Das 5-Sterne- Hotel (diese hat es aber noch nicht verdient) ist ein großer Komplex von 11 Häusern und befindet sich auf der Südseite des Marktplatzes. Das Haus hat 199 Zimmer und 12 Suiten über drei Etagen verteilt. Es ist neu fertiggestellt worden, was auch unschwer zu erkennen ist. Der Stil ist sehr modern, zurückgenommen, ja fast sachlich nüchtern (von Architekten mit Voglauer Möbeln "designt"). Die Sauberkeit an sich ist vollkommen in Ordnung- allerdings waren wir genötigt unseren "Schrank" innen selbst vom Baustaub zu reinigen, wenn wir diese "Farbe" nicht an unserer Garderobe haben wollten. Die Gästestruktur ist deutsch, Familien und Paare. Der Altersdurchschnitt dürfte bei ca. 55 bis 60 Jahre liegen. Wer gute Anwendungen sucht und dem 5 Sterne nicht so wichtig sind sollte das Haus besuchen. Nach Abschluss der Anlaufphase werden sich diese Dinge hoffentlich einspielen.
Wir hatten uns in eine Suite mit Blick auf die Elbe eingemietet - was wir nicht mehr machen würden. Diese Suite war so klein, dass wir es als unverschämt empfanden, dafür mehr bezahlen zu dürfen. Der einzige Unterschied zu den Doppelzimmern ist die getrennte Toilette mit Bidet. Die Möblierung besteht aus einem Sofa (zwei Sitzplätze und alles andere als bequem), einem Sessel mit Hocker, einem Tisch, einem Schreibtisch mit Stuhl; im Schlafzimmer finden sich das Doppelbett und ein Schrank, der viel zu klein ist für einen längeren Aufenthalt - man merkte, dass hier Suiten entstehen mussten, diese aber so wenig Platz wie möglich aufbrauchen durften. Die Kleiderbügel entsprechen dem tollen deutschen Standard, dass sie nicht komplett herausgenommen werden können, sondern herausgefummelt werden müssen. Im Bad findet sich neben der Dusche die Badewanne mit Whirlpoolfunktion. Die zur Verfügung gestellten Produkte (Body-Lotion, Konditioner etc) sind kein Highlight, sondern Sparvariante. Es gibt zwei Fernseher, die man gut in das Zimmer integriert hat. Den Balkon konnten wir nicht nutzen, da sich darauf Quarzsand befand und wir den Boden des Zimmers, der sowieso schon sehr ramponiert aussah, nicht noch weiter schädigen wollten. Die Matratzen sind sehr gut - störend ist nur, dass in der Suite eine automatische Belüftung erfolgt, die sich direkt neben dem Kopf unterhalb des Fensters befindet. Ausschalten kann man sie nur, wenn man im Badezimmer das Licht anmacht, aber das ist für die Nacht ja wohl keine Alternative. Die Musik im Badezimmer funktionierte nicht, da die Leitungen nicht korrekt angeschlossen wurden. Die Fußodenheizung im Zimmer wurde uns vom Doorman zwar eingestellt - leider hat er aber vergessen den Ein-Schalter zu bedienen (hierzu muss man in die linke hinterste Ecke unter das Waschbecken kriechen - gut, dass alle Gäste so gelenkig und beweglich sind.) Auf der zweiten Etage konnte man jeden Tag die Gerüche des Hotelrestaurants genießen......
Das Haus hat drei öffentliche Restaurants und das Hotelrestaurant Residenz für Frühstück und Halbpension (Buffetform). Wir hatten uns aufgrund der Erfahrungen des Frühstücks gegen Halbpension entschieden und a la carte gegessen. Die Restaurants kam man aufgrund der Frische der Produkte und Aromatik durchaus alle empfehlen (außer Suppen in der Elbterrasse, diesen fehlte immer das Salz und die Cremesuppen waren viel zu dick). Uns hat vor allem das Restaurant Vital gefallen, aufgrund der Ayurveda Küche - diese könnte allerdings öfter die Menues wechseln, da ein Menü bei einer Woche Aufenthalt auf die Dauer langweilig wird. Das Gourmetrestaurent kocht ambitioniert muss sich aber noch finden. Wer sich ein Menü selbst zusammenstellt, sollte wissen, dass die einzelnen Portionen sehr mächtig sind. Interessant ist die Brotauswahl. Hinsichtlich der Wein-/Getränkekarte sollte noch mehr Wert auf die Regionalität gelegt werden- wer möchte in Sachsen unbedingt Ziegler Brände zu sich nehmen- hier gibt es Brände aus dem Hause Proschwitz oder von Augustus Rex, die Ziegler in nichts nachstehen. Die Sauberkeit und Hygiene ist in den öffentlichen Restaurants immer gegeben. Im Frühstücksbereich sah das Buffet aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte und das verdarb einem an manchen Tagen fast die Lust am Essen... Die Abwertung erfolgt nur aufgrund des mängelbehafteten Frühstücks.
Die Mitarbeiter des Hauses sind freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend - was man von der Leitungsebene nicht im geringsten sagen kann, diese halten es nicht einmal für nötig einen zu grüßen - das geht gar nicht und es bleibt zu hoffen, dass dieses schlechte Servicevorbild nicht die Mitarbeiter ansteckt. Im Rezeptionsbereich sind noch erhebliche Mängel vorhanden, da man sowohl beim Einchecken (ab 16 Uhr) als auch beim Auschecken (bis 11 Uhr) bei vollem Andrang überfordert ist. Einen Doorman gab es beim Einchecken überhaupt nicht zu entdecken, der Concierge fühlte sich für nichts zuständig, sondern stand mit Kollegen in der Ecke und unterhielt sich - selbst bei Blickkontakt kam kein guten Tag oder eine Nachfrage...... Das Zimmer durften wir uns dann selbst suchen - keine Begleitung. Das Gepäck wurde uns erst auch Nachfrage hochgebracht. Die Minibar besteht aus 6 Flaschen (2x Bier, 2x Wasser, 2x Saft) - sehr dürftig für ein Haus dieser Kategorie und auch noch ohne Preisliste. Gut , bei der Auswahl kommt man sowieso nicht in Versuchung. Der Wellnessbereich ist klar und auf das Hotelkonzept ausgerichtet gestaltet, mit einem schönen Blick auf die andere Elbseite. Die Erklärungen zu den einzelnen Anwendungen erhält man nur auf Anfrage - es gibt leider kein Material auf dem Zimmer, schade eigentlich. Der Ablauf in der Abteilung ist gut organisiert und die Anwendungen erfolgen ohne Wartezeiten in ausgezeichneter Qualität - vor allem im Ayurveda-Bereich. Das Frühstück im Haus ist pures Chaos und weit von 5 Sternen entfernt; die Auswahl ist optisch zwar groß, aber die Qualität und der Geschmack lassen zu wünschen übrig. Die Köche im Bereich der frisch zubereiteten Eierspeisen waren mehr als überfordert (aber hier hatte man Mitleid, da es sich fast immer um Azubis handelte). Nach drei Tagen kommt Langeweile auf und man sehnt sich nach einer anderen Auswahl. Der Frühstücksservice ist mehr als überfordert. Wenn Mitarbeiter am Abend in der Elbterrasse bedienen (bis irgendwann) und dann morgens Frühdienst haben ist das sicher kontraproduktiv. Hier erreicht die Leistung nicht einmal den Standard von drei Sternen. Der Service in den drei Restaurants ist aufmerksam, freundlich und höflich. Im Gourmetrestaurant muss noch am Serviceablauf gearbeitet werden, wann wird was wie abserviert bzw. eingedeckt, aber das kommt sicher noch mit der Zeit. Die Bar wäre ohne die tollen Barmixer und deren raffinierte Kreationen, sowie die schönen Empfehlungen kein Anziehungspunkt - zu kalt und die Sessel sind derart unbequem, dass man hier immer versuchen sollte die Stühle direkt an der Bar oder die Bänke am Rand auszuwählen. Die schlechtere Bewertung erfolgt aufgrund der Tatsache, dass die Leitungsebene nicht einmal die Grundregeln einer guten Kinderstube beherrscht.
Das Hotel liegt direkt in Bad Schandau von der Elbe nur durch einen wirklich wunderschön und durchdacht angelegten Hotelgarten getrennt. Das Hotel selbst liegt in der Sächsischen Schweiz mit allen Möglichkeiten die Region zu Fuß (Malerweg, Sendig Aussichtspunkt etc), per Bahn (Kirnitschtal), per Fahrrad oder per Schiff zu erkunden. Der Ort selbst bietet Möglichkeiten zum Bummeln - allerdings überschaubar. Interessant ist auch noch die Toskana Therme, die in zwei Minuten zu Fuß erreicht werden kann. Parkmöglichkeiten sind in der Tiefgarage und im Freien jederzeit möglich.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
In diesem Bereich gibt es nichts zu meckern. Die Qualität der Anwendungen, des Personals und des Services entsprechen zu jeder Zeit dem 5-Sterne-Standard. Auch die Größe, Lage und Aussicht sind einfach angenehm und bieten eine gute Entspannungsmöglichkeit. Es fehlen aber noch Bilder, Grünpflanzen etc. Wenn die Bauphase abgeschlossen ist, tauchen sicher keine Handwerker mehr auf, die mit Straßenschuhen in den Poolbereich gehen (ich hatte das Glück barfuß auf einen Stein zu treten, was mich sehr "erfreut" hat). Was auch nicht geht, sind abendliche Besichtigungstouren (gegen 21 Uhr) in großer Runde, mit Straßenschuhen und in voller Garderobe und das im Saunabereich - da stehen sie als "nackter" Saunagast dann sehr unangenehm berührt da - hier wird nicht mitgedacht - von der Hygiene sprechen wir lieber nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass sich diese Dinge mit dem zeitlichen Ablauf von selbst erledigen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Oktober 2007 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Claudia |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 13 |


