Wir haben einen nett anmutenden Gutschein über 2 Nächte inkl. Halbpension und Teilkörpermassage (in Form eines Kissens) geschenkt bekommen. Nachdem wir uns über die Homepage näher informiert hatten, freuten wir uns schon sehr auf unseren Kurztrip - allerdings buchten wir noch eine Verlängerungsnacht dazu, damit sich das Faulenzen auch so wirklich auszahlt. Die Internetpräsenz versprach viel. Kurz vor dem Start entdeckten wir auf der Hotel-Homepage, dass diese Woche zu einem Sommer-Schnäppchen von minus 45% (vom Zimmerpreis) angepriesen wurde. Via Mail versuchten wir kurz vor der Abreise mit dem Hotelpersonal in Kontakt zu treten und anzufragen, ob es nicht für uns besser wäre, wenn wir diesmal die Gutscheine nicht verwenden sollen, sondern lieber bar zahlen und uns die Gutscheine für einen späteren Zeitpunkt aufheben sollten. Im Hotel angekommen, war die eigenartige Begrüßung der Rezeptionistin folgende: "Ich glaube, wir müssen uns noch einmal über die Preisgestaltung unterhalten." In einem freundlichen, aber doch irgendwie wenig feinfühligen Tonfall klärte sie uns auf, dass wir mit dem Buchen und der Bekanntgabe der Zahlung durch den Gutschein einen Vertrag eingegangen wären und somit eine andere Zahlungsart jetzt nicht mehr möglich wäre. Schluck. Diese Begrüßung hat gesessen. Kurz wurden wir über die Essenszeiten informiert, jedoch nicht, wo wir denn unser Zimmer finden können. Über ein lautstarkes Walki-talki kommunizierte sie dann mit dem Zimmermädchen um in Erfahrung zu bringen, ob unser Zimmer schon beziehbar wäre. Wir konnten mithören, dass sie noch staubsaugen müsse und wir noch ca. 10 Minuten warten sollen. Auf das - auch im Gutschein versprochene - Begrüßungsgetränk warten wir heute noch. "Das erste Faulenzerhotel Österreichs" preist ja groß ihre Vorlesebibliothek an. Was stellt man sich darunter vor?! Jemand, der mir auf Abruf ein Buch vorliest und mich in den Schlaf singt?! Nein, das haben wir nicht erwartet, aber schon etwas mehr, als es dann auch war: wir konnten in Erfahrung bringen, dass es sich dabei um einen I-pod handelte, aufdem diverse Hörbücher gespeichert waren, den man sich ausborgen konnte. Am Anreisetag erkundigte sich mein Mann bei der Rezeption, ob es eine Liste der Hörbücher gäbe - die Antwort war: "Ehm. . . nein. Aber die I-pods sind eh alle verliehen." Naja - irgendwie frustrierend, wenn das Hotel mit dieser Faulenzer-Leistung aufwartet und offensichtlich nicht genügend I-pods zur Verfügung hat, dass jeder Gast eines ausleihen konnte. 2 Tage später versuchte er es noch einmal und hatte Glück: EINES war noch auszuborgen. Und auf diesem einem I-pod fand er dann - sage und schreibe - ca. 7 Hörbücher. Eine Auswahl, die sich in Grenzen hielt. Allgemein zur Sauberkeit im Hotel ist zu sagen, dass das Hotel bis auf wesentliche Ausnahmen (siehe Zimmer) sauber ist. In der Zeit, in der die -45%-Tage waren, hat das Hotel recht voll und gut gebucht gewirkt. An unserem letzten Tag - nicht mehr zum Super-Schnäppchen-Preis, war der Parkplatz deutlich leerer. Vor allem Paare, die offensichtlich zum Ausspannen und Faulenzen ins tiefe Waldviertel gefahren sind, haben den Großteil der Gäste ausgemacht. Alles in allem kann man sagen, dass wir nicht noch einmal in dieses Hotel fahren werden. Es war nicht schlecht, jedoch war die Erwartungshaltung deutlich höher, als die Leistungen, die letztendlich erbracht wurden. Und von der einzigartigen Idee des "ersten Faulenzerhotels Österreichs" konnten wir leider nichts merken. Ein normales Hotel eben ohne große Besonderheiten. Es ist schade, dass es nicht unter einem 3-Stern-Hotel geführt wird, denn dann wären wir wahrscheinlich zufriedener gewesen und hätten die hohe Erwartung eines tollen Hotels mitten im Waldviertel nicht gehabt. Die Professionalität, die dahinterliegende Idee sowie das Konzept sind unausgereift und nur halbherzig umgesetzt.
