Regelmäßig verbrachten wir unseren Urlaub, oft mehrmals im Jahr für jeweils zwei Wochen, im 5-Sternehotel ERIKA im Dorf Tirol. Die ruhige Lage und der gepflegte Stil haben uns bis vor kurzem stets überzeugt. Das Haus war für uns über Jahre hinweg ein Ort der Erholung und des stilvollen Rückzugs. Etliche Um- und Anbauten in den letzten Jahren führten nun aber nicht nur zu einem Irrgarten der ganzen Anlage, sondern vor allem die jüngsten Umbauten und die damit verbundene Neuausrichtung von einem „Relax und Spa-Hotel“ zu einem Kinderhotel veränderten grundlegend das Ambiente. Zudem passt der ganze kitschige Deko-Klimbim längst nicht mehr in die heutige Zeit und auch nicht in ein Kinderhaus. Die neue familiäre Ausrichtung ist deutlich spürbar und leider auch mit Einschränkungen verbunden, die für langjährige, Ruhe suchenden Stammgäste wie uns nicht unerheblich sind. Da hilft auch die oft gespielte Überfreundlichkeit des Personals nicht. Kinderpräsenz: Das Hotel gewährt großzügige Kinderermäßigungen bis zum Alter von 14 Jahren im Elternzimmer, was zu einer hohen Anzahl von Kindern aller Altersgruppen führt. Vom Speisesaal, Bar über die Lobby bis hin zum Garten und Pool ist Kinderlärm und Gekreisch allgegenwärtig. Unruhe/Unsitten vor und während des Nachtessens: Die Hotelbar wird vor und nach dem Nachtessen von Kindern belagert, was die Atmosphäre deutlich verändert. Die liebevoll gedeckten Esstische werden von Familien zu Spieltischen umgestaltet, damit die Kinder während der Mahlzeit beschäftigt sind. Am Morgen- und Vorspeisenbuffet lassen die Eltern den Kindern den Vortritt – auch die Kleinen dürfen wühlen – und oft sieht es dann entsprechend unappetitlich aus. Poolhygiene und Verhalten: Kinder jeglichen Alters befinden sich in allen Pools und obwohl das Hotel auf die Verwendung von Badewindeln hinweist, bleibt die Kontrolle darüber unklar. Da wundert es nicht, dass die Erwachsenen auch über Duschvorschriften vor dem Schwimmen hinwegsehen. Bar, Küche und Weinkeller: Der Chef-Barkeeper jongliert regelmäßig mit Gläsern und Flaschen, entsprechend geht auch immer wieder etwas zu Bruch. Das damit verbundene Spektakel, den Lärm und sein lautes Gelächter sind mehr als störend. Keine zehn Meter entfernt sitzen die Chefs in ihren Büros und finden das wohl lustig. Das Essen ist nach wie vor hervorragend und von guter Qualität. Das wöchentliche Galamenü ist ein Genuss. Leider wiederholen sich die übrigen Menüs jede Woche. Es ändert höchstens mal eine Beilage. Dies ist wohl eine Folge der Kurzaufenthalte von 3- 7 Tagen der meisten Gäste! Im Weinkeller befinden sich Kultweine und Raritäten hauptsächlich vom Südtirol aber auch von ganz Italien, liebevoll vom Sommelier Andreas bewirtschaftet. Jeden Abend kredenzte uns Sommelier Andreas einen edlen Tropfen passend zum jeweiligen Menü. Fehlende Orientierung und Rücksichtnahme: Es scheint keine klaren Verhaltensrahmen für Familien mit Kindern zu geben. Das Personal zeigt sich zurückhaltend und muss tolerieren, da die Hotelleitung auf die Mitarbeitenden Druck ausübt, wie uns ein Serviceangestellter offen mitteilte. Wir haben unsere Anliegen nach mehr Ruhe und Stil respektvoll vorgebracht, nicht in der Erwartung bevorzugt behandelt zu werden, sondern in der Hoffnung, dass langjährige Gäste mit einem gewissen Anspruch Gehör finden. Die Antwort darauf erhielten wir in einem Moment, der uns irritiert hat: Frau Erika Nestl teilte uns mit - während sie gleichzeitig im Frühstückservice tätig war – wir sollten uns nach einem anderen Hotel umsehen. Diese Aussage wirkte auf uns überraschend eigenmächtig, zumal das Hotel doch inzwischen offiziell von Patrick Nestl als Geschäftsführer geführt wird. Dass eine solche Empfehlung gegenüber Stammgästen ausgesprochen wird, entspricht aus unserer Sicht weder dem Anspruch noch dem Stil eines zeitgemäßen 5-Sternehauses. Es ist gut möglich, dass auch andere Langzeitgäste ähnliche Schlüsse ziehen und ihre Ferien künftig nicht mehr im Kinderhotel ERIKA verbringen werden. Wir werden im Dorf Tirol weiterhin Urlaub machen, haben wir uns doch gerne für ein anderes, stilvolleres und ruhig gelegenes Hotel für das nächste Jahr entschieden, welches unsere Anliegen zu schätzen weiß.
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- Sonstiges
Liebe Erica, danke, dass Sie sich die Zeit für diese ausführliche und offene Rückmeldung genommen haben. Gerade weil Sie unser Haus über viele Jahre hinweg immer wieder gewählt haben, trifft es uns besonders, dass Sie das Erika heute nicht mehr als den Ort der Ruhe und des stilvollen Rückzugs erleben, den Sie so lange mit uns verbunden haben. Es freut uns, dass Sie die Qualität unserer Küche, das Galamenü und den Weinkeller mit Sommelier Andreas weiterhin so positiv hervorheben. Umso bedauerlicher ist es, dass Sie das Ambiente in anderen Bereichen, die Atmosphäre in Bar, Restaurant und Garten sowie die Entwicklung unseres Hauses insgesamt für sich nicht mehr stimmig empfunden haben. Wir nehmen Ihre Hinweise zu Ruhe, Orientierung in der Anlage, Rücksicht im gemeinsamen Miteinander und dem Urlaubserlebnis für Erwachsene sehr ernst. Ebenso bedauern wir, dass ein persönliches Gespräch bei Ihnen Enttäuschung hinterlassen hat. So möchten wir langjährige Gäste nicht zurücklassen. Das Erika ist seit jeher ein kinderfreundliches Haus, und besonders in Ferienzeiten wie Ostern, Pfingsten, den Sommerferien und rund um Allerheiligen sind mehr Familien mit Kindern bei uns zu Gast. Gleichzeitig wissen wir sehr gut, wie wichtig vielen Gästen Ruhe, Erholung und stilvolle Auszeiten in unserem Spa- und Wellnesshotel in Dorf Tirol bei Meran sind. Deshalb sind besonders April, Mai, September und November oft deutlich ruhigere Zeiten, die von vielen Erholungssuchenden sehr geschätzt werden. Vielen Dank für Ihre langjährige Treue und für Ihre klaren Worte. Auch wenn wir bedauern, dass Sie sich künftig anders orientieren, nehmen wir Ihre Rückmeldung mit der Aufmerksamkeit auf, die sie verdient. Herzliche Grüße, Familie Nestl, Ihre Gastgeber im Erika & das gesamte Erika Team

