Gut zu wissen
Beim Umsteigen am Flughafen sorgen Layover, Stopover & Co. immer wieder für Verwirrung – diese Regeln solltest Du kennen
Viele Reisende vermeiden das lästige Umsteigen auf Flugreisen am liebsten und wählen ausschließlich Nonstop-Flüge. Andere planen bewusst einen Stopover ein, um am Zwischenziel eine neue Stadt zu erkunden. Wenn du umsteigst, solltest Du jedoch in jedem Fall genau über die zeitlichen und administrativen Abläufe Bescheid wissen, die je nach Flughafen, Airline und Land variieren, sonst gerätst Du womöglich unter Zeitdruck. Wenn Du ein paar Grundregeln berücksichtigst, kannst Du Dich aber ganz leicht zurechtfinden.
Am einfachsten hast Du es natürlich, wenn Du zwar umsteigen musst, aber mit derselben Airline nach einem kurzen Stopp weiterfliegen kannst und dein Gepäck automatisch weitergeleitet wird. Dann bleibst Du im Transitbereich des Flughafens und brauchst keine Extrazeit fürs Warten bei einem erneuten Check-in oder der Sicherheitskontrolle einzuplanen. Das Ganze nennt sich Layover, bedeutet die Zeitspanne vom Ausstieg aus dem Flugzeug bis zum Weiterflug, ist daher meist von kurzer Dauer und der Fluggast bleibt dabei in der Regel im Airport.
Doch was, wenn Du die Airline wechselst oder bei einem mehrstündigen Layover den Flughafen verlassen möchtest? Dann wird es etwas komplizierter. Wichtig ist es, sich im Vorfeld der Reise bei der betreffenden Fluggesellschaft oder beim Flughafen des Zwischenziels über die Regeln zu informieren. Dann kannst Du sicher sein, dass Du alle erforderlichen Dokumente beisammen hast und dass Dein Umsteigen keine Hetzjagd durch die Terminals wird.
Ein Layover dauert in der Regel höchstens 24 Stunden, wird dieser Zeitraum überschritten, spricht man von einem Stopover. Das ist dann meist eine geplante Pause während Deiner Flugreise, teilweise gar über mehrere Tage, etwa um den Ort der Flugunterbrechung in Ruhe zu erkunden. Von bestimmten Großflughäfen wie Singapur oder Istanbul werden sogar spannende Programme zum Komplettpreis für Stopover-Gäste angeboten.
Hier einige wichtige Punkte, die Du bei einer Umsteige-Verbindung berücksichtigen solltest:
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1. Welche Dokumente brauche ich?
Vergewissere Dich besonders bei Flügen außerhalb der EU, welche Dokumente Du für Deine Reise besorgen musst. Es kann beispielsweise sein, dass Du nicht nur für das Ziel der Reise ein Visum benötigst, sondern auch für den Zwischenstopp. Wenn Du etwa bei einem Layover genug Zeit hast, den Flughafen für eine kurze Sightseeing-Tour zu verlassen, geht das in den Schengen-Staaten Europas problemlos ohne extra Formalitäten. Außerhalb der EU brauchst Du dagegen vielerorts auch dafür ein Visum (das gilt natürlich genauso für einen Stopover) – sobald Du nämlich den Transitbereich des Flughafens verlässt, bist Du ein/e Einreisende/r. Manche Länder stellen dafür direkt vor Ort zeitsparend ein Visum on Arrival (also bei Ankunft) aus, etwa die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Gegensatz dazu gibt es Länder wie die USA, in denen die Flughäfen gar keine Transitzonen haben. Dort benötigst Du beim Umsteigen immer ein Visum, auch dann, wenn Du bei einem Zwischenstopp den Flughafen gar nicht verlässt. Die Visa-Anforderungen der einzelnen Länder erfährst Du zum Beispiel über das Auswärtige Amt oder meist auch über Deinen Reiseveranstalter oder die Airline.
2. Wie koordiniere ich das Umsteigen?
Am Reisetag erhältst Du bei der Gepäckaufgabe für alle Flugstrecken separate Bordkarten. Informiere Dich unbedingt, ob Du beim Layover das Gepäck abholen und neu einchecken musst, obwohl Du im Transitbereich bleibst, oder ob es automatisch weiterverladen wird. Das zeitraubende Neu-Einchecken ist von Airport zu Airport unterschiedlich und gilt vor allem dann, wenn Du mit einer anderen Linie weiterfliegst. Am Check-in-Schalter bzw. beim Airline- oder Flughafen-Personal erfährst Du auch, ob Du erneut durch die Sicherheitskontrolle gehen musst. Das sind wichtige Faktoren für ein gutes Zeitmanagement. Orientiere Dich beim Umsteigen regelmäßig über die Monitore. Schau, ob Dein Flug eventuell Verspätung hat oder ob es einen Terminalwechsel gab.
