Bühne des Eurovision Song Contest 2024 in Malmö, Schweden
© Peppe Andersson

ESC 2024

Eurovision Song Contest 2024 in Malmö – die Highlights aus 68 Jahren ESC

Der Eurovision Song Contest (ESC) – ein faszinierendes Spektakel, das jährlich zahlreiche Fans auf der ganzen Welt begeistert und vereint. Seit der Gründung im Jahr 1956 hat der ESC eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen, von einem bescheidenen Musikwettbewerb mit nur sieben Teilnehmerländern bis hin zu einem riesigen kulturellen Ereignis, das über 40 Länder zusammenbringt und Millionen von ZuschauerInnen vor den Bildschirmen versammelt.

Der Eurovision Song Contest ist nicht nur eine Veranstaltung für MusikliebhaberInnen – er ist ein Spiegelbild der Vielfalt und Einheit Europas, ein Schauplatz, auf dem nationale Identitäten auf der Bühne miteinander verschmelzen und Freude, Kreativität und Zusammengehörigkeit gefeiert werden. Seit seinen Anfängen hat der ESC dazu beigetragen, kulturelle Grenzen zu überwinden, Vorurteile abzubauen und Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und mit unterschiedlichen Vorlieben einander näher zu bringen. Von politischen Kontroversen bis hin zu legendären Siegen und unvergesslichen Auftritten – beim ESC gab’s so einige Highlights.

Menschen halten Europa-Flaggen in den Himmel
Ein Song für Europa – dafür steht der ESC. Shutterstockt-337371557_vvsqvv

Sprungbrett ESC

Im Laufe der Jahre hat der ESC zahlreiche Stars hervorgebracht: Zu den prominentesten gehören ABBA, die 1974 für Schweden mit "Waterloo" den Contest gewannen und zu einer der erfolgreichsten Popgruppen aller Zeiten wurden. Auch Céline Dion wurde durch ihren Sieg für die Schweiz im Jahr 1988 mit "Ne partez pas sans moi" weltweit bekannt. 

Die Hit-Garanten

Zu den erfolgreichsten Teilnehmerländern des ESC zählen Schweden, Irland und Luxemburg. Schweden hat den Wettbewerb insgesamt sechsmal gewonnen und gilt als eine der führenden Nationen des Wettbewerbs. Irland hält den Rekord mit insgesamt sieben Siegen, und war vor allem in den 90er-Jahren besonders erfolgreich. Luxemburg konnte sich insgesamt fünf Mal den ersten Platz sichern, obwohl das Land seit 1993 nicht mehr am ESC teilnimmt.

Germany Zero Points

Ja, auch Deutschland kann ESC – trotz vieler herber Niederlagen, Nullrunden und vieler letzter Plätze in den vergangenen Jahren. Zehn Mal waren die Deutschen das Schlusslicht, davon drei Mal sogar mit null Punkten. Aber: Zwei Mal sind wir auf dem ersten Platz gelandet und immerhin 35 Mal in den Top Ten. Zu den erfolgreichen deutschen InterpretInnen gehört Lena Meyer-Landrut, die den ESC 2010 mit dem Song "Satellite" gewann. Auch Nicole, die 1982 mit "Ein bißchen Frieden" den Sieg für Deutschland einheimste, ist nach wie vor eine der bekanntesten deutschen ESC-TeilnehmerInnen. Werden wir 2024 an diese Erfolge anknüpfen können?

ESC 2024 – United By Music

2024 schauen also alle ESC-Fans nach Malmö: Beim 68. Eurovision Song Contest in Schweden sucht Europa seine besten Gesangstalente aus. Unter dem Motto „United By Music“ treten insgesamt 37 Talente auf, wobei 26 von ihnen im Finale am 11. Mai um den Titel kämpfen werden. Moderiert wird die Show in Schweden von der Schauspielerin Malin Åkerman und der Komikerin Petra Mede. Die beiden moderieren den Eurovision Song Contest bereits zum dritten Mal. Als Kommentator des Contest im deutschen Fernsehen löst in diesem Jahr Thorsten Schorn den langjährigen ESC-Kommentator Peter Urban (nach 25 Jahren) ab.

Für Deutschland ist Sänger Isaak Guderian, ein ehemaliger Straßenmusiker, der sein Talent bereits in mehreren deutschen Castingshows unter Beweis gestellt hat, in der Malmö Arena in Schweden angetreten – und hat mit seinem Song „Always On The Run“ den 12.Platz belegt. Den Sieg holte sich der Schweizer Sänger Nemo mit seinem Lied "The Code" vor Kroatien (Platz 2) und der Ukraine (Platz 3).

Zurück zu den Anfängen:

Bevor der ESC 2025 also in die Schweiz zieht, werfen wir hier noch mal einen Blick auf alle Highlights und besondere Austragungsorte des Eurovision Song Contest, der übrigens bis 2001 in Deutschland unter dem französischen Namen Grand Prix Eurovision de la Chanson bekannt war.

Offizielles Musikvideo, ISAAK - Always On The Run, Eurovision Song Contest 2024

Unsere Top Ten der ESC-Austragungsorte

Lugano, Schweiz (1956)

Wo alles begann ...

