Dieser Aufenthalt hat uns nachhaltig enttäuscht. Als langjährige Stammgäste kennen wir dieses Hotel aus deutlich besseren Zeiten. Was wir über Silvester erlebt haben, hatte mit dem früheren Anspruch dieses Hauses kaum noch etwas zu tun. Massive Einsparungen, Qualitätsverluste in nahezu allen Bereichen und eine aus meiner Sicht schwache Führung haben den gesamten Aufenthalt geprägt. Wir haben die Zeit vom 27.12.2025 bis 03.01.2026 hier verbracht. Gerade weil wir dieses Hotel über viele Jahre sehr geschätzt haben, fällt das Urteil diesmal besonders klar aus. Viele der folgenden Punkte wurden nicht nur von uns so wahrgenommen, sondern auch von anderen Gästen, mit denen wir während der Woche gesprochen haben. Zimmer Bei der Anreise befanden sich Larven, Würmer oder ähnliche Tiere am Balkon. Das Reinigungspersonal wurde sofort geholt und war selbst sichtlich schockiert. Alles wurde weggekehrt und abgesaugt. Trotz der schnellen Reaktion bleibt ein sehr ungutes Gefühl – insbesondere, wenn man bedenkt, dass auch kleine Kinder den Balkon selbstständig betreten könnten. Die Suite 342 wird über einen Wandheizkörper beheizt, der extrem laute Geräusche macht. Wir mussten tagsüber heizen und die Heizung nachts ausschalten, um schlafen zu können. Das ist für ein Hotel dieser Kategorie nicht akzeptabel. Mehrere Gäste berichteten uns von nur teilrenovierten Zimmern mit stark veralteten und unhygienisch wirkenden Badezimmern. Wir selbst hatten ein renoviertes Zimmer, allerdings wirkt das Qualitätsniveau im Haus insgesamt sehr uneinheitlich. Abschließend noch ein Punkt zur persönlichen Ansprache: Es ist grundsätzlich nett gemeint, Gäste in der Suite mit einem persönlichen Schriftzug willkommen zu heißen. Allerdings sollte der Name dann auch korrekt geschrieben sein. Wir waren bereits sehr oft im Reiters Family zu Gast, und man sollte wissen, wie unser Familienname richtig geschrieben wird. Gerade solche Details machen den Unterschied zwischen gut gemeint und professionell. Kinderprogramm Das Kinderprogramm war mehr als enttäuschend. Über Silvester war das Tanzstudio Dance Industry mit Tänzern und Tänzerinnen im Haus. Man ist ihnen sehr häufig begegnet. Leider wurde ausschließlich für die eigene Show geprobt, ohne irgendein Angebot für die Kinder. In früheren Aufenthalten gab es immer gemeinsame Programmpunkte mit den Kindern – diesmal nichts. Unsere Tochter und unser Sohn empfanden die Kinderbetreuung als langweilig und hielten sich meist nur 1 bis 1,5 Stunden dort auf. Auch andere Familien äußerten uns gegenüber, dass das Kinderangebot im Vergleich zu früher deutlich nachgelassen habe. Neben den Tanzabenden haben wir in der Vergangenheit immer die lange Kinderbetreuung sehr geschätzt. Auch diese ist mit früheren Jahren nicht mehr vergleichbar. Unsere Kinder wollten mehrfach nicht mehr zur Betreuung gehen, sondern lieber bei uns bleiben. Es ist aus unserer Sicht Aufgabe einer guten Kinderbetreuung, die Kinder zu beschäftigen und ihnen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Unsere Tochter hat uns wiederholt mitgeteilt, dass es sich immer um die gleichen, aus ihrer Sicht langweiligen Bereiche handelt. Wir können das selbst nicht beurteilen, da es Eltern nicht gestattet ist, diesen Bereich zu betreten. Die Rückmeldungen unserer Kinder und auch anderer Familien sprechen jedoch eine klare Sprache. Restaurant Auch im Restaurantbereich ist das Sparprogramm klar erkennbar. Das Speisenangebot wurde im Vergleich zu früher stark eingeschränkt. Viele Dinge, die früher selbstverständlich waren, wurden ersatzlos gestrichen. Beispielsweise fehlten die früher aufgelegten Riegel vollständig. Früher gab es einen eigenen Bereich, in dem man sich frische Säfte selbst pressen konnte. Dieser Raum existiert nicht mehr. Danach gab es zumindest noch ein einzelnes Gerät zum Entsaften, auch dieses ist inzwischen verschwunden. Aktuell stehen nur noch drei Behälter mit frisch gepressten Säften zur Verfügung. Insgesamt wurde das Angebot Schritt für Schritt reduziert. Die Salate waren fast täglich ident. Die einzige erkennbare Änderung bestand darin, dass Speisen vom Vorabend ergänzt wurden. So waren sowohl am 1.1. als auch am 2.1. Schweinebauchrollen vom Silvester-Dinner am Salatbuffet zu finden. Die große Menge ließ deutlich erkennen, wie gering die Nachfrage beim Silvester-Dinner gewesen sein muss. Dass es keinen klaren Qualitätsstandard mehr gibt, zeigt sich auch an Kleinigkeiten. So wurden Speisen am Buffet falsch beschriftet. Lasagne war beispielsweise als „Lasange“ angeschrieben. Das mag banal wirken, zeigt aber sehr deutlich, dass offenbar niemand mehr darauf achtet. Da unsere Tochter sehr heikel isst, haben wir den Chefkoch nach Alternativen gefragt. Er zählte sofort mehrere Gerichte auf, unter anderem Spaghetti Carbonara, mit dem Hinweis, dass diese immer im Haus verfügbar seien. Als wir diese am Abend bestellen wollten, wurde uns mitgeteilt, dass die notwendigen Zutaten nicht vorhanden seien. Auf Nachfrage hieß es, man müsse das für den Folgetag vorbestellen, da aktuell kein Mitarbeiter dies zubereiten könne. Wir bestellten zwei Portionen für den nächsten Tag. Was es am nächsten Tag regulär geben würde, konnte uns jedoch niemand sagen. Zusätzlich wurde uns zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt, dass diese Alternative mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. In den vergangenen Jahren war das immer kostenfrei. Unverständlich war für uns auch, dass für die gleiche Portion Fleischlaibchen einmal 5 Euro und an einem anderen Tag 10 Euro verrechnet wurden. Es geht dabei nicht um den Betrag, sondern um das Prinzip und die fehlende Transparenz. Nachmittagsjause Die Nachmittagsjause war früher in Ordnung. Heute ist sie enttäuschend. Täglich fast ausschließlich Gemüsesuppe mit Backerbsen. Trotz anderslautender Aussagen gab es keine Alternativen. Es wird viel von hauseigenen und lokalen Produkten gesprochen, eine entsprechende Qualität war für uns jedoch nicht erkennbar. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass überwiegend Speisen aus den Hauptmahlzeiten verwertet werden. Das Angebot ist nahezu täglich gleich. Die Aufstriche sind meist nicht kindertauglich. Kinder essen keinen Flusskrebsaufstrich. Auch andere Familien äußerten dazu Kritik. Silvester-Dinner und Ablauf Bei der Buchung wurde ausdrücklich von einem Silvester-Dinner gesprochen, nicht von einem Überraschungsmenü. Bei der Anreise wurde jede Auskunft zum Menü verweigert, da es angeblich eine Überraschung sei. Die Überraschung war katastrophal. Schweinebauch zu Silvester hat mit einem Silvester-Dinner in dieser Preiskategorie nichts zu tun. Als ich zwei Gänge nicht essen wollte, wurde mir vom Kellner mitgeteilt, dass es keine Alternativen gibt. Erst nach Rücksprache mit dem Chefkoch bekam ich ausnahmsweise das vegetarische Menü, das ebenfalls nicht überzeugen konnte. Der Chefkoch erklärte uns zudem, dass man sich heuer bewusst für ein Überraschungsmenü entschieden habe, da es in den vergangenen Jahren zu viele Änderungswünsche gegeben habe und man dafür nicht mehr ausreichend Personal habe. Für uns ist das nicht nachvollziehbar. In einem hochpreisigen Haus kann es nicht sein, dass auf Wünsche der Gäste nicht mehr eingegangen wird und man vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Im Vergleich zu unserem Silvesteraufenthalt vor zwei Jahren ist das Niveau massiv gesunken. Damals gab es Austern, ein hochwertiges Buffet und servierte Gänge. Heuer war es eine reine Abfertigung. Auch andere Gäste bezeichneten das Menü als lieblos, nicht festlich und eines Silvester-Dinners unwürdig. Der Ablauf wurde von vielen als stressig und schlecht organisiert wahrgenommen. Der Speisesaal selbst vermittelt ebenfalls keine angenehme Atmosphäre. Der Boden wirkt sehr unruhig. Der einzige Vorteil ist, dass hinuntergefallene Speisereste darauf kaum sichtbar sind. Zusätzlich wurde sehr bestimmend versucht, eine Weinbegleitung sowie eine zusätzliche Flasche Sekt für Mitternacht zu verkaufen. Wir haben darauf verzichtet, da das inkludierte Getränkeangebot für uns ausreichte. Uns wurde nahegelegt, pünktlich um 18:00 Uhr zu erscheinen, da die Speisen nur bis 20:30 Uhr angeboten würden. Klare Aussagen dazu gab es nicht. Unverständlich war auch, dass zahlreiche Gäste während des Essens Sektflaschen bestellten und im Lobbybereich die Tische blockierten. Der Hoteldirektor sah das als völlig in Ordnung an und unternahm nichts. In einem Gespräch fühlte ich mich von ihm persönlich angegangen. Beim Silvesterabend wurde ganz klar gespart. Selbst die von uns extra beim Küchenchef angefragten Austern wurden zusätzlich verrechnet. Der Preis von weit über 7.000 Euro für diese Woche war aus meiner Sicht in keiner Weise gerechtfertigt. Auch andere Gäste äußerten offen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt. Poolbereich Früher lagen im Poolbereich immer Badetücher bereit. Das gibt es nicht mehr. Man wird an die Rezeption verwiesen. Auch die Waage im Poolbereich wurde entfernt. Bei der Poolbar wurde ebenfalls stark eingespart: kein Eis mehr, stark eingeschränkte Jause, deutlich reduziertes Getränkeangebot. Der Poolbereich ist insgesamt stark in die Jahre gekommen. Seit wir dieses Hotel besuchen, wurden keine nennenswerten Erneuerungen vorgenommen. An den Rändern der Pools befinden sich teilweise krausige Flecken, insgesamt wirkt der Zustand mittlerweile einfach ungepflegt. Zusätzlich hatten sowohl die Kinder als auch ich teilweise nach dem Baden juckende Haut, teilweise traten auch rote Flecken im Gesicht auf. Aus unserer Wahrnehmung war die Wasserqualität daher offenbar nicht in bestem Zustand. Es herrscht Stillstand statt Weiterentwicklung. Die Familiensauna im Pool- bzw. Poolbarbereich wird mittlerweile nur noch auf ausdrücklichen Wunsch eingeschaltet. Auch hier waren keine Handtücher vorhanden. Eine Mitarbeiterin verwies uns erneut auf die Rezeption. Wellness Uns wurde an der Rezeption mitgeteilt, dass es ein Solarium bei MERKUR im Hotel gibt. Vor Ort erfuhren wir, dass dieses bereits seit rund zwei Jahren nicht mehr existiert. Diese Fehlinformation ist nicht akzeptabel. Zudem ist klar erkennbar, dass viele Mitarbeiter schlecht oder gar nicht geschult sind. Viele sind sehr jung, was grundsätzlich kein Problem wäre, allerdings wirkt es wie ein ständiger Wechsel. Die älteren Mitarbeiter kennen wir teilweise noch von früher, sie wirken deutlich routinierter. In indirekten Gesprächen berichteten Mitarbeiter selbst über einen schlechten Führungsstil. Teilweise wussten sie nicht genau, was ihre Aufgabe ist. Diese Unsicherheit ist für Gäste deutlich spürbar. WLAN Das WLAN ist im gesamten Hotel unzureichend. Im Poolbereich funktioniert es überhaupt nicht. Die Aussage, dieser Bereich solle der Entspannung dienen, ist nicht mehr zeitgemäß. Im heutigen Alltag sind Internet und E-Books selbstverständlich. Hotelführung Das waren keine Einzelfälle mehr, sondern wiederkehrende Probleme während des gesamten Aufenthalts. Insgesamt wirkt das nicht mehr wie einzelne Schwächen, sondern wie ein grundsätzliches Führungsproblem. An der Rezeption arbeiten fast ausschließlich sehr junge Mitarbeiter. Es fehlt spürbar an Erfahrung und klarer Führung. Der Hoteldirektor wird von uns nicht als Führungspersönlichkeit wahrgenommen. In kritischen Situationen fehlten Souveränität und Lösungsorientierung. Probleme wurden relativiert oder als normal dargestellt. Seine Unterstützung Martina hingegen macht einen ausgezeichneten Job. Sie ist kompetent, bemüht und lösungsorientiert. Aus unserer Sicht wäre sie deutlich besser geeignet, dieses Haus zu führen. Auch andere Gäste berichteten uns von ähnlichen Eindrücken. Insgesamt fehlt es an klarer Führung, Qualitätskontrolle und Verlässlichkeit. Gesamtfazit Wir kennen dieses Hotel aus sehr guten Zeiten. Der aktuelle Zustand ist jedoch ernüchternd. Unter der aktuellen Führung wird konsequent gespart – zulasten der Gäste. Es gibt mittlerweile viele sehr gute Kinderhotels. Wir haben dieses Hotel immer wegen der Live-Musik und wegen der Kinderbetreuung gewählt. Leider überwiegen inzwischen die schlechte Führung und das Sparprogramm, sodass wir nicht mehr kommen werden. Ich habe mich bewusst für 1 Stern entschieden, weil wir dieses Hotel aus deutlich besseren Zeiten kennen und der aktuelle Standard damit nicht mehr vergleichbar ist. Die Vielzahl positiver Bewertungen im Internet erschien mir vor dem Hintergrund unserer eigenen Erfahrungen zunächst nicht nachvollziehbar. Nach dem Aufenthalt erhielten wir jedoch ein E-Mail des Hotels, in dem gezielt um eine Bewertung gebeten wird. Zusätzlich wird darin auf eine Verlosung hingewiesen. Vor diesem Hintergrund wird die hohe Anzahl positiver Bewertungen für mich zumindest erklärbar. Wenn man den aktuell erlebten Zustand mit der Auszeichnung als bestes Familienhotel Österreichs 2025 vergleicht, bleiben für uns viele Fragen offen. Diese Wahrnehmung hatten nicht nur wir, sondern auch andere Gäste, mit denen wir gesprochen haben. Ich werde dazu auch mit Falstaff Kontakt aufnehmen. Abschließend ist festzuhalten, dass dieser Bewertung Fotos beigefügt sind, auf denen ein Teil der beschriebenen Missstände nachvollziehbar dokumentiert ist. Das ist meine ehrliche und persönliche Einschätzung zur aktuellen Situation.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im Dezember 2025 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Markus |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 6 |
Lieber Herr Markus, Lieber Reiters Familyhotel Gast, vielen Dank für Ihre sehr detaillierte Rückmeldung. Sehr viele Gäste schätzen und lieben, wie wir das Finest Family Hotel sowohl von der Ausstattung her als auch vom Angebot her in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. Es ist sehr schade, dass Sie enttäuscht sind und Ihren Urlaub bei uns dieses Mal nicht genossen haben. Leider haben Sie uns vor Ort die von Ihnen angeführten Punkte nicht mitgeteilt. Das ist sehr schade, denn wir hätten uns über einen respektvollen und wertschätzenden Austausch sehr gefreut. Feedbacks unserer Gäste zu Ihrem Urlaubserlebnis bei uns sind uns sehr wichtig, deshalb nehmen wir alle Ihre Rückmeldungen und Informationen sehr ernst und sind auch sehr dankbar dafür. Wir werden allen angeführten Punkten verlässlich nach gehen und entsprechende Verbesserungen bzw. Veränderungen vornehmen. Mit lieben Grüßen, Ihre Martina Jany / Direktionsassistentin


