat! An diesem Tag gaben sich alle besonders große Mühe (das Abendessen ließ bei uns dann auch tatsächlich ein "5*-RIU-Palace-Gefühl" aufkommen. So sollte es eigentlich jeden Abend sein. Im Vergleich zu zwei Besuchen im 4*-RIU-Taino war die Qualität, die Menge und die Präsentation im Palace kaum besser. Im Gegenteil, vor zwei Jahren wurde dort deutlich mehr Aufwand getrieben, was die Dekorationen angeht.
Direkte Strandlage, im Abschnitt des RIU-Komplexes spenden noch recht viele hohe Palmen direkt am Strand Schatten. Man hat auch viele neue Palmen gepflanzt und findet meist auch später noch ein Plätzchen. Leider nimmt auch hier das leidige "Liegenreservieren" zu, wir wollten uns nicht ärgern und sind öfter zum Strand des Palace Macao ausgewandert, dort war immer noch genügend Platz. Einkaufsmöglichkeiten bestehen am Strand, ca. 20 Min Fußweg zu einigen Verkaufshütten für T-Shirts, Zigaretten, Rum und die üblichen mehr oder weniger geschmackvollen Touri-Souvenirs. Handeln ist angesagt, Kaufpreis sollte nicht mehr als 25-30% des ursprünglich genannten Preises betragen. Die Händlerstände abends innerhalb des Hotels sind deutlich teurer, sie finden aber bei vielen $-Gästen denen ein längerer Strandspaziergang zu unbequem ist, immer genügend Abnehmer. Die Anlagen sind recht isoliert, zum nächsten Ort sollte man ein Taxi nehmen (ca. 10-12$ , feste Fahrpreise laut Liste!), aber Sehenswertes ist dort nicht zu finden. Gegenüber unserem letzten Besuch vor 2 Jahren ist der Strand deutlich stärker frequentiert, der Traum von langen, einsamen Spaziergängen und unberührter Natur ist in diesem Abschnitt ausgeträumt.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt genügend Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung, wir haben einfach nur "relaxt". An der Wassergymnastik im Pool hätten wir gerne teilgenommen, da dies aber immer in praller Sonne erfolgt, haben wir davon abgesehen. Rings um den Pool standen die Liegen recht dicht an dicht, irgendwie wurden wir doch ein bißchen an Schwimm- bzw. Spaßbadatmosphäre erinnert. Der Pool des Macao besitzt keine Swim-Up-Bar und lud schon eher zum richtigen Schwimmen ein. Wir zogen den Strandbereich vor, der regelmäßig von gelegentlich angeschwemmten Tangresten und zurückgelassenen Bechern und anderem Müll der zivilisierten Gäste gesäubert wurde. Auch am Strand wurde man vom "Drink-Drinki"-Mann mit Getränken versorgt. Das Abendprogramm setzte sich aus dem üblichen Mix von Bingo, Minidisko, Tanzshow und Publikumsspielchen zusammen, wir haben uns dies meist nur "mit einem Auge aus der Ferne" angesehen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im November 2006 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Claus & Ingrid |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 32 |

