Schönes Hotel - von Ferne oder auf Fotos wirken die drei Bauten im leicht maurischen Stil etwas massiv-brutal, aber vor Ort stellt sich dieser Eindruck nicht ein. Das leider recht kleine Hotelgelände wird weitgehend von den Pools und den gepflasterten Bereichen für die Liegen eingenommen: Deshalb leider wenig Gartenfläche, dafür aber nette Palmenbepflanzung, die auch z.T. Beschattung bietet. Gästestruktur: Deutsche, Briten und viele Spanier. Was wir nicht wussten: Schlagartig mit Julibeginn war das Hotel überwiegend mit spanischen Familien belegt, die im Durchschnitt 2-3 Kinder hatten, die meisten davon im Säuglings (!)- und Kleinkindalter. Eine Armada von Kinderwagen bevölkerte das Hotelgelände und den Speisesaal - entsprechend der Lärmpegel, bes. bei den Mahlzeiten, aber auch auf dem Gelände und bei den Abendveranstaltungen. Wohlgemerkt: Wir sind nicht kinderfeindlich, haben auch eigene, aber ab einem bestimmten Alter muss man andauerndes Geplärr und Geschreie im Urlaub nicht mehr haben. Es war zum Teil schwer auszuhalten. (Nebenbemerkung: Bei der gleichen Anzahl deutscher Kinder im selben Alter wäre das Chaos ausgebrochen! Aber das würde auch nicht geschehen: Welche kinderreiche Familie in Deutschland könnte sich einen Hotelaufenthalt in einem Vier-Sterne-Hotel erlauben? In Spanien scheint es in Hotels für Kinder erhebliche Preisnachlässe zu geben.) Auch die soziale Struktur der spanischen Gäste schien sehr heterogen zu sein, was an z. T. auffälligem Verhalten und befremdlicher Esskultur zu erkennen war. Nur mit Mietwagen buchen,sonst bekommt man ein Ghettosyndrom. Wir waren dort Ende Juni bis Mitte Juli. Als besonders störend empfanden wir den doch noch recht kühlen , z. T. sogar heftigen Wind, besonders am Strand, aber auch am Pool. Der Wind blieb auch im Verlauf des Juli, wurde dann aber wärmer. Waren schon mehrmals an der Costa de la Luz, allerdings weiter südlich, und da hat es uns wesentlich besser gefallen. Einen solch starken kühlen Wind haben wir dort nicht kennen gelernt (und wenn, dann aus Afrika kommend viel wärmer), und das Hinterland ist wesentlich interessanter ("Weiße Dörfer"). Tip: Rota, Puerto de Santa Maria (Herbst und Frühjahr) und besonders Conil (sehr authentisch!). In dieses Iberostar-Hotel würden wir vielleicht im Herbst kommen - für lange Strandspaziergänge und ein hoffentlich ruhigeres Hotel
Es scheint unterschiedliche Kategorien von Zimmern zu geben. Wir hatten zuerst ein sehr kleines Zimmer (passt nicht zur Vier-Sterne- Kategorie), erhielten dann aber nach einigen Tagen des Wartens ein etwas größeres. Zimmer war ok, auch Bad. Wir haben aufgrund eines ausgehängten Grundrisses festgestellt, dass wohl jede zweite Zimmer ein Familienzimmer war mit entsprechender Größe. Daraus erklärt sich wohl auch, dass die meisten Besucher des Hotels Familien mit Kindern waren. Das, was auch von anderen schon bemängelt wurde, müssen wir leider bestätigen: Die Polstermöbel waren teilweise völlig durchgesessen und abgewetzt.
Hatten All Inclusive und waren darüber froh; die Getränke waren recht hochpreisig. Das Essen selbst war ok, nahm Anfang Juli auch etwas an Vielseitigkeit zu, nachdem die spanischen Gäste überwogen. Das Show-Cooking war eher ein Witz - haben wir schon anders erlebt -, aber das störte uns nicht, müssen wir nicht haben. Für uns war es vielseitig und schmackhaft - und haben leider auch zugenommen. Aber wir müssen zugeben: Wer andere Hotels in dieser Kategorie kennt (z. B. RIU), könnte vielleicht etwas enttäuscht sein, angesichts der etwas fehlenden Vielseitigkeit und besonders der doch einfallslosen Präsentation.
Wir haben selten ein solch freundliches und hilfsbereites Personal getroffen. Trotz des Gewusels im Speisesaal und an den Büffets waren sie es, die scheinbar den Überblick behielten. Mit Deutsch kam man nicht weit (Ausnahme: An der Rezeption war immer jemand oder wurde geholt, der Deutsch sprach:), aber mit Englisch konnte alles geklärt werden. Zimmerreinigung war ok, wobei hier sicherlich auch ein kleines Trinkgeld zu Beginn selbstverständlich sein sollte.
Direkt an der mit Pflanzen sehr schön gestalteten Promenade gelegen, an der einige weitere Hotels und Residenzen liegen und von der aus in regelmäßigen Abständen lange Holzstege zum kilometerlangen Strand führen. In der Umgebung - soweit wir sehen konnten - nur eingeschränkte Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Der ganze Bereich ist ein reines Feriendomizilgebiet, eine "Kunstlandschaft", hübsch und aufwendig - auch pflanzlich - gestaltet, aber keinerlei Authentizität. Ende Juni wirkte alles wie eine Geisterstadt, im Juli änderte sich das schlagartig. Ohne Mietwagen etwas weit nach Ayamonte - ein Ort, der etwas blass ist. In östlicher Richtung endet der Strand bald an einer Mole, die einen Fluss begrenzt und an der man Anglern zusehen kann, in westlicher Richtung erstreckt sich der Strand kilometerweit (nach etwa 3 km werden bei Ebbe einige große Sandbänke sichtbar).
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Animation tagsüber war weitgehend unspektakulär - es fehlt ja auch an ausreichendem Platz -, und unauffällig, haben auch nicht daran teilgenommen. Gott sei dank fand keine Musikbeschallung des Poolbereiches statt. Die Abendveranstaltungen waren unseres Erachtens oft überdurchschnittlich, aber erhielten nicht die ihnen angemessene Beachtung, da das Publikum, das aus mehr Kleinkindern als Erwachsenen bestand, genauso laut war die die Darsteller. Außer einem "Theater" (schlimmer Saal mit völlig durchgesessenen Cocktailsesseln) für die Abendveranstaltungen gab es nur im Außenbereich eine recht große Poolbar, die abends ausgeleuchtet mit blautönigen Energiesparlampen keine Atmosphäre aufkommen ließ. Großer Nachteil: Es gab keine Innenbar und keinen Innenbereich, wo man mal gepflegt "chillen" konnte und das - wohlgemerkt - bei entsprechender Clubmusik. So blieb nur die ganannte Poolbar übrig, bis dann gegen 23.30 Uhr die spanischen Familien mit ihren Kleinkindern auf ihren Zimmern verschwanden und damit der Barbetrieb auch beendet wurde.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2009 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Peter |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 6 |