Unser Zimmer - im Erdgeschoss gelegen - war offensichtlich in den letzten Jahren renoviert worden. Die Größe war angemessen. Badezimmer und Toilette extra. Klimaanlage war keine vorhanden, jedoch kam in unser Zimmer die Hitze nicht so stark herein. Minibar war vorhanden. Verwundert waren wir darüber, dass wir - wie in anderen Hotels üblich - keine Informationsmappe am Zimmer vorfanden. Zumindest keine Informationsmappe, wie sie hilfreich gewesen wäre. Einzig fand man ein paar Zetteln, auf denen wieder einmal die Vorlese-Bibliothek vorgestellt wurde sowie das Faulenzer-Ganztagsfrühstück. Ganztags-Frühstück bedeutet doch: den ganzen Tag, oder?! Es war damit allerdings gemeint: bis 15 Uhr und von 11 bis 15 Uhr aufs Zimmer gebracht. Hat man sich die Abend-Essenszeiten nicht direkt bei der Ankunft gemerkt, als die Rezeptionistin sie einem gesagt hatte, hatte man Pech, denn auf den paar Info-Zetteln, standen diese Zeiten nicht mehr. Genausowenig konnte man etwas über Infrastruktur, Messzeiten, Arzt, Apotheke, etc. vorfinden. Sehr schwach. Absoluter Minus-Punkt und ein No-Go das Badezimmer und die Toilette. In einem 4-Stern-Hotel möchte ich keinen Schimmel in der Dusche finden. Schwarze Fugen im unteren Duschbereich. Die Toilette hat - trotz Lüftung - stark gemuffelt. Alt und modrig. Grauslich. Da wir vom Zimmer aus direkt in den Garten gehen konnten, konnten auch andere Gäste nicht wirklich wissen, dass die 2 Liegen eigentlich zu unserem Balkon gehörten. Damit meine ich: unser Balkon war für alle offen und optisch nicht irgendwie abgegrenzt. Sodass es nur 1 1/2 Tage dauerte, bis jemand gemütlich auf unserem Balkon lag und sich sonnen ließ. Erschien uns eigenartig.
Das Restaurant teilt sich in verschiedene Säle und Stuben. Wir waren in der Zirbenstube untergebracht. Den Tisch bekamen wir zugewiesen und behielten ihn bis zum Abreisetag. Da das Wetter wunderschön war, wollten wir anfangs auf der Terrasse/im Garten sitzen, jedoch wurde man dort auf Stühlen, wie Tischen von vielen Ameisen belästigt. Das wollten wir nicht - also aßen wir drinnen. Das Frühstücksbuffet war reichhaltig und - bis auf den ersten Tag, an dem das Gebäck alt und labbrig wirkte - frisch. Verschiedene Wurst- und Käsesorten, ein Kuchen, Croissants, diverses Gebäck, Aufstriche, Marmeladen, Müsli und Cerealien, etc. wurden nett angerichtet und schmeckten gut. Das 4-gängige Abendmenü war teilweise regional zubereitet (z.B. Mohnnudeln) und qualitativ sehr gut. Die Größe der Portionen verwunderte uns manchmal: teilweise waren die Vorspeisen sehr groß bemessen, dafür bekam ich zur Hauptspeise einmal 2 kleine Stück Gemüselaibchen. Abends konnte man zwischen 3 Hauptspeisen wählen. Alles in allem kann man sagen, dass wir mit dem Restaurantbetrieb sehr zufrieden waren.
