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Nationalpark Sila, Cosenza, Kalabrien, Italien
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Geheimtipps

Roadtrips in Südeuropa abeits der Küste: Die vier schönsten Routen

Wer Südeuropa mit dem Mietwagen erkundet, fährt meistens ans Meer. Die Küstenstraßen sind schön, keine Frage, aber sie sind es auch, wo alle anderen sind. Das Landesinnere von Spanien, Italien und Slowenien sieht etwas anders aus: stiller, rauer, authentischer. Bergdörfer, die seit Jahrhunderten auf denselben Hügeln stehen. Straßen, auf denen man kilometerweise allein fährt. Landschaften, die kein Instagram-Posting oder Reiseprospekt je richtig eingefangen hat. Diese vier Routen führen Dich genau dorthin.

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Basilika Unserer Lieben Frau von der Säule
Basilika Unserer Lieben Frau von der Säule, Zaragoza, Aragon

Spanien: Durch die stille Weite Kastiliens und Aragóns

Startpunkt: Madrid – Endpunkt: Zaragoza – Länge: circa 500 Kilometer, 5–7 Tage

Wer Madrid in Richtung Norden verlässt, lässt die Hektik der Millionenmetropole schon nach kurzer Zeit hinter sich. Bereits eine Stunde später breitet sich die kastilische Meseta aus. Ein Hochplateau auf über 700 Metern Höhe, das mit endlosen Weizenfeldern, markanten Tafelbergen und den Ruinen jahrhundertealter Burgen beeindruckt.

Die Route über Guadalajara, Sigüenza und Calatayud gehört nicht zu den klassischen Touristenstrecken und genau das macht ihren Reiz aus. Besonders Sigüenza gilt als eine der schönsten mittelalterlichen Kleinstädte Spaniens und ist dennoch angenehm ruhig geblieben.

Je weiter die Reise nach Aragón führt, desto spektakulärer wird die Landschaft. Im Naturpark Sierra de Gúdar-Javalambre steigen die Berge auf fast 2.000 Meter an. Dichte Kiefernwälder, weite Panoramablicke und angenehm frische Temperaturen zeigen eine Seite Spaniens, die nur wenige kennen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte einen Abstecher ins Maestrazgo einplanen. Hier findet such eine ursprüngliche Hochlandregion mit kleinen Sandsteindörfern wieder, in denen selbst der Hochsommer überraschend mild bleibt.

Mietwagen-Tipp: Für die Strecke genügt ein normaler Pkw. Die Straßen in der Sierra de Gúdar sind überwiegend asphaltiert, allerdings oft schmal und kurvenreich. Da Tankstellen außerhalb größerer Orte selten sind, empfiehlt es sich, frühzeitig vollzutanken.

Blick auf die Sassi von Matera
Schön wie eine Filmkulisse – Materas altes Zentrum © e55evu - stock.adobe.com

Italien: Auf dem Apennin bis in den tiefen Süden

Startpunkt: Bologna – Endpunkt: Matera – Länge: circa 900 Kilometer, 7–10 Tage

Der Apennin zieht sich wie ein Rückgrat durch Italien und bleibt trotzdem eine der am wenigsten bereisten Regionen des Landes. Wer Bologna verlässt und nicht der vielbefahrenen A1 folgt, sondern den Bergen treu bleibt, entdeckt ein Italien fernab der bekannten Postkartenmotive.

Die Reise führt vorbei an traditionellen Käsereien im emilianischen Apennin und durch historische Orte wie Berceto, ehe sie in die weniger bekannten Landschaften der Toskana übergeht. Statt Florenz und Siena stehen Regionen wie Garfagnana, Lunigiana oder die Maremma auf dem Programm. Wild, ursprünglich und selbst bei vielen ItalienerInnen noch echte Geheimtipps.

Im Süden wartet schließlich Matera, eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte der Welt. Die berühmten in den Fels gehauenen Höhlensiedlungen, die Sassi, entfalten ihren besonderen Reiz vor allem dann, wenn man die umliegende Schlucht mit dem Mietwagen erkundet und die Stadt aus verschiedenen Perspektiven erlebt.

Wer die Reise verlängern möchte, kann bis nach Kalabrien weiterfahren. Dort erwarten BesucherInnen mit der Sila-Hochebene, dem Aspromonte-Gebirge und den antiken Tempeln von Locri einige der ursprünglichsten Landschaften Italiens.

Mietwagen-Tipp: Im südlichen Apennin und in der Basilikata sind die schönsten Orte oft nur über kurvenreiche Bergstraßen erreichbar. Ein Fahrzeug mit etwas Bodenfreiheit ist praktisch, ein Automatikgetriebe macht längere Etappen deutlich entspannter.