Lugano war der erste Austragungsort des ESC. Das Festival fand im Teatro Kursaal statt, und die Schweiz gewann auch gleich den ersten Wettbewerb mit dem Lied "Refrain" von Lys Assia. Dieser historische Moment legte den Grundstein für eine der langlebigsten und beliebtesten Musikveranstaltungen der Welt.

Dublin, Irland (1971, 1981, 1988, 1994, 1995, 1997)

Hier wurde am meisten gesungen

Dublin ist der Austragungsort mit den meisten Veranstaltungen. Irland hat den ESC sieben Mal gewonnen. Und die irische Hauptstadt war oft der Ort des Geschehens, darunter auch während der legendären Siegesserie in den 1990er-Jahren. Diese Siege haben die nationale Identität Irlands und die Begeisterung für den ESC stark geprägt.

Jerusalem, Israel (1979, 1999)

1979 fand der ESC in Jerusalem statt, was für viele Kontroversen sorgte, da einige Länder Bedenken hinsichtlich der politischen Lage hatten. 1999 kehrte der Wettbewerb wieder nach Israel zurück, da Dana International mit "Diva" in dem Jahr zuvor in Birmingham gewann, was einen historischen Moment für die LGBTQ+-Gemeinschaft darstellte. Das Event war nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern auch ein Symbol für die Vielfalt und Toleranz.

Stockholm, Schweden (1975, 2000, 2016)

Stockholm war dreimal Gastgeber des ESC. 2015 gewann Schweden den ESC in Österreich durch den Sieg von Måns Zelmerlöw mit dem Lied "Heroes", während die deutsche Teilnehmerin Ann Sophie an diesem Abend mit ihrem Lied "Black Smoke" nur null Punkte erhielt. 2023 gewann Schweden erneut den ESC, die Sängerin Loreen sogar zum zweiten Mal. Aber dieses Mal trägt nicht Stockholm, sondern Malmö das diesjährige Event aus.

Tallinn, Estland (2002)

Der ESC 2002 in Tallinn war historisch, da es eine Premiere war, dass ein ehemaliges Sowjetland den Wettbewerb ausrichtete. Ein Jahr zuvor siegte mit dem Song "Everybody" von Tanel Padar, Dave Benton & 2XL zum ersten Mal ein Beitrag aus Osteuropa. Der Wettbewerb half dabei, Estland nach seiner Unabhängigkeitserklärung 1991 als eigenständige Nation zu etablieren.

Athen, Griechenland (2006)

Griechenlands Premiere

Der ESC 2006 in Athen war für Griechenland von großer Bedeutung, da es das erste Mal war, dass das Land den Wettbewerb gewinnen konnte. Helena Paparizou sicherte mit dem Lied "My Number One" ein Jahr zuvor in der Ukraine den Sieg, der das kulturelle Selbstbewusstsein Griechenlands stärkte und zur Förderung der griechischen Musikszene beitrug.

Baku, Aserbaidschan (2011)

Konfliktbehaftet, aber cool

Der ESC 2012 in Baku war von Kontroversen um die Menschenrechtslage im Land überschattet, dennoch war die Veranstaltung beeindruckend und aufwändig inszeniert. Aserbaidschan gewann den ESC 2010 in Deutschland mit "Running Scared" von Ell & Nikki. Trotz der Bedenken war der ESC 2011 ein wichtiges Ereignis für die Förderung der kulturellen Vielfalt in Aserbaidschan.

Kopenhagen, Dänemark (2014)

Innovativ und nachhaltig

Der ESC 2014 in Kopenhagen wurde bekannt für seine innovative Bühnengestaltung und sein Fahrrad-Thema, das die dänische Kultur widerspiegelte. Conchita Wurst aus Österreich gewann bei diesem Event mit "Rise Like a Phoenix". Diese Veranstaltung zeigte Dänemarks Engagement für kreative und einzigartige Inszenierungen bei internationalen Veranstaltungen.

Rotterdam, Niederlande (2021)

Rotterdam war der Austragungsort des ESC 2021, der aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde. Der Wettbewerb fand unter strengen Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen statt und markierte eine Rückkehr zu einem größeren Maßstab von Live-Veranstaltungen in Europa. Trotz der Herausforderungen bot der ESC 2021 eine Gelegenheit zur Feier der Musik und der europäischen Einheit in schwierigen Zeiten. Gewinner des Abends war die italienische Rockband Maneskind.

Liverpool, Vereinigtes Königreich (2023)

Es muss nicht immer London sein ...

Großbritannien war ganze neun Mal Austragungsort des Eurovision Song Contest – dabei hat das Land gar nicht so oft den ersten Platz belegt, sondern ist für andere Länder eingesprungen ist, die den Wettbewerb aus verschiedenen Gründen nicht organisieren konnten oder wollten. Auch 2023 übernahmen die Briten die Ausrichtung des Wettbewerbs als Ersatz für die Ukraine, die als Vorjahressieger eigentlich das Vorrecht hatte, den ESC auszurichten. Aufgrund des russischen Angriffskrieges war eine sichere Austragung in der Ukraine jedoch nicht gewährleistet, so dass das zweitplatzierte Großbritannien einsprang und den ESC nach Liverpool holte. Dort konnte sich die schwedische Sängerin Loreen – nach ihrem ersten Triumph 2012 in Baku mit dem Song "Euphoria" – erneut den Sieg sichern (mit dem Lied "Tattoo") und den diesjährigen Eurovision Song Contest nach Malmö in Schweden holen.

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