Zunächst: Prächtig angelegtes Hotel direkt an der Promenade und somit am Strand in Ahlbeck auf Usedom. Macht auf den ersten Blick einen sauberen, charmanten und gepflegten Eindruck. Wenn man das Hotel betritt, wird man mit Eigenlob überhäuft, d.h. die Direktion weist nur zu gern auf VIP-Gäste hin mit allerlei Bildern und sonstigen Dokumenten im Goldrahmen. Links des Eingangs befindet sich eine Bibliothek mit Kamin, was auch als Raucherraum genutzt werden kann. Am Ende des Ganges die Rezeption mit Durchgang zum Restaurant. Im Eingangsbereich stehen Getränke zur Auswahl (kostenlos) sowie gegen Zahlung mehrere Tageszeitungen sowie Zeitschriften. Es gibt einen Lift für das komplette Hotel, welcher eng und alt und entsprechend langsam ist. Laut Personal wird ein zweiter Lift gebaut, welcher dann auch nur für das Personal zur Verfügung stehen soll. Eingeschlossene Leistungen: Frühstücksbuffet. Sehr reichhaltig und ansprechend aufgebaut. Gute Auswahl. Nette Kellner, recht flink. Gästestruktur durchmischt, viele Familien, vorwiegend deutschsprachig. Bei Ankunft kommt der sogenannte Wagenmeister im altertümlichen Pagendress und nimmt einem die Koffer und das Auto zwecks Parken ab, weiterhin wird man zum Zimmer geleitet. Leider ist alles in diesem 5-Sterne-Hotel auf Sparen Sparen Sparen getrimmt. Zeitschaltuhren für Infrarotstrahlung im Bad, Bewegungsmelder im Flur (wenn man aus dem Aufzug kommt, ist es zunächst stockfinster), Bewegungsmelder im Kleiderschrank (kramt man im untersten Fach herum, geht grundsätzlich das Licht aus und man sieht vom Koffer nicht mehr viel)...auch wenn ich grundsätzlich die Idee der Einsparung von Strom begrüße, so sollte diese doch verträglich mit der Ursprungsidee LUXUS (denn das ist es, was ich bei 5 Sternen erwarte) verbunden werden. Insgesamt merkt man dem Hotel an, dass es alt und entsprechend etwas "abgenutzt" bzw. "abgewohnt" ist. Die Teppiche haben schon bessere Zeiten erlebt sowie das Mobiliar. Alles wirkt etwas staubig und eingerostet. Mein Tipp: Meiden Sie dieses Hotel. Es mag seine guten Zeiten erlebt haben, aber diese sind nun eindeutig vorbei. Ich bin immer noch sehr enttäuscht über den Aufenthalt dort. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben einen Urlaub irgendwo abgebrochen. Ich war in allen Herren Ländern und habe alle Kategorien von Hotels testen können. Ich bin sehr froh, dass wir nach zwei Tagen abreisen konnten. Ich kann und möchte mir nicht vorstellen, wie es Leute dort zwei oder sogar drei Wochen aushalten. Ich habe gesehen, dass eine große Zahl der Bewertungen auf diesem Portal sehr positiv ausfielen und da kommt mir manchmal der Gedanke, ob ich in einem anderen Hotel war oder ob andere Leute gern Hunderte von Euro bezahlen und dafür rein gar nichts zurückbekommen. Jeder mag seine eigenen Erfahrungen machen, jedoch waren meine Erlebnisse dort fast durchgehend negativ geprägt, egal wie offen und objektiv ich an eine Sache heranging.
Das Zimmer war wohl 24 qm groß und verfügte über ein Bett, einen Kleiderschrank, Bad, Schreibtisch, einen Stuhl, eine Kommode, ein Sofa und ein Sessel sowie einen Tisch hierzu. Der Teppich hatte Flecken und Löcher. Der äußere Bettbezug hatte auch Flecken. Das Zimmer war schlampig hergerichtet, d.h. die Tapete und der Teppich unsauber verlegt etc. Alles nichts Wildes, aber in der Summe fragt man sich doch, wie das bei einem 5-Sterne-Hotel sein kann. Die Armaturen im Bad vergoldet, was im abgenutzten Zustand einfach keinen guten Eindruck mehr macht. Die Badewanne viel zu klein für ein entspanntes Bad (schon gleich gar nicht zu zweit). Weiterhin gab es einen Fernseher, Klimaanlage, eine Minibar, Telefon und Safe. Beim Fernsehprogramm hatte sich noch keiner die Mühe gemacht, die Programm entsprechend zu sortieren oder in irgendeine sinnvolle Reihe zu bringen, alles war doppelt und dreifach und völlig durcheinander. Alles in allem ein durchschnittliches Zimmer, was uns leider nicht sonderlich gefiel, auch wegen des abgewohnten Eindrucks. Aber vielleicht lag das auch daran, dass wir zuvor mehrere Tage im Adlon in Berlin gewohnt und einen anderen Standard erwartet hatten.
Es gibt mehrere Restaurants, die zum Hotel gehören. Zwei davon probierten wir aus. Das Thai-Restaurant ist sehr zu empfehlen, allein schon wegen seiner schönen Dekoration und der netten Bedienung. Das Essen schmeckte wunderbar und alles in allem verbrachten wir einen schönen Abend. Weiterhin speisten wir im La Brasserie. Hier gipfelte eigentlich der Besuch auf Usedom. Nachdem ich einen Steakteller mit einer Auswahl von drei verschiedenen Fleischsorten zum Preis von 20 Euro bestellt hatte, bekam ich dies auch und zwar mit einer völligen Überdosis an Pfeffer, die ein Essen schlichtweg unmöglich machten; und mit dieser Meinung stand ich auch nicht allein da, nachdem ich meinen Begleiter probieren ließ bevor ich überhaupt etwas dazu sagte. Ich gab das Essen also zurück. Eine Minute später stand der Koch vor mir, entschuldigte sein Fehltritt in keinster Art und Weise, knallte mir stattdessen den Teller hin und sagte wortwörtlich: "Hab den Pfeffer runtergekratzt, dann alles noch ma schnell aufn Grill und ne Rosmarinsoße drüber, sollte jetzt gehen". Ich war völlig perplex und wußte nichts mehr zu sagen. Die Sauce war eigentlich für das Lamm gedacht, welches mein Begleiter aß und paßte rein gar nicht zum kurz gegrillten Steak, was inzwischen nach wiederholtem Braten einer Katastrophe entsprach. Ich muss sagen: Selbst bei einem Fast Food-Laden wie McDonald's bekommt man einen neuen Burger, wenn man sein Essen zurückgibt! Dass man etwas "runterkratzt" und mir das alte Essen mit einem schnippischen "sollte jetzt gehen" zurückknallt, macht mich sprachlos, zumal die Endrechnung in diesem Restaurant 50 Euro entsprach. Auch dass sich der Koch anschließend lautstark mit seinem Kollegen unterhielt und mehrmals "Also das ist ja wohl Geschmacksache" wiederholte, half nicht sehr viel weiter. Je öfter ich mir überlege, was uns dort widerfuhr, desto wütender bin ich und desto mehr ärgere ich mich, dass ich dem Koch nicht seinen albernen Steakteller um die Ohren gehauen habe. Das einzig Positive in diesem Restaurant war unsere Bedienung. Sie war stets bemüht und sie war auch die Einzige, der es sichtlich unangehm war, was hier vor sich ging.
Das Personal machte zunächst einen freundlichen und aufgeschlossenen Eindruck. Man wurde freundlich willkommen geheißen und fühlte sich gut aufgenommen. Jedoch schlug dies schnell um. Nach Genuß einer Flasche Rotwein am Abend zuvor brachte das Zimmermädchen am folgenden Tag nicht die gebrauchten Gläser weg und stellte auch keine neuen Gläser auf. Weiterhin leerte die Zimmerreinigung wohl ausversehen ein Glas Wasser, welches neben dem Bett stand, auf dem Kissen und der Bettdecke aus, was großzügig ignoriert wurde. Im Bad funktionierte das Licht des Schminkspiegels nicht, was die gesamte Lichtquelle im Bad doch sehr einschränkte. Sowohl die Sache mit den Weingläsern als auch das fehlende Licht wurde insgesamt drei Mal reklamiert. Beim zweiten Mal begegnete man uns schon genervt und unfreundlich; man erklärte uns lapidar, dass eben der Techniker schon tagelang abwesend sei (was mich als Gast nun mal eben nicht interessiert und auch keine Entschuldigung ist). Zu den Weingläsern wurde nur gesagt, dass man das wohl schon wieder vergessen hätte. Bei der dritten Reklamation wurden wir etwas bestimmter, v.a. was auch die Gläser anging (in der Zwischenzeit war das Zimmermädchen schon zum zweiten Mal in unserem Raum gewesen und übersah dies weiterhin). Daraufhin tat man uns tatsächlich den Gefallen, neue Gläser zu bringen, aber erst nachdem mehrmals nachgefragt wurde, ob man denn den alten Rest vom Vorabend wirklich wegwerfen sollte (!). Abschließend entschlossen wir uns (bitte noch Gastronomie und Sport lesen) zu einer verfrühten Abreise, da wir absolut nicht mit dem Servicegedanken und dem allgemeinen Angebot dieses Hotels einverstanden waren. Der Ahlbecker Hof mag vieles sein, jedoch kein Luxushotel im 5 Sterne-Segment. Als wir also auschecken wollten, fragte man uns, wieso wir denn schon gehen möchten und man hätte doch noch 80 Prozent Stornokosten zu zahlen. Wir weigerten uns, weshalb die Hoteldirektorin mit uns sprach. Sehr schnippisch und zickig hörte sie sich nicht einmal die Mängel an, sondern unterbrach uns mitten im Gespräch nach nur einer Minute mit einem völlig unpassenden "Ziehen Sie Ihres Weges!" und rannte mit einem unfreundlichen Abwinken von dannen. Man hörte also nicht einmal die Probleme an. Stattdessen fühlte sich die Direktorin sofort persönlich angegriffen und war um eine sachliche Lösung schlichtweg nicht bemüht. Ihr Argument, das hier sei "eben ein altes Hotel" ist für mich leider ungenügend. Da ich selbst seit Jahren in der Touristik arbeite, kann ich getrost sagen, dass ich schon vieles gesehen habe und mich in dem Geschäft schlichtweg sehr gut auskenne. Jedoch begegnete mir so eine Art und Weise noch nie zuvor, schon gleich gar nicht in einem 5-Sterne-Haus. Ich kann nur annehmen, dass durch die Übernahme durch die Seetel-Gruppe jeglicher Gewinn abgeschöpft und anschließend nicht mehr in das Hotel investiert wird. Dieser Gedanke springt einen nahezu an, wenn man sieht, wie unmotiviert allein schon die Direktorin oder die Mitarbeiter der Rezeption zu Werke gehen, wie altbacken das Hotel wirkt und wie wenig in die Instandhaltung gesetzt wird.
Mitten in Ahlbeck direkt an der Strandpromenade und somit am Strand gelegen. Zahlreiche Restaurants und Geschäfte in unmittelbarer Nähe. Ahlbeck liegt sehr weit östlich auf Usedom, d.h. eine gewisse Fahrtzeit auf der Insel muß vorausgesetzt werden, zumal das Stauaufkommen in der Hauptsaison einer Katastrophe entspricht. Parksituation erschwert, entweder man parkt für 10 Euro am Tag in der hoteleigenen Tiefgarage oder man sucht sich einen eigenen, kostenlosen Parkplatz, was nicht sehr leicht, aber machbar ist. Es gestaltet sich allerdings etwas schwierig, gegen den 'Wagenmeister' anzukommen; er schaut fast schon konsterniert drein, wenn man es wagt, das Auto eventuell selbst parken zu wollen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der Ahlbecker Hof deklariert sich selbst gern als Wellness Hotel. Auf den ersten Blick könnte man das auch meinen, auf den zweiten Blick sollte man das Wellnessareal schlicht meiden. Es gibt einen Pool sowie eine Sauna mit Platz für ca. vier Leute und sonst nur noch eine Unmenge an Dampfbädern, von denen zwei nicht in Betrieb waren. Der Wellnessbereich ist nicht durch eine Tür o.ä. abgetrennt, d.h. Kinder rennen ständig hinein und wieder hinaus, da im Saunabereich eine sogenannte "Erlebnisdusche" installiert ist, welche natürlich gern von Kindern ausprobiert wird. Dadurch herrscht in der Sauna ständiger Durchgangsverkehr und man kann sich rein gar nicht entspannten. Handtücher hatten Flecken, die Holzliegen waren unbequem, es gab kein Kaltbecken (!) und lediglich einen völlig dunklen Gang in einen Hinterhof, den wir uns ehrlich gesagt nicht trauten zu besuchen. Die Dampfbäder rochen gammelig, was darauf schließen lässt, dass die Reinigung nicht zu 100 Prozent durchgeführt wird. Eine halbe Stunde vor Schließung des Wellnessbereichs stapfte ein Mann in Anzug und Straßenschuhen mitten durch den Nacktbereich, riß Türen zu Dampfbädern auf, bließ schon mal die Kerzen aus und stiefelte anschließend wieder heraus. Sehr angenehm, wenn man gerade nackt aus der Sauna kommt. Alles in allem ist der Begriff Wellness einfach unpassend. Entweder man pflegt den Badebereich entsprechend oder man lässt ihn gleich weg. Es war nur enttäuschend, was einem dort geboten wurde. Jedes kleinstädtische 0815-Hallenbad kriegt eine bessere Atmosphäre auf die Reihe. Ansonsten erkundeten wir nur noch den Strand, welcher wunderschön und zum Spazieren einlädt.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juli 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Johanna |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |