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Fluss im Soča-Tal in Slowenien © iStock.com/kmatija
Fluss im Soča-Tal in Slowenien © iStock.com/kmatija

Slowenien: Karst, Soča-Tal und das Vipava-Tal

Startpunkt: Ljubljana – Endpunkt: Nova Gorica – Länge: circa 250 Kilometer, 4–5 Tage

Kaum ein Land bietet auf so kurzer Strecke so viele unterschiedliche Landschaften wie Slowenien. Zwischen Ljubljana und der italienischen Grenze wechseln sich Karstlandschaften, Weinregionen und alpine Täler beinahe im Minutentakt ab.

Zunächst führt die Route auf das Karstplateau südwestlich der Hauptstadt. Die Škocjan-Höhlen, UNESCO-Welterbe und deutlich ursprünglicher als die bekannteren Postojna-Höhlen, gehören zu den eindrucksvollsten Naturwundern Europas.

Weiter geht es ins Vipava-Tal, wo mediterranes Klima auf sanfte Weinberge trifft. Hier wachsen neben internationalen Rebsorten auch regionale Spezialitäten wie Pinela oder Zelen. Kleine Dörfer aus hellem Naturstein schmiegen sich an die Hänge und laden zu entspannten Zwischenstopps ein.

Den spektakulären Abschluss bildet das Soča-Tal. Der Fluss leuchtet in einem intensiven Türkisgrün, das auf Fotos oft fast unwirklich erscheint. Orte wie Bovec, Kobarid und Tolmin verbinden beeindruckende Natur mit bewegender Geschichte – unter anderem rund um die Isonzo-Schlachten des Ersten Weltkriegs.

Mietwagen-Tipp: Sloweniens Nebenstraßen sind hervorragend ausgebaut. Für Autobahnen wird allerdings eine Vignette benötigt, die bei der Mietwagenübernahme meist bereits enthalten ist oder unkompliziert hinzugebucht werden kann.

Nationalpark Sila, Cosenza, Kalabrien, Italien
Nationalpark Sila, Cosenza, Kalabrien, Italien ©shutter-1542895172

Italien: Kalabrien – der vergessene Süden

Startpunkt: Cosenza – Endpunkt: Reggio Calabria – Länge: circa 300 Kilometer, 4–5 Tage

Kalabrien gehört zu den Regionen Italiens, die viele Reisende übersehen. Dabei wartet hier eine überraschend abwechslungsreiche Landschaft aus Bergen, Wäldern und historischen Dörfern.

Schon kurz hinter Cosenza beginnt der Parco Nazionale della Sila. Auf über 1.200 Metern Höhe prägen dichte Schwarzkiefernwälder, stille Bergseen und ausgedehnte Hochebenen das Landschaftsbild. Nicht ohne Grund sprechen die Einheimischen liebevoll von der “kleinen Schweiz Kalabriens”.

Weiter südlich erhebt sich das raue Aspromonte-Gebirge, eine der ursprünglichsten Regionen Italiens. Zwischen abgelegenen Bergdörfern wird bis heute Grecanico, ein griechischer Dialekt mit jahrtausendealter Geschichte, gesprochen. Orte wie Gerace und Stilo zählen zu den schönsten historischen Bergstädten Süditaliens.

Den Schlusspunkt der Reise bildet Reggio Calabria, direkt gegenüber von Sizilien. Bei klarer Sicht scheint die Insel zum Greifen nah und als Belohnung wartet hier eines der besten Bergamotte-Eis Italiens.

Mietwagen-Tipp: In Kalabrien lohnt es sich, genügend Zeit einzuplanen. Viele Straßen sind schmal und kurvenreich. Ein Allradfahrzeug ist nicht notwendig, eröffnet aber zusätzliche Möglichkeiten für Abstecher in abgelegenere Regionen.

Weißer und grüner Mietwagen auf einer Straße
Weißer und grüner Mietwagen auf einer Straße ©HolidayCheck

Was alle vier Routen gemeinsam haben

Diese Routen führen bewusst abseits der bekannten Urlaubspfade. Statt überfüllter Küstenstraßen, Strandpromenaden oder Sehenswürdigkeiten mit langen Warteschlangen erwarten Reisende stille Berglandschaften, ursprüngliche Dörfer und Straßen, auf denen das Fahren selbst zum Erlebnis wird.

Unterwegs entdeckt man kleine Familienrestaurants, regionale Spezialitäten und Landschaften, die viel über die Geschichte ihrer BewohnerInnen erzählen. Gerade diese Ursprünglichkeit macht den Reiz der Strecken aus.

Ein Mietwagen ist dabei die beste Wahl. Viele der schönsten Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum oder gar nicht erreichbar. Wer flexibel unterwegs ist, kann spontan an Aussichtspunkten halten, abgelegene Dörfer und das Landesinnere entdecken.

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