3. Welche Gepäckregelungen und Kontrollen gibt es?
Wenn beim Umsteigen genügend Zeit ist, den Flughafen auch bei einem Layover zu verlassen, plane speziell bei einem Airline-Wechsel nicht zu knapp. Das Aus- und spätere Wieder-Einchecken des Gepäcks und die erneute Sicherheitskontrolle brauchen eine Menge Zeit, die Du beim Timing zwingend berücksichtigen musst. Je nach Flughafen gelten zudem unterschiedliche Fristen für den spätesten Check-in – von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden. Überlege Dir also gut, ob es sich überhaupt lohnt, das Flughafengebäude zu verlassen.
Bei einem Stopover musst Du wie bei einer neuen Ankunft am Flughafen alle Stationen von der Gepäckaufgabe bis zur Sicherheitskontrolle erneut durchlaufen. Rechne also unbedingt genug Zeit ein.

Thomas' Tipp
Um einen längeren Zwischenstopp ohne allzu große Langeweile zu überbrücken, musst Du den Airport nicht unbedingt verlassen. Speziell die größeren Flughäfen bieten viele Möglichkeiten in Sachen Abwechslung und Entspannung. Die Palette reicht je nach Flugplatz von coolen Shops und diversen Restaurants über schicke Lounges bis hin zu Wellnessbereichen, Kulturangeboten oder der Möglichkeit, in kleinen Schlafkabinen (NapCabs) für ein paar Stunden die Augen zu schließen – vieles davon ist natürlich kostenpflichtig, dafür vergeht die Wartezeit dann wie im Flug.
4. Mindestumsteigezeit
Jede Airline legt für alle Flughäfen eine individuelle Mindestumsteigezeit (oder MCT, Minimum Connecting Time) fest – das ist die Mindestzeitspanne die Du brauchst, um nach Landung des ersten Fluges den Anschluss zu erreichen. Diese hängt u.a. von der Größe des Flughafens, von der Leistungsfähigkeit des Gepäcksystems und von den notwendigen Kontrollen ab. Besonders relevant ist die MCT, wenn Du unabhängig voneinander gebuchte Flüge verschiedener Airlines miteinander kombinierst. Prüf dann genau nach, ob Du wirklich genügend Zeit fürs Umsteigen hast oder lieber einen späteren Weiterflug wählst. Mindestumsteigezeiten an gängigen Urlaubsflughäfen betragen etwa zwischen 35 Minuten (Düsseldorf) und 75 bis 120 Minuten (Paris oder Istanbul). Bitte denk daran, dass das Aussteigen aus dem Zubringerflugzeug bei voller Auslastung lange dauern kann und speziell in großen Airports weite Wege von Gate zu Gate warten.
Außerdem: Sollte der erste Flug Verspätung haben und Du den Anschluss verpassen, bleibst Du auf den Kosten sitzen. Nur wenn die Flüge zusammen gebucht werden, schätzt die Airline die Mindestumsteigezeit automatisch mit ein und kommt für die Kosten von Flugausfällen oder Verspätungen auf. Wenn Du während einer Reise beim Umsteigen nicht mehr weiterweißt, ist es ratsam, dass Du Dich rasch ans Flughafenpersonal wendest. So findest Du erstens sehr schnell Hilfe und behältst die Nerven. Zweitens verlierst Du nicht allzu viel wertvolle Zeit, die wichtig ist, um Dein Reiseziel problemlos zu erreichen.
Mietwagen für Deinen Urlaub buchen



Thomas' Tipp
Wenn Du vielleicht noch nicht so häufig geflogen bist und Dir bei dem Gedanken mulmig wird, hilft es vielleicht, eine Zeitlang zuvor eine geführte Besichtigungstour durch einen Flugplatz zu buchen. Das bieten nahezu alle deutschen Airports in unterschiedlichem Umfang an, meist werden dabei alle Bereiche besucht und erklärt, Du kannst in Ruhe Fragen stellen und die Abläufe beim Fliegen werden Dir somit vertraut – so kannst Du Dich später entspannter auf Deine Reise freuen.