Das Hotel besteht aus lauter zweistöckigen Häuschen, die inmitten einer weitläufigen Parkanlage liegen. An einigen bröckelt der Putz, aber überall sind Handwerker unterwegs und reparieren bzw. verschönern - ohne großartig zu stören . Wer wie wir das Glück hat und abseits des Pools und des Animationsbereiches zu wohnen hat somit die Chance auf einen ruhigen und entspannten Urlaub. Entgegen vieler Meinungen hier war ich mit der Sauberkeit zufrieden. Man sollte nicht nach Ägypten fahren und Standarts wie in Mitteleuropa erwarten. Für ägyptische Verhältnisse durchaus akzeptabel. Natürlich hakt es hier und dort irgendwo. Das Personal macht aber viele dieser kleinen Haken wieder wett und engagiert sich, einem alles recht zu machen. Unser Room-Boy wechselte täglich die Handtücher, und wir hatten auch ständig saubere Bettwäsche. Das das Badezimmer mal eine "richtige" Grundreinigung und Auffrischung vertragen könnte war kein Problem - zwar waren einige der Randbaschlüsse fleckig und hätten erneuert werden können, aber das sind Schönheitsfehler. Aber es war nicht verdreckt oder kritikwürdig. Wir hatten all-inclusive, und auch hier läßt sich Ägypten nicht mit der DomRep o.Ä. vergleichen. Das Angebot ist schmaler, langt aber völlig aus. Einzig die Gästestruktur gibt Anlass zur Kritik. Dieses ist aber ein generelles Problem der gesamten Region. Seit mehreren Jahren bröckeln die deutschen Besucherzahlen, und natürlich müssen die Hotels sich um Buchungen bemühen. Das jetzt ca. 80% der Gäste aus dem ehemaligen Ostblock kommen war zwar nicht gerade ideal, aber zu unserem Urlaub nicht sonderlich störend... Insgesamt überwiegt der Anteil an Familien und Paaren. Kleine Trinkgelder wirken Wunder - die Löhne sind in Ägypten sehr niedrig. Dafür bekommt man dann einen super Service. Souveniers würde ich am Abflugtag in dem Abflugterminal des Flughafen kaufen - hier sind sie um ein Vielfaches biliger. Aber man sollte trotzdem vielleicht den einen oder anderen lokalen Händler unterstützen und eine Kleinigkeit vor Ort kaufen... Nervig sind die am Strand alle anredenden Anbieter von Massagen, Windsurfen, Schönheitskuren etc. Einach gar nicht beachten... Erstens zu teuer, zweitens will ich mich nicht im Urlaub von einem Terminplan unter Druck setzen lassen... Wer gerne unterwegs ist sollte eine Quad-Tour in die Wüste unternehmen. Aber Achtung - für Photos, DVD´s Bakschisch hier und Bakschisch da kommt noch schnell einmal die gleiche Summe obendrauf. Dafür bekommt man Abenteuerfeeling und traumhafte Landschaften geboten. Luxor und Schnorchel- bzw. Delphintouren sollte man bei SimSim buchen. Einfach einmal googlen, dieser deutsch-ägyptische Veranstalter unterscheidet sich wohltuend in Organisation und Preis-Leistungsverhältnis von allen anderen. Bei allen Mahlzeiten stets Wasser in Flaschen mitordern und auf das Zimmer nehmen - man glaubt gar nicht, wieviel Flüssigkeit man am Tag trinkt. Wer schnorcheln möchte sollte möglichst seine eigenen Ausrüstung aus Deutschland mitbringen.
Unser Drei-Bett-Zimmer lag ebenerdig und verfügte über eine große, überdachte Terrasse mit zwei Stüheln und einem kleinen Glastisch. Sehr angenehm, um Abends oder nachts noch einfach die Seele baumeln zu lassen... Die Zimmer waren schlicht, aber sauber. Einige Kratzer waren am Mobiliar vorhanden, aber das vermittelte eher einen rustikalen Charme. Es gab ein Telefon, einen Kühlschrank, und das war es auch schon. Die Betten waren eher hart als weich, für mich goldrichtig. Die Größe langte für drei Personen, man hatte nie das Gefühl beengt eingepfercht zu sein. Ein Schrank und eine Kommode boten Platz für die mitgebrachte Kleidung, für Männer mehr als genug, für Frauen zuwenig... Über der Kommode war ein großer Speigel angebracht, der den Raum auch optisch vergrößerte. Die klimaanlage war etwas älter, versah aber ihren Dienst. Ein Safe konnte kostenlos in der Rezeption gemietet werden. Der Fernseher verweigerte seinen Dienst, aber wir wollten auch kein Richterin Barbara Salesch oder Wer will Millionär sehen, sondern Urlaub von Deutschland machen. Es gibt auch nirgendwo deutsche Tageszeitungen - herrlich!
