Das Hotel ist nicht gerade neu, aber zweckmäßig. Man sollte sich stets vor Augen führen, dass man in Afrika ist und Deutschland über 3000 km entfernt liegt. Die Lobby schaut schön aus und hat auch die einzig sauberen und europäisch-wirkenden sanitären Anlagen. Ich war zwei Mal dort - nie wieder. Schade.
Haltet euch mit dem Roomboy gut (Trinkgeld!!!), dann geht es. Aber bitte nicht bei den alten Zimmern die Betten nach vorn ziehen, denn dann sieht man den massiven Schimmelbefall hinter den Betten. Beim Verreisen mit Kleinkindern unbedingt höllisch aufpassen, da die Nachttischlampenkabel an die offene Steckdose geschraubt sind und somit offenliegen. Dünne Schaumstoffmatrazen liegen auf Holzbalken, die man deutlich spürt, wenn man auf der Seite schläft (und mehr als 60-70 Kilo wiegt). Auch die kleinste Stufe der Klimaanlage macht Lärm, der das Schlafen fast nicht möglich macht. Aber um 7 Uhr kommt ja der Typ mit der Hochdrucksgiftspritze, wer also bis dahin nicht wach ist, wird dadurch aus dem Schlag gerissen. Achtung, dass eure Kids also beim Laufen durch den Garten möglichst keine Hecken berühren! Auch noch eine halbe Stunde nach Einsatz der Giftbenebelung stinkt es widerlich in der Anlage. Zwei Gekkos, 3 Kakerlaken und Mücken hatten wir übriegns trotzdem auf dem Zimmer. Aber wenn unser Zimmer als Refugium für die armen Viecher gedient haben sollte, solls uns recht sein. Die sind leichter zu ertragen als diese Giftwolken am Morgen und am Abend. Nicht umsonst trägt der Typ, der die Maschine bedient, wohl eine ABC-Maske mit Beatmungseinheit auf dem Rücken. Auf em Weg zum Restaurant sind meine Schwiegermutter (MS-krank und nicht gut zu Fuß) und ich, schwanger, richtiggehend von dem Typen gejagt worden. Wie im Krieg!
Essensangebot sehr eintönig. In der einen Woche, in der wir dort waren, war das einzige Obstangebot Honigmelone. Getränke gibt es aus transparenten Mehrwegplastikbechern. Hygiene grenzwertig. Wer schrieb hier, dass Russen kein AI buchen können?! Ein Blick um 11 Uhr an der Strandbar zeigt, dass es schon möglich ist. Hier werden alle Klischees erfüllt, leider. Betrunkene Männer am Strand sind kein schöner Ausblick, erst recht nicht wenn man mit Kindern dort ist.
Alles eine Frage des Trinkgelds. Ohne geht es nicht, als unbedingt bei der Kalkulation eines AI-Aufenthalts noch dazurechnen. Wir haben ca. 100 Euro an Trinkgeldern gezahlt, wobei Trinkgeld etwas "niedlich" klingt. "Bestechungsgeld" klingt zu drastisch, aber wie sonst bekommt man ein volles Glas und ein sauberes Handtuch? Mit Trinkgeld funktioniert der Service. Ich bin im 8. Monat schwanger und wollte mich in den Nichtraucherbereich des Lokals mit meiner Tochter setzen. Eine viertel Stunde des Eröffnung des Mittagsbuffet sind wir hier wieder weggeschickt worden, weil man für den Abend bereits eindecken müsse. Auch eine russische Familie mit Kleinkindern wurde weggeschickt. Einen Platz im Nichtraucherbereich zu bekommen, ist schwierig. Daher massiver Punktabzug.
Außerhalb des Hotels ist nichts. Ein paar Touri-Shops mit aufdringlichen Verkäufern und überpreisten Touri-Souvenirgütern. Zwei Apotheken, in denen man Antinal bekommen kann, das populäre Durchfallmittelchen, auf das man sicherlich zurückgreifen muss.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wie nervig, dass man weder am Strand (Musik der Poolbar) noch am Pool (Musik zum Animationsprogramm) der aufdringlichen musikalischen Beschallung nicht entkommen kann. Wer sich vorstellt, am Strand zu liegen und dem Meeresrauschen zu lauschen, sollte sich einen anderen Strand suchen. Das hauseigene Riff ist zu großen Teilen tot, immer wieder sieht man Russen, die die verbleibenden Fische füttern. Ich selbst kann leider nicht an den externen Schnorcheltouren teilnehmen (habe ein künstliches Hüftgelenk) und bin somit auf die seichten Strandgewässer und Riffe angewiesen. Da ist fast nichts mehr, was lebt. Stattdessen immer mehr Müll im Wasser, der an den Strand gespült wird. Relaxen auf einer Liege? Sofern man eine (nicht gebrochene) bekommt: Alle 10 Minuten kommt jemand vorbei, um einem Massage, Touren oder Sandvasen zu verkaufen. Um Punkt 17 Uhr bekommt man die Liege auflage unterm Hintern weggezogen, da der Beachboy Feierabend machen möchte. Meine Sonnenbrille wurde mir übrigens am Strand geklaut. Als ich um 5 vor 11 mir an der Poolbar ein Wasser holen wollte, wurde ich wieder weggeschickt, da erst um 11 Ihr geöffnet wird. Der Russe neben mir hat sein Bier jedoch nach mir direkt bekommen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im September 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Claudia |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 2 |