Wie schon zu Beginn erwähnt, ließ die Höftlichkeit der Rezeptionistin (am Anreisetag) zu wünschen über. Wir waren sogar so perplex, dass mich dieses erste Gespräch noch lange beschäftigte. Den Chef selber nahmen wir auch eher kühl und wenig kommunikativ wahr - wir bekamen ihn allerdings auch nur 2x zu Gesicht. Das Personal im Gastronomiebereich in der Früh und am Abend wiederrum war wirklich nett und freundlich. Vor allem die männlichen jungen Kellner waren sehr bemüht. Negativ fiel auf, dass Geschirr, das untertags von Gästen in den Garten mitgenommen wurde (z.B. Saftbecher, Gläser, Kaffeegeschirr) noch am nächsten Tag am selben Platz zu finden war. Es wurde nicht innerhalb der nächsten Stunden oder des selben Tages abserviert.
Die Lage des Hotels ist mitten in Friedersbach umgeben von 2 Straßen und einem Bach. Das ist das Pech für die Hotelbetreiber, da sie nicht beliebig erweitern können und somit bleibt auch der hoteleigene Faulenzergarten sehr übersichtlich. Ein paar Liegen und Hängematten im nett angelegten Gärtchen bilden einen Teil der Faulenzeroase. Ähnlich wie bei den I-pods dürfen auch hier nicht alle Gäste gleichzeitig im Garten liegen wollen. Im Ort selber findet sich kaum Infrastruktur, jedoch mit dem Auto ist man in wenigen Kilometern in Zwettl oder besichtigt die Firma Sonnentor, das Mohndorf Armschlag oder den Ottensteiner Stausee.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Die Faulenzeroase - ein kleines Hallenbad, Sauna, Dampfbad, Duschen, ein Ruheraum . . . war sauber, nett und hell gestaltet. Die Liegen waren gemütlich (Poly-Rattan mit Auflagen). Einen riesengroßen Wellnessbereich sollte man nicht erwarten. Sehr erfreut waren wir über die Gegenstromanlage im Pool, sodass wir richtig schwimmen konnten. Ältere oder gebrechlichere Personen werden eher diesen Pool nicht nutzen, denn hinein und hinaus gelangt man nur über eine steile Alu-Leiter. Die - in unserem Gutschein inkludierte - Teilmassage, nützte ich alleine, sodass ich mich eine ganze Stunde auf die Massage freuen konnte. Da der Masseur - ein älterer Mann - von auswärts kommt und offenbar nicht täglich im Haus ist, passte ich mich den Zeiten des Masseurs an. Erlebt hatte ich dann einen älteren, eher hektisch wirkenden Mann, der sehr viel über Gott und die Welt (wörtlich genommen) sprach und versuchte mir mit Affirmationen auf psychischer Ebene zu helfen (?!). Eigentlich wollte ich eine entspannende einstündige Massage des Nacken-, Schulter-, Rücken- und Armbereiches, welche aufgrund der vielen Gespräche, etc. eher kurz ausfiel. Außerdem nahm er es mit der Zeit auch nicht so genau: die EINE Stunde waren letztendlich nur knappe 50 Minuten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im August 2012 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Veronika |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 4 |
Sehr geehrte Gäste, wir danken Ihnen für die Zeit, die Sie für diese umfangreiche Kritik aufgewendet haben und werden uns Ihre Kritikpunkte zu Herzen nehmen. Auf diesem Wege möchten wir uns nochmal in aller Form entschuldigen und bedauern, dass unser Haus nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat. Sie haben recht, um € 37,50/Person und Tag (unser Superschnäppchen) kann man wirklich mehr erwarten! Mit lieben Grüßen, Karl Schweighofer jr. Manager/Eigentümer