In der Anlage gibt es das Hauptrestaurant sowie eine Strandbar, eine Shishabar, eine Poolbar und eine Cocktailbar. Im Hauptrestaurant werden die drei Hauptmahlzeiten serviert - in einer Mischung aus landestypisch und dem Versuch, eine Art internationale Küche anzubieten. Klappt nicht immer ganz, Spaghetti sollte man den Italienern überlassen und Würstchen uns Deutschen. Aber alle Speisen werden sorgfältig zubereitet, wir hatten nur einmal (wahrscheinlich aufgrund der Wasserqualität) ganz kurz Magenprobleme, und eigentlich fand jeder etwas passendes. Morgens hatte man die Wahl aus mehreren Brötchensorten sowie Toast, Marmeladen, einem kleinen Sortiment Wurst und Käse, Pfannkuchen und und und. Wer den Koch an seiner Bratplatte ansprach bekam auch alle möglichen Eiervariationen nach Wunsch. Auch das Mittagessen sowie das Abendbrot sind eigentlich gut, auch wenn nicht gerade abwechslungsreich und im obersten Level. Es gibt eigentlich immer ein Fisch- ein Fleisch- und ein Geflügelgericht, dazu einige Variationen, sowie frisches Gemüse und Salate und Suppen. Es wird zugegebenermaßen dezent gewürzt, aber dennoch schmackhaft. Wer für gewöhnlich nicht jeden Tag in Luxusrestaurants speist kann sich durchaus angemessen ernähren. Zu allen Speisen kann man die Grundgetränke ordern, also Wasser, Sprite, Fanta, Cola oder Bier. Ein Radler bzw. Alsterwasser bereitet dem Personal auch keine Schwierigkeiten. Einzig an frischem Obst mangelt es, hier beschränkt sich die Auswahl auf Melonen (Anmerkung des Verfassers: Möglichst vor den russischen Gästen zugreifen, diese scheinen sich zu 90% von Melonen zu ernähren...) Auch hier wirken kleine Trinkgelder Wunder: Wer es es sich angewöhnt, nach einem Sonderwunsch mal 5 Pfund (ca. 0,70 €) zu spendieren oder einfach sich nur mit einem Lächeln zu bedankt hat stets aufmerksames Personal um sich... Die Cocktailbar ist zwar schön gestaltet, aber erstens zu teuer und zweitens sind die Cocktails nicht gerade überirdisch. Darauf hätte man verzichten können... Wer gerne Shisha raucht, für 10 Pfund (ca. 1,40 €) kommt man in deren Genuß.
Das Hotel verfügt über eine sehr große Anzahl von Angestellten. Man nimmt sie - mit Ausnahme des Animateurs - eigentlich gar nicht wahr. Unfreundlichkeit? Ganz das Gegenteil! Fast alle, mit denen wir zu tun hatten, waren die Bank durch freundlich und hilfsbereit. Ein sehr großer Teil spricht deutsch, und wenn man noch englisch kann hat man keinerlei Probleme. Die Zimmerreinigung bei uns war erstklassig - unser Roomboy bekam von uns alle 3-4 Tage 10 Pfund (ca. 1,50 €) hingelegt, und wenn er das Zimmer verließ war alles piccobello. Er legte unsere Wäsche zusammen, sortierte unsere Sonnencremes etc. und entsandete sogar unsere Taucherflossen und Strandschuhe. Perfekt! Auch die Kellner in den Restaurants freuen sich über eine kleine Aufmerksamkeit. Wer in den ersten Tagen nicht den überheblichen Mitteleuropäer spielt und bei der erstbesten Kleinigkeit nicht gleich die Palme hochgeht kommt in den Genuß eines fast perfekten Services.Wir hatten eigentlich unseren festen Tisch, und zu den drei verschiedenen Mahlzeiten drei verschiedene Kellner. Jeder war mehr als bemüht, uns zufriedenzustellen. Die Krönung war der Kellner des Abendbrotes, der dafür sorgte das wir eigentlich nichts mehr bestellen mußten, sondern schon vor unserem Eintreffen die von uns bevorzugten Getränke auf unseren Plätzen bereitstellte und uns jeden Wunsch von den Lippen ablas. In der Anlage befindet sich ebenso eine Clinic, ansonsten hatten wir keinerlei weitere Serviceleistungen bemerkt oder nötig. Beschwerden, Wünsche oder Anregungen wurden bei uns sehr ernst genommen und fast unverzüglich bearbeitet. Auf meine Bemerkung hin, das russische Gäste wohl in den frühen Morgenstunden am Strand ein Saufgelage veranstaltet hatten und die überall als Mülleimer plazierten Tonkrüge mit Flaschen überfült seien rückte sofort die halbe Belegschaft aus und beseitigte das Problem in nur 5 Minuten.
Das Hotel liegt an einer kleinen Bucht, im Norden und Süden von Anlegestellen für Yachten eingerahmt. Den Srand teilt es sich mit einer weiteren Hotelanlage, dieses bemerkt man jedoch kaum. Der eigentlich sehr breite Strand ist mit Reetdachpilzen, Windschutzen und Liegen versehen. Okay, die Reetdächer könnten mal geflickt bzw. erneuert werden, und die Liegen sind auch überholungsbedürftig. Aber sie erfüllen ihren Zweck... An der Straße Safaga - Hurghada gelegen herrrscht vor dem Hotel eigentlich nur wenig Verkehr. Nach Safaga selber sind es ca. 4 Kilometer, nach Hurghada ca. 50. Beide "Städte" sind für mich keine Reise wert - es sind keine "gewachsenen" Städte, sondern reine Tourismusindustrien mit ihren Randerschienungen. Wer Kultur erleben möchte sollte entweder nach Kairo fahren oder in Europa bleiben. Wie sagte ein ägyptischer Geschäftsmann zu mir? "In Ägypten ist die Kultur vor 2000 Jahren gestorben". Stimmt, also das Ganze bitte nur als Badeurlaub mit Ausflugsmöglichekiten nach Luxor etc. sehen... Der Starnd selber wurde vom Hotel gepflegt, nach Stürmen auf See findet sich aber oft aber Müll an der Wasserlinie. Das Meer ist größtenteils klar, ein nur wenige Meter vor dem Strand liegends Riff lädt zum Schnorcheln ein. Viele der Korallen sind zwar tot, aber wie gesagt - es ist ein Touristenstrand und nicht die unberührte Natur. Der Fischreichtum ist aber eigentlich überwältigend. An der Straße liegen einige der überall vorhandenen Souvenirhändler mit ihrem ewigen Anreissen der Besucher. Nervig, aber auch das ist landestypisch und eigentlich kein Mangel. Der Apotheker in seinem Geschäft ist kompetent, ein kleiner Supermarkt (eher Tante-Emma-Laden) auf der anderen Straßenseite hilft Engpässe bei der Sehnsucht nach Chips usw. zu befriedigen. Es kann sein, das es ein Nachtleben gibt - ich habe es nicht gesehen und auch nicht vermißt...
Beliebte Aktivitäten
- Strand
An Wassersport kann man fast alles ausüben, was man mag. Tauchen, Schnorcheln, Windsurfen, alles wird angeboten. Der Strand und das Meer laden zu allem ein, und die auf der Anlage vorhandenen (gebührenpflichtigen) Gelegenheiten sind traumhaft. Die Tauchschule hat einen sehr guten Ruf. Den Pool sollte man als zartbesaiteter Deutscher eher meiden - die Wasserqualität ist abhängig von der Tagesform des Mitarbeiters, mal zuwenig Chlor, mal zuviel. Hmm, die Animation ist wohl Geschmackssache. Ich bin diesem Angebot eher generell abgeneigt, daher verzichte ich auf eine Bewertung. Nur soviel: Der Animateur schafft es, innerhalb von 15 Minuten ein gefülltes Rondeel von 50 Leuten leer zu bekommen... Neben der Shisha-Bar befindet sich ein Internetcafe, jedoch von gelegentlichen Stromausfällen und ewig langen Downloadzeiten geplagt.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Bodo |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 1 |


