Eins vorweg: Man kann immer mal einen schlechten Tag resp. eine schlechte Woche in einem Hotel erwischen. Ist uns eben passiert. Dennoch können wir die hier teils überschwänglich geschriebenen positiven Eindrücke in keinem einzigen Punkt nachvollziehen! Also, hier unsere Erfahrungen in Stichworten, sachlich und emotionslos: ältere Clubanlage, groß angelegt, ungemütlich, abgewohnt, schmuddelige Teppiche in Flur und Zimmern, uralte sanitäre Anlagen (unser Zimmer und auch der Flur roch stets nach Kläranlage). Kategorie Imperial ist nicht nachvollziehbar, ebensowenig die 4 Sterne. Gut: All Inclusive mit dem großen Vorteil an reichhaltigem Sport- und Animationsprogramm sowie recht ansprechende Abendshows. Aber: Das Preisniveau ist für Tunesien zwischenzeitlich - zumindest was diesen Club betrifft - viel zu hoch und dem Gebotenen völlig unangemessen! TUN SIE SICH UND IHRER GESUNDHEIT ETWAS GUTES UND MEIDEN SIE DIESEN CLUB!
Gut: Unser Zimmer war geräumig, SAT-TV mit einigen deutschen Programmen. Minibar mit Softdrinks. Telefon. Reinigungsservice. 220 Volt kein Problem. Buchung "Indirekter Meerblick" reicht völlig aus, Meer sieht man genug. Durchschnittlich: Größe und Beschaffenheit des Balkons. Qualität der Betten. Geräuschdämmung. Schlecht: Das mit dem Safe konnte und wollte uns keiner erklären. Miserabel: Versiffte Teppiche überall, uralte sanitäre Anlagen, verrottete Zimmertüren, Klimaanlage praktisch ohne spürbare Funktion, dafür sehr geräuschintensiv. Disco bis 2 Uhr in diesem Flügel (betrifft noch gut 50 andere Zimmer) sowie deren Besucher sehr störend!
Die Infrastruktur stimmt: Vier Spezialitätenrestaurants, Hauptrestaurant mit Buffet-System zu allen Mahlzeiten, Mitternachtssnack, 24 Stunden Bar, All Inclusive. Die Qualität der Speisen ist sensorisch wie chemisch nicht hinnehmbar. Das Essen im Hauptrestaurant ist schlichtweg zu drei Viertel ungenießbar weil miserabel zubereitet, alles schmeckt nach tunesischem Einheitsbrei aus der Massenherstellung, will sagen: es ist völlig egal, was Sie sich am Buffet auf den Teller laden, es schmeckt garantiert nichts auch nur annähernd so, wie man es der Nomenklatur nach erwarten würde, sondern einfach nur gleichförmig geschmacklos entweder nach tunesischem Gewürz oder angebrannt. Die "Spezialitätenrestaurants" sind ebenfalls durchweg eine Enttäuschung, und zwar deswegen, weil auch hier die Zubereitung nicht stimmt. Das italienische Mahl schmeckt genauso tunesisch wie das mexikanische. Eine schwere Infektion (Blut im Stuhlgang) ist uns außerdem auf den Magen geschlagen, und wir sind beide dahin gehend sehr robust und ansonsten gänzlich unanfällig. Getränke an der Bar bestehen mit Ausnahme des Pastis aus gepanschtem, ungenießbarem Billigstalkohol und haben mit dem, was auf dem Etikett zu lesen steht, gar nichts zu tun. Einzige Entschädigung: Sala, einer der Barkeeper, ist sensationell gut drauf (hier haben wir übrigens reichlich Tip gegeben!). Eine kulinarische Ausnahme gibt es aber doch: Wirklich toll ist der frisch gepresste Orangensaft!! Nur davon alleine kann man sich eben leider nicht den ganzen Urlaub über ernähren ...
Wir gehören nicht zu der Sorte westlicher Touristen, die in "großkotziger" Art und Weise mit Trinkgeldern pseudo-gönnerhaft um uns werfen. Wir geben, ganz gleich ob im Steigenberger Inselhotel Konstanz oder im Magic Life Club Djerba nur dann (aber dann gerne und von Herzen ehrlich) Trinkgeld, wenn der Service, sprich die vom Personal oder einer Einzelperson erbrachte Serviceleistung wirklich in Ordnung ist oder darüber hinaus geht. Und das kann man von keinem einzigen der zu unserer Zeit Beschäftigten sagen, ganz gleich ob diese im Restaurant, an der Rezeption oder im Animationsbereich tätig waren. Wir haben hier nur Arbeitsunwille, Inkompetenz oder Überforderung wahrgenommen und hatten immer das Gefühl, die Angestellten, ganz gleich ob am Strand (sehr mürrischer, unfreundlicher, bisweilen frecher und flegelhafter "Animateur"!) oder im Restaurant (oft wurden wir minutenlang hartnäckig und ganz bewusst ignoriert, wahrscheinlich hatte es sich schnell herumgesprochen, dass [nicht nur] wir im Voraus kein "Tip" geben) beim Nichtstun zu belästigen. Und das ist nicht überheblich oder zünisch gemeint, sondern entspricht ganz einfach unserer Erfahrung; wir sind uns dabei im Übrigen auch sehr wohl im Klaren darüber, dass auf dem afrikanischen Kontinent andere Maßstäbe angelegt werden sollten und die Verhältnisse in Vielem von den europäischen Standards abweichen. Dennoch darf, insbesondere auch gemessen am bezahlten Preis, ein gewisses Grundmaß an professionellem, korrektem Umgang mit freundlichen und ordentlich gekleideten Gästen im Restaurant (leider keine Selbstverständlichkeit mehr, in diesem Punkt sollten sich einige Touristenkollegen mal in reichlicher Selbstkritik üben statt über den Service zu schimpfen!!) darf man, so denken wir, überall auf der Welt als zahlender Gast erwarten.
Der Club liegt schön direkt am Strand, dieser ist allerdings recht übersichtlich und keineswegs sauber. Fast von allen Zimmern hat man netten Meerblick. Liegen und Schirme am Strand in schlechtem Zustand, Service am Strand Null. Nächste Ortschaft Midun ca. 5 km. Transfer unkompliziert in 30 Minuten, ist aber sehr, sehr unkomfortabel in absolut verkehrsuntauglichen Fahrzeugen. Wir haben's aber überlebt. Preise für Taxi sind zwar günstig, aber von Fahrer zu Fahrer für die gleiche Strecke sehr unterschiedlich ...
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Hier punktet der Club kräftig. Jegliche Aktivität, ob draußen am Strand mit Surfing, Banana, Gliding usw. oder drinnen im großzügigen Hallenbadbereich, im (ziemlich verrotteten) Fitnessraum oder aber der schönen neu erbauten Saunalandschaft ist echtes All Inclusive. Hier stimmt auch wieder die Kategorie Imperial.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Januar 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Edgar |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 9 |